DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Lynne Patton erschien bei der Anhörung von Michael Cohen.
Lynne Patton erschien bei der Anhörung von Michael Cohen. Bild: AP/AP

Diese Frau sollte Cohens Rassismusvorwürfe gegen Trump widerlegen – ein Schuss nach hinten

28.02.2019, 02:5928.02.2019, 03:12

Die dreitägige Vernehmung von Michael Cohen, dem einstigen Anwalt und Vertrauten von US-Präsident Donald Trump, hat am Dienstag begonnen. Bei der Befragung am Mittwoch nahm der ehemalige Trump-Intimus kein Blatt vor den Mund. «Trump ist ein Rassist», sagte Cohen vor dem Kongress. Und weiter:

«Das Land hat gesehen, wie Trump weisse Rassisten und Fanatiker umwirbt. Sie haben gehört, wie er ärmere Länder als ‹Dreckslöcher› bezeichnete. Privat ist er noch schlimmer. Einmal fragte er mich, ob ich ein von einem Schwarzen geführtes Land benennen könne, das kein ‹Drecksloch› sei. Das war, als Barack Obama Präsident der Vereinigten Staaten war.»

Die Republikaner versuchten die Ras­sis­mus­vor­würfe zu widerlegen. Dazu lud Mark Meadows Lynne Patton ein. Die Afroamerikanerin wurde von Trump eingestellt und ist im Departement für Wohnungswesen und Stadtentwicklung in New Jersey tätig, wie «HuffPost» berichtet.

«Sie haben einige sehr demütigende Kommentare über den Präsidenten abgegeben, mit denen Frau Patton nicht einverstanden ist», sagte Meadows. Es wäre für sie unmöglich, für einen Rassisten zu arbeiten. Weiter fügte der Republikaner an, er hätte sich «schon mehr als 300 Mal mit Trump getroffen» und dieser hätte sich noch nie rassistisch geäussert.

Die Demokratin Brenda Lawrence schenkte Meadows keinen Glauben. Eine Person öffentlich zu präsentieren, würde die Vorwürfe noch lange nicht widerlegen.

«Ich möchte nur zu Protokoll geben, dass ich als schwarze Amerikanerin – und nachdem ich die öffentlichen rassistischen Kommentare des amtierenden Präsidenten ertragen musste – mir nur zu gut vorstellen kann, was privat gesagt wurde. Und sich auf ein Mitglied unserer gesamten Ethnie von schwarzen Menschen zu stützen und zu sagen, dass dies [den Vorwurf] entkräftet, ist wirklich beleidigend. (...)»

Deutliche Worte fand auch Rashida Tlaib. Die Demokratin nannte das ganze Schauspiel einen rassistischen Akt.

«Nur weil jemand eine farbige Person – eine schwarze Person – anstellt, bedeutet das nicht, dass derjenige nicht rassistisch ist. Und die Tatsache, dass jemand eine ‹Requisite› benutzen würde – eine schwarze Frau in diesem Saal, in diesem Ausschuss – ist an sich allein schon rassistisch.»

Der Auftritt von Patton war zweifellos skurril – sie selber kam während der ganzen Anhörung nicht zu Wort und sass nach ihrem Auftritt wieder ab. Sie äusserte sich nach der Anhörung gegenüber Reportern und bekräftigte, dass Trump kein Rassist sei.

Und wer ist eigentlich Mark Meadows? Er war unter anderem dafür verantwortlich, dass Trumps Vorstoss zur Abschaffung des von Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems «Obamacare» im März 2017 scheiterte.

Das heisst aber noch lange nicht, dass er Obama gut leiden kann. Für Empörung sorgte Meadows mit einer rassistischen Aussage bei einem seiner öffentlichen Auftritten im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen von 2012. Obama solle zurück nach Kenia nach Hause geschickt werden «oder wo auch immer das ist». (vom)

Trump wirft Spike Lee «rassistische» Attacke vor:

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

So antworten Nato und USA antworten auf Russlands Sicherheitsforderungen

Nach langem Drängen Moskaus haben die Nato und die USA im Konflikt um die Ukraine auf Forderungen Moskaus nach Garantien für die Sicherheit in Europa geantwortet. Die schriftlichen Antworten der US-Regierung auf die Sorgen Moskaus sind nach den Worten von US-Aussenminister Antony Blinken vollständig mit der Ukraine und den europäischen Verbündeten abgestimmt. «Wir haben ihren Input eingeholt und in die endgültige Fassung, die Moskau übermittelt wurde, eingearbeitet», sagte Blinken am Mittwoch.

Zur Story