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FILE - In this July 20, 2016 file photo, Lynne Patton of the Eric Trump Foundation waves during her speech at the Republican National Convention in Cleveland. The top federal housing official in New York, Patton is getting an up-close look at the city's troubled public housing developments. Starting on Monday, Feb. 11, 2019, she is spending the next four weeks living in four different New York City public housing buildings. (AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

Lynne Patton erschien bei der Anhörung von Michael Cohen. Bild: AP/AP

Diese Frau sollte Cohens Rassismusvorwürfe gegen Trump widerlegen – ein Schuss nach hinten



Die dreitägige Vernehmung von Michael Cohen, dem einstigen Anwalt und Vertrauten von US-Präsident Donald Trump, hat am Dienstag begonnen. Bei der Befragung am Mittwoch nahm der ehemalige Trump-Intimus kein Blatt vor den Mund. «Trump ist ein Rassist», sagte Cohen vor dem Kongress. Und weiter:

«Das Land hat gesehen, wie Trump weisse Rassisten und Fanatiker umwirbt. Sie haben gehört, wie er ärmere Länder als ‹Dreckslöcher› bezeichnete. Privat ist er noch schlimmer. Einmal fragte er mich, ob ich ein von einem Schwarzen geführtes Land benennen könne, das kein ‹Drecksloch› sei. Das war, als Barack Obama Präsident der Vereinigten Staaten war.»

Die Republikaner versuchten die Ras­sis­mus­vor­würfe zu widerlegen. Dazu lud Mark Meadows Lynne Patton ein. Die Afroamerikanerin wurde von Trump eingestellt und ist im Departement für Wohnungswesen und Stadtentwicklung in New Jersey tätig, wie «HuffPost» berichtet.

«Sie haben einige sehr demütigende Kommentare über den Präsidenten abgegeben, mit denen Frau Patton nicht einverstanden ist», sagte Meadows. Es wäre für sie unmöglich, für einen Rassisten zu arbeiten. Weiter fügte der Republikaner an, er hätte sich «schon mehr als 300 Mal mit Trump getroffen» und dieser hätte sich noch nie rassistisch geäussert.

Die Demokratin Brenda Lawrence schenkte Meadows keinen Glauben. Eine Person öffentlich zu präsentieren, würde die Vorwürfe noch lange nicht widerlegen.

«Ich möchte nur zu Protokoll geben, dass ich als schwarze Amerikanerin – und nachdem ich die öffentlichen rassistischen Kommentare des amtierenden Präsidenten ertragen musste – mir nur zu gut vorstellen kann, was privat gesagt wurde. Und sich auf ein Mitglied unserer gesamten Ethnie von schwarzen Menschen zu stützen und zu sagen, dass dies [den Vorwurf] entkräftet, ist wirklich beleidigend. (...)»

Deutliche Worte fand auch Rashida Tlaib. Die Demokratin nannte das ganze Schauspiel einen rassistischen Akt.

«Nur weil jemand eine farbige Person – eine schwarze Person – anstellt, bedeutet das nicht, dass derjenige nicht rassistisch ist. Und die Tatsache, dass jemand eine ‹Requisite› benutzen würde – eine schwarze Frau in diesem Saal, in diesem Ausschuss – ist an sich allein schon rassistisch.»

Der Auftritt von Patton war zweifellos skurril – sie selber kam während der ganzen Anhörung nicht zu Wort und sass nach ihrem Auftritt wieder ab. Sie äusserte sich nach der Anhörung gegenüber Reportern und bekräftigte, dass Trump kein Rassist sei.

Und wer ist eigentlich Mark Meadows? Er war unter anderem dafür verantwortlich, dass Trumps Vorstoss zur Abschaffung des von Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems «Obamacare» im März 2017 scheiterte.

Das heisst aber noch lange nicht, dass er Obama gut leiden kann. Für Empörung sorgte Meadows mit einer rassistischen Aussage bei einem seiner öffentlichen Auftritten im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen von 2012. Obama solle zurück nach Kenia nach Hause geschickt werden «oder wo auch immer das ist». (vom)

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