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US-Präsident Donald Trump wird nach dem Treffen mit Wladimir Putin heftig kritisiert. 
US-Präsident Donald Trump wird nach dem Treffen mit Wladimir Putin heftig kritisiert. 
Bild: AP/AP

Diese 5 Gruppen fühlen sich von Trump vor den Kopf gestossen – und so reagieren sie

Verschiedene Seiten werfen US-Präsident Donald Trump vor, er habe mit seinem fraglichen Auftritt in Helsinki Schwäche signalisiert und die USA verraten. Kritik kommt nicht nur aus der amerikanischen Politik.
17.07.2018, 04:51

Die Demokraten

Die US-Opposition bewertete den Auftritt Trumps in Helsinki als verheerend. Der Oppositionsführer im US-Senat, Chuck Schumer erklärte, nie in der Geschichte der USA habe ein Präsident einen Widersacher Amerikas in der Art unterstützt, wie es Trump nun mit Putin gemacht habe. «Er stellt sich selber über das Land.»

Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff schrieb auf Twitter, Putin werde die Äusserungen Trumps als grünes Licht für eine Einmischung in die bevorstehenden Kongresswahlen im November ansehen, und das sei es auch.

Der Kommentar zum Gipfel:

«Idiot» oder «Fanboy» – Kritik an Trumps Auftritt mit Putin

Video: watson

Die Republikaner

Auch in Trumps eigener Partei regte sich Unmut. Für den einflussreichen republikanischen Senator John McCain stellte Trumps Auftritt einen «Tiefpunkt in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft» dar.

Für Senator Lindsey Graham hat Trump die Chance vertan, eine klare Warnung an Russland zu senden, solche Einmischungen künftig zu unterlassen. Trumps Äusserungen dürften als Schwäche interpretiert werden und mehr Probleme schaffen als sie lösten.

Paul Ryan, Vorsitzender des Repräsentantenhauses, sagte: «Der Präsident muss anerkennen, dass Russland nicht unser Verbündeter ist.» Es gebe keinen Zweifel an der Einmischung Russlands in die US-Wahl 2016.

Der Republikaner Paul Ryan kritisiert seinen Präsidenten ebenfalls.
Der Republikaner Paul Ryan kritisiert seinen Präsidenten ebenfalls.
Bild: AP/AP

Von einem beschämenden Auftritt sprach der republikanische Senator Jeff Flake. Er hätte nie gedacht, dass er jemals den Tag erleben werde, da ein US-Präsident mit einem russischen Präsidenten auf einer Bühne stehe, und die USA für die Aggression Russlands verantwortlich mache.

Trump machte vor allem die Regierung seines Vorgängers Barack Obama, für die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland mitverantwortlich. Der frühere CIA-Chef John Brennan sagte, Trumps Äusserungen grenzten an Hochverrat. Sie seien nicht nur idiotisch. Putin habe ihn damit völlig in die Tasche gesteckt. «Republikanische Patrioten: Wo seid ihr?», fragte er.

Die amerikanische Bevölkerung

Die Wahrnehmung in der US-Bevölkerung war weitgehend negativ. In hunderten Kommentaren war von «Verrat» die Rede.

Aber auch Prominente melden sich zu Wort. 

Die US-Medien

In den grossen Tageszeitungen schneidet Donald Trump ebenfalls nicht gut ab. Der Auftritt des US-Präsidenten sei ein Kniefall vor Putin.

Fox News: «So gewinnen wir nicht gegen Russland»

«Dass ein amtierender Präsident öffentlich sagt, dass er anstatt seinem eigenen einem ausländischen Geheimdienst Glauben schenkt, ist schockierend und tadelhaft. In einer Zeit, in der unsere Demokratie grossen Bedrohungen ausgesetzt ist, ist es äusserst beunruhigend, dass sich unser Präsident auf die Seite jenes Landes schlägt, welches uns angegriffen hat.»

The Washington Post: «Trumps Pressekonferenz war so, wie Putin sie sich erträumt hatte» 

«Trump hat Putins Einmischung in den Wahlkampf 2016 nicht nur heruntergespielt, wenn nicht sogar angezweifelt, sondern beide Seiten für das angespannte Verhältnis verantwortlich gemacht.» 

«Trump übergab Putin den Propagandasieg, von dem wir wussten, dass er kommen würde: Unter den Augen der ganzen Welt stellte er sich auf die Seite Russlands und nicht auf diejenige seines Landes. Putin kann sein Glück wohl kaum glauben.» 

The New York Times: «Trump auf Putins Seite, stellt US-Geheimdienst in Frage»

«In einer bemerkenswerten Pressekonferenz nannte Trump keine einzige Aktion, für die Putin zur Verantwortung gezogen werden sollte. Stattdessen richtet er seine schärfste Kritik gegen die Vereinigten Staaten und die Sonderermittlungen zu den Wahlen, die er als ‹lächerlich› und als ‹Hexenjagd› bezeichnet.»

Trumps Geschenk: Briten lassen Riesen-Baby-Ballon steigen

Video: watson

Die Ukraine und ihre Anhänger

Vor dem Treffen hat das Weisse Haus betont, dass sich die USA nicht mit der Annexion der Krim abfinden werden. «Wir erkennen den Versuch Russlands, die Krim zu annektieren, nicht an.»

US-Präsident Donald Trump brachte dies öffentlich jedoch nicht zur Sprache. Ganz im Gegenteil: Der russische Präsident forderte die USA zu mehr Engagement für eine Friedenslösung im Konflikt in der Ostukraine auf. «Die USA könnten entschlossener sein und die ukrainische Führung dazu bringen, ihre Arbeit zu machen», erläuterte er die Forderung.

Auf Twitter stören sich viele daran, dass Trump die Haltung des Weissen Hauses nicht zum Ausdruck brachte.

Gebt Putin Mädels und er strahlt, nur auf Bild 19 ist ein Mann, du kennst ihn

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Gebt Putin Mädels und er strahlt wie ein Maienkäfer
quelle: ap/ap / alexei nikolsky
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Und so rechtfertigt sich Trump

 Donald Trump hat sein Auftreten beim Gipfeltreffen gegen die scharfe Kritik aus der heimischen Politik verteidigt. Die beiden grössten Atommächte der Welt könnten sich nicht nur mit der Vergangenheit befassen.

Dies erklärte Trump am Montagabend per Twitter. Vielmehr müssten sie aktuell miteinander zurechtkommen. Es gehe um eine bessere Zukunft.

Und was sagt Putin dazu?

Der dürfte sich heimlich ins Fäustchen lachen. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland dürfen nach seinen Worten zudem keine Geisel der Russland-Ermittlungen von US-Sonderermittler Robert Mueller sein.

Bei Muellers Untersuchung der mutmasslichen Einmischung Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 handele es sich um «innenpolitische Spiele der USA», sagte Putin am Montag dem US-Sender Fox News. Diese «politischen Spiele» dürften keine Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA haben.

Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste hat sich Russland massiv in den US-Wahlkampf im Jahr 2016 eingemischt. US-Präsident Donald Trump machte bei seinem Gipfel mit Putin am Montag in Helsinki hingegen deutlich, dass er sich die Erkenntnisse seiner eigenen Geheimdienste zu russischen Cyberattacken nicht zu eigen macht. Putin sei in seinem Dementi einer Wahlkampfeinmischung «extrem stark und kraftvoll» gewesen, sagte Trump. (sda/reu/afp/vom)

Putin eröffnet umstrittene Brücke

Video: srf/SDA SRF
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