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«This is evil!» – 6 Punkte zu den Massenprotesten gegen Trumps Migrationspolitik

30.06.18, 21:00 01.07.18, 05:01


«Families belong together»

Zehntausende Menschen sind am Samstag in Dutzenden US-Städten auf die Strasse gegangen, um gegen Donald Trumps Einwanderungspolitik zu demonstrieren. Sie wandten sich unter dem Motto «Families belong together» gegen die gewaltsame Trennung von Migrantenfamilien.

Die Massnahmen sind Teil der «Null-Toleranz-Politik» Trumps, mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollen.

Trump hatte die Praxis zwar vorübergehend beendet - jedoch nur, um Eltern und Kinder gemeinsam einzusperren. Ein neues Migrationsgesetz scheitert an Widerständen im Parlament. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mehr als 2500 Minderjährige von ihren Familien getrennt. Die teils vor Gericht erzwungene Wiedervereinigung von Eltern und Kindern verläuft schleppend.

Kinder sprechen für Kinder

In Washington haben Kinder Briefe vorgelesen, in denen sie ihr Mitgefühl und Hoffnung gegenüber den inhaftierten Kindern zum Ausdruck brachten. «Meine Mutter und ich werden erst dann aufhören zu protestieren, wenn alles in Ordnung kommt!», zitiert CNN eines der Kinder. 

«This is evil!»

Leah, 12 Jahre

Besonders eindrucksvoll war der Auftritt der 12-Jährigen Leah aus Florida. Als Tochter illegaler Einwanderer fürchtet sie, von ihren Eltern getrennt zu werden. Wegen der stetigen Angst könne sie nicht schlafen oder für die Schule lernen. Sie bezeichnet die Machenschaften der US-Regierung als «böse». Während ihrer emotionalen Rede brach Leah mehrmals in Tränen aus. 

Prominente Teilnehmer

Die Demonstrationen, an denen auch zahlreiche Politiker der oppositionellen Demokraten teilnahmen, starteten am Samstag an der US-Ostküste, später sollten Märsche an der Westküste hinzukommen, etwa in Los Angeles. In der Hauptstadt Washington gingen rund 50'000 Menschen auf die Strasse.

Auch in Boston gab es eine Grosskundgebung, auf der unter anderem die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sprach. Sie forderte eine neue Aufgabenbeschreibung für die Polizeibehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE). Deren Beamten waren immer wieder durch als überhart empfundenes Durchgreifen gegen Migranten aufgefallen.

In Washington solidarisierten sich auch Prominente mit den Demonstranten, darunter die Sängerin Alicia Keys. In der Nähe des Weissen Hauses hatte sich eine kleine Gruppe Gegendemonstranten eingefunden, die die Ausländerpolitik Politik des Weissen Hauses gutheissen. 

Verhaftungen im Vorfeld

Mehr als 1000 Frauen demonstrierten bereits am Donnerstag in Washington und drangen in das Senatsgebäude ein. Rund 575 Aktivistinnen wurden verhaftet.

Anti-Demo

In Washington wurde auch eine Gruppe von Anti-Demonstranten gesichtet, die Trumps Einwanderungspolitik unterstützen. Die Polizei schirmte diese von der grossen Masse ab. Generell soll es während den Kundgebungen am Wochenende zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen sein.

Und was meint der Präsident dazu?

Konkret zu den Protesten äusserte sich Donald Trump nicht. Jedoch liess er über Twitter verlauten, dass illegale Einwanderer ausnahmslos an die Grenze zurück eskortiert werden müssen. Er bleibt also weiterhin hart. 

(sda/dpa/vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bivio 01.07.2018 10:09
    Highlight Warum ist dort Barack Obama? Er hat ja die selben Gesetze angewendet wie Donald Trump bzw. diese erst gemacht. Ein Teil der Bilder, weche das Ausmass der Probleme gezeigt haben, entstanden unter seiner Präsidentschaft.
    Solange gewisse Leute einfach alles an Trump schlecht sehen und alles andere per se gut, müssen sie sich nicht wundern, wenn a) man von Lügenpresse etc. diskutiert und b) der Wähler diese Geschichten nicht abkauft un am Ende Trump die Wiederwahl ermöglicht.
    7 18 Melden
    • swisskiss 01.07.2018 17:32
      Highlight Bivio: Weder ist Obama der "Gründer des ICE, Homeland Security, noch die dazugehörigen Gesetze. Weder wurden unter Obama, illegalen Migranten das Recht auf Asyl verwehrt, noch Illegale per se als Kriminelle behandelt.

      Kindertrennungen kamen nur in Fällen von bestehenden Haftbedehlen, Verstössen gegen das Gesetz (Schmuggel, Schleussung, etc) oder in Fällen, in denen kein Verwandschaftsverhältnis zwischen Begleitung und Jugendlichen festgestellt werden konnte.

      Ist es schwierig, sich so zu informieren, dass die Kritik an der Lügenpresse, nicht lächerlich erscheint, bei Deinen Behauptungen?
      8 1 Melden
    • Bivio 01.07.2018 23:47
      Highlight @swisskiss
      Lesen hilft. Ich habe nie gesagt, dass ICE, Home Land Security (Act) etc. von Obama stammen. Ich sage nur, dass er diese auch umgesetzt hat. Dass er den Behörden erweiterte Kompetenze gegeben hatte bzw. ebenfalls Familien trennte ist ja nicht erfunden. Auf denselben Gesetzen basiert ja auch Trumps Abschiebepolitik.
      Trump wird für etwas kritisiert, was andere Präsidenten vor ihm auch gemacht haben.
      Aber ich seh meinen Fehler ein. Ich habe aus Versehen Trump gelobt und den Messiahs Obama in Verruf gebracht. Ich möchte mich zu tiefst entschuldigen. Mea Culpa, Mea Maxima Culpa
      1 5 Melden
    • swisskiss 02.07.2018 22:31
      Highlight Bivio: Ich bin keineswegs so fixiert, dass ich Obama in Schutz nehmen müsste. Es geht um die korrekte Darstellung eines Faktes. So ist seit 92 durch supreme court festgelegt, dass Kinder nicht länger als 20 Tage von den Eltern getrennt werden dürfen, ohne das ein gerichtlich festgestellter Tatbestand, diese Trennung über längere Zeit legitimiert, Auch ist die Unterbringung, Behandlung und Rechtsstatus der Kinder seit über 20 Jahren festgelegt. Gegen diesen Entscheid des supreme court hat Trump verstossen und ist der erste Präsident der dies tat.
      3 0 Melden
  • lilas 01.07.2018 08:18
    Highlight "Our laws are the dumbest anywhere in the world"i st bissl falsch geschrieben: our president is the dumbest wäre viel treffender.
    36 19 Melden
  • Beggride 01.07.2018 08:08
    Highlight Der Mann ist ein Phänomen, das ich vermutlich nie verstehen werde (mit dem Bild der Narzissten kommt man wenigstens in die Nähe davon). Für Psychologen wäre er eine sehr aufschlussreiche Persönlichkeit...
    32 14 Melden
  • Spooky 01.07.2018 06:43
    Highlight Was genau soll denn der Präsident der Vereinigten Staaten machen? Alle hereinlassen in die USA? Oder was?
    30 58 Melden
    • zeromaster80 01.07.2018 08:52
      Highlight Ja, das ist die linke Vorstellung einer fairen Migrationspolitik. Die Demokraten vollführen hier gerade einen doppelten Salto rückwärts in die linksextreme Ecke und sichern Trump damit wohl eher die Wiederwahl als was anderes. Armutsmigration ist keine Lösung für das Armutsproblem auf der Welt, das weiss eigentlich jeder aber die No Border, No Nation-Fraktion hat eh andere Ziele oben auf der Liste.
      32 51 Melden
    • Gähn 01.07.2018 08:54
      Highlight Könntest du mir eventuell erklären, wieso Menschen bei Kritik an einer Sache, sofort vom anderen Extrem ausgehen müssen?
      Solche Forderung hat niemand gestellt. Sie werden lediglich in konstruierten Horrorszenarien verwendet.
      59 12 Melden
    • Klaus07 01.07.2018 09:22
      Highlight Es geht doch nicht darum alle herein zu lassen. Es geht darum, diese Menschen als Menschen zu behandeln. Diese Menschen willkommen heissen, in einer Memschenwürdige Unterkunft zusammen mit ihren Kindern unterbringen. Den Asylantrag aufnehmen und überprüfen. Wenn der Asylantrag genehmigt wird, menschenwürdige Unterbringen und Integrieren, wenn der Asylantrag abgelehnt wird auf menschenwürdige Art Rückführen. Das sind immer nich Menschen und keine Viehherde.
      25 3 Melden
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  • HerrKnill 01.07.2018 06:31
    Highlight So sehr ich die Demonstrationen befürworte: sie werden nichts bewirken - dieser POTUS kann nur an der Urne gestoppt werden.
    44 9 Melden
    • Tomlate 01.07.2018 08:52
      Highlight Oder in einer Urne 😬
      46 10 Melden

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