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Ein iPhone «made in America» – das wird schwierig



A worker climbs outside an Apple store in Hong Kong, in this April 10, 2013 file photo. China's

Apple produziert seine Geräte in Asien. Das hat Gründe. Bild: BOBBY YIP/REUTERS

Mit Donald Trump im Weissen Haus ist «Made in America» in Mode gekommen. Für die grossen US-Konzerne stellt sich damit die Frage, wie sie mit ihren Produktionsstandorten im Ausland umgehen. Auch Apple muss überlegen, ob es sich die Produktion der iPhones in China weiterhin leisten kann.

Der neue US-Präsident hat wiederholt geschworen, dass er die Marke mit dem Apfel zwingen werde, ihre Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Doch das ist nicht so einfach. Während andere Grosskonzerne seit Trumps Wahl Arbeitsplätze oder Investitionen in den Vereinigten Staaten versprechen, hält sich Apple zurück.

So erwägt etwa der grösste Elektronikzulieferer der Welt, Foxconn aus Taiwan, seine Aktivitäten in den USA auszubauen und dafür sieben Milliarden Dollar zu investieren. Foxconn ist einer der wichtigsten Zulieferer von Apple.

Nicht nur politische Geste

Offiziell geht es bei der Investition in den USA um die Herstellung von Flachbildschirmen. Doch Foxconn-Gründer Terry Gou heizte Spekulationen mit der Bemerkung an, seine grossen Abnehmer «einschliesslich Apple» seien zu Investitionen in den USA bereit. Apple liess die Bemerkung unkommentiert.

Der Analyst Trip Chowdhry von Global Equities Research ist überzeugt, dass Apple schlussendlich Apparate in den USA herstellen wird. Dabei gehe es nicht nur um eine «politische Geste». Die Tendenz gehe dahin, «örtliche Waren für örtliche Märkte zu produzieren», um die «Reaktionsfähigkeit der Lieferkette zu erhöhen». So könnten «für jeden Markt personalisierte Geräte» angeboten werden.

Vom Ur-iPhone bis zum aktuellen Apple-Handy

Apple ist allerdings nicht in derselben Lage wie die US-Autokonzerne, die zur Kostenersparnis Fabriken ins Ausland verlagert haben, erklärt Dan Panzica, Experte für Zulieferung beim Marktforschungsunternehmen IHS. Apples Arbeitsplätze hätten sich nie in den USA befunden. Die gesamte Lieferkette sitze in China.

Apple-Lieferkette ausschliesslich in China

Die Volksrepublik bietet ausser wichtigen Rohstoffquellen billige, flexible und zahlreiche Arbeitskräfte, mit denen sich jedes Jahr dutzende Millionen iPhones produzieren lassen.

Aus Sicht des Analysten Roger Kay von Endpoint Technologies wäre es «sehr schwierig», das mit US-Arbeitern zu bewerkstelligen – es sei denn, Apple setze auf eine massive Automatisierung, was wiederum dem angekündigten Ziel widersprechen würde, Arbeitsplätze zu schaffen.

Ein weiterer Technologie-Experte, Jack Gold, gibt zu bedenken, dass es «keinen Sinn» hätte, sich sämtliche Komponenten aus China kommen zu lassen, um in den USA Smartphones herzustellen.

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Die «MIT Technology Review» hatte im vergangenen Juni verschiedene Szenarien durchgespielt – von der einfachen Montage in den USA bis zur Rückführung der Teileherstellung in die Vereinigten Staaten. Die Fachzeitschrift schätzte die sich daraus ergebenden Mehrkosten für ein iPhone 6S Plus auf 30 bis 100 Dollar.

Ronan de Renesse, Spezialist für Technologiekonsumgüter bei der Berateragentur Ovum, ist sich sicher, dass Apple, das weltweit profitabelste Unternehmen, seine Gewinnspanne beim iPhone, seinem Flaggschiff, «niemals verringern» wird.

Arrangement mit Trump gefragt

Jack Gold zufolge müsste sich Apple mit Washington arrangieren. Schon jetzt produziere der Konzern in begrenztem Umfang in US-Fabriken unter anderem bestimmte Computer. Eine massive Verlagerung der Produktion in die USA würde ihn jedoch «sehr überraschen».

Und die Konsumenten in den USA? Wären sie bereit für ein iPhone «made in the USA» mehr zu bezahlen? Die Analysten sind sich nicht sicher.

Dan Panzica könnte sich vorstellen, dass «bestimmte iPhones» künftig in den USA hergestellt werden. Denkbar wäre seiner Meinung nach zum Beispiel, dass Apple dieses Jahr aus Anlass von zehn Jahren iPhone «limitierte Jubiläumseditionen» herausgibt. Für die könne der Konzern dann auch höhere Preise verlangen. (sda/afp)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pedrinho 03.02.2017 12:52
    Highlight Highlight vergessen wird dabei, dass viele konzerne das know-how fuer die produktion durch auslagerung in "billiglaender" verloren haben.
  • Scaros_2 03.02.2017 12:39
    Highlight Highlight Jemand hatte ja einmal ausgerechnet, dass wenn Apple ihre Produkte in den USA herstellt, das sie immer noch eine sehr gute, hoche marge hätte.


    Aber im Ernst. Würden wir auf Gewinne einfach so verzichten? Ich würde es nicht wollen und kreative Wege suchen warum ich nicht darauf verzichten müsste. Der einfachste wäre schlicht, die Kosten auf den Kunden abzuwälzen resp. zu schauen wie viel sie bereit sind zu tragen.
  • Theor 03.02.2017 11:14
    Highlight Highlight Teurere Produktionskosten müssten das Iphone logischerweise global teurer machen und nicht nur auf dem amerikanischen Markt.

    Vieleicht wären die Amis bereit, mehr für ein IPhone "made in America" zu bezahlen.

    Ich als Europäer wäre es aber sicher nicht.
    • Pisti 03.02.2017 12:38
      Highlight Highlight Lol als Iphone besitzer bist du sowieso schon bereit mehr zu bezahlen einfach weil es ein Apple Produkt ist. Also für mich kein Problem 30-100 Dollar mehr zu bezahlen, nur schon weil die Arbeitsbedingungen in den USA sicher besser sind als in China.
    • Fabio C. 04.02.2017 00:43
      Highlight Highlight Ich nehme an die in Amerika produzierten iPhones werden auch nur in Amerika verkauft. Diesen billigen "Made in America" Schrott tut sich doch kein Europäer oder Asiate an.
    • Pisti 04.02.2017 14:54
      Highlight Highlight Fabio anscheinend haben Sie keine Ahnung wie die Herstellung von Geräten/Maschinen funktioniert, sonst würden Sie kaum einen solchen Kommentar abgeben.
  • Ordo Malleus 03.02.2017 10:54
    Highlight Highlight Dann wären wenigstens die gegenwärtigen Mondpreise für ein iphöne gerechtfertigt. Allerdings würde Apple wohl einfach die Preise erhöhen, damit die Marge weiterhin so gut ist. Gekauft wird es ja eh.
    • Tiny Rick 03.02.2017 13:08
      Highlight Highlight Alle kritisieren immer die Preise von Apple, lassen aber ausser Acht das andere hersteller (google pixel, galaxy top reihe usw.) im gleichen preisrahmen sind. Bei laptops das selbe. Die high end laptopts von windows (surface book) sind genau so teuer wie ein MacBook.
    • x4253 03.02.2017 15:16
      Highlight Highlight @Ähm
      Auch bei den Google Pixel und der Galaxy Reihe bezahlst du den Namen mit.
      Allerdings gibt es noch: Xiaomi, OnePlus, Oppo, Meizu, LeEco, die eine ganze Ecke weniger kosten (OnePlus 3T mit 64GB: 450.-).

      Bei Notebooks btw. ist es genau gleich. Das von dir gewählte MS Surface Book eignet sich nur bedingt zum Vergleich, da es ein Convertable und kein Notebook ist.
      Ein Ultrabook (z.B. von HP) ist aber meist günstiger als ein MacBook. Die Ausstattung ist beim Windowsgerät aber jeweils besser (insbes. Bildschirm beim Basisgerät).
    • Tiny Rick 03.02.2017 17:58
      Highlight Highlight Sind halt alles Android Geräte. Top OS, halt einfach nicht meins, daselbe gilt für mich bei Windows. Bezahle "gerne" mehr für ein OS das mir mehr zusagt, sprich iOS und OSX.
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