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FILE - In this Friday, Oct. 5, 2018 file photo, Tawakkol Karman, the Nobel Peace Prize laureate for 2011 holds a picture of missing Saudi writer Jamal Khashoggi as she speaks to journalists near the Saudi Arabia consulate, in Istanbul, Turkey. Khashoggi was a Saudi insider. He rubbed shoulders with the Saudi royal family and supported its efforts to nudge the entrenched ultraconservative clerics to accept reforms. He was a close aide to the kingdom’s former spy chief and was a leading voice in the country’s prominent dailies. In a dramatic twist of fate, Khashoggi disappeared on Tuesday, Oct. 2, 2018, after visiting his country’s consulate in Istanbul and may have been killed there. (AP Photo/Emrah Gurel, File)

Bild: AP/AP

Haben ihn «Schurken-Mörder» getötet? Was du zum Fall Khashoggi wissen musst



Was ist passiert?

FILE - In this Feb. 1, 2015, file photo, Saudi journalist Jamal Khashoggi speaks during a press conference in Manama, Bahrain. The disappearance of Khashoggi, during a visit to his country’s consulate in Istanbul on Oct. 2, 2018, raises a dark question for anyone who dares criticize governments or speak out against those in power: Will the world have their back? (AP Photo/Hasan Jamali, File)

Der saudische Dissident und Journalist Khashoggi soll im saudischen Konsulat ermordet worden sein. Bild: AP/AP

Der saudische Dissident und Journalist Jamal Khashoggi ist seit einem Besuch des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober verschwunden. Er wollte Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten im Konsulat abholen. Die Türkei beschuldigt Saudi-Arabien, ihn getötet und seine Leiche fortgeschafft zu haben. Die Regierung in Riad weist die Anschuldigungen zurück.

Gib es dafür Beweise?

Die türkische Zeitung «Sabah» berichtete am Wochenende, dass Khashoggi seine «Befragung, Folterung und Tötung» mit seiner Apple Watch aufgenommen habe. Die Datei soll danach an sein iPhone und seine iCloud gesendet worden sein, wie CNN berichtet. Gemäss den Einschätzungen von Experten sei es jedoch eher unwahrscheinlich, dass die angebliche Tötung aufgenommen und übertragen wurde.

Allerdings sollen die türkischen Behörden über akustische und visuelle Beweise von Khashoggis Ermordung im saudi-arabischen Konsulat verfügen – das soll zumindest ein Informant gegenüber CNN gesagt haben. Jedoch ist unklar, wie die Behörden an die Aufnahmen gekommen sein sollen.

Was sagen die Saudis dazu?

Erst wies der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman gegenüber US-Präsident Donald Trump jegliche Anschuldigungen zurück. Während eines Telefonats bestritt er vehement, dass er oder seine Regierung irgendetwas mit dem Verschwinden von Khashoggi zu tun habe. «Es war nicht so, dass er irgendwelche Zweifel hatte. Seine Zurückweisung war sehr stark», sagte Trump gegenüber Medienvertretern.

Trump fügte weiter an, dass «Schurken-Mörder» hinter dem Verschwinden des Journalisten stecken könnten. Allerdings ist unklar, ob es sich dabei um seine eigene oder Salmans Vermutung handelt. 

Und wie ging es weiter?

Mittlerweile stehe Saudi-Arabien einem Medienbericht zufolge vor dem Eingeständnis, dass der verschwundene Journalist Jamal Khashoggi bei einem schief gelaufenen Verhör ums Leben gekommen sei. Ein entsprechender Bericht sei in Arbeit, berichtete der US-Sender CNN am Montag. Der Plan sei gewesen, den Saudi zu entführen, aber nicht zu töten.

Der Sender berief sich dabei auf zwei namentlich nicht genannte Personen. Darin dürfte einem der Insider zufolge erklärt werden, dass der Einsatz ohne Genehmigung erfolgt sei und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Der zweite Insider habe allerdings eingeschränkt, dass am Text noch gearbeitet werde.

32 absurde Zensuren aus Saudi-Arabien:

Was hat Trump gemacht?

Donald Trump hat am Montag seinen Aussenminister Mike Pompeo nach Riad geschickt, damit sich dieser mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman trifft. Damit wollten die USA den Druck auf Saudi-Arabien erhöhen.

Secretary of State Mike Pompeo heads to his plane to depart for meetings with Saudi Arabia's King Salman in Saudi Arabia, Monday, Oct. 15, 2018 at Andrews Air Force Base, Md. (Leah Millis/Pool Image via AP)

Mike Pompeo vor seinem Abflug nach Saudi-Arabien. Bild: AP/Reuters Pool

Es ist zudem möglich, dass Pompeo einen Zwischenhalt in der Türkei einlegt. «Er hat Anweisungen erhalten, herauszufinden, was passierte. Es ist eine schreckliche Situation, die ich kein bisschen mag», sagte Trump.

Und die Türkei?

Die türkische Polizei durchsuchte am Montag zum ersten Mal das saudi-arabische Konsulat in Istanbul, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Zuvor wurde den türkischen Behörden der Zutritt verweigert. Erst nach einem Telefongespräch zwischen Erdogan und Salman wurde Einlass gewährt. Die Türkei geht nach wie vor davon aus, dass Khashoggi im Konsulat getötet wurde. 

Die Ermittler hätten das Gebäude nach neun Stunden wieder verlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Demnach haben die Ermittler auch Proben aus dem Garten des Konsulats mitgenommen. Ausserdem seien zwei Müllwagen der Gemeinde ins Konsulat gefahren, unklar war zunächst warum.

Rund eine Stunde zuvor betrat eine Delegation aus Saudi-Arabien das Konsulat. Diese verliess das Gebäude während Durchsuchung nicht. (sda/reu/vom/mlu)

Erste Fahrausweise für Frauen in Saudi-Arabien:

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Video: srf

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DonChaote 16.10.2018 10:49
    Highlight Highlight Zu beachten ist dabei:
    - türkei hat ebenfalls keinen vorbildlichen umgang mit journalisten bzw. mit der opposition. Was für eine agenda wird hier genau verfolgt?
    - türkei und saudiarabien sind beide in syrien engagiert. Nicht in koalition, praktisch als gegner. Propagandagefahr gross.

    Ich denke man spürt im palast zu ankara, dass der westen (zumindest die bevölkerung) immer kritischer gegenüber saudiarabien wird und will sich hier profilieren und besser positionieren um wieder besser auszusehen im europäischen rampenlicht. Er braucht die kohle, der sultan.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 16.10.2018 11:49
      Highlight Highlight Ganz bestimmt! Da hilft es, das die Türkei in dem Kampf auf der Seite von Katar steht. Da war doch noch neulich was mit einem Flugi? ... Dennoch, das war mutmasslich astreiner Mord.
    • AdiB 16.10.2018 12:38
      Highlight Highlight Saudi arabien und katar sind verfeindet. Türkei unterstützt katar, wärend die amis mit israel eine koalition mit saudi arabien haben.
      Ich aber frage mich etwas anderes, wir wiessen wie saudis und türkei mit journalisten die kritik ausüben vorgehen. Wieso kriegt gerade dieser hier soviel aufmerksamkeit? Ich bin mir sicher da hat erdi seine finger im spiel um wie du sagst besser da zu stehen. Erdi lernt immerhin von putin.
  • michaelcomte 16.10.2018 10:00
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • Füdlifingerfisch 16.10.2018 09:54
    Highlight Highlight Wer ausser die Saudis persönlich stecken wohl hinter dem Attentat? Wer ihnen einen Freifahrtschein gibt muss mit solchen Aktionen rechnen
    • Saraina 16.10.2018 12:41
      Highlight Highlight Niemand ausser den Saudis kommt ein eher moderater Kritiker ungelegen. Für die USA und den restlichen Westen ist die Art und Weise, in der er ermordet wurde peinlich. Russland und die Türkei dürften sich fragen, wieso sie kritisiert werden, wenn der Westen sich solche Freunde leistet.

      Die christlich-humanistischen Werte des Abendlandes werden still zu Grabe getragen, und geistern nur noch als warme Luft durch Politik und Medien.
  • bytheway 16.10.2018 09:04
    Highlight Highlight Trump krebst langsam zurück. Logisch - er will doch den Waffendeal mit den Saudis (100 Milliarden USD) nicht gefährden bzw. an Russland und China verlieren. Geld tötet Moral!
  • DocShi 16.10.2018 08:44
    Highlight Highlight Zitat aus dem Artikel: Ausserdem seien zwei Müllwagen der Gemeinde ins Konsulat gefahren, unklar war zunächst warum.

    Also, wenn es zunächst unklar war, dann muss es jetzt klar sein.
    Wo ist also die Erklärung? 🤔
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 16.10.2018 08:33
    Highlight Highlight Hmmm was zur Hölle sind Schurken-Mörder? Sind Mörder nicht alles Schurken?? Gibt es da good-guys darunter?
    • Baba 16.10.2018 08:43
      Highlight Highlight Bei DJT bestimmt. Da hat's bei den Neonazis ja auch "very fine people"...
    • Pasch 16.10.2018 10:11
      Highlight Highlight Unter den Good-Guys würden einige wohl ein Killerkommando sehen welches bin Laden erwischt hat. Es ist nur die Frage der Perspektive.
  • N. Y. P. 16.10.2018 08:22
    Highlight Highlight Trump fügte weiter an, dass «Schurken-Mörder» hinter dem Verschwinden des Journalisten stecken könnten.

    Dann wissen wir ja jetzt, wo Mr President steht.

    Der Präsident der USA steht stramm hinter den Saudis.


    Im Funktionsbeschrieb eines saudischen Agenten :

    Spezialaufträge machen den Hauptanteil der Agententätigkeit aus.
    Werden Sie erwischt, wird man Sie als «Schurken-Mörder» bezeichnen und Saudi Arabien wird jegliche Verbindung zu Ihnen bestreiten.
    Desweitern besteht dann die Möglichkeit einer Hinrichtung, um unseren tadellosen Ruf zu wahren.
  • Wilhelm Dingo 16.10.2018 08:10
    Highlight Highlight Die Saudis bestreiten ja auch bis Heute irgendetwas mit 9/11 zu tun gehabt zu haben. Saudiarabien ist ganz einfach eine Diktatur mit sehr viel Geld.
  • Flötist 16.10.2018 06:40
    Highlight Highlight Ja, klar, um sich aus der Schlinge zu ziehen heisst es nun, dass dies unautorisiert geschah.

Greta Thunberg zur «Person of the Year» gekürt

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wurde vom US-amerikanischen «Time»-Magazin zur Person des Jahres gekürt. Damit ist sie die jüngste Person, die je mit diesem Titel gewürdigt wurde.

Zur Begründung erklärte das US-Nachrichtenmagazin am Mittwoch, der 16-Jährigen sei es gelungen, «Sorgen über den Planeten in eine weltweite Bewegung zu verwandeln, die einen globalen Wandel verlangt».

Edward Felsenthal, CEO und Chefredaktor des «Time»-Magazins, schrieb zu der Entscheidung auf Twitter:

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