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Generäle erklären Kim den Angriffsplan auf die US-Pazifikinsel Guam.
Generäle erklären Kim den Angriffsplan auf die US-Pazifikinsel Guam.Bild: AP/AP

«USA spüren den Strick um den Hals»: Kim studiert Guam-Pläne – und wartet mal ab

Kim im «Situation Room»: Aus Nordkorea erreichen uns neue Bilder des nordkoreanischen Diktators. Er will die Situation noch etwas länger beobachten, bevor er über einen Militärschlag gegen Guam entscheidet. 
15.08.2017, 01:2815.08.2017, 08:28

Kim im «Situation Room»

Kim will es ganz genau wissen. Im nordkoreanischen «Situation Room» sitzt er mit einem Stab in der Hand vor einer grossen Karte. Dort ist eine Linie zwischen Nordkorea und Guam eingezeichnet. An der Wand projizieren die Militärs eine Satellitenaufnahme der US-Militärbasis Andersen auf Guam. 

Das mögliche Ziel: Ein Foto an der Wand zeigt die Andersen Air Force Base auf Guam.
Das mögliche Ziel: Ein Foto an der Wand zeigt die Andersen Air Force Base auf Guam.

Die Bilder sind offenbar am Montag im Hauptquartier der Raketentruppen aufgenommen worden. Zuvor hatte sich Kim länge nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. 

Nordkorea will abwarten

Noch sieht Kim vor einem Angriff ab: Bevor er eine Entscheidung treffe, werde er aber die Handlungen der USA noch etwas länger beobachten.

Die USA sollten zuerst die richtige Entscheidung treffen, zitierte die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA Kim am Dienstag. Die USA sollten «durch ihre Handlungen zeigen, ob sie die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verringern und einen gefährlichen militärischen Zusammenstoss verhindern wollen».

Kim warnt die USA

Der nordkoreanische Machthaber forderte von den USA ein sofortiges Ende der «arroganten Provokationen» und «einseitigen Forderungen». Bei einem Besuch des Hauptquartiers der Raketentruppen unterstrich er am Montag die Bereitschaft zu einem Angriff auf das US-Territorium Guam.

«Die USA spüren den Strick um den Hals durch ihren rücksichtslosen militärischen Lärm.»
Kim Jong Un
Kim lässt sich während seines Besuches von den Militärs feiern. 
Kim lässt sich während seines Besuches von den Militärs feiern. 

Die USA spürten bereits «den Strick um den Hals» durch ihren eigenen «rücksichtslosen militärischen »Lärm«, wie KCNA berichtete. Die Amerikaner sollten angesichts der angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel «mögliche Gewinne oder Verluste mit klarem Kopf abwägen». Um einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu verhindern, sollten die Amerikaner als ersten Schritt eine «ordentliche Option» unterbreiten und darauf Taten folgen lassen, sagte Kim. Schliesslich hätten die USA ein gewaltiges nukleares Arsenal rund um Korea aufgestellt.

Trump-Regierung  droht mit Krieg

US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Nordkorea erneut davor, die USA anzugreifen. Die USA würden jeden Flugkörper abfangen, der in Richtung US-Boden unterwegs sei, sagte Mattis am Montag in Washington zu mehreren US-Journalisten. «Wenn sie auf die USA schiessen, dann kann das sehr schnell zum Krieg führen», sagte der Ex-General.Sollte ein Flugkörper US-Boden, etwa auf der Pazifikinsel Guam, treffen, dann sei «Game on», wie Mattis sich ausdrückte. Sollte Nordkorea, wie in Aussicht gestellt, mit Raketen in die Gewässer vor Guam schiessen, dann müsse Präsident Donald Trump entscheiden, wie zu reagieren sei.

Südkorea hat derweil kein Interesse an einer weiteren Eskalation. Seoul wolle einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel «um jeden Preis verhindern», sagte Südkorea Präsident Moon Jae In am Dienstag. «Wir müssen die nordkoreanische Atomfrage friedlich lösen, egal wie viele Höhen und Tiefen es gibt.»

(amü/sda)

Kim Jong Uns Gefolgsleute machen Notizen

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Kim Jong Uns Gefolgsleute machen Notizen
quelle: epa/yonhap / rodong sinmun / rodong sinmun
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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ürsu
15.08.2017 02:36registriert Juni 2015
Das ist echt clever, Trump genau dort zu treffen wo er am schwächsten ist: überlegt zu handeln. Scheinbar ist Kim der besonnere der beiden Idioten.
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Jein
15.08.2017 05:19registriert August 2017
Das ist Kim-Code dafür, dass er wenn Trump nicht weiterdroht die Sache unter den Teppich kehren kann. Bei einem normalen US-Präsidenten wäre das jetzt der Zeitpunkt wo sich die Situation wieder für ein paar Monate beruhige, ich traue Trump aber nicht zu einfach mal die Fresse zu halten.
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fcsg
15.08.2017 07:37registriert Juni 2015
Haupregel Nr. 1 bei der atomaren "Abschreckung": Den Gegner immer im Glauben lassen, dass man keine Skrupel hat die Waffen einzusetzen. Kim weiss genau, dass sein kleines Reich dem Untergang geweiht ist, sollte er auch nur einen Finger rühren. Die grösste Gefahr ist wohl eher Trump. Aber der wird uns wohl vorher über Twitter informieren, dann bleibt noch etwas Zeit den Atomkoffer zu verstecken;-).
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