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Breitere Verschwörung als gedacht: US-Justiz erlässt neue Anklage gegen Julian Assange



Die US-Justiz hat eine neue Anklage gegen Wikileaks-Gründers Julian Assange erlassen. Das Justizministerium in Washington teilte am Mittwochabend (Ortszeit) mit, gegen den 48-Jährigen werde von einer breiteren Verschwörung beim Hacken von Computern als bislang ausgegangen.

epa08008241 (FILE) - Wikileaks co-founder Julian Assange, in a prison van, as he leaves Southwark Crown Court in London, Britain, 01 May 2019 (reissued 19 November 2019). Sweden prosecutors on 19 November 2019 dropped investigations into rape allegations against Julian Assange.  EPA/NEIL HALL *** Local Caption *** 55245987

Julian Assange im Mai 2019. Bild: EPA

Demnach hätten «Assange und andere» Menschen dafür rekrutiert, Netzwerke zu hacken, damit Wikileaks davon profitiere. Allerdings würden zu den bisher 18 Anklagepunkten gegen Assange keine weiteren hinzugefügt.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein.

Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Assange bestreitet die Vorwürfe. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten auch zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch amerikanische Soldaten geführt.

FILE - In this Nov. 9, 2017, file photo, Chelsea Manning attends the 22nd Annual OUT100 Celebration Gala at the Altman Building in New York. Former intelligence analyst Manning is again asking a judge to let her out of jail. Her lawyers filed a motion seeking her release Wednesday, Feb. 19, 2020, in federal court in Alexandria, Va. The lawyers say Manning has shown during 11 months of incarceration that she can't be coerced into testifying. (Photo by Andy Kropa/Invision/AP, File)
Chelsea Manning

Chelsea Manning im November 2017. Bild: AP

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden jedoch später eingestellt.

Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstossen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt.

Der gebürtige Australier sitzt seit rund einem Jahr im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Eine Anhörung zum US-Antrag auf Auslieferung Assanges war im Mai wegen der Corona-Pandemie auf September verschoben worden. (sda/dpa)

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nervus Rerum 25.06.2020 15:47
    Highlight Highlight Ich würde es noch erwähnenswert finden, dass der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, einen Bericht unter dem Titel "Demasking the Torture of Julian Assange" verfasste. Darin ging es um die konstruierten Verfahren. Er wundert sich auch über das Schweigen der Lämmer, äh... Medien, es waren die Medien nicht die Lämmer, denn ein Lamm braucht ja keine Pressefreiheit.
  • Vollkornzwieback 25.06.2020 12:22
    Highlight Highlight Ist das jetzt eine dieser immer wieder erwähnten "Verschwörungstheorien" von Spinnern und Aluhüten?
    Aber schön, dass sich auch Watson praktisch gar nicht für Assange einsetzt.
    • So oder so 25.06.2020 17:20
      Highlight Highlight Der Typ hat Trump unterstützt und Manning im Stich gelassen - so was von selber schuld der Typ. Aber ja Personenkult vom Feinsten um Assange.
  • ignotusandri 25.06.2020 11:13
    Highlight Highlight Oookay...danke für dieses wörtliche Nachplappern amerikanischer Propaganda. Und für alle, die die tatsächliche Geschichte von Julian Assange hören möchten, nehmt euch doch Zeit für tatsächlich brauchbaren Journalismus, z.B. den von der Republik: https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange
  • De-Saint-Ex 25.06.2020 11:10
    Highlight Highlight Sorry, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln ...
    Jetzt erwarten hier einige doch tatsächlich, dass sich „die Presse“ ein Beispiel an Assange nehme? Recherchieren mit unsauberen Mitteln? Hacken was das Zeugs hält? Bei Leuten einbrechen? Gegen Gesetze verstossen?
    Ja, Assange hat schwarz auf weiss bewiesen, was längst vermutet wurde, UND er wusste mit wem er sich anlegte. Vielleicht fühlte er sich auch noch durch Trump ermutigt, als jener ihn dazu ermutigte, die Mails von Clinton zu hacken. Was glaubt Ihr, wieso die USA Den Haag nicht anerkennen? Die Antwort kannte man schon vor Assange.
  • Töfflifahrer 25.06.2020 10:51
    Highlight Highlight Ja genau, dieUS Justiz hat sich ja als "die absolut unabhängige Instanz" erwiesen, die ausschliesslich dem Recht verpflichtet ist.
    Bullshit! Die haben einfach was neuen erfunden um endlich die Auslieferung aus Grossbritanien zu erreichen.
  • cal1ban 25.06.2020 10:31
    Highlight Highlight Aber Assange ist doch ein Verschwörungstheoretiker? WikiLeaks hat sich dann nach dem Interview in einem Statement davon distanziert.

    Play Icon
    • freeLCT 25.06.2020 12:22
      Highlight Highlight @cal1ban:

      Wer ist denn kein Verschwörungstheoretiker?
      Ein Beispiel reicht bereits.
    • cal1ban 25.06.2020 16:43
      Highlight Highlight Der Begriff VT wirkt abwertend, das wollte ich damit ausdrücken. Durch dieses Interview lässt er halt die Frage offen, war Seth Rich ein Informant von WikiLeaks?
  • Makatitom 25.06.2020 10:25
    Highlight Highlight Jetzt ist der späteste Zeitpunkt Assange in die Schweiz z7u holen und ihm politisches Asyl zu gewähren. Aber unsere würgerlichen und nationalblocheristen kuschen ja wieder vor der verdammten kapitalfaschistischen Diktatur dort drüben
    • So oder so 25.06.2020 17:23
      Highlight Highlight Snowden hätte es auch verdient genau wie Manning ! Assange hat sich selber in die Scheisse geritten und zwar schon vor denn Vergewaltigungs vorwürfen.
  • Gunther 25.06.2020 09:08
    Highlight Highlight Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bedrängt Regierungen weltweit, wegen der Durchsetzung ihrer Interessen, es geht immer und überall um «America First» oder auch «Make America Great Again».
    • PERSILflage 25.06.2020 10:48
      Highlight Highlight Stimmt, es ist ja erst seit Trump Präsident ist so, dass der US Regierungsapparat Kriege provoziert, Politische Gegner unterläuft und bedrängt, Marionettenregierungen einsetzt und Putschversuche unterstützt.
      Vor Trump waren ja allesamt Vorzeigestaatsmänner am Werk....
    • Gunther 25.06.2020 12:56
      Highlight Highlight PERSILflage, ich stimme dir zu, du hast recht, es war eigentlich schon immer so, Gruss Gunther
  • aglio e olio 25.06.2020 08:51
    Highlight Highlight Die Botschaft ist klar. „Legt euch mit uns an und wie zerstören euer Leben.“
    • Q anon = B annon 25.06.2020 09:06
      Highlight Highlight Ja, sogar wenn Du mir geholfen hast Präsident zu werden, werde ich Dich Jagen bist zu Erledigt bist!
    • le canard 25.06.2020 20:07
      Highlight Highlight Schaut ihn an, Zermürben nennt man das, ein langsamer schleichender Tod. So macht man das Heute ohne grosses Aufsehen.
  • stadtzuercher 25.06.2020 08:32
    Highlight Highlight Ja die Kollegen Journalisten. Sehen die Pressefreiheit wegen einer schlechten Kolumne in der Polizisten mit Müll verglichen werden in Gefahr, aber wenn einer wirklich was für die Pressefreiheit getan hat und seit Jahren zum Schweigen gebracht wird schweigen sie aus Bequemlichkeit oder weil das Opfer nicht in ihr Opferschema passt.
  • quad 25.06.2020 08:08
    Highlight Highlight Die Schweizer Medienlandschaft ist schnell mit Kamera & Mann/Frau vor Ort wenn es darum geht Meinungen über die violetten T-Shirt, Friday's for Future & BLM Demonstrationen zu bilden.
    Den Versuch auch nur ein paar Worte von Protest für Ihren Kollegen Assange zu finden, der sich für die Pressefreiheit eingesetzt hat & absolut ungerechtfertigt in einem englischen Hochsicherheitsgefängnis dahinsiecht, bleibt in praktisch allen Medienhäuser ergebnislos ... wo sind eigentlich die "wirklichen" & mutigen Journalisten geblieben ?
    • banda69 25.06.2020 08:21
      Highlight Highlight @quad

      Sie haben recht.

      Aber die Beispiele, die Sie aufgelistet haben, sind wichtige Themen... Frauenrechte, Gleichstellung, Klimaschutz und Rassismus müssen thematisiert werden.

      Aber eben, Sie scheinen da anderer Meinung zu sein.
    • hello_world 25.06.2020 09:28
      Highlight Highlight Kann mich dem nur anschliessen! Ausserdem, bietet dem Mann endlich Asyl!
    • Bratansauce 25.06.2020 09:35
      Highlight Highlight Word.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ranzelpanzel 25.06.2020 08:04
    Highlight Highlight #FreeJulianAssange
    Ich wünsche mir Asyl für Julian Assange in der Schweiz!
    • Freedoom Fighter 25.06.2020 09:55
      Highlight Highlight niemals. Landesverräter.
    • Bratansauce 25.06.2020 11:19
      Highlight Highlight @Freedoom Fighter: Ausführen bitte!
    • Gunther 26.06.2020 10:34
      Highlight Highlight Ja, @Freedoom Fighter, könntest du es mir bitte erklären? Danke.
  • pop_eye 25.06.2020 07:53
    Highlight Highlight Tatsache ist, dass er die korrupten Machenschaften der Weltpolitik, insb. der Amis gnadenlos aufgedeckt hat. Warum sich niemand für ihn einsetzt, zeigt einzig und allein wie krank das Weltsystem ist.
  • Posersalami 25.06.2020 07:28
    Highlight Highlight Assange, Menning, Snwoden.. alles Helden! ♥️
  • Der Rückbauer 25.06.2020 06:58
    Highlight Highlight Grauenhaft, was in Sachen Assange abging und offenbar geht bis zu seinem psychischen Tod.
    Schweden, Grossbritannien, USA: Wenn Nachrichtendienste ihre Finger im Spiel haben, dann gelten keine Regeln mehr.
    Assange ist bei lebendigem Leib psychisch getötet und begraben. Rechtstaat ade, Gruss aus Guantanamo!
    Glücklicherweise hat Snowdon die Situation im Griff. Aber glücklich wird er nicht sein.
  • NumeIch 25.06.2020 06:44
    Highlight Highlight #FreeAssange
  • Skeptischer Optimist 25.06.2020 06:36
    Highlight Highlight Die US-Justiz ist natürlich über jeden Zweifel erhaben.

    Und die Spiessgesellen der amerikanischen Kolonialkriege müssen mit allen Mitteln geschützt werden.

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