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Novartis erhält grünes Licht für zweites Biosimilar in den USA – und der Markt dafür ist riesig

The logo of Swiss pharmaceutical company Novartis is seen on its headquarters building in Basel, Switzerland October 27, 2015. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo
Novartis gewinnt Rechtsstreit in den USA.Bild: Arnd Wiegmann/REUTERS

Novartis erhält grünes Licht für zweites Biosimilar in den USA – und der Markt dafür ist riesig

31.08.2016, 04:4731.08.2016, 06:32

Die Novartis-Tochter Sandoz kann ihr Nachahmemedikament Erelzi in den USA vertreiben. Die US-Arzneimittelbehörde FDA habe die Zulassung für sämtliche Anwendungen des Präparats erteilt, schrieb Novartis am Dienstagabend in einer Mitteilung.

Erelzi konkurriert mit dem Arzneimittel Enbrel des US-Biotechnologiekonzerns Amgen. Der Biotech-Weltmarktführer erlöste mit dem Medikament, das gegen Arthritis, Rheuma und Schuppenflechte eingesetzt wird, im vergangenen Jahr in Nordamerika 5.4 Milliarden Dollar. Enbrel ist Amgens umsatzstärkste Arznei.

Novartis hat mit der jüngsten Zulassung zwei sogenannte Biosimilar in den USA am Start. Im vergangenen September läutete der Basler Konzern dort die Biosimilar-Ära ein, als er mit Zarxio erstmals eine Nachahmerversion einer biotechnologisch hergestellten Arznei auf den US-Markt brachte.

Die Zulassung hatte damals einen Rechtsstreit nach sich gezogen: Amgen warf Sandoz Patentverletzungen vor und legte Berufung gegen den Vertrieb in den USA ein. Ein US-Berufungsgericht lehnte dies schliesslich ab.

«Wir sind bestrebt, Erelzi so bald wie möglich auf den US-Markt zu bringen», wird Carol Lynch, Biopharmazeutik-Leiterin bei Sandoz zitiert. Anfang Juli hatte ein Expertenausschuss der FDA eine Empfehlung zur Zulassung von Erelzi abgegeben. Das Biosimilar sei dem Originalpräparat in hohem Masse ähnlich, hiess es damals.

Aufwendige Imitation

Die europäische Arzneimittelagentur EMA hatte 2015 einen Antrag auf Zulassung des Biosimilars angenommen. Die Prüfung ist derzeit im Gange. In Europa sind Biosimilars bereits seit 2006 erhältlich. In Amerika wurde der Weg für deren Zulassung erst durch eine Gesundheitsreform im Jahr 2010 frei.

Angesichts des Kostendrucks im Gesundheitssystem setzt Novartis auf eine hohe Nachfrage nach günstigeren Nachahmermedikamenten. Doch die Herausforderungen sind hoch. Anders als herkömmliche Medikamente können Biotech-Arzneien nicht exakt eins zu eins kopiert werden, weil ihre Wirkstoffe – häufig grosse Proteine und Antikörper – viel zu komplex sind. Da sie aus lebenden Zellen gewonnen werden, lassen sie sich höchstens biologisch ähnlich nachbilden.

Der Aufwand für die Entwicklung und Zulassung ist daher deutlich höher als bei klassischen Generika. Novartis will bis 2020 Biosimilars von fünf wichtigen Arzneien auf den Markt bringen. (sda/reu)

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