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epa06142736 The Robert E Lee statue for which the 'Unite the Right' rally was organized to protest its removal in Charlottesville, Virginia, USA, 13 August 2017. According to media reports at least one person was killed and 19 injured after the car hit a crowd of people counter-protesting the 'Unite the Right' rally which was scheduled to take place in Charlottesville on 12 August. At least 15 others were injured in clashes during protests.  EPA/TASOS KATOPODIS

Die Statue von Robert E. Lee in Charlottesville wird zum Symbol für ein verqueres Geschichtsverständnis. Bild: EPA/EPA

Bürgerkrieg und Sklaverei: Die unverheilte Wunde der USA

Die Kontroverse um Rechtsextremismus in Amerika entzündete sich an der Entfernung von Bürgerkriegs-Denkmälern in den Südstaaten. Die USA werden von ihrer unbewältigten Vergangenheit eingeholt.



Eine Bronzestatue ist in den USA zum Stein des Anstosses geworden. Das Reiterstandbild des legendären Südstaaten-Generals Robert E. Lee soll aus einem Park in Charlottesville entfernt werden. Die Behörden der linksliberalen Universitätsstadt haben es verfügt und damit den Zorn der Rechtsradikalen in den USA auf sich gezogen. Seit Juli demonstrieren sie gegen den Beschluss.

Am letzten Samstag erreichten die Kundgebungen ihren traurigen Höhepunkt, als eine junge Frau, die gegen den Aufmarsch demonstrierte, von einem mutmasslichen Rechtsextremisten überfahren und getötet wurde. Seither debattieren die USA intensiv über rechte Gewalt, und Präsident Donald Trump giesst mit seinem peinlichen Zickzack-Kurs Öl ins kräftig lodernde Feuer.

Rassisten-Aufmarsch in US-Unistadt

Die Kontroverse hat eine kaum verheilte Wunde neu aufgerissen. Sie betrifft die dunkelsten Kapitel der Vereinigten Staaten, die Sklaverei und den dadurch ausgelösten Sezessionskrieg zwischen Nord- und Südstaaten. Mit über 600'000 Toten forderte er mehr Opfer als jeder andere Krieg, in den die USA involviert waren. Bis heute hat das Land diese Vergangenheit kaum bewältigt.

Gründerväter waren Sklavenhalter

Auf den ersten Blick erstaunt dieser Befund. Mit den Schriften zu den Themen Bürgerkrieg und Sklaverei kann man ganze Bibliotheken füllen. Die Dokumentar- und Spielfilme sowie TV-Serien sind kaum aufzuzählen. Das blutige Ringen zwischen «blauen» Unionisten und «grauen» Südstaatlern ist eine Quelle unablässiger Faszination für die Vereinigten Staaten.

Ähnliches gilt für die Versklavung der Schwarzen. Die Fernsehserie «Roots», die das Schicksal der Afroamerikaner ohne Onkel-Tom-Romantik schilderte, brach in den 1970er Jahren alle Einschaltquoten-Rekorde. Zuletzt sorgte der oscargekrönte Film «Twelve Years a Slave» für Furore. Eine Aufarbeitung dieses Traumas in der breiten Öffentlichkeit aber fand kaum statt.

Das betrifft nicht nur die Südstaaten. Als sich Donald Trump an seiner Medienkonferenz vom Dienstag fragte, ob bald Statuen von George Washington oder Thomas Jefferson gestürzt würden, traf er einen wunden Punkt. Nicht nur Bürgerkriegs-Grössen waren Sklavenhalter, sondern auch die beiden Gründerväter. Jefferson zeugte mit der Sklavin Sally Hemings mehrere Kinder.

This is a 1786 portrait of Thomas Jefferson by artist Mather Brown.  (AP Photo)

Thomas Jefferson propagierte die Gleichheit aller Menschen und besass zahlreiche Sklaven. Bild: AP

Der erste und der dritte US-Präsident waren sich des Dilemmas sehr wohl bewusst. Sie hatten eine Nation geschaffen, die auf der Freiheit und Gleichheit aller Menschen basierte. «Wir betrachten es als selbstverständliche Wahrheit, dass alle Menschen gleich geschaffen wurden», heisst es in der von Thomas Jefferson geschriebenen Unabhängigkeitserklärung von 1776.

Ein «notwendiges Übel»

Für einen erheblichen Teil der Bewohner aber galt dies nicht. Die Sklaven aus Afrika lebten in Unfreiheit und waren schon gar nicht gleichgestellt. Washington und Jefferson lehnten die Sklaverei deshalb im Prinzip ab und betrachteten sie doch als «notwendiges Übel». Sie befürchteten, eine Freilassung der Schwarzen würde das Gefüge der jungen Nation zerreissen.

Als Ausweg aus diesem Dilemma äusserten die Staatsgründer die Überzeugung, die Sklaverei werde mit der Zeit von selbst verschwinden. Im Süden findet man diese Denkweise noch heute. Der Bürgerkrieg wäre deswegen eigentlich nicht nötig gewesen, wird in solchen Fällen behauptet. In Wirklichkeit kaschiert diese Vorstellung nur den tief sitzenden Rassismus. Schwarze galten schlicht als minderwertige Menschen.

Ganz unbegründet war die Erwartung von George Washington und Thomas Jefferson nicht. Um die Wende zum 19. Jahrhunderts sah es so aus, als ob die Sklaverei «eines natürlichen Todes sterben» würde, wie es damals hiess. Die nördlichen Bundesstaaten hatten sie sukzessive verboten, und auch im Süden war die Sklavenarbeit auf dem Rückzug.

In this photo provided by the Library of Congress, African Americans prepare cotton for the gin on Smith's plantation, Port Royal Island, S.C., in 1862. (AP Photo/Library of Congress/Timothy H. O'Sullivan)

Schwarze Sklaven auf einer Baumwoll-Plantage in South Carolina. Bild: AP Library of Congress

Dann aber geschah das Unheil in Form einer revolutionären Erfindung, der Cotton Gin, einer Maschine zur Entkernung von Baumwolle. Sie machte den Anbau dieser Pflanze profitabel. Gleichzeitig stieg die Nachfrage durch die aufstrebende Textilindustrie enorm, in Europa, aber auch im Norden der USA. Der Baumwollanbau im Süden wurde massiv ausgeweitet.

Mehr Sklaven als je zuvor

Die Nachfrage nach Sklaven sank nicht, sie nahm zu. Um 1860 war die Sklaverei nicht am Verschwinden, sondern sichtbarer als je zuvor. Fast vier Millionen Sklaven lebten in den Südstaaten, was knapp einem Drittel der Gesamtbevölkerung entsprach. Die «besondere Institution», wie sie euphemistisch genannt wurde, war keineswegs vom Aussterben bedroht.

Die Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern der Sklaverei wurden deshalb in den 1850er Jahren mit zunehmender Schärfe ausgetragen. Eine Reihe schwacher US-Präsidenten trug dazu bei. Bereits 1856 führte der Streit um die Zulassung der Sklaverei im neu erschlossenen Territorium von Kansas zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen («Bleeding Kansas»).

Lees ambivalente Haltung

Als mit Abraham Lincoln 1860 erstmals ein erklärter Gegner der Sklaverei zum Präsidenten gewählt wurde, waren die Abspaltung der Konföderierten Staaten und der Sezessionskrieg nicht mehr zu vermeiden – obwohl Lincoln für den Erhalt der Union bereit war, die «besondere Institution» weiter zu tolerieren. Zur wichtigsten Figur auf der Gegenseite wurde Robert E. Lee.

In this image released by Turner Classic Movies, Clark Gable, left, appears as Rhett Butler, and Vivien Leigh as Scarlett O'Hara in a scene from the film,

Szene aus «Vom Winde verweht». Der Roman und seine Verfilmung propagierten die Lost-Cause-Ideologie. Bild: AP/Turner Classic Movies

Er war der fähigste General des Krieges, ein brillanter Stratege, dem Lincoln nicht umsonst den Oberbefehl über die Unionstruppen anbot. Lee jedoch entschied sich für seine Heimat Virginia und damit für die Konföderierten. Seine Haltung zur Sklaverei war so ambivalent wie jene der Gründerväter. Er hielt sie für moralisch verwerflich, besass aber selber Sklaven und flüchtete sich in die ewig gleiche Ausrede, die Sklaverei werde irgendwann verschwinden.

Niederlage schöngeredet

Nach der Niederlage wurden Lee und andere Generäle wie Thomas «Stonewall» Jackson erst recht zu Helden verklärt. Sie standen im Zentrum der «Lost Cause»-Ideologie, mit der die Südstaatler ihr Scheitern beschönigten. Demnach kämpften sie für eine noble Sache, den «Southern Way of Life», die wegen der personellen und materiellen Übermacht des Nordens zum Scheitern verurteilt war. Künstlerisch wurde der Lost Cause unter anderem im Roman «Vom Winde verweht» verarbeitet.

Diese Geschichtsklitterung klammerte die Sklaverei aus, obwohl es ohne sie gar nie zum Bürgerkrieg gekommen wäre. Ein Zurück zur Versklavung gab es nicht, doch die Schwarzen büssten ihre neuen Rechte im Süden bald wieder ein. Anstelle der Sklaverei trat eine strikte Rassentrennung. Mit diversen Tricks wurden Schwarze daran gehindert, ihr Wahlrecht auszuüben.

Aus für die Flagge

Mit der Bürgerrechtsbewegung und den Gleichstellungsgesetzen der 60er Jahre endeten diese Zustände. Die Aufarbeitung der Vergangenheit aber liess auf sich warten. Symptomatisch dafür ist die Tatsache, dass es in Washington seit den 90er Jahren ein Holocaust-Museum gibt. Das nationale Museum zur Geschichte der Afroamerikaner aber wurde erst 2016 eröffnet.

In den letzten Jahren immerhin ist einiges in Bewegung geraten. Die bei den Schwarzen zutiefst verhasste Südstaaten-Flagge verschwindet zunehmend aus dem öffentlichen Raum. Nun folgen die Denkmäler der Kriegshelden. Es erstaunt nicht, dass dies die Ungeister von einst auf den Plan ruft wie den Ku Klux Klan. Und dass andere Gruppierungen wie Neonazis und Alt-Right-Bewegung auf den Zug aufspringen und aus dem giftigen Gebräu ihr eigenes Süppchen kochen.

Die aktuelle Kontroverse bietet aber auch die Chance, dass die Vereinigten Staaten und insbesondere der Süden mit ihrer Vergangenheit endlich ins Reine kommen. Denn die Sklaverei ist die Erbsünde der Nation. Einen Schritt in diese Richtung machte Robert E. Lee V., ein Nachfahre des Generals. Er erklärte sich am Mittwoch mit der Entfernung der Statuen einverstanden. Er sei vielleicht besser, sie in einem Museum oder im historischen Kontext zu zeigen.

Reaktionen auf Trumps Verteidigung der «Alt Right»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mutzli 20.08.2017 10:18
    Highlight Highlight 3/3 Die Sklaverei war für Lee also eine noble Bürde die getragen werden musste...für die Weissen. Ein ziemliches Paradebeispiel für white supremacy also. Linkage: https://www.theatlantic.com/politics/archive/2017/06/the-myth-of-the-kindly-general-lee/529038/
    Was den Kriegsgrund angeht: Einfach mal die Rede vom Präsident der Confederacy, Jefferson Davis, lesen in dem er erklärt, was aus seiner Sich das Fundament des neuen Staates ausmacht..Die states-rights wurden interessanterweise beschnitten, um die Aufhebung der Sklaverei zu verunmöglichen.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Cornerstone_Speech
  • Mutzli 20.08.2017 10:08
    Highlight Highlight Link zu 1/n: https://www.splcenter.org/20160421/whose-heritage-public-symbols-confederacy
    Zweitens ist der Mythos um Lee als genialer General und eigentlicher Feind der Sklaverei ein direktes Produkt des Lost-Cause Revisionismus. So bezeichnete er Sklaverei zwar als "moral & political evil", aber nur um damit seine Begründung einzuleiten, weshalb es ein unbedingt notwendiges Übel ist, besser als jede Alternative. Inklusive der Freiheit für Afroamerikaner...Dies weil das Leiden notwendig sei für "the instruction of their race" da sie den Weissen komplett unterlegen seien. 2/3
  • Mutzli 20.08.2017 10:03
    Highlight Highlight Sehr interessanter und wohl leider notwendiger Bericht, gibt da noch zwei Aspekte, die hier nicht berücksichtigt wurden: Der Grossteil der Monumente wurde in zwei Propagandaschüben erstellt, der eine zu Anfang des 20. Jhr. und der zweite in der Civil-RIghts-Zeit. Ein Schelm wer böses denkt.Das ist auch übrigens ein Grund weshalb diese Statuen so einfach zu zerstören waren durch Demonstranten, in vielen Fällen sind sie Massenangefertigte "Ramschware". So sehen zahlreiche dieser Monumente nicht zufälligerweise gleich aus und manchmal wurden sogar Unionssoldaten abgebildet aus Schludrigkeit.1/n
  • rodolofo 20.08.2017 08:23
    Highlight Highlight ...
    Wenn mir Menschen in den USA wirklich einen tiefen Eindruck machen, dann sind es diese aus Afrika verschleppten Sklaven und heute die Afroamerikaner!
    Diese Menschen bilden den Kern einer neuen, Weltoffenen, Multikulturellen USA, wie sie vom ersten dunkelhäutigen Präsidenten, Barak Obama, hervorragend repräsentiert wurde!
    Was wir jetzt erleben, ist ein Rückfall in finsterste Zeiten, als der Abschaum aus Europa in die Neue Welt übersetzte und dort die Indigene Bevölkerung, die Indianer, massakrierte und vertrieb! Sie brandschatzten, mordeten und knallten "zum Spass" Millionen von Bisons ab.
    • Domino 20.08.2017 10:34
      Highlight Highlight Klar haben westliche Kulturen in der Vergangenheit fehler gemacht.
      Aber dazu muss gesagt werden das wir die Fehler einsahen und uns in einem gewissen Rahmen um eine Wiedergutmachung kümmern.
      Wir haben die Sklaverei nicht erfunden, aber wir waren die Ersten die sie abschafften.
    • rodolofo 20.08.2017 11:03
      Highlight Highlight @ Domino
      Und wenn ich Dir jetzt entgegne, dass die Sklaverei nur verlagert wurde, in die Billiglohn-Länder an der Peripherie unserer Globalisierten Wirtschaft?
      Das Grundproblem:
      Einer, der sich hier im Warenhaus hippe Jeans kauft, die mit dem Sandstrahl-Verfahren gebraut aussehend gemacht wurden, sieht nicht, wie die Arbeiter in Indischen Slums mit Lungenentzündungen und Lungenkrebs krepieren.
      Und an einem billigen Steak im Grossverteiler sieht man die Leiden des Tieres in der Industriellen Massentierhandlung auch nicht an...
  • rodolofo 20.08.2017 08:17
    Highlight Highlight In dieser Diskussion über aufgebrochene alte Wunden in den USA möchte ich die Aufmerksamkeit auf die schwarzen Sklaven und auf ihre Nachfahren, die Afroamerikaner, lenken:
    Wie viele Grausamkeiten mussten diese Menschen erdulden als sie in Afrika wie Vieh gejagt und zusammengetrieben, auf Schiffe verladen, nach Übersee in die neuen Kolonien verfrachtet und dann in den Plantagen der weissen Herren geschunden und ausgebeutet wurden!
    (Irgendwie erinnert mich das an die heutige, Industrielle Massentierhaltung...)
    Und trotzdem haben diese Menschen in ihrer Seele Würde und Lebensfreude bewahrt!
    ...
    • rodolofo 20.08.2017 10:45
      Highlight Highlight Und wer hatte denn in Afrika seit Menschengedenken seine Kolonialen Finger drin?
      Die heutige, "Einheimische Elite" hat von den weissen, christlichen Kolonialisten und von den braunen, Islamischen Kolonialisten einfach das Koloniale Ausplünderung-System gelernt und imitiert!
      Heute arbeiten "Einheimische, korrupte Eliten" und skrupellose Multinationale Konzerne zusammen in der Neo-Kolonialen "Hilfe für Afrika", wie sie auch Angela Merkel und die EU vollmundig proklamieren, und an der Basis dieser Macht-Pyramide finden wir die Geiz ist geil-Wutbürger-Konsumenten...
      Alles im Grunde wie gehabt...
  • dave1771 20.08.2017 07:15
    Highlight Highlight es fehlt mir an Quellen...
    • Hierundjetzt 20.08.2017 08:38
      Highlight Highlight ...das es Sklaverei gegeben hat? 🤔
  • Strohhut 20.08.2017 04:04
    Highlight Highlight Dieser Artikel ist äusserst spannend, wenn man vorgängig folgenden Beitrag gelesen hat: http://taz.de/Kolumne-Macht/!5435131/

    • Hierundjetzt 20.08.2017 08:40
      Highlight Highlight Er verharmlost Neonazi Aufmärsche mit: "die waren dann imfal angemeldet"
  • Hallo22 20.08.2017 01:09
    Highlight Highlight Die USA hat eine sehr blutige Vergangenheit, die Sklaverei ist das eine. Dazu kommt noch der vermutlich grösste Völkermord aller Zeiten (Fastausrottung der Indianer) Und beides fusste auf Rassismus!
  • Domino 20.08.2017 00:33
    Highlight Highlight Wie kann man so einen Artikel schreiben ohne die politischen Fronten aufzuzeigen? Klar mag das aus heutiger Sicht ein wenig komisch klingen, aber der KuKluxKlan hat sich aus Demokraten gegründet, die gegen die Abschaffung der Sklaverei waren. Die Republikaner gründeten sich da sie für eine Abschaffung waren.

    Bei der Abstimmung 1868 waren 94% der Republikaner für die Abschaffung und 0% der Demokraten...
    • rodolofo 20.08.2017 08:25
      Highlight Highlight Umso trauriger ist das Ganze für die heutigen Republikaner.
      Und umso mehr Lernfähigkeit haben die Demokraten bewiesen!
      Aber vielleicht haben sie auch einfach die Parteinamen verwechselt.
    • Hierundjetzt 20.08.2017 08:42
      Highlight Highlight 1848 stammten alle Bundesräte aus der FDP. Der Bundesstaat Schweiz wurde von der FDP gegründet.

      Dein Beitrag macht so wenig Sinn wie meiner
    • Mutzli 20.08.2017 09:51
      Highlight Highlight @Domino Ist jetzt doch schon gute 150 Jahre her, beinahe so lang wie die Gründung der Eidgenossenschaft. Einer der wichtigsten Faktoren für diese scheinbare Umkehrung der Verhältnisse war die southern strategy von Nixon und Goldwater. Im Zuge davon wurden den Demokraten stark rechts ausgerichtete und auch explizit rassistische Wähler und Parteimitglieder abgejagt um die Stellung der Republikaner zu verstärken und deren politisches Profil stark nach Rechts zu verschieben. Linkage: https://en.wikipedia.org/wiki/Southern_strategy
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mnemonic 19.08.2017 23:23
    Highlight Highlight Der Begriff "White Trash" kommt nicht von Ungefähr...
  • bokl 19.08.2017 21:33
    Highlight Highlight Das entfernen der Südstaatler-Statuen ist reine Siegerwillkür. Viel besser wäre es, die Statuen mit historisch korrekten Hinweistafeln stehen zu lassen. Geschichte lässt sich nicht auslöschen.
    • Hierundjetzt 19.08.2017 22:35
      Highlight Highlight Genau. Darum sollten wir bereits morgen eine Hitlerstatue aufstellen, Du kannst ja in Frakturschrift eine historisch korrekte Tafel malen.

      Ist nämlich voll Siegerwillkür ☝🏼
    • michiOW 20.08.2017 07:45
      Highlight Highlight Ich bn kein Experte bezüglich des Sezessionskriegs, aber Lee mit Hitler gleich zu stellen ist falsch. Er war nicht der oberste Kopf.

      So wie es sich anhört, war er eher wie Rommel.
    • trio 20.08.2017 12:06
      Highlight Highlight @michiOW
      Dann sollten wir eine Rommel Statue aufstellen? Oder wie?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Darkside 19.08.2017 21:09
    Highlight Highlight Die Amis hätten noch weitere Dinge aufzuarbeiten, aber das widerspricht halt ihrer tief verankerten Selbstherrlichkeit.
    • Rumbel the Sumbel 19.08.2017 21:56
      Highlight Highlight In der Schweiz auch!
    • Stromer5 20.08.2017 10:00
      Highlight Highlight @rumbel
      Finde ich gar nicht.
      Bestes Beispiel :
      Verdingkinder bei welchen sich der Bundesrat entschuldigt hat.
    • peeti 20.08.2017 12:10
      Highlight Highlight Wow, 22 Blitze? Wartet nur bis die CH-Akten während der Apartheid in Südamerika geöffnet werden...
  • Rumbel the Sumbel 19.08.2017 20:43
    Highlight Highlight Und mit dem entfernen von Statuen macht man noch einen grösseren Fehler. Rechtsextremimus, Sklaverei hin oder her. Und das sage ich nicht als Rechter oder so was! Aber in den Staaten wird zuerst gehandelt und dann überlegt. So nach dem Moto voll drauf und dann schauen wir mal.
  • Bot 19.08.2017 20:38
    Highlight Highlight Man kann noch so viele Statuen Zerstören; die Vergangenheit kann man nicht ändern.
    • Juliet Bravo 20.08.2017 02:20
      Highlight Highlight In Deutschland standen 1945 auch überall Hitlerstatuen und Büsten. Hätte man diese also auch stehen lassen sollen?
    • peeti 20.08.2017 12:12
      Highlight Highlight Nein, aber man kann die Statuen in einem Museum im historischen Kontext kritisch ausstellen. Wir haben 2017 und können uns langsam Gedanken darüber machen, was im öffentlichen Raum Platz hat oder nicht.
  • derbus 19.08.2017 20:07
    Highlight Highlight Danke für den auffrischenden input, fand den artikel spannend zu lesen...
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 19.08.2017 19:26
    Highlight Highlight Danke für den Sachlichen und Informativen Artikel
  • Sunking_Randy_XIV. 19.08.2017 19:17
    Highlight Highlight Interessanter Artikel, danke fürs Reinstellen. Wobei die Aussage "Mit über 600'000 Toten forderte er mehr Opfer als jeder andere Krieg, in den die USA involviert waren." Unsinn ist; wahrscheinlich sollten Opfer aus den USA gemeint sein, sonst klingt der Satz etwas zynisch. Allein die US-Angriffskriege in Vietnam, Kambodscha und Laos oder der Völkermord an den UreinwohnerInnen haben deutlich mehr Opfer gefordert, um nur einige aufzuzählen.
    • Toerpe Zwerg 19.08.2017 21:39
      Highlight Highlight Angriffskrieg klingt so schön verwerflich. Trifft es auf ihre Beispiele auch zu?
    • Sunking_Randy_XIV. 19.08.2017 22:17
      Highlight Highlight @ Toerpe - Ursprünglich wollte ich zuerst imperialistische Aggression schreiben, aber das hätte wohl zu stark nach Rotem Kitsch geklungen;)
      Keiner der drei aufgeführten Staaten hat die USA angegriffen und stellte zu irgendeiner Zeit eine Bedrohung dar. Durch einen fingierten Zwischenfall im Golf von Tonkin haben sie erst Vietnam angegriffen, dann Flächenbombardierungen in Laos und Kambodscha durchgeführt; in Laos finanzierte die CIA zudem einen Aufstand gegen die kommunistische Bewegung, in Kambodscha nach der Befreiung durch Vietnam sogar die Roten Khmer. Also ja, ich würde dabei bleiben.
    • Hierundjetzt 19.08.2017 22:41
      Highlight Highlight Sunking: die Kriege gaben wohl kaum Milionen das Leben gekostet.

      Zudem, das mit relativieren von Unrecht durch ein anderes finde ich ganz schwierig.
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