DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Michael Cohens Script geleakt – das sind seine brisantesten Aussagen gegen Trump



Donald Trumps ehemaliger Anwalt und Vertrauter Michael Cohen ist bereit, gegen den US-Präsidenten auszusagen. Gestern Dienstag begann die dreitägige Anhörung. Politico ist in den Besitz seines schriftlichen Manuskripts gelangt, das er dem Kongress vortragen will. Und das hat es in sich.

Trump soll demnach gewusst haben, dass Roger Stone mit WikiLeaks in Kontakt stand und eine Veröffentlichung interner E-Mails der Parteizentrale der Demokraten und des Wahlkampfteams von Hillary Clinton geplant war. In Michael Cohens Skript heisst es:

«Stone erzählte Trump, dass er gerade mit Julian Assange telefoniert hatte und dass Assange Stone gesagt hat, dass es innerhalb weniger Tage einen Haufen von E-Mails geben würde, die Hillary Clintons Kampagne schädigen würden.»

Trump soll darauf geantwortet haben: «Wäre das nicht toll!». Sollten sich die Aussagen als wahr erweisen, wäre das ein konkreter Hinweis, dass der Präsident von den Angriffen auf Clinton gewusst hat.

Weiter sagte Cohen über Trump, dass er ein Rassist sei.

Ich schäme mich, weil ich weiss, was Trump ist. Er ist ein Rassist. Er ist ein Betrüger. Er ist ein Lügner.

Er bezog sich dabei auf Trumps «Shithole»-Aussage, und präzisierte, dass Trump im Privaten noch viel schlimmer sei. Im Skript steht zum Beispiel:

Er [Trump] fragte mich einst, ob ich ein einziges Land nennen könne, dass von einer schwarzen Person regiert werde und kein ‹Shithole› sei.

Zu den Russland-Geschäften will Cohen gemäss Skript folgendes erzählen:

«Während der Kampagne verhandelte ich für ihn in Russland. Gleichzeitig schaute er mir in die Augen und sagte: ‹Es gibt keine Geschäfte in Russland›. Nachher ging er vor das amerikanische Volk und wiederholte es. Auf seine Art sagte er mir, dass ich lügen soll.»

Und weiter:

«Mr. Trump sagte mir nicht direkt, dass ich den Kongress belügen soll. Das ist nicht so, wie er arbeitet.»

Cohen sagte ausserdem, dass er seine Anschuldigungen mit mehreren Dokumenten belegen könne. So zum Beispiel mit einer Kopie des Schecks, der ihm von Trump ausgestellt wurde, um der Pornodarstellerin Stormy Daniels Schweigegeld zu zahlen, damit sie nicht über ihre Affäre mit Trump auspackt.

«Er [Trump] fragte mich, ob ich einer Pornodarstellerin, mit welcher er eine Affäre hatte, Schweigegeld zahlen könne und seine Frau [Melania Trump] belügen könne, was ich auch tat. Die First Lady anzulügen, ist etwas, das ich sehr bedauere. Sie ist eine nette, gute Person. Ich respektiere sie zutiefst, und sie hat das nicht verdient.»

Vor Militärdienst gedrückt

Trump hält sich derzeit für ein Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi auf. Cohen nennt es in dem Statement «ironisch», dass Trump während seiner Aussage vor dem Kongress ausgerechnet in Vietnam sei. Cohen vermittelt in seinem Statement den Eindruck, dass Trump sich während des Vietnam-Krieges vor dem Militärdienst gedrückt haben könnte.

Trump soll während des Vietnam-Kriegs wegen eines Fersensporns ausgemustert worden sein, also wegen eines schmerzhaften Auswuchses am Fussknochen. In Cohens Statement heisst es nun, Trump habe ihn im Wahlkampf 2016 damit beauftragt, sich um die schlechte Berichterstattung in den Medien wegen seiner Ausmusterung zu kümmern.

Trump habe ihm auf seine Bitten hin aber keine Belege für einen Fersensporn vorgelegt. Er habe ihm stattdessen gesagt:

«Denkst Du, ich bin blöd, ich wäre doch nicht nach Vietnam gegangen.»

Währenddessen hinterfragte die Sprecherin des Weissen Hauses die Glaubwürdigkeit Cohens. Gemäss dem «Guardian» sagte sie, dass man Cohen nicht ernst nehmen könne, er sei bereits als Lügner verurteilt worden.

Das sagt Trump

«Michael Cohen war einer von vielen Anwälten, die mich vertraten. Er hatte auch andere Klienten. Er tat schlechte Dinge, die nicht im Zusammenhang mit Trump waren. Er lügt, um seine Gefängnis-Zeit zu verkürzen. »

>>> Hier geht's zum 20-seitigen Manuskript.

(vom/jaw/sda)

Trump ist für «Schlechtester Darsteller» nominiert

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Donald Trump will im August wieder ins Weisse Haus einziehen

Der Ex-Präsident ist überzeugt, dass im Bundesstaat Arizona der angebliche Wahlbetrug endgültig aufgedeckt wird.

Maggie Haberman ist eine der bekanntesten Politjournalistinnen in den USA. Vor der «New York Times» arbeitete sie für die Boulevard-Zeitung «New York Post». Damals berichtete sie regelmässig über Trump und seinen Clan. Daher gilt sie als eine der am besten informierten Journalisten in Sachen Trump.

Kürzlich hat Haberman folgenden Tweet veröffentlicht: «Trump hat einigen Leuten erzählt, dass er bis August wieder im Präsidenten-Amt sein werde.»

Die gleiche These verbreitet auch Sidney Powell, die …

Artikel lesen
Link zum Artikel