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Aargauer Kioskbesitzer zeigt nach Einbruch Mitleid: «Die müssen noch viel lernen»

Ein Kioskeinbruch haut den Betreiber längst nicht mehr aus den Socken. Er geht von einem dummen Bubenstreich aus und kann den Einbrechern gar nicht richtig böse sein.

Barbara Vogt / az Aargauer Zeitung



Profis seien da nicht am Werk gewesen, findet Kioskbesitzer Theodor Brupbacher aus Gontenschwil. «Eher Dilettanten», sagt er. «Als ich die eingebrochenen Fenster an der Eingangstüre sah, konnte ich nicht anders als lachen.» In der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag versuchten vier Jugendliche, zwei Frauen und zwei Männer zwischen 19- und 22-jährig, in Brupbachers Kiosk beim WSB-Bahnhof Gontenschwil einzubrechen.

Ein Beil sollte den vier Jugendlichen genügen, um eine Türe des Kiosks Richtung der Zuggeleise zu öffnen und sich so Zugang ins Rauminnere zu verschaffen. Es war ein kläglicher Versuch: Wohl schlugen die Jugendlichen mit ihrem Werkzeug zwei Scheiben der Türe ein und konnten so ihre Hand hindurchstrecken

. Doch öffnen liess sich die Türe dadurch nicht, weil diese nach einem kürzlich erfolgten Einbruch gar keinen Türdrücker mehr hatte und kein Schlüssel mehr im Türschloss steckte. «Und durch die kleinen, kaputt geschlagenen Fensterlöcher konnten die Diebe auch nicht einsteigen», sagt Theodor Brupbacher kopfschüttelnd. «Die müssen noch viel lernen.»

Bild

Theodor Brupbacher zeigt auf die kaputt geschlagenen Fensterscheiben in seinem Kiosk bei der WSB.
bild: az

Zigaretten und Geld weg

Theodor Brupbacher erschüttert sowieso nichts mehr so schnell: Als Kioskbetreiber hat er schon zwei Einbrüche erlebt: In seinem Kiosk in Reinach tauchte mitten am helllichten Tag ein Dieb mit einer Pistole auf. Brupbacher musste auch damals lachen, als der Täter mit seiner Pistole vor ihm stand.

Worauf dieser mehr beleidigt als erfolgreich davon zottelte. «Mit meiner Reaktion habe ich den Typen verunsichert und er fand die ganze Aktion wohl auch blöd.» Aber schliesslich wisse ja man nie, ob diese Pistolen echt oder unecht seien, so Brupbacher.

Beim zweiten Einbruch in seinen Kiosk beim Bahnhof Gontenschwil waren Profis am Werk. Sie stahlen Zigaretten, was das Zeug hielt und plünderten die Kasse bis auf den letzten Cent. Immerhin hätten sie den Raum schön aufgeräumt verlassen, sagt Theodor Brupbacher. Seit diesem Einbruch ist dieses Türschloss ausgewechselt worden. Bloss die Angestellten der WSB könnten diese Türe noch bedienen.

Betreiber und Kunden betreten den Kiosk durch eine andere Tür. Irgendwie kann Brupbacher den vier Jugendlichen gar nicht böse sein: «Als wir jung waren, hatten wir auch Bubenstreiche im Kopf. Nur erhielten wir nicht so schnell eine Anzeige wie heute.» Wäre es nach ihm gegangen, hätte er die Polizei nach dieser Tat gar nicht informiert, sondern das Ganze auf sich beruhen lassen.

Frau sah Jugendliche herumstrielen

Die Polizei wurde dennoch eingeschaltet, und zwar von einer Drittperson, die den Vorfall beim Gontenschwiler Kiosk mitten in der Nacht beobachtet hatte. Im Verlauf des Samstags konnte die Kantonspolizei Aargau die vier Täter ermitteln. Es handle sich um junge Schweizer, die im Grossraum Aarau wohnen, sagt sie. Einer komme aus dem Solothurnischen. Sie hätten die Tat allesamt gestanden und müssten jetzt für den entstandenen Schaden aufkommen.

Zuvor jedoch hatte eine andere Person den Vorfall in der Tatnacht beobachtet: Eine Frau, die in der Nähe des WSB-Bahnhofs wohnt, schaute aus lauter Gewohnheit nach Mitternacht, bevor sie zu Bett ging, aus dem Fenster und sah vier junge Menschen die Dorfstrasse hinuntergehen.

«Sie trugen Rucksäcke und lungerten um den Bahnhof herum», erzählt sie. Das sei nichts Aussergewöhnliches, Jugendliche würden sich nachts oft da herumtreiben. Ihr fiel jedoch auf, dass die Nachtschwärmer hinter den Bahnhof verschwanden und einer von ihnen hin und wieder um die Ecke «gügselte».

Zu diesem Zeitpunkt sei es ihr gar nicht in den Sinn gekommen, dass die vier etwas im Schilde führen könnten. Als sie gestern Morgen aber in der Zeitung vom versuchten Einbruch las, wurde ihr sofort klar: Das müssen sie gewesen sein. «Ob der eine Junge hinter der Ecke wohl Schmiere gestanden hatte, während die anderen sich an der Kiosktür zu schaffen machten?», fragte sich die Anwohnerin.

(aargauerzeitung.ch)

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