meist klar
DE | FR
43
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
International
USA

Diese Grafiken zeigen, wie alltäglich Massenschiessereien in den USA sind

Flowers and balloons have been placed near the scene of a mass shooting at a Walmart, Wednesday, Nov. 23, 2022, in Chesapeake, Va. A Walmart manager opened fire on fellow employees in the break room o ...
Die Opfer des letzten US-Shootings wollten im Walmart von Chesapeake doch nur für das bevorstehende Thanksgiving-Fest einkaufen.Bild: keystone

Diese Grafiken zeigen eindrücklich, wie alltäglich Massenschiessereien in den USA sind

Ein Mann erschiesst in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Virginia sechs Menschen und danach sich selbst, sechs weitere Personen werden verletzt. Die Tat ist der jüngste Vorfall in einer schier endlosen Reihe ähnlicher Vorfälle in den USA.
24.11.2022, 16:2624.11.2022, 17:01
Philipp Reich
Folge mir

Zwei Tage vor Thanksgiving: Ein Mann stürmt in der 250'000-Einwohner-Stadt Chesapeake im US-Bundesstaat Virginia in einen Walmart und schiesst wild um sich. Er tötet sechs Menschen, verletzt sechs weitere und richtet dann sich selbst. Der Schütze war nach Angaben der Polizei ein Mitarbeiter des Supermarkts, über die Hintergründe der Tat ist nichts bekannt.

Es ist das zweite Gewaltverbrechen im Zusammenhang mit einer Schusswaffe innert wenigen Tagen in den USA: Erst am Wochenende waren bei Schüssen in einem bei Schwulen, Lesben und der Trans-Gemeinschaft populären Club im US-Bundesstaat Colorado fünf Menschen getötet und 17 weitere verletzt worden.

So schlimm und aussergewöhnlich die Gewalttaten für die Opfer, deren Angehörige und für die jeweiligen Ortschaften sind – sie sind leider alltäglich. Meldungen über grössere Schiessereien sind in den USA längst zur Normalität geworden. Im Schnitt findet mehr als täglich eine Gewalttat mit Schusswaffen und mehr als drei Opfern statt.

Genau verfolgen lässt sich die blutige Spur dieser sogenannten «Mass Shootings» unter anderem im Gun Violence Archive, das täglich von einer gemeinnützigen Organisation mit Daten zu Todes- und Verletztenfällen im Zusammenhang mit Waffen aktualisiert wird. Die Zahlen sind erschreckend: Seit Anfang 2014 hat es in den USA 4002 Massenschiessereien mit 16'732 Verletzten und 4229 Toten gegeben.

Nach einer kurzen Abnahme der Shootings im Jahr 2018 und damit auch der Verletzten und Toten hat die Anzahl an Gewalttaten mit Schusswaffen in den letzten Jahren wieder deutlich zugenommen. Nach 690 Massenschiessereien mit 704 Toten und 2829 Verletzten im Jahr 2021 steuern die USA im laufenden Jahr auf einen neuen Negativrekord zu. Bis zum Mittwoch, 23. November, gingen bereits 609 Shootings mit 637 Toten und 2552 Verletzten in die Statistik ein.

Fast täglich muss ein «Mass Shooting» nachgetragen werden, wie ein Blick auf den Kalender des laufenden Jahres zeigt. Vor allem an den Wochenenden knallt es fast immer: In diesem Jahr gab es bislang nur an drei Wochenendtagen keine Massenschiesserei.

Bild

Die Bundesstaaten der Ostküste, das zeigt der Blick auf die interaktive Überblickskarte, sind von Todesfällen mit Waffengewalt stärker betroffen als die mittleren Staaten oder die an der Westküste, wobei Kalifornien eine traurige Ausnahme bildet. Meist finden die Taten in der Agglomeration oder in der Nähe des Zentrums einer Grossstadt statt, doch auch auf dem Land kommt es immer wieder zu Tragödien mit Schusswaffen.

Zwar wurden zuletzt immer wieder Appelle laut, die Waffengesetze zu verschärfen – meist nach besonders grausamen Taten wie dem Schulmassaker in der texanischen Kleinstadt Uvalde, bei dem im Mai 19 Schulkinder, zwei Lehrerinnen und der Attentäter erschossen wurden.

Das Problem wird zwar mittlerweile als «Mass Shooting Crisis» («Massenschiessereien-Krise») wahrgenommen – also nicht mehr als eine Ansammlung vieler Einzelfälle, sondern als andauerndes bedrohliches Phänomen. Doch bislang hat es keine politische Initiative geschafft, die Zahl der Waffen und deren Besitzer einzudämmen. Und eine schnelle Lösung ist in naher Zukunft nicht in Sicht, was bedeutet, dass die Meldungen über «Mass Shootings» leider alltäglich bleiben werden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Evolution der US-Flagge

1 / 15
Die Evolution der US-Flagge
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Die Waffenlobby hat Ihre Eier in einer Geldscheinklammer»

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

43 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Garfield91
24.11.2022 17:21registriert Februar 2018
Die Karte der Shootings könnte man doch übereinanderlegen mit einer Karte der Bevölkerungsdichte und es wäre in etwa Deckend, nicht?
495
Melden
Zum Kommentar
43
Bericht: Russland gehen die iranischen Drohnen aus
Moskau scheint Probleme mit dem Nachschub von iranischen Kampfdrohnen zu haben. Auch Verhandlungen über Raketenlieferungen sollen ins Stocken geraten sein.

Nach Einschätzung eines ukrainischen Präsidentenberaters gehen Russland die Waffen für Luftangriffe aus. In einem Interview mit dem britischen "The Guardian" sagte Michailo Podoljak, dass Moskau nur noch Raketen für zwei bis drei grössere Angriffe habe. Die iranischen Drohnen seien komplett aufgebraucht. Ausserdem liefere Teheran offenbar keine Langstreckenraketen.

Zur Story