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Diese Frau sollte Cohens Vorwürfe gegen Trump widerlegen

FILE - In this July 20, 2016 file photo, Lynne Patton of the Eric Trump Foundation waves during her speech at the Republican National Convention in Cleveland. The top federal housing official in New Y ...
Lynne Patton erschien bei der Anhörung von Michael Cohen. Bild: AP/AP

Diese Frau sollte Cohens Rassismusvorwürfe gegen Trump widerlegen – ein Schuss nach hinten

28.02.2019, 02:5928.02.2019, 03:12
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Die dreitägige Vernehmung von Michael Cohen, dem einstigen Anwalt und Vertrauten von US-Präsident Donald Trump, hat am Dienstag begonnen. Bei der Befragung am Mittwoch nahm der ehemalige Trump-Intimus kein Blatt vor den Mund. «Trump ist ein Rassist», sagte Cohen vor dem Kongress. Und weiter:

«Das Land hat gesehen, wie Trump weisse Rassisten und Fanatiker umwirbt. Sie haben gehört, wie er ärmere Länder als ‹Dreckslöcher› bezeichnete. Privat ist er noch schlimmer. Einmal fragte er mich, ob ich ein von einem Schwarzen geführtes Land benennen könne, das kein ‹Drecksloch› sei. Das war, als Barack Obama Präsident der Vereinigten Staaten war.»

Die Republikaner versuchten die Ras­sis­mus­vor­würfe zu widerlegen. Dazu lud Mark Meadows Lynne Patton ein. Die Afroamerikanerin wurde von Trump eingestellt und ist im Departement für Wohnungswesen und Stadtentwicklung in New Jersey tätig, wie «HuffPost» berichtet.

«Sie haben einige sehr demütigende Kommentare über den Präsidenten abgegeben, mit denen Frau Patton nicht einverstanden ist», sagte Meadows. Es wäre für sie unmöglich, für einen Rassisten zu arbeiten. Weiter fügte der Republikaner an, er hätte sich «schon mehr als 300 Mal mit Trump getroffen» und dieser hätte sich noch nie rassistisch geäussert.

Die Demokratin Brenda Lawrence schenkte Meadows keinen Glauben. Eine Person öffentlich zu präsentieren, würde die Vorwürfe noch lange nicht widerlegen.

«Ich möchte nur zu Protokoll geben, dass ich als schwarze Amerikanerin – und nachdem ich die öffentlichen rassistischen Kommentare des amtierenden Präsidenten ertragen musste – mir nur zu gut vorstellen kann, was privat gesagt wurde. Und sich auf ein Mitglied unserer gesamten Ethnie von schwarzen Menschen zu stützen und zu sagen, dass dies [den Vorwurf] entkräftet, ist wirklich beleidigend. (...)»

Deutliche Worte fand auch Rashida Tlaib. Die Demokratin nannte das ganze Schauspiel einen rassistischen Akt.

«Nur weil jemand eine farbige Person – eine schwarze Person – anstellt, bedeutet das nicht, dass derjenige nicht rassistisch ist. Und die Tatsache, dass jemand eine ‹Requisite› benutzen würde – eine schwarze Frau in diesem Saal, in diesem Ausschuss – ist an sich allein schon rassistisch.»

Der Auftritt von Patton war zweifellos skurril – sie selber kam während der ganzen Anhörung nicht zu Wort und sass nach ihrem Auftritt wieder ab. Sie äusserte sich nach der Anhörung gegenüber Reportern und bekräftigte, dass Trump kein Rassist sei.

Und wer ist eigentlich Mark Meadows? Er war unter anderem dafür verantwortlich, dass Trumps Vorstoss zur Abschaffung des von Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems «Obamacare» im März 2017 scheiterte.

Das heisst aber noch lange nicht, dass er Obama gut leiden kann. Für Empörung sorgte Meadows mit einer rassistischen Aussage bei einem seiner öffentlichen Auftritten im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen von 2012. Obama solle zurück nach Kenia nach Hause geschickt werden «oder wo auch immer das ist». (vom)

Trump wirft Spike Lee «rassistische» Attacke vor:

Video: srf
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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jein
28.02.2019 07:11registriert August 2017
Demenstprechend waren die Plantagenbesitzer auch keine Rassisten? 🤔
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thelastpanda
28.02.2019 07:04registriert Januar 2018
Ob sie wohl kein Wort gesagt hat, damit sie nicht unter Eid lügen musste?
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Yogi Bär
28.02.2019 07:59registriert August 2018
Trump ein Prototyp eines hasserfüllten Rassisten. Seine Aussagen belegen dies. Sein Verhalten bekräftigen diese Aussage!
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    «Trump ist kein Diktator»
    Der US-Präsident überfordert die politische Konkurrenz, die Gerichte und auch die Medien mit immer neuen Entscheidungen. Einer der besten Kenner ist John Harris, Chefredaktor des amerikanischen Politmagazins «Politico». Ein Diktator sei Trump keineswegs, sagt er.

    Während der ersten Amtszeit von Donald Trump verzeichneten Newsportale – auch Ihr Medium «Politico» – einen deutlichen Anstieg bei Klickzahlen und Abonnements. Dieser Effekt würde sich bei einer Wiederwahl abschwächen, wurde erwartet. Ist das bislang der Fall?
    John Harris: Es gibt nach wie vor ein intensives Interesse an der Trump-Berichterstattung. Es liegt auf konstant hohem Niveau, und man beobachtet weniger Ausschläge als in der ersten Amtszeit, als die Zugriffszahlen stark schwankten. «Politico» setzte allerdings nie auf blosse Reichweite. Unser Fokus lag stets darauf, eine spezifische Zielgruppe zu erreichen – politische Entscheidungsträger in Washington oder anderen Machtzentren. Wir wollen den Wert unseres Journalismus über Abonnements oder gezielte Werbung monetarisieren.

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