International
Wikileaks

Assange trifft sich mit britischen Behörden

Assange trifft sich mit britischen Behörden

19.06.2017, 16:35
Mehr «International»
epa05974926 Wikileaks founder Julian Assange speaks to reporters on the balcony of the Ecuadorian Embassy in London, Britain, 19 May 2017. According to a statement by the Swedish prosecutor's off ...
Assange in der Botschaft - wie lange noch?Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

In den festgefahrenen Konflikt um Wikileaks-Gründer Julian Assange kommt offenbar Bewegung. Assange hat laut einem Medienbericht einen für Montag geplanten Auftritt wegen eines «unmittelbar bevorstehenden» Treffens mit britischen Behörden verschoben.

Assange habe die Entscheidung auf Anraten seines Rechtsbeistands getroffen, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Kreise. Dazu, für wie lange der Auftritt aufgeschoben werden soll, gab es zunächst keine Angaben. Das Twitter-Profil von Wikileaks blieb stumm, der schwedische Anwalt von Assange wollte den Bericht nicht kommentieren.

Assange wollte ursprünglich am Montagnachmittag zum fünften Jahrestag seiner Flucht in die Botschaft Ecuadors vom Balkon der Vertretung sprechen und hatte dafür eine «besondere Ankündigung» in Aussicht gestellt. Der für 14.00 Uhr MESZ anvisierte Auftritt fand allerdings nicht statt.

Er hoffe, dass es für ihn bald eine Lösung geben werde, sagte Assange zuvor der PA. Der 45-jährige Australier war in die Londoner Botschaft geflüchtet, um einer Festnahme und Auslieferung nach Schweden zu entgehen.

Die schwedische Justiz hatte ihre Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen zwar im Mai eingestellt. Die britischen Behörden erklärten aber, dass sie ihn wegen anderer Vergehen beim Verlassen der Botschaft trotzdem festnehmen würden.

Angst vor Auslieferung

Assange hatte stets erklärt, er befürchte am Ende eine Auslieferung in die USA. Washington macht ihn für die Veröffentlichung von brisanten US-Dokumenten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die WikiLeaks-Plattform verantwortlich.

Im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf veröffentlichte Wikileaks von Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei und schadete damit der am Ende unterlegenen Kandidatin Hillary Clinton.

Assange hatte zuvor angekündigt, sein Exil aufzugeben und freiwillig in die USA zu gehen, falls Whistleblowerin Chelsea Manning freikomme. Sie gilt als eine Quelle für einige der bekanntesten Wikileaks-Enthüllungen. Als Manning nach der vorherigen Begnadigung durch US-Präsident Barack Obama im Mai das Gefängnis verliess, feierte der Wikileaks-Gründer dies zwar als Sieg, liess seiner Ankündigung aber keine Taten folgen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Sex-Puppe in See löst in Deutschland Grosseinsatz aus

Eine achtlos entsorgte Sex-Puppe hat im deutschen Bundesland Bayern für einen Grosseinsatz von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Eine Fussgängerin hatte in einem Weiher im oberfränkischen Pödeldorf einen leblosen Körper bemerkt und die Rettungskräfte alarmiert, wie die Polizeiinspektion Bamberg am Samstag mitteilte.

Zur Story