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Wer gewinnt die US-Wahlen? Und wie laufen diese genau ab? bild: watson

So funktionieren die US-Wahlen – erklärt in 120 Sekunden

Warum kann Donald Trump gewählt werden, obwohl nicht die Mehrheit der US-Bevölkerung für ihn stimmt? Und was genau sind Swing States? Alles, was du zu den US-Wahlen wissen musst.



Wie funktionieren die US-Wahlen?

Die USA wählen im November ihren Präsidenten. Das Verfahren ist sehr komplex, doch nach diesem 120-Sekunden-Video weisst du, wie's funktioniert:

Kurz erklärt: So funktionieren die US-Wahlen:

Video: watson

Wann sind die US-Wahlen?

Alle vier Jahre wird in den USA ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt. Die 59. Präsidentschaftswahlen finden am 3. November 2020 statt. Am 20. Januar 2021 tritt dann der neue oder bisherige Präsident sein Amt an.

Welche US-Parteien gibt es?

Seit über 160 Jahren dominieren in den USA zwei verschiedene Parteien: Die Republikaner und die Demokraten. Dann gibt es jedoch noch kleinere Parteien wie die Green Party, die Constitution Party und die Libertarian Party.

In this June 22, 2020, photo, various campaign stickers are available at the Lancaster County Democratic Party offices in Lincoln, Neb. Even as Democrats are seeing registration gains in other states, the party is falling further behind Republicans in Nebraska. (AP Photo/Nati Harnik)

Faktisch herrscht in den USA ein Zweiparteiensystem: Demokraten gegen Republikaner. Bild: keystone

Wer steht zur Wahl als US-Präsident?

Zur Wahl stehen die beiden Präsidentschaftskandidaten der Republikaner und der Demokraten. Der noch amtierende US-Präsident Donald Trump tritt für eine weitere Amtszeit gegen seinen Widersacher und Demokraten Joe Biden an.

Was sind Wahlmänner und Wahlfrauen?

Der US-Präsident wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt durch sogenannte Wahlmänner und Wahlfrauen, dem sogenannten Wahlgremium oder auf Englisch Electoral College.

Jeder US-Bundestaat stellt ein Wahlgremium. Je grösser ein Staat ist, desto mehr Wahlfrauen und Wahlmänner sind dort vertreten. An den Wahlen im November 2020 werden 538 Wahlmänner und Wahlfrauen den US-Präsidenten sowie den Vizepräsidenten wählen.

Was sind Elektoren?

Elektoren sind eine andere Bezeichnung für das Wahlgremium, das aus Wahlmänner und Wahlfrauen besteht.

Was ist der Unterschied zwischen «popular vote» und «electoral vote»?

«Popular Vote» bezeichnet vereinfacht gesagt die abgegebenen Stimmen des Volkes. Da das Volk den US-Präsidenten aber nicht direkt wählt, sondern die Wahlmänner und Wahlfrauen, gibt es zusätzlich die «Electoral Vote», also die Stimmen des Wahlgremiums.

Wer darf in den USA wählen?

Anders als in der Schweiz erhält nicht jede US-Bürgerin und jeder US-Bürger, die oder der älter als 18 ist die Wahlunterlagen nachhause geschickt. In den USA muss man sich für die Wahlen zuerst registrieren. Die Registrierungshürde wird als einer der Gründe aufgeführt, warum die Wahlbeteiligung in den USA bei knapp 50 Prozent liegt.

Jeder der 50 US-Bundestaaten hat zudem ein eigenes Wahlrecht. Wer alles wählen darf und wie die Wahlen ablaufen, kann also sehr unterschiedlich sein. So gibt es in Oregon nur eine Briefwahl, in North Dakota müssen sich die Wählerinnen und Wähler nicht registrieren und in Minnesota kann man seine Stimme bereits lange vor dem eigentlichen Wahltermin abgeben. In fast allen Bundestaaten wird zudem Menschen das Wahlrecht entzogen, wenn sie verhaftet wurden oder eine Bewährungsstrafe erhalten haben.

Wer darf gewählt werden?

Wer ins Weisse Haus gewählt werden will, muss grundsätzlich drei Voraussetzungen erfüllen:

Was sind die Swing States?

Bei einem grossen Teil der 50 US-Bundesstaaten ist von Anfang an ziemlich klar, ob die Demokraten oder die Republikaner gewinnen. In Texas zum Beispiel geht die Mehrheit der Stimmen seit Jahrzehnten an die Republikaner, in Kalifornien gewinnen stets die Demokraten.

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Der US-Bundestaat Florida ist ein klassischer Swing State. Bild: AP

Swing States sind jene US-Bundesstaaten, bei denen es keine strukturelle Mehrheit für eine der beiden Parteien gibt. Der Ausgang der Wahl ist also noch unklar. Die Mehrheit kann «umschwingen».

Welche Swing States gibt es?

Für den US-Wahlkampf kommt es auf die Swing States an. Sie sind häufig das Zünglein an der Waage. Weil sich die Wählerschaft in den verschiedenen Bundesstaaten verändert, sind nicht immer die gleichen Gebiete automatisch Swing States.

Die New York Times definiert aktuell die folgenden sechs Bundesstaaten, die für die Präsidentschaftswahl entscheidend sein können:

Wer gewinnt die US-Wahlen?

Der Gewinner heisst entweder Donald Trump oder Joe Biden. Am 3. November wird sich entscheiden, wer das Rennen machen wird. Die aktuellen Umfragewerte sehen wie folgt aus:

Die Umfragewerte werden laufend aktualisiert.

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nate Smith 05.09.2020 08:46
    Highlight Highlight Nichts bietet sich bei einer Wahl von zwei Personen mehr an als die Popular Vote. Das Elektorensystem ist einfach nur ein Ding aus vergangenen Tagen in denen es etwas aufwändiger war eine Wahl für ein so grosses Land zu organisieren.
  • Master Chief 05.09.2020 08:05
    Highlight Highlight Für ein Land das allen Demokratie aufzwingen wollen, ist ihre Demokratie doch ziemlich besch.... mal im ernst nur 2. Parteien??? Stellt euch vor es gäb nur SP & SVP. dann die die Stimmenzählung mit Swingstaten... warum ist nicht jede Stimme gleichviel wert. DASS ist Manipulation... die USA ist für mich eine Bemitleidenswertes Häufchen elend. Nur schon die Tatsache das Bildung kostet. Deshalb verblödet doch das Volk und stimmt am Schluss für irgend einen Noob. Was kommt als Nächstes? Ein Popstar? USA büsst jetzt für alte Fehler. Geschieht ihnen recht...
  • ch.vogel 05.09.2020 05:29
    Highlight Highlight CGP Grey hat eine Reihe von Videos gemacht in denen er Probleme mit dem US-Wahlsystem unter die Lupe nimmt (Electoral College und Gerrymandering).

    Die Videos sind auf Englisch und enthalten extrem viel Information in kurzer Zeit (ggf. mit 0.75x Geschwindigkeit anschauen), sind aber dank Grafiken/Animationen trotzdem recht gut verständlich.

    How the Electoral College works:
    Play Icon


    The trouble with the Electoral College
    Play Icon


    Gerrymandering explained:
    Play Icon
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 05.09.2020 05:25
    Highlight Highlight Die Schweiz ist auch nur auf Platz 10 der demokratischsten Länder der Erde. Aber immer noch 15 Plätze vor den USA. 👍🏻🙄
    Benutzer Bild
    • Knacker 05.09.2020 16:21
      Highlight Highlight Ziemlich guter Stand der CH wenn man bedenkt dass es etwa 190 Länder gibt auf der Welt.
  • Labär 04.09.2020 22:25
    Highlight Highlight Der Swing State schlechthin ist aber Ohio. Seit 1960 konnte kein Kandidat mehr die Präsidentschaft gewinnen ohne Ohio zu gewinnen. Überhaupt ist das seit 1896 erst zwei Kandidaten gelungen 😮
  • El Vals del Obrero 04.09.2020 19:40
    Highlight Highlight Das Majorz-Wahlsystem ist einfach sowas von vermurkst. Wenn in allen (willkürlich zugeschnittenen(!)) Wahlkreisen Partei A 51% hat und Partei B 49%, dann hat Partei A 100% der Sitze.

    Die USA waren grosse Pioniere der Demokratie, vieles wurde anderswo übernommen (z.B. Zweikammerparlament). Aber leider hatten sie danach das System kaum mehr verbessert oder angepasst, da der Urzustand durch die "Gründerväter" fast schon religiöse Bedeutung hat.
    • bebby 05.09.2020 06:57
      Highlight Highlight Das Majorzsystem kann selbst nichts dafür. Das Problem ist die Abstimmung nach Wahlkreis.
      Die Idee hinter den Wahlkreisen, die auch in UK vorkommt, ist, dass es klare Mehrheiten gibt. In Japan z. B. kann die Ldp mit 30% der Stimmen eine 2/3 Mehrheit im Parlament haben. Hätten wir dieses System, dann würde unser Land von der grössten Partei regiert.
  • Joe Smith 04.09.2020 19:19
    Highlight Highlight In den USA kann man wegen dem Prinzip "the winner takes it all" mit weniger als 50% der Stimmen Präsident werden. In der Schweiz können wegen dem Ständemehr im Extremfall 12% der Stimmenden eine Volksinitiative versenken.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 05.09.2020 14:09
      Highlight Highlight Das ist auch so gewollt. Denn bevölkerungsreiche Kantone sollen nicht über wenig besiedelte Kantone bestimmen können. Deshalb haben in den USA auch kleine Bundesstaaten (nach Einwohner) relativ viele Wahlmänner im Vergleich zu einem bevölkerungsreichen Bundesstaat.
  • Joe Smith 04.09.2020 19:17
    Highlight Highlight In der Schweiz beträgt die Wahlbeteiligung ganz ohne diese Hürden auch nie mehr als 50%.
    • El Vals del Obrero 04.09.2020 20:14
      Highlight Highlight Ja, aber bei uns gibt es ja noch mehr Beteiligungsmöglichkeiten. Wenn man beispielsweise nur alle vier Jahre wählen und sonst wenig Einfluss haben kann, ist die Beteiligung bei dieser Wahl wohl tatsächlich höher.

      Wenn man bei uns aber fragen würde "Wer hat in den letzten vier Jahren mindestens einmal abgestimmt oder gewählt?" wäre die Zahl wohl deutlich über 50%.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 05.09.2020 05:33
      Highlight Highlight @El Vals del Obrero: Es stimmen +/- immer dieselben Leute ab. Nämlich die, die sich die Mühe machen, die Abstimmungscouverts überhaupt zu öffnen. Die anderen schmeissen sie jeweils geübt direkt zum Altpapier. Selbst wenn's um Themen geht, die die Leute direkt betreffen und sie eigentlich darüber abstimmen wollen würden, vergessen sie's. Montags nach Abstimmungssonntagen kommt dann jeweils ein bedauerndes: "Oh no, ich hab's voll verhängt!".
      Und dann geht das Leben weiter wie zuvor. Weil die Abstimmungen sowieso nur Alibiübungen sind, um das Volk glauben zu machen, es hätte Mitbestimmungsrecht.
    • Nate Smith 05.09.2020 08:44
      Highlight Highlight Es kann aber auch viel mehr korrigierend Einfluss genommen werden. Eine verkackte Legislatur wird dann einfach kein Sachgeschäft mehr durchbringen. So hatten wir es ja in der letzten. Das ist auch nicht toll, aber halt weniger schlimm wie in der USA wo dieser ganze Mist dann womöglich durch kommt.
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