Leben
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Back in Bünzli-Land – wieso ich die Schweiz immer noch sehr liebe

bild: Jennifer Zimmermann

Nach zwei Jahren Trubel in New York hat es unsere Autorin zurück in die idyllische Schweiz gezogen – zurück zu den Bünzlis mit all ihren herrlich biederen Eigenheiten.



Streng schaut er mich über seinen Brillenrand hinweg an: «Isch abgloffe», sagt er bloss. Ich nicke amüsiert: «Ich weiss. Ade, mässi.» – «Ade.» So viel zu meiner ersten Begegnung in der Schweiz. Auf mein freundliches «Grüezi!» hatte der Zollbeamte nur wortlos genickt. Dass mein Schweizer Pass abgelaufen war, wusste ich zum Glück schon. Na gut, «Welcome back!», sage ich mir grinsend und frage mich, ob es wohl stimmt, was ich allen im Ausland erzählt hatte?

Wir Schweizer seien ein grummliges Volk, würden selten lachen und uns noch seltener im Small Talk üben.

Nach der trockenen Begegnung mit dem Zollbeamten Aegerter können mir Glockengebimmel, Heidi-Fratze und Alphorngedudel im Shuttle zur Gepäckausgabe nun nichts mehr anhaben. Ganz anders einer meiner Mitreisenden: 

«Schampar doof, findi das. Eifach cheibe blöd.»

Immer schön mötzeln, das können wir gut – wie ich in diesem Artikel auch gleich selbst unter Beweis stellen werde.

Aber nicht nur: Denn insgeheim bin ich mehr Schweizer Bünzli als mir lieb ist. Darum bin ich nach zwei Jahren in New York auch wieder zurück in meine schöne, saubere, geregelte Heimat gezogen und sehe diese nun mit frischem Blick.

Brrr, Schweizer Bünzli

«Brrrr» – ob damit wohl die kühle Schweizer Mentalität gemeint ist? bild: jennifer zimmermann

Pferdeäpfel statt Hundescheisse auf der Strasse, Blätter statt Plastiksäcke an den Bäumen, Wald- statt Hausmäuse, putzige Ameisen statt widerliche Kakerlaken – die Gegensätze zu New York könnten nicht krasser sein und ich liebe sie. Nebst der Natur – von ÖV und Infrastruktur brauche ich gar nicht erst anzufangen – sind es natürlich ebenso die Menschen, die hier grundlegend anders sind. 

Ein Augenschein …

Einer meiner ersten Taten zurück im Heimatland: Ab in die Migros! Ovi Schoggi, Rösti, Käse und Brot – ich könnte die Liste endlos lange weiterführen, was mir gefehlt hat.

Mit meinem Poschtiwägeli – wer etwas auf sich hält, hat eines – spaziere ich los. Hier, im Zürcher Oberland, wo ich wohne, grüsst man sich noch auf der Strasse. «Zi … zi!», hallt es von überall her. Die letzte Silbe von «Grüezi» also, auf die man sich beschränken könne, wenn man das «Grü-e» als Fremdsprachiger nicht hinbekomme, wie mir ein ausländischer Freund einmal verriet. Ich schiele also verstohlen die vorübergehenden Passanten an, murmle «Zi!» und marschiere weiter. 

Schweizerdeutsch fühlt sich in meinem Mund noch fremd an:

Wie ein gummiger Fondue-Klumpen, der lange Fäden zieht, wenn die «Ä’s» und «Ö’s» über meine Lippen wandern.

Bild

Was gibt es Schweizerisches als diese feinsäuberlich eingeräumten Warengestelle? bild: shutterstock

Manche mir unbekannte Nachbarn manikürieren mit strengen Mienen und gesenkten Köpfen ihre Rasen. Als ich sie grüsse, schauen sie weder hoch noch erwidern sie meinen Gruss. Nur ihre Gartenzwerge scheinen mich hämisch anzugrinsen. Wenn die Nachbarn hinter ihren Gartenzäunen verschanzt sind, scheint die Regel des öffentlichen Grüssens ausser Kraft gesetzt zu sein. Ganz anders war es da in New York:

«Hey girl! You look like Sinéad O’Connor with your shaved head! You go gurrl!»

So johlten mir fremde Nachbarn ohne mein Zutun von Weitem nach.

Small Talk im Schweizer Test

Die Schweizer Nachbarn waren nicht zum Plaudern aufgelegt, so schnell gebe ich aber nicht auf. An der Kasse biete ich der älteren Dame hinter mir meine Cumulus-Punkte an. Sie freut sich sichtlich, und wir kommen auch gleich mit der Kassenmitarbeiterin ins Gespräch, die uns hinter vorgehaltener Hand verrät: «Eine Kollegin von mir wurde gefeuert, da sie ständig Cumulus-Punkte sammelte, die nicht ihr gehörten.» Wir kichern verschwörerisch. Ist der Weg zum Herzen der Schweizer etwa über Geld zu erreichen? Wie dem auch sei, es klappt mit dem Small Talk ja doch!

Eine Freundin von mir, die mit einem Iren verheiratet ist, drückte es treffend aus: «In Irland oder den USA ist das Miteinanderplaudern so natürlich wie das Atmen. In der Schweiz muss man erst die Schutzbarriere des Anderen überwinden.»

Auch das Sozialleben «passiere einfach». In der Schweiz hingegen müsse man sich oft wochenlang im Voraus verabreden, von Spontaneität keine Spur. Ich nicke und denke an meinen auf Wochen hinaus vollgestopften Terminkalender.

Schweiz, Berge, Bünzli, typisch Schweiz, Schweizer Fahne

Ein bisschen mehr Heiterkeit könnte uns Schweizern manchmal schon gut tun. bild: jennifer zimmermann

Ich verlasse den Laden und denke weiter über Schweizer Klischees nach. Vor ein paar Tagen war ich in den falschen Bus gestiegen und fragte den Busfahrer erst, wo er hinfahre, dann, ob er nicht für mich einen Umweg fahren könne. Ein Schenkelklopfer war mein Spruch zugegebenermassen nicht, aber der Fahrer war dermassen unbeeindruckt, dass bloss peinliches Schweigen folgte.

Da war aber auch der Busfahrer, dem ich gestand, dass ich ihn «kenne» seit ich 16 Jahre alt sei; er sei mein Lieblingsbusfahrer, hatte er mich doch einmal nach der letzten Fahrt doch noch an meine Station mitfahren lassen, bevor er ins Depot fuhr. Wir plauderten unbeschwert und erst beim Aussteigen wurde mir ein wenig unbehaglich zumute, als ich die Blicke der anderen schweigenden Fahrgäste bemerkte. Entzückt erzählte ich einer langjährigen Freundin die Geschichte. Sie rief erstaunt: «Das ist Mohammed! Er ist auch mein Lieblingsbusfahrer!». Die kleine, feine Schweiz, in der es doch noch so etwas wie Zwischenmenschlichkeit gibt.

Ein paar «Zi’s» und schräge Blicke von Nachbarn später bin ich wieder zu Hause. Das ist nämlich auch so eine Schweizer Besonderheit: Sich anstarren, von oben bis unten mustern, begutachten.

Mir fiel das erst auf, als mich eine Schweizer Freundin, die auch länger in New York war, darauf hinwies. Es ist wirklich unmöglich, wie durchdringend wir uns alle angaffen. Aber sprechen können wir nicht miteinander. Das hat wahrscheinlich unter anderem mit der Höflichkeitstheorie zu tun.

Unsere Art höflich zu sein, zeigt sich nämlich darin, uns gegenseitig in Ruhe zu lassen – daher auch der sehr spärlich praktizierte Small Talk. Aber neugierig sind wir dann wohl doch und mustern uns umso eingehender. Ich weiss, ihr habt es bestimmt satt, Plattitüden von New York zu hören, aber dort könnte man wirklich nackt die Strasse runterlaufen und vor sich hinsingen, und keiner würde mit der Wimper zucken. Das hat schon etwas Befreiendes.

Bild

Der «Naked Cowboy» ist jeden Tag am Times Square anzutreffen – und es kümmert niemanden.  bild: Alfred Hutter/ wikimedia

Mein Nachbar im Reihenhaus neben mir befreit sich gerade von seiner vollen Blase. Und ich dachte, New York sei laut. Als er um 23 Uhr abends dann bei einem Fussballspiel noch rumschreit wie ein Wald voll Affen, bin ich drauf und dran, bei ihm zu klingeln. Nachtruhe ist schliesslich um 22 Uhr. Um mich zu beruhigen, google ich, wie und wann ich welches Material entsorgen kann und finde alle Abgabestellen und Zeiten fein säuberlich aufgelistet. Der Bünzli in mir frohlockt. Ich ziehe meine Tigerfinken aus, lege mich ins Bett und träume von Alphornklängen, Aromat und angenehm schweigsamen Schweizern.

Aprpos Schweiz und Freiheitsgefühl: Hier darf man ÜBERALL Bier trinken. Emily freut das sehr. 

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Video: watson/Emily Engkent

Und weil wir so schweigsam sind, kommen wir ständig auf gute Gedanken: Hier 21 Schweizer Erfindungen, die allen das Leben erleichtern

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    Alle Leser-Kommentare
  • Boogie 08.05.2018 10:17
    Highlight Highlight Sorry, aber um diesen Beitrag zu schreiben muss man nicht 2 Jahre in New York gelebt haben. Die paar recht oberflächlichen Unterschiede, die hier beschrieben werden, erkennt man bereits nach einer Woche Ferien in New York oder anderswo.
  • Stromer5 08.05.2018 01:17
    Highlight Highlight Beni Thurnherr hat mal gesagt:
    Der typische schweizer Bünzli ist derjenige, welcher sagt, er sei kein typischer schweizer Bünzli.
    Wie recht er doch hat 😉
  • Pana 08.05.2018 00:34
    Highlight Highlight Interessant. Ich habe 17 Jahre lang in der Schweiz gelebt, und das "Anstarren" Phänomen ist mir nie wirklich aufgefallen. Ich meine klar, ich weiss, dass ich verdammt gut aussehe, und die Leute schauen mich gerne an. Zumindest in der Schweiz. Wait, was, nochmals. Das ist eine Schweizer Unsitte? Das hat nichts mit mir zu tun? :D
  • HeforShe 07.05.2018 21:43
    Highlight Highlight Habe 3 Jahre in London gelebt, mehrere Monate in den USA und Wochen in Deutschland. Ich vermisse die anderen Heimaten, wie ich auch die Schweiz vermisst habe. Alle haben ein bisschen mein Herz gestohlen.

    Aber zu Hause war ich erst, als ich nachts beim Haus meiner Mama ankam, die kühle Luft tief einatmete und hinauf in den dunkelblauen Himmel blickte, wo die Sterne klar funkelten.
    • jennyz 07.05.2018 22:27
      Highlight Highlight Sehr schön beschrieben, das kann ich gut nachempfinden!
  • Don Alejandro 07.05.2018 21:19
    Highlight Highlight Als jemand der 2 Semester in den USA studiert und später ein Jahr dort sowie in Südamerika gearbeitet hat; ich liebe das Bünzlitum. Ich hätte nie gedacht, dies einmal sagen zu würden, aber es ist wahr. Dennoch packt mich ab und an das Fernweh.
  • R. Klärer 07.05.2018 20:53
    Highlight Highlight Jaha, der berühmt-berüchtigte "Swiss Stare" hat schon so manchen in existenzielle Selbstzweifel gestürzt.
    Bezeichnend das Zitat aus einem Expat-Forum:

    "We've encountered countless amount of people [...] who just seem to stare at you for, what seems like, endless amounts of time. I check to see if we've got food on our face or not wearing an item of clothing...but no. They seem to want to just stare even if you end up staring back at them.
    Is it just me? Or am I going mad..."

    Wirklich eine seltsame und unangenehme Angewohnheit.
    • Ophelia Sky 08.05.2018 06:10
      Highlight Highlight Das Starren in der Schweiz ist nichts im Vergleich zu Indien. Als Westler wirst du auf 50km Entfernung bereits angestarrt. Sogar Töff-, Auto- und Busfahrer drehen sich nach dir um.
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 07.05.2018 18:32
    Highlight Highlight Dieses Angaffen ist wirklich das schlimmste in der Schweiz. Ich hasse das, seit ich klein bin. Als Kind war ich deswegen immer total verunsichert gegenüber fremden Erwachsenen. Alles Dank dieser Mentalität! Meine nicht-schweizerischen Eltern kannten das ja nicht, um es mir zu erklären. Ich habe lange gebraucht, um mich von dieser Anstarrerei nicht mehr irritieren zu lassen. Endlich klappt es und ich kann von mir sagen, ich bin ein selbstbewusster (aber eben nun merkwürdiger) Schweizer, dem das Angegaffe egal ist.
  • DerRaucher 07.05.2018 18:26
    Highlight Highlight Das mit dem Sprechen stimmt tatsächlich. Ich war auch schon 1 Jahr am Stück im Ausland und halt in den Ferien. Aber nirgendwo ist es so schwer, mit einem Menschen spontan ins Gespräch zu kommen, oder neue Freunde kennen zu lernen wie hier. In der Schweiz dauert es meist ewig bis sich ab einem gewissen alter eine Freundschaft mit einer neuen Person entwickelt. Meist sind es dann nur oberflächliche Kollegen.
  • cbroenni 07.05.2018 17:55
    Highlight Highlight Nun gut, wo sich alle kennen oder zumindest immer wieder über den Weg laufen, hat Small Talk einen anderen Stellenwert. Zur Strafe, dass man sich darauf eingelassen hat, setzt sich die Person fortan im ÖV hartnäckig neben einen und labert den neugewonnen Bekannten zu - auch wenn dieser darauf absolut keinen Bock hat. Natürlich kann man dies abstellen, was wiederum eine andere Geschichte wäre...
  • Barracuda 07.05.2018 17:51
    Highlight Highlight Halt das, was schon hunderte genau gleich berichtet haben, die nach Jahren aus der Big City zurückkehrten. Nix Neues. Aber dass dem Ami heuchlerischer, unverbindlicher und verlogener Smalltalk näher ist als respektvolle Distanz, ist bekannt. Und währenddem dich der Schweizer Zollbeamte halt mit einem eher emotionslosen angedeuteten Kopfnicken durchwinkt, wird man in den USA zuerst immer als potentieller Terrorist angeschaut. Und wenn man dann seitenweise idiotische und sehr persönliche Fragen beantwortet hat, gibt's vielleicht ein anerkennendes Nicken. Jedem das seine...
  • nukular 07.05.2018 17:20
    Highlight Highlight Ich war selber 4 jahre in wien... Wäre gerne dort geblieben, aber die beruflichen aussichten haben mich mal vorübergehend in die schweiz zurückgezogen... Und ich gebe dem artikel voll und ganz recht... Wir schweizer sollten es einfach mal chilliger nehmen... Bevor ich nach wien ging war ich sicher auch so, aber dieses schwiizer bünzli getue nervt mich extrem...
    • Fichtenknick 07.05.2018 17:53
      Highlight Highlight Ich wette jetzt mal, dass du die Blitze von denen kriegst, die nie selbst im Ausland waren. Ich selbst war 6 Jahre lang Auslandschweizer und kann dir nur zustimmen.
    • flugi777 08.05.2018 12:30
      Highlight Highlight Ich war nicht über längere Zeit im Ausland, aber mir geht das politische korrekte der schweizer im Alltag mega auf die Nerven. Sehr oft wollte ich schon sagen "Säg wasd wetsch säge" oder "Was wotsch?"...immer dieses um den heissen Brei rumreden..und das eeewig im Voraus planen finde ich auch mühsam. Ich mag es zudem nicht dass man hier nicht wild drauf los quatschen kann wie in anderen Ländern. So, genug gemotzt. Ansonsten mag ich die CH gerne...
    • nukular 08.05.2018 17:27
      Highlight Highlight Ja, von wem sind denn die blitze?^^... Geht mal ins ausland, man kommt zu 300% mit einer andern einstellung in die CH zurück..positive sowie negative ansichten...
  • Majoras Maske 07.05.2018 17:13
    Highlight Highlight Was mir nach meinem Afrika-Aufenthalt vor allem aufgefallen ist, wie einsam wir durch unsere leeren Strassen gehen...
  • Ohniznachtisbett 07.05.2018 16:39
    Highlight Highlight "Wir Schweizer seien ein grummliges Volk, würden selten lachen und uns noch seltener im Small Talk üben."

    In meinem Umfeld hat es kaum grummlige Leute und wir haben immer viel zu lachen.
  • LU90 07.05.2018 16:39
    Highlight Highlight Irgendwie erinnert mich die Autorin an das (ein bisschen Spass muss sein)
    Benutzer Bild
    • jennyz 07.05.2018 21:22
      Highlight Highlight Den find ich auch gut :) Nur mit dem Unterschied, dass ich den Schweizer- und dem Ami-Pass habe – und darum selbstredend umso cooler bin.
    • exeswiss 08.05.2018 02:34
      Highlight Highlight @jennyz ist 2x steuern zahlen wirklich so super? :P
    • one0one 08.05.2018 09:43
      Highlight Highlight Wer nimmt freiwillig den US Pass? Und ich liebe New York. Habe selbst lange dort gelebt.
      Hast du den genommen um anstaendig arbeiten zu koennen? Arbeiten war fuer mich extrem muehsam respektiveb sehr schlecht bezahlt.
      Cheers
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knety 07.05.2018 16:01
    Highlight Highlight Ein super Artikel der leider viel zu früh zu Ende ging.
  • boexu 07.05.2018 16:00
    Highlight Highlight Small Talk ist doch Zeitverschwendung. Und geheucheltes Interesse finde ich viel schlimmer als offensichtliches Desinteresse.
    • Der Vogel 07.05.2018 17:43
      Highlight Highlight 😂meine worte.
      Immer dieses „Hey tschau, wie häsch?“ als würde es irgendjamanden wirklich interessieren..
    • KeineSchlafmützeBeimFahren 07.05.2018 18:34
      Highlight Highlight Und desinteressiert angaffen ist keine Zeitverschwendung? 😂
    • HeforShe 07.05.2018 21:57
      Highlight Highlight Um es mit den Worten von Billy Connolly zu sagen - nicht zitiert, aus dem Gedächtnis:

      I’d rather have someone say ‘Have a nice day!’ and not mean it than ‘Fuck off!’ and mean it.

      Wer ihn jetzt googelt: Die Furzanekdote ist furchtbar albern, aber ich schmeiß mich trotzdem weg. 🙈
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yippie 07.05.2018 15:40
    Highlight Highlight Ist irgendwie schon witzig, wie sich die kleinen Unterschiede bemerkbar machen, wenn man nach einem längeren Auslandsaufenthalt zurückkommt. Aber spätestens nach zwei Wochen ist man wieder voll ins Bünzlitum eingegliedert :)
    • Jim_Panse 08.05.2018 17:51
      Highlight Highlight Das stimmt. In 2 Wochen bist du wieder depressiv wie wir alle und wunschlos unglücklich. Aaaaaah Schweiz!
  • salamandre 07.05.2018 15:36
    Highlight Highlight ...aber eine Meisterfeier auf dem Bundeshausbalkon geht dann doch ein wenig zu weit
    • Platonismo 07.05.2018 17:21
      Highlight Highlight Wieso? Ist der Bund etwa Meister geworden? Ist nicht Euer Balkon, sorry gäll.
  • N. Y. P. D. 07.05.2018 15:30
    Highlight Highlight Das ist nämlich auch so eine Schweizer Besonderheit: Sich anstarren, von oben bis unten mustern, begutachten.

    Und die Leute merken es nicht mal, das sie starren.

    Ich fahre seit ewig Rennrad. Aber bis heute checke ich etwas nicht.
    Wenn Herr oder Frau Bünzli, oder auch Rennvelofahrer, auf der anderen Strassenseite entgegenkommt, starren sie manchmal solange rüber bis deren Kessel 90° übernatürliches Drehen aufweist.

    Als ob ein Ausserirdischer gerade das Erste Fahrrad im Universum auf Mutter Erde spazieren führt.

    In Spanien kommen diese 90° - Abknicker nicht vor.
    • NotWhatYouExpect 07.05.2018 15:56
      Highlight Highlight Kann es sein, dass du Nackt auf dem Fahrrad sitzt?

      Mir ist sowas noch nie aufgefallen....
    • 's all good, man! 07.05.2018 16:21
      Highlight Highlight Jep! Dieses Starren ist wirklich eine Saumode, die ich nicht verstehen und nicht ausstehen kann. Tanzt einer mal aus der Reihe - und sei es nur ein lauter Nieser im Tram - wird mit dem, wie ich immer sage, «Schweizer-Vernichtungsblick» knallhart zu Tode gestarrt.

      Und als Läufer geht es mir oft auch so. Soweit ich weiss, habe ich nix wirklich aussergewöhnliches an mir ausser einer etwas krummen Nase. Ich sehe nicht, was es da immer zu starren gibt. Aber versuchen wir es einfach mal andersrum: wohl sehen wir beim Sport ausüben einfach derart toll aus, dass sie nicht anders können. 😛
    • N. Y. P. D. 07.05.2018 17:04
      Highlight Highlight @'s all good, man!

      und mit einem Zungen-Schnalzen begleitet..im Tram

      @NotWhatYouExpect

      Nein, nicht nackt. Socken und Veloschuhe..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Beat Galli 07.05.2018 15:26
    Highlight Highlight Kann froh sein, dass wir eben nicht sind, wie sie schreibt.
    Am Ami Zoll wär sie mit abgeloffenem Pass nirgens hin gekommen.
    • Toerpe Zwerg 07.05.2018 15:44
      Highlight Highlight Als Tourist vielleicht nicht, als Ami aber schon.
    • NewYorker 07.05.2018 17:42
      Highlight Highlight Jeder kann mit abgelaufenem Pass in sein Heimatland einreisen. Ist ja nicht so, dass die Staatsbürgerschaft dadurch abgelaufen ist... Und was die grimmigen Passschalterbeamten betrifft - in den USA sind sie grimmig wie sonst nirgendwo! Beispiel Einreise JFK: Auf eine -liebgemeinte- Smalltalk-Frage einmal, woher er denn komme, antwortete er giftig: I'm the one asking questions here...
    • Toerpe Zwerg 07.05.2018 21:32
      Highlight Highlight Auch schon anders erlebt. Ich alleine mit dem damals 10 Monatigen Sohn am JFK eingereist.

      What are you doing in the States alone with your son?

      Visiting Friends in Boston.

      Where is your son's mother?

      At home working.

      Well done! Welcome to NYC.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Telomerase 07.05.2018 15:22
    Highlight Highlight Die Definition des neuen, urbanen Bünzlitums ist, sich als offener Weltenbürger zu fühlen und sich über das alte Bünzlitum herabzulassen;
    z.B. Offenheit gegenüber anderen Wertevorstellungen zu predigen, aber sich gleichzeitig über die Gartenzwerge in Nachbars Garten lächerlich zu machen.
    • Raphael Stein 07.05.2018 15:29
      Highlight Highlight Telomerase, hat was.

      Aber wer sucht der findet.
      Auch wenn er oder sie lange suchen müssen.



    • rauchzeichen 07.05.2018 16:20
      Highlight Highlight zwischen lächerlich machen und ironischen sprüchen liegen welten. nicht definierbare, dafür reale...
  • lilie 07.05.2018 15:19
    Highlight Highlight Ein Hoch auf die Bünzlischweiz! Ein Hoch auf unsere Verkorkstheit! Aufs Motzen und Pfuuscht im Sack! Auf Ordnung und Sauberkeit (und alles vom vorherigen Satz, falls nicht)!

    Aber wir können auch anders: Während ich das schreibe, haben mehrere Fahrgäste einer alten Dame beim Einsteigen in den Bus geholfen.

    Geht also schon, wenns denn sein muss!

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