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Corey Lewandowski auf CNN.
screenshot via cnn

Was ist mit CNN los? Trumps gefeuerter Wahlkampf-Leiter tritt dort als «Experte» auf



Vielleicht sagte Donald Trump «you're fired», als er sich im Juni von seinem Wahlkampfleiter Corey Lewandowski trennte. Wie in seiner Reality-TV-Sendung «The Apprentice». Der 42-Jährige soll in einem internen Machtkampf unterlegen sein. Die Sache mit der Journalistin, die er tätlich angriff, soll bei der Entscheidung hingegen keine Rolle gespielt haben.

Wie dem auch sei, lange musste der Geschasste nicht auf seinen nächsten Job warten. CNN hat ihn als TV-Experten angestellt. Und dort macht Corey, was er vorher gemacht hat: Donald Trump huldigen und gegen Kritik verteidigen. Zu Beginn hielt er den Ball tief und beschränkte sich zum Beispiel darauf, die neueste Rede seines Ex-Chefs zu kommentieren.

«Das war Herr Trumps beste Ansprache im Präsidentschaftswahlkampf.»

Etwas später in der Sendung ergänzte er:

«Das war eine sehr, sehr starke Botschaft für ihn und vielleicht die beste Ansprache während des gesamten Wahlkampfs.»

Und zum Schluss noch einmal zusammenfassend:

«Die Ansprache war klar und artikuliert und, wie ich schon sagte, die bislang beste im Wahlkampf.»

Als Trump nach dem historischen Brexit-Votum nach Schottland flog und sagte, das schwache Pfund werde viele ausländische Besucher in seinen dortigen Golfclub Turnberry bringen, spielte Lewandowski anschliessend auf CNN den Spin Doctor. Schliesslich habe Trump 200 Millionen Pfund in das Resort investiert. Es sei doch ok, wenn er dort kurz vorbeischaut.

Auf die Frage, warum Trump in Schottland mit der Tradition gebrochen hatte, im Ausland keinen US-Präsidenten und auch keinen Konkurrenten zu kritisieren, antwortete er, es gehe um «Authentizität», um das Gespräch sofort in eine andere Bahn zu lenken. Von der ehemaligen Aussenministerin Hillary Clinton hätte er erwartet, dass sie den Ausgang des Referendums voraussieht – genau wie sein Ex-Chef zuvor getwittert hatte:

Auch in der aktuellen Kontroverse um einen antisemitischen Tweet Trumps verteidigt ihn Corey bis zum bitteren Ende. Wenn man wolle, könne man alles in einen Tweet hineinlesen, sagte er. Der sechszackige Stern sei kein Davidstern, sondern ein Sheriffstern, wie man ihn überall in den USA kenne.

Wenig überraschend muss sich CNN ätzende Kritik an der Anstellung Lewandowskis anhören. «Lewandowski ist nicht gut genug für Trumps Wahlkampfteam, aber gut genug für CNN?», fragt etwa der scharfzüngige Cenk Uygur von The Young Turks.

Mehr als derlei voraussehbare Reaktonen dürfte den TV-Sender etwas anderes stören: Zweifellos hatte man sich erhofft, mit Lewandowski exklusive Details über das Innenleben der Trump-Maschinerie zu erfahren. Eigentlich hatte er dieser Vorstellung schon in seinem Antritts-Interview mit Verweis auf eine Stillschweigevereinbarung eine Absage erteilt.

Diese hat er offenbar so verinnerlicht, dass er trotz wiederholter Anfrage nicht näher erläutern wollte, was dort genau drinsteht. Laut CNN-Recherchen nämlich das:

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screenshot via cnn

Lewandowski hätte demnach gelobt, weder Trump, dessen Firma oder sonst eine Firma, an der Trump beteiligt ist, weder seine Familie noch jegliche Firma seiner Familie zu erniedrigen oder öffentlich zu verunglimpfen. In Kenntnis von Donald Trump und seiner Tendenz, juristisch gegen Kritiker vorzugehen, kommt das einem Maulkorb gleich. 

Nichtsdestotrotz dürfte CNN Lewandowski für seine Auftritte fürstlich entlöhnen. Dafür ist ihm ein anderer dicker Fisch entgangen. Seit Bekanntwerden der Stillschweigevereinbarung soll das Veragshaus HarperCollins ein Angebot über 1,2 Millionen Dollar für ein Buch über Trump zurückgezogen haben.

Donald Trumps Vorfahren stammen aus Kallstadt, Deutschland

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Malu 81 06.07.2016 19:02
    Highlight Highlight Mit grossen Reden schwingen, welche sowieso
    ein Stratege geschrieben hat, wurde noch kein
    Land regiert. Um Präsident zu sein braucht es
    auch noch Intellekt und Voraussicht. Sehen,
    das die Welt nicht nur aus Idioten besteht.
  • Therealmonti 06.07.2016 18:35
    Highlight Highlight Meines Wissens flog Trump nicht nach dem Breit nach Schottland. Er flog vorher hin und kommentierte dort den Ausgang der Abstimmung in GB. Er bekam auch sein Fett weg – eine bekannte Pop-Sängerin nannte ihn Dummkopf –, weil er wider besseren Wissens sagte, das Volk (die Schotten) wolle keine EU. Dabei stimmten die Schotten gegen Brexit.
    PS. Bin nach wie vor der Meinung, dass die Amis blöd genug sind, diesen Grössenwahnsinnigen zum Präsidenten zu machen.
  • Zappenduster 06.07.2016 18:18
    Highlight Highlight Sicher ein guter Experte! Er darf einen von zwei Kandidaten Vertraglich nicht kritsieren! MoldochBravo CNN!!
  • freddy.k 06.07.2016 17:34
    Highlight Highlight Trump soll also wegen seinen guten Reden Präsident werden?
    Hmm, das gabs doch schonmal 🤔
    • Pana 06.07.2016 19:05
      Highlight Highlight Wo genau liest du das heraus? Und hast du jeweils eine Rede von Trump gehört... Die gehen etwa so:

      "Hey Leute, heute ist ein schöner Tag. Wisst ihr wieso? Weil wir Amerika wieder grossartig machen. Alle werden grossartig. Und reich! Ich bin so reich, das könnt ihr gar nicht vorstellen. Und wenn ihr mich wählt, werdet ihr alle auch reich. Es wird grossartig. Allen wird es super gehen. Ausser China und Mexico. Diese Zeiten sind vorbei. Ihr werdet sehen es wird grossartig. Grossartig. Genau wie mein neuer Golfplatz. Die Leute lieben ihn. Und genauso werdet ihr Amerika wieder lieben. Grossartig!"
    • Evan 06.07.2016 21:55
      Highlight Highlight @Pana, deine Rede ist um einiges weniger wirr als die des wirklichen Trumps.

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