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The family of Sen. John McCain, R-Ariz., follows as his casket is carried during the recessional at the end of a memorial service at Washington National Cathedral in Washington, Saturday, Sept. 1, 2018. McCain died Aug. 25, from brain cancer at age 81. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Abschied eines grossen Staatsmannes – Beerdigung von John McCain am Samstag in Washington. Bild: AP/AP

«Er hat uns zu besseren Präsidenten gemacht»: Obama würdigt McCain – und kritisiert Trump

Mehr als 3000 Menschen haben in Washington Abschied vom verstorbenen US-Senator John McCain genommen. Bei der Trauerfeier in der Nationalen Kathedrale würdigten die früheren Präsidenten Barack Obama und George W. Bush am Samstag den international geachteten Politiker.



Was sagte Obama dazu?

«Er hat uns zu besseren Präsidenten gemacht, so wie er den Senat besser gemacht hat, so wie er dieses Land besser gemacht hat», sagte Obama zu Beginn seiner Rede.

Obama sagte weiter: «Präsident Bush und ich gehören zu den wenigen Glücklichen, die gegen John auf der höchsten Ebene der Politik antreten konnten.» McCain habe verstanden, «dass manche Prinzipien über Politik hinausgehen, dass manche Werte über Parteien hinausgehen. Deswegen hat er eine freie und unabhängige Presse als lebenswichtig für eine gute Debatte verteidigt.»

Dies kann als Seitenhieb auf Trump verstanden werden, der einen Grossteil der US-Medien immer wieder verunglimpft und unterstellt, dass diese bewusst unwahr berichten. Weiter sagte Obama, McCain habe gewusst, dass Demokratie nicht funktioniere, wenn man die Wahrheit aus Gründen politischer Opportunität beugt.

Obama sorgte während der Würdigung auch für einige Lacher.

«Er ging einmal durch die Hölle und kam wieder zurück, und doch hat er nie seinen Optimismus oder seine Lebensfreude verloren. Auch Krebs bereitete ihm keine Angst. Und er würde sein heiteres Gemüt bis zum bitteren Ende aufrecht erhalten, zu dickköpfig um still zu sitzen, rechthaberisch wie immer, seinen Freunden und vor allem seiner Familie leidenschaftlich hingegeben. Das zeigt seine Despektierlichkeit , sein Sinn für Humor, seine schelmische Ader.» 

«(...) John zögerte nie, mir zu sagen, wann er der Auffassung war, dass ich es vermasseln würde – was nach seinen Berechnungen ein Mal pro Tag passierte.»

Was sagte Bush?

Obamas Amtsvorgänger Bush sagte über McCain: «Er war ehrenhaft, immer anerkennend, dass seine Kontrahenten immer noch Patrioten und Menschen waren.» Bush fügte hinzu: «Im Angesicht der Herrschenden bestand McCain darauf: Wir sind besser als das. Amerika ist besser als das.» McCain habe «Machtmissbrauch verachtet».

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Video: YouTube/CNN

Meghan McCain

McCains Tochter Meghan McCain sagte bei ihrer bewegenden Rede in Anlehnung an Trumps Wahlkampfslogan «Make America Great Again»: «Das Amerika John McCains hat es nicht nötig, wieder gross gemacht zu werden, weil Amerika immer gross war.»

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Video: YouTube/CNN

Meghan McCain kritisierte zugleich die «billige Rhetorik von Männern, die den Opfern, die er so bereitwillig gab, nie nahekommen konnten». Damit spielte Meghan McCain auf Trump an. Ihr Vater war mehr als fünf Jahre in nordvietnamesischer Kriegsgefangenschaft. Trump spottete im Juli 2015, McCain sei kein Kriegsheld, weil er in Gefangenschaft geriet. «Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind», sagte Trump damals.

Und wo war Trump?

US-Präsident Donald Trump nahm an der Trauerfeier nicht teil, er besuchte stattdessen seinen Golfclub im benachbarten Bundesstaat Virginia. Die Feier war nur für geladene Gäste. Medienberichten zufolge hatte McCain nicht gewünscht, dass Trump an seiner Beerdigung teilnimmt.

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Video: YouTube/CNN

Vizepräsident Mike Pence vertrat den Präsidenten und nannte McCain «einen amerikanischen Patrioten». «Der Präsident hat mich gebeten, im Auftrag einer dankbaren Nation hier zu sein», sagte Vizepräsident Mike Pence am Freitag bei der Zeremonie in Washington. «Wir werden uns immer daran erinnern, dass John McCain seinem Land gedient hat – und John McCain hat seinem Land ehrenhaft gedient.»

Trumps Name fiel bei der zweieinhalbstündigen Trauerfeier kein einziges Mal. Mehrere prominente Vertreter des Weissen Hauses gehörten am Samstag zu den Gästen in der Kathedrale, aber nicht zu den Trauerrednern. Nach dem Tod McCains am Samstag vergangener Woche hatte Trump die Verdienste des Senators und Kriegsveteranen erst nach massivem öffentlichem Druck gewürdigt. (vom/sda/afp/dpa)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Vanessa_2107 03.09.2018 00:49
    Highlight Highlight McCain war auch ein Mann (das wurde mehrmals erzählt), der Fehler zugab, wir wissen nicht, ob z.B. einer seiner Einsätze im Krieg dazu gehört. Auf jeden Fall hat gerade er als Republikaner sich in wichtigen Abstimmungen gegen Trump gestellt. Er wollte das Land einen. Und am Samstag hat man gerade gut sehen können, dass ihm das gut gelungen ist. Alle Reden klagten doch unterschwellig Trumps Verhalten, ohne je seinen Namen zu nennen, an. Da sind ev. einige Amerikaner zur Besinnung gekommen und haben ihre Einstellung pro/contra Trump überdenkt.
  • frnrsch 02.09.2018 19:10
    Highlight Highlight Widerlich wie man einen solchen Kriegshetzer ehrt. Einen Mann der den völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien begrüsst hat und die Bombardierung Belgrads 1999. Er hetzte auch heftig gegen den Irak und behauptete die USA würde Massenvernichtungswaffen finden. In vielen Konflikten war er involviert. Balkan, Irak, Afghanistan, Lybien, Ukraine, Syrien. Dieser Mann hat viel Blut an seinen Händen. Wie auch Friedensnobelpreisträger und Drohnenmörder Obama.
    • frnrsch 03.09.2018 10:39
      Highlight Highlight @swisskiss: ich habe den Jugoslawienkrieg nicht mit dem Irakkrieg gleichgesetzt. Ich weiss nicht wie Sie das hinein interpretieren können. Auch wenn die Mehrheit des Senats einen Krieg legitimiert heisst es nicht deswegen das die Massnahmen gerechtfertigt sind. Für den Rest meiner Behauptungen bitte ich Sie sie zu widerlegen. Ich lerne immer gerne dazu. Danke.
  • Vanessa_2107 02.09.2018 17:59
    Highlight Highlight Wie angenehm war es doch, wieder einmal "präsidiale" Reden zu hören, von Menschen, die nicht nur über sich reden, sich in den höchsten Tönen selber loben, andere wieder runtermachen, Institutionen kritisieren, usw.usf. Genau das hätte Trump gemacht, nach cs. 10 Sekunden hätte er sich wie an einem Rally gefühlt. Er war sicher gottfroh, dafür Golfen zu können. Peinlich aber, alle waren da, nur er fehlte. (nicht)
  • Vanessa_2107 02.09.2018 17:52
    Highlight Highlight Die Rede von Meghan McCain war sehr bewegend, kraftvoll und aufrührend. Könnte mir gut vorstellen, dass sie in die Politik gehen wird. Nach so kurzer Zeit hätte ich niemals wie sie eine Trauerrede für meinen Vater halten können. Jedesmal, wenn sie wieder übermannt wurde von Tränen, schluchzte sie kurz, schüttelte kurz den Kopf und sprach kraftvoll weiter, Chapeau!
  • Domino 02.09.2018 13:45
    Highlight Highlight Schön geheuchelt. Früher war McCain der todfeind in der Presse wie heute Trump.
    • ujay 02.09.2018 17:31
      Highlight Highlight @Domino. Blödsinn!
    • Herren 02.09.2018 19:55
      Highlight Highlight Chabis. Oder kannst du deine Behauptung irgendwie belegen?
    • Samurai Gra 02.09.2018 22:31
      Highlight Highlight Bullshit, McCain war Gegner von Folter und Guantanamo und Verabscheute die dortigen Methoden zutiefst.

      Nur schon dafür gebührt ihm Respekt
  • Dong 02.09.2018 13:30
    Highlight Highlight ... schnief... Schade, dass dieser tapfere Krieger den US-Einmarsch im Iran nicht mehr miterleben darf ... da würden auch er und Trump sich wieder näher kommen ... nochmals schnief .... </sarkasmus>

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