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«Gute Menschen rauchen kein Marihuana» – Beendet Trump den Gras-Boom?

Bild: AP/Peninsula Clarion



Was Jeff Sessions vom Kiffen hält, machte er bereits 2015 deutlich. «Gute Menschen rauchen kein Marihuana», sagte Donald Trumps heutiger Justizminister damals bei einer Kongressanhörung.

Nun holt der konservative Hardliner, der Marihuana einst als «nur etwas weniger schlimm als Heroin» bezeichnete, zum Schlag gegen die voranschreitende Legalisierung aus.

Attorney General Jeff Sessions listens to a reporter's question during a news conference in Baltimore, Tuesday, Dec. 12, 2017, to announce efforts to combat the MS-13 street gang with law enforcement and immigration actions. (AP Photo/Patrick Semansky)

Nein, Jeff Session mag keine Kiffer.  Bild: AP/AP

Sessions wies US-Staatsanwälte am Donnerstag an, das auf Bundesebene geltende Verbot der Droge künftig durchzusetzen. Trumps «Law and Order»-Mann bricht so mit dem Kurs der Vorgänger-Regierung von Barack Obama, die den Bundesstaaten bei der Marihuana-Regulierung freie Hand liess.

Es gehe darum, «zur Rechtsstaatlichkeit» zurückzukehren, begründete Sessions seine Direktive. Dabei verwies er auf das seit 1970 geltende Bundesverbot des Anbaus, Besitzes und Handels der Droge.

Mit der Aktion platzt die Trump-Regierung mitten in einen riesigen Cannabis-Boom, der erst Anfang der Woche darin gipfelte, dass mit Kalifornien der bislang grösste US-Markt komplett für Marihuana freigegeben wurde. Da sich mit der Legalisierung viel Steuergeld einnehmen lässt und es aus Washington bislang wenig Gegenwind gab, haben schon 29 US-Staaten Marihuana medizinisch oder ganz erlaubt.

Cannabis-Produkte sind in den USA längst ein Milliardengeschäft. Der klassische «Gras»-Verkauf ist inzwischen nur noch ein Teil davon. Unter dem Überbegriff «Edibles» werden diverse Artikel rund um die Droge angeboten – von Marihuana-E-Zigaretten, Drinks oder Keksen über Pillen und Salben bis hin zu Beruhigungsmitteln oder Appetitanregern ist vielerorts alles ganz legal zu erwerben.

epa06412908 A retail clerk shows cannabis plants  to customers at the Harborside cannabis dispensary in Oakland, California, USA, 01 January 2018.  In November 2016, California voters legalized recreational marijuana for adults of 21 and older and the state was given a year to set retail market regulations.  California is one of eight states that legalized marijuana.  EPA/JOHN G. MABANGLO

In 29 US-Staaten ist Marihuana medizinisch oder ganz erlaubt – und ein grosses Geschäft. Wie hier in diesem Shop in Oakland.  Bild: EPA/EPA

«Egal, was die Trump-Administration macht – die Bundesstaaten werden weiter Lizenzen an eine lange Schlange von Unternehmen ausgeben, die sich darum reissen.»

Troy Dayton, Analyst

Kein Einfluss auf Nachfrage

Bislang brummt der Umsatz. Das Analysehaus Arcview geht davon aus, dass das Marktvolumen in Nordamerika 2017 um 33 Prozent auf fast zehn Milliarden Dollar gewachsen ist. Aufgrund der Öffnung weiterer grosser Märkte – neben Kalifornien steht auch Kanada in den Startlöchern – sei bis 2021 ein Anstieg auf 24 Milliarden Dollar zu erwarten.

Kann der Angriff der Trump-Regierung die florierende Branche stoppen? «Eines ist sicher, es wird keinen Einfluss auf den Cannabis-Absatz oder die Wachstumsraten haben», sagt Arcview-Chef Troy Dayton. «Egal, was die Trump-Administration macht – die Bundesstaaten werden weiter Lizenzen an eine lange Schlange von Unternehmen ausgeben, die sich darum reissen.»

Die Konsumentennachfrage werde nicht nachlassen, da könne die Regierung tun, was sie wolle. Rechtlich gesehen sei Sessions' Direktive nur eine zahnlose Richtlinie für Staatsanwälte.

Morris Denton looks over marijuana plants in a flowering room at Compassionate Cultivation, a licensed medical cannabis cultivator and dispensary, Thursday, Dec. 14, 2017, in Manchaca, Texas. Texas is the last major holdout to relent on medical marijuana bans that began easing nationwide around the time Colorado legalized recreational use in 2012. (AP Photo/Eric Gay)

Blick in eine Hanfplantage in Manchaca, Texas.  Bild: AP/AP

Dennoch ist die Aktion ein herber Dämpfer, das räumt letztlich auch Dayton ein. Denn selbst wenn es wirklich zu keinen zusätzlichen Hürden kommen sollte – der Status quo ist für die junge Branche auch alles andere als ideal.

«Cash Business»

Eigentlich war die grosse Hoffnung stets, dass das Bundesgesetz gegen Cannabis eines Tages fällt. Denn es erschwert die Geschäfte in vieler Hinsicht. So machen etwa Banken, Versicherer und Finanzdienstleister deshalb einen Bogen um die Industrie.

Für Unternehmer ist es deshalb nicht nur schwierig, an Kredite zu kommen. Häufig können sie für ihre Firmen nicht einmal Konten eröffnen. Dadurch ist der legale Marihuana-Handel mit fast allem, was daran hängt, in den USA bislang nahezu vollständiges «Cash Business» – fast alle Geschäfte werden bar abgewickelt.

Das ist ein grosser Nachteil, wie sich zuletzt bei Bränden im grössten kalifornischen Anbaugebiet Emerald Triangle zeigte. Dabei gingen neben grossen Teilen der Ernte auch unversicherte Bargeldbestände in Flammen auf.

Bei vielen Unternehmen stapelt sich Cash. Das ist im Arbeitsalltag hinderlich und erfordert teure Sicherheitsdienste sowie Tresore und Geldtransporter.

Bei einer Beseitigung des Bundesverbots müsste die Finanzwirtschaft bei Geschäften mit Cannabis-Firmen keine Verfahren wegen Geldwäscherei mehr fürchten und die Branche selbst bräuchte keine Pläne für eigene Kreditinstitute und Kryptowährungen zu schmieden. Doch diese Hoffnung hat Sessions nun endgültig zerstört. (sda/dpa)

Kiffen bildet – auch wenn's nur die andern sind

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Video: srf

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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ujay 05.01.2018 17:16
    Highlight Highlight Ooch Donnie. Lehn dich mal zurück und dreh dir eine richtige Rakete. Relax einfach mal und wenn du dann so richtig zugeballert bist, rufst du deinen Kumpel und Bruder im Geiste Kim an, um so richtig von Mann zu Mann über eure Problem zu sprechen. Er wird sicher Verständnis für dich haben und dich zu einem Besuch bei sich einladen. Da könnt ihr dann zusammen mit Kims Modelleisenbahn spielen und richtig Spass haben......😆
  • helmut 05.01.2018 16:37
    Highlight Highlight Gute Menschen haben einen Haarschnitt.
  • dmark 05.01.2018 14:29
    Highlight Highlight Gute Menschen rauchen kein Gras - sie geniessen es ;)
  • Don Sinner 05.01.2018 13:33
    Highlight Highlight Also umgekehrt: Wer raucht, ist ein böser Mensch. Was ein böser Mensch ist, müssen ja (solche) Päderasten bestens wissen. (keine Ironie).
  • Linus Luchs 05.01.2018 12:49
    Highlight Highlight Gute Menschen lügen nicht, auch nicht vor dem Senat, Mister Sessions.
  • äti 05.01.2018 12:24
    Highlight Highlight Gute Menschen lügen.
  • zombie woof 05.01.2018 12:16
    Highlight Highlight Besser wäre die gesamte Trump Regierung als Illegal zu deklarieren
  • Ruffy 05.01.2018 12:05
    Highlight Highlight Umstellen auf Digibyte, später Bitcoin mit Lightning und dann brauchts auch keinen grossen Tresor mehr.
  • Krankenhaus 05.01.2018 12:02
    Highlight Highlight «Gute Menschen rauchen kein Marihuana»

    Was rauchen denn gute Menschen?
  • Evan 05.01.2018 12:00
    Highlight Highlight Schwarz-Weiss-Denken in Reinstform
  • elias776 05.01.2018 11:59
    Highlight Highlight So etwas macht mich wütend und traurig. Amerika die mit Obama riesen Fortschritte machte, droht iz wegen Trump und seiner Regierung ein riesen Rückschlag...
  • MiezeLucy 05.01.2018 11:56
    Highlight Highlight Dann bin ich gelegentlich gerne ein schlechter ;)
  • Duscholux 05.01.2018 11:48
    Highlight Highlight Tjah! Gute Menschen vapen es eben!
  • carmse 05.01.2018 11:42
    Highlight Highlight Wenn man bedenkt, was sich die Amis sonst so an Medis reinpfeifen, ist Marihuana ein kleines Übel.

    Aber klar, in der Cannabisbranche werden keine Republikaner Wurzeln schlagen. Das wäre unchristlich.

    Darum lieber die Pharmariesen unterstützen und zusehen, wie sich die Leute mit Adderall aufputschen, nur um sich abends ein Xanax einzuschmeissen, um schlafen zu können.
  • Bruno S.1988 05.01.2018 11:38
    Highlight Highlight Wow...bei den white supremacists behauptet er es gäbe gute Menschen bei denen. Aber Gras Raucher sind alle Pauschal keine guten Menschen. Was für ein vollidiot! Gute Menschen belästigen keine Frauen und lügen nicht jedes mal sobald sie ihren Mund öffnen!
  • Hanjo 05.01.2018 11:36
    Highlight Highlight Der Gute verwechselte wieder mal gut und böse...
    Play Icon
  • Hamsterrad 05.01.2018 11:35
    Highlight Highlight Was soll das ??
    Eine der ältesten Kulturpflanzen wird in den Dreck gezogen!
    Wahrscheinlich haben Trump und viela andere vergessen das Der Alkohol ein Nervengift ist .
    Die Leute verrecken zu Millionen am Alkohol.
    Wie viele sind den durch die Hanfoflanze gestorben zb, an einer Überdosis.
    Keiner , denn es geht gar nicht ....

    Lg Peter
    • Oiproll 05.01.2018 13:25
      Highlight Highlight
      Play Icon
    • Oiproll 05.01.2018 13:46
      Highlight Highlight Doch...das geht😉
  • Scaros_2 05.01.2018 11:28
    Highlight Highlight Ich kann solche Alte Menschen nicht ausstehen die stets auf ihr Weltbild beharren und dabei völlig unfähig sind sich neuen Werten und Vorstellungen anzupassen welche mehr Menschen Teilen als diese alte Herren die nur noch ein Paar Jahre zu leben haben.
    • CanaBeatz 05.01.2018 12:42
      Highlight Highlight Leider sind diese alten Herren/Frauen in jedem Land auf der Welt an der Macht. Auch hier in der Schweiz.
  • Krankenhaus 05.01.2018 11:23
    Highlight Highlight Früher behauptete der Donald mal, er wolle die Wirtschaft der USA stärken. Jetzt sind ihm die Gewinne und Arbeitsplätze in der Drogenindustrie egal. Legalisieren!
    • Konstruktöhr 05.01.2018 14:14
      Highlight Highlight Naja, er kann auch Arbeitsplätze schaffen, indem er die DEA und die Polizei vergrössert und die Waffenindustrie kann an der Ausrüstung gewinne erzielen. Dann gewinnen auch seine Unterstützer.
  • Krankenhaus 05.01.2018 11:21
    Highlight Highlight Hat die Tabakindustrie Angst? Oder die Pharmaindustrie?
    • redeye70 05.01.2018 12:26
      Highlight Highlight Eher die Pharma. Die grössten Umsätze generiert sie mit Schmerzmitteln.
  • 90er 05.01.2018 11:18
    Highlight Highlight Gute Menschen trinken nämlich Bier!!! Einseinself11!!
    -.-
  • Linksanwalt 05.01.2018 11:10
    Highlight Highlight Gute Menschen wählen nicht Trump.
    • Lucida Sans 06.01.2018 02:23
      Highlight Highlight Wobei man sich schon fragen kann, was seine Wähler bloss geraucht haben.
  • TheDude10 05.01.2018 11:10
    Highlight Highlight And the war against drugs continues.
  • mrmikech 05.01.2018 11:08
    Highlight Highlight Trump's pharmafreunden wollen mehr opioide schmerzmittel verkaufen, cannabis steht im weg.
    • Bruno S.1988 05.01.2018 11:49
      Highlight Highlight Und seine Freunde der Privaten Gefängnisse haben auch ein Interesse daran Cannabis Besitzer für 5Jahre einzusperren! Die verdienen ja daran! Jaja, die Trump Deals...
  • KenGuru 05.01.2018 11:02
    Highlight Highlight Jeder soll ein Waffe haben können aber Gras ist was ganz schlimmes genau...
    • AnnaFänger 05.01.2018 14:36
      Highlight Highlight Oh und dann gibt es noch Alkohol... Finde wenn schon das erlaubt ist, sollte doch auch Gras erlaubt sein.
  • Spooky 05.01.2018 11:00
    Highlight Highlight Fast alle meine Bekannten rauchen Gras oder Haschisch oder nehmen sogar Heroin oder Koks. Ich lebe in diesem Milieu. Mir persönlich wird es aber nur speiübel davon. Ich bin Heide. Bier ist gut genug für mich.
    • Bruno S.1988 05.01.2018 11:50
      Highlight Highlight Und Alkohol trinken deine Freunde nicht? Wenn du schon alle Drogen auflistest, dann auch alle.
    • moedesty 05.01.2018 12:07
      Highlight Highlight was willst du damit sagen?
    • Spooky 05.01.2018 12:21
      Highlight Highlight @Bruno S. 88
      Aber selbstverständlich trinken meine Bekannten Alkohol. Sogar extrem. Einer meiner besten Kumpels liegt zur Zeit im Spital im Koma, angebunden.

      Was glaubst du eigentlich? Nicht alle Leute leben locker!
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