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Trans-Menschen gelten medizinisch nicht mehr als psychisch gestört



Revelers at the annual gay pride parade hold up a giant rainbow flag in Sao Paulo, Brazil, Sunday, June 3, 2018. This year the parade focused on the general elections scheduled for October, with the theme

Die Regenbogenflagge repräsentiert die LGBTQ+-Community. Das «T» steht für transgender.  Bild: AP/AP

In der neusten Version des medizinischen Diagnosekatalogs, ICD-11, der Weltgesundheitsorganisation werden Trans-Menschen erstmals nicht mehr als «psychisch- und verhaltensgestört» beschrieben. Diese Änderung wird vom Transgender Network Switzerland (TGNS) freudig aufgenommen. Die bisherige Diagnose habe massgeblich zur Stigmatisierung und gesellschaftlichen Marginalisierung beigetragen.

Im neuen Diagnosekatalog, der ab 2022 international verwendet werden wird, heisst die Diagnose künftig «Gender Incongruence» (zu Deutsch: Geschlechtsinkongruenz). Das Wort «Transsexualismus» wurde dabei völlig abgeschafft. Ausserdem ist die Geschlechtsinkongruenz nicht mehr unter den «mental and behavioural disorders», also den psychischen und Verhaltensstörungen zu finden, sondern im neu geschaffenen Kapitel «conditions related to sexual health» (zu Deutsch: Zustände in Zusammenhang mit sexueller Gesundheit).

Die ICD-11 beschreibt, was Geschlechtsinkongruenz genau ist:

Geschlechtsinkongruenz in Jugendlichen und Erwachsenen ist durch eine beständige Inkongruenz zwischen dem vom Individuum erlebten und dem bei Geburt zugeschriebenen Geschlecht charakterisiert und zeigt sich in mindestens zwei der folgenden Wege: 1) Einer starken Ablehnung oder einem starken Unbehagen mit den eigenen primären oder sekundären Geschlechtsteilen; 2) einem starken Verlangen danach, sich von den eigenen primären und/oder sekundären Geschlechtsteilen zu befreien; 3) einem starken Verlangen danach, die primären und/oder sekundären Geschlechtsteile des erlebten Geschlechts zu besitzen. Das Individuum verspürt ausserdem ein starkes Verlangen danach, als eine Person des erlebten Geschlechts behandelt zu werden.

quelle: tgns.ch

Demonstriert wurde unter anderem auch für transgender Rechte:

Vom TGNS stark kritisiert wird allerdings jene Stelle des Katalogs, welche sich der Diagnose von Kindern vor der Pubertät widmet. «Vor der Pubertät können und müssen noch keine medizinischen Massnahmen ergriffen werden», heisst es auf ihrer Webseite. Man erlebe, dass Trans-Kinder in der Regel nicht zu Ärzten oder Psychiatern wollen. Ein solcher aufgezwungener diagnostischer Prozess könne mehr Schaden zufügen als helfen. 

(doz)

Video: srf

Pride 2018 in Zürich

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Pride 2018 in Zürich
quelle: keystone / ennio leanza
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