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Epstein-Files: US-Justiz will niemanden weiter anklagen

FILE - Deputy Attorney General Todd Blanche speaks during an event with President Donald Trump in the Oval Office at the White House, Oct. 15, 2025, in Washington. (AP Photo/John McDonnell, file)
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Todd Blanche will niemand Zusätzliches, der in den Epstein-Akten vorkommt, anklagenBild: keystone

Epstein-Files: US-Justiz will niemanden weiter anklagen

Das US-Justizministerium plant nach der Veröffentlichung der Ermittlungsakten im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein vorerst keine weiteren Anklagen.
02.02.2026, 06:1302.02.2026, 13:16

Bei der Prüfung sei nichts gefunden worden, was eine Strafverfolgung ermöglichen würde. Das sagte der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche dem US-Sender CNN. Die ganze Welt könne sich nun das veröffentlichte Material ansehen und selbst «beurteilen, ob wir uns geirrt haben», sagte er. «Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder von Menschen aus seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das erlaubt uns nicht unbedingt, jemanden strafrechtlich zu verfolgen», sagte Blanche.

Das US-Justizministerium hatte am Freitag eine letzte Charge an Ermittlungsakten veröffentlicht. Es sind Millionen Seiten, Tausende Videos und Fotos. In einem Video wird Epstein gefragt, ob er der «Teufel höchstpersönlich» sei. Der US-Multimillionär, der jahrelang einen Missbrauchsring betrieben hatte, nimmt die Frage offensichtlich nicht ernst. Die Auswertung sämtlicher Dateien durch Medien und Öffentlichkeit dürfte noch mehrere Tage andauern.

Epstein auch Thema bei den Grammys

Zwar kommen in dem veröffentlichten Material viele bekannte Persönlichkeiten vor, darunter auch US-Präsident Donald Trump. Allerdings gibt es keine Beweise für eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal. Der US-Präsident bestreitet, von den kriminellen Machenschaften Epsteins gewusst zu haben. Auf der Privatinsel des Unternehmers, die Zentrum des Missbrauchsrings gewesen sein soll, will Trump nie gewesen sein.

Die Gegner des US-Präsidenten glauben ihm allerdings nichts. Auch bei der Verleihung der Grammys in der demokratischen Hochburg Los Angeles war der Epstein-Skandal Thema.

Moderator Trevor Noah sagte nach der Verleihung des Grammys für den besten Song an die Sängerin Billie Eilish, das sei eine Auszeichnung, die jeder wolle - «genau so sehr wie Trump Grönland will. Epsteins Insel ist weg». Trump brauche «eine neue», sagte Noah, um mit dem früheren Präsidenten Bill Clinton abzuhängen, der ebenfalls prominent in den Dokumenten aufgetaucht war. Trump drohte Noah darauf mit einer Klage. Auch Clinton bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Konsequenzen in Grossbritannien

Nach aktuellem Stand bleibt der wegen seiner Verbindung zu Epstein tief gefallene, frühere britische Prinz Andrew einer der Wenigen, die durch die Dokumente tatsächlich ihr Leben ändern mussten. Der Bruder von König Charles III. hatte seine Ämter und Würden abgegeben müssen und lebt als Bürgerlicher.

Der britische Premierminister Keir Starmer sprach sich für eine Aussage Andrews vor dem US-Kongress aus, als er von Reportern danach gefragt wurde. Er habe «immer gesagt, dass jeder, der über Informationen verfügt, darauf vorbereitet sein sollte, diese Informationen zu teilen», sagte er, «in welcher Form auch immer». Einer Aufforderung der Demokraten, im Kongress auszusagen, war Andrew nicht nachgekommen.

Persönliche Konsequenzen aus dem Skandal zog am späten Sonntagabend dagegen der ehemalige britische Botschafter in den USA, Peter Mandelson. Der Politiker kündigte seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei. Nach neuen Behauptungen über seine Verbindung zu Epstein wolle er der britischen Regierungspartei «weitere Peinlichkeiten» ersparen, schrieb er der Nachrichtenagentur PA zufolge in einem Brief an die Partei.

Mandelson war wegen seiner Verbindungen zu Epstein von seinem Botschafter-Posten in den USA abberufen worden. Er war mit dem Amerikaner auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe verbunden geblieben. Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten waren weitere Verstrickungen Mandelsons ans Licht gekommen. So soll britischen Medienberichten zufolge aus den Akten hervorgehen, dass Epstein in der Vergangenheit Geld an Mandelson überwiesen habe. Mandelson bezeichnet das als «falsche Behauptungen». (sda/dpa)

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83 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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future--?
02.02.2026 06:18registriert November 2023
Wie ist es möglich, dass niemand weiteres angeklagt wird?
Ich verstehe dies Justiz nicht. Wenn mehrere Personen unabhängig von einander etwas erzählen was strafrechtlich relevant ist, dann muss doch so etwas genauer angeschaut werden. Das bedeutet, mann wirft alle Aussagen in einen Topf und sagt die lügen alle?!
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re-spectre
02.02.2026 06:27registriert Dezember 2019
Wenn sich das lebensfrohe Herzstück des Skandals während einer Minute Kameraausfall in seiner Gefängniszelle erhängt, scheinen weitere Anklagen schon ziemlich selbstmörderisch. Der Sumpf bleibt feucht und Alligatoren sind gefährlich.
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Raki
02.02.2026 06:32registriert Januar 2024
surprise... surprise... wer hätte das gedacht.
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83
Wegen Verbindung zu Epstein: Britischer Ex-Botschafter in USA verlässt Labour-Partei
In der Affäre um den verurteilten amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat der britische Politiker und ehemalige Botschafter in den USA, Peter Mandelson, seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei gekündigt. Nach neuen Behauptungen über seine Verbindung zu Epstein wolle er der britischen Regierungspartei «weitere Peinlichkeiten» ersparen, schrieb der Politiker laut einem Bericht der Nachrichtenagentur PA in einem Brief an die Partei.
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