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White House Chief of Staff John Kelly listen to a reporters question during the daily briefing at the White House in Washington, Thursday, Oct. 12, 2017. (AP Photo/Susan Walsh)

Bild: AP/AP

«Gott hat mich bestraft»: Diese Aussagen von John Kelly werden in Erinnerung bleiben



US-Präsident Donald Trump hat am Samstag bekannt gegeben, dass John Kelly das Weisse Haus zum Jahreswechsel verlassen wird. Damit wechselt Trump zum zweiten Mal den Staabschef aus. Der Nachfolger soll spätestens am Montag bekannt gegeben werden.

Kelly konnte in seiner weniger als zwei Jahre andauernden Amtszeit wenig bewirken. Es soll immer wieder Unstimmigkeiten zwischen ihm und Trump gegeben haben. Er soll seinen Rücktritt mehrmals angeboten oder sogar damit gedroht haben, wie Huffpost berichtet. 

Doch was wird von ihn in Erinnerung bleiben? Hier ein Rückblick zu den unvergesslichsten Momenten. 

«Leeres Fass»

Kelly legte sich mit der Demokratin Frederica Wilson an, nachdem diese Trump für seine taktlose Kondolenz kritisiert hatte. Der Präsident sage einer Frau, deren Mann bei einem Einsatz in Afghanistan getötet wurde, er hätte ja «gewusst, worauf er sich einliess, als er sich für die Armee verpflichtete.» Dann fügte er an: «Aber ich nehme an, es tut trotzdem weh.»

FILE- In this Wednesday, Oct. 18, 2017, file photo, Rep. Frederica Wilson, D-Fla., talks to reporters in Miami Gardens, Fla. Wilson is asking White House Chief of Staff John Kelly to apologize for making false claims about her while defending President Donald Trump's handling of condolences to a military family. Wilson on Sunday, Oct. 22, called Kelly a

Frederica Wilson. Bild: AP/AP

Kelly nahm Trump für diese Aussage in Schutz und bezeichnete Wilson als «egoistisch». Zudem nannte er sie ein «leeres Fass» und machte falsche Behauptungen über ihre Person. Dafür hatte er sich nie entschuldigt. 

«Ehrenhafter Mann»

Kelly sorgte mit einer Äusserung zum Amerikanischen Bürgerkrieg für grosses Entsetzen. Er bezeichnete Robert Edward Lee – den erfolgreichsten General des konföderierten Heeres – als «ehrenhafter Mann». Die Ursache des Krieges sei darauf zurückzuführen, dass man «keinen Kompromiss» gefunden habe. 

Unter Historikern ist man sich einig: Der primäre Grund war die Sklaverei. Während viele der Südstaaten daran festhielten, kämpften andere Staaten für die Befreiung der Sklaven. 

Kritik an der Mauer

Kelly äusserte sich aber nicht immer nur vorteilhaft über Trump und dessen Politik. So soll er demokratischen Abgeordneten gesagt haben, dass Trump während seiner Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 über die Wahlversprechen «nicht vollständig informiert» habe. Die Errichtung einer Mauer an der US-mexikanischen-Grenze sei eher unwahrscheinlich. 

Luis Gutierrez, der an jenem Treffen anwesend war, zitierte Kelly: «Kelly fuhr fort und sagte, dass viele (von Trumps) Wahlkampf-Kampagnen nicht vollständig über Politik informieren würden. Wahlkampf zu führen und zu regieren seine zwei unterschiedliche Dinge. Regieren sei schwieriger».

Trump reagierte mit einem wütenden Tweet auf Kellys Äusserung: «Die Mauer ist die Mauer, und die hat sich seit dem Tag, an dem ich sie mir ausgedacht habe, nie verändert.»

«Faule Migranten»

Kelly machte im Streit über die sogenannten «Dreamer» eine skandalöse Aussage. Dabei handelt es sich um rund 1,8 Millionen Einwanderer, die im Kindesalter illegal in die USA kamen. Ex-Präsident Barack Obama hatte zu deren Schutz ein Programm ins Leben gerufen. 

Knapp 700'000 wurden eine Einbürgerung in Aussicht gestellt. Viele liessen sich jedoch nicht registrieren, da sie eine Abschiebung fürchten oder die Bedingungen dafür nicht erfüllen. Kelly bezeichnete Trumps Einwanderungspolitik als «grosszügig», da diese auch die zuvor «faulen» illegalen Einwohnern unterstützt.

Die Causa Rob Porter

Trumps Stabssekretär Rob Porter musste zurückgetreten, nachdem zwei frühere Ehefrauen ihm vorgeworfen hatten, sie physisch und psychisch misshandelt zu haben. Kelly geriet unter Druck, weil er über die Anschuldigungen Bescheid wusste, Porter aber in Schutz nahm. 

epa06504945 (FILE) - Trump transition team member Rob Porter walks outside the Eisenhower Executive Office Building following meetings, at the White House complex in Washington, DC, USA, 13 January 2017 (reissued 08 February 2018). Porter had resigned on 07 February 2018 following allegations that he physically abused two former wives. In a statement, Porter called the allegations a 'smear campaign.'  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Rob Porter Bild: EPA/EPA

Am Tag vor dessen Abgang schrieb Kelly: «Rob Porter ist ein Mann von wahrer Integrität und Ehre und ich kann nicht genug gute Dinge über ihn sagen. Er ist ein Freund, ein Vertrauter und ein zuverlässiger Profi. Ich bin stolz darauf, an seiner Seite zu dienen.»

«Gott hat mich bestraft»

Bevor Kelly ins Weisse Haus wechselte, war er im  Ministerium für Innere Sicherheit tätig. Er wurde zum 15. Jubiläum des Ministeriums als Gast geladen.

Auf der Bühne sorgte er besonders mit einer Aussage über seine Position im Weissen Haus für Gelächter: «Das letzte, was ich tun wollte, war, von einer der grössten Ehren meines Lebens wegzulaufen, nämlich Minister für Innere Sicherheit zu sein. Aber ich habe etwas falsch gemacht und ich schätze, Gott hat mich bestraft.»

«Misserabler Ort zum Arbeiten»

epa07210174 The hearse carrying the flag-draped casket of former President George H.W. Bush passes by the White House from the Capitol, heading to a State Funeral at the National Cathedral, in Washington, DC, USA, 05 December 2018. George H.W. Bush, the 41st President of the United States (1989-1993), died at the age of 94 on 30 November 2018 at his home in Texas.  EPA/JACQUELYN MARTIN / POOL

Bild: EPA/AP POOL

Während einem Besuch von Senatoren im Weissen Haus im Juni 2018 sagte Kelly, dass dies ein «miserabler Ort zum Arbeiten» sei. Er soll sich gefragt haben, wie lange er dort noch tätig sein werde, wie Huffpost berichtet. 

Kelly feuert Omarosa Manigault Newman

Omarosa Manigault Newman war als Kommunikationsdirektorin im Weissen Haus tätig, musste aber nach weniger als einem Jahr ihren Posten wieder räumen.

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses rechnete sie mit Trump und co. ab. Sie veröffentliche einen Mitschnitt ihres Entlassungsgesprächs mit Kelly. Er warf der 44-Jährigen «bedeutende Integritätsprobleme» vor.

Kelly sagte, dass Trump keine rechtlichen Schritte unternehmen wird, aber «es gäbe schwere Anschuldigungen», falls er es tun würde. Es wäre besser, wenn sie einfach gehen würde. Manigault Newman empfand das ganze als Drohung und war sich keiner Schuld bewusst. 

«Unhöfliche, arrogante Frau»

FILE - In this Aug. 8, 2018 file photo, U.S. Sen. Elizabeth Warren, D-Mass., gestures during a town hall style gathering in Woburn, Mass. She took the DNA test President Donald Trump urged. She’s hitting back in personal terms, calling him “creepy” on Twitter, in real time.  And she’s not backing down.
When it comes to challenging the man who redefined the rules of American political combat, Warren in some ways is doing it Trump’s way. She’s getting some backlash from Native Americans and grumbling from Democrats who’d rather be talking about toppling Congress’ Republican majorities in the midterm elections three weeks away. (AP Photo/Charles Krupa, File )

Elizabeth Warren. Bild: AP/AP

Nach einem Telefongesprächt mit der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren zog Kelly in einer Email an seinen Assistenten über diese her und bezeichnete sie als «unhöfliche, arrogante Frau».

«Das war das absolut beleidigendste Gespräch, das ich je mit jemandem geführt habe. Was für eine unhöfliche, arrogante Frau. Sie fing sofort an, unsere Leute zu beleidigen und beschuldigte uns, den Gerichtsbeschluss nicht zu befolgen, (...) blablablablablabla.»

Warren twitterte später, dass sie hart zu Kelly gewesen sei und nahm Stellung zu seiner Aussage. (vom)

Trumps mögliche Gegner 2020:

1 / 17
Trumps mögliche Gegner 2020
quelle: ap/ap / charlie neibergall
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