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Der «unsichtbare Kalif» – Wo ist IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi?



Als die Militäroperation zur Rückeroberung Mossuls von der Terrormiliz IS im Herbst begann, gingen einige Beobachter noch davon aus, dass sich der IS-Chef persönlich in der Stadt aufhalten könnte. Schliesslich hatte sich Abu Bakr al-Bagdadi hier das erste und einzige Mal öffentlich gezeigt.

Die Eroberung Mossuls war sein grösster Erfolg. Doch schon bald gab es Gerüchte, der «unsichtbare Kalif» habe sich aus der umkämpften Stadt zurückgezogen.

epa06030841 (FILE) - An undated file image from a video released by the militant group calling itself Islamic State (IS) purportedly shows the caliph of the self-proclaimed Islamic State, Abu Bakr al-Baghdadi, giving a speech in an unknown location (reissued 16 June 2017).  The Russian Defense Ministry on 16 June 2017 stated airstrikes in late May allegedly have killed al-Baghdadi among other IS leaders outside of Raqqa, Syria.  EPA/ISLAMIC STATE VIDEO / HANDOUT HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES *** Local Caption *** 51550521

Abu Bakr al-Baghdadi auf einer undatierten Aufnahme. Bild: ISLAMIC STATE VIDEO / HANDOUT HANDOUT/EPA/KEYSTONE

Irgendwo im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Irak sollte er sein, wahrscheinlich beim Fluss Euphrat im Grenzgebiet der beiden Länder. Dort beherrscht der IS noch immer eine grössere Region. Ansonsten ist die Terrorgruppe komplett von ihren Gegnern eingeschlossen. Eine Flucht ins Ausland scheint für den Mann, auf den ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt ist, unmöglich.

Berichten zufolge hält sich Al-Bagdadi nie länger als wenige Nächte an einem Ort auf, verzichtet auf auffällige Autokonvois. Die US-Armee geht davon aus, dass er wegen des hohen Drucks seiner Verfolger kaum noch direkt mit anderen Anführern reden kann.

IS-Chef al-Baghdadis Gefängnisakte

Das letzte Lebenszeichen sendete der Mitte 40-jährige Iraker Anfang November in Form einer Audiobotschaft. Seitdem herrscht Funkstille. Keine Unterstützung für die IS-Kämpfer in Bedrängnis, keine Parolen gegen den Westen oder für sein Stück für Stück untergehendes Kalifat.

Schon mehrmals totgesagt

Russland geht davon aus, Al-Bagdadi mit einem Luftangriff Ende Mai getötet zu haben. Eine Bestätigung zum Beispiel der USA gab es dafür aber nicht. Es ist nicht das erste Mal, dass der Tod des Terrorführers verkündet wurde. Jedoch spricht für die Behauptung Moskaus auch, dass der IS die Meldung nie dementierte oder mit einer Nachricht Al-Bagdadis als Gegenbeweis antwortete.

Ob Al-Bagdadi, der die Führung der Terrororganisation 2010 übernahm, lebend gefangen werden kann, scheint fraglich. Die Extremisten jedenfalls werden alles dran setzen, dass er weder tot noch lebendig in die Hände seiner Feinde gerät. Und so ist es nicht unwahrscheinlich, dass Al-Bagdadi auch nach dem Ende des IS als Territorialmacht der «unsichtbare Kalif» bleiben wird. (sda/dpa)

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