Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Das Kernkraftwerk Muehleberg an der Aare bei Bern am Donnerstag, 9. August 2012. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

AKW Mühleberg. Die Temperatur der Aare ist in den vergangenen Tagen mehrmals über 20 Grad gestiegen. Bild: KEYSTONE

Hitze dauert an: AKW Mühleberg muss Leistung wegen warmer Aare drosseln



Die Hitzewelle hat Folgen auch für das Atomkraftwerk Mühleberg. Wegen der ungewöhnlich warmen Aare haben die AKW-Betreiber die Leistung gedrosselt.

«Seit Donnerstagvormittag wird das Kernkraftwerk Mühleberg mit einer um fünf Prozent reduzierten Leistung betrieben», erklärte BKW-Sprecherin Sabrina Schellenberg auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Situation werde regelmässig analysiert und die Leistung den Veränderungen der Aaretemperatur angepasst.

Aare knackte in Bern die 22-Grad-Marke

Das Wasser der Aare wird zur Anlagekühlung gebraucht. Ab einer Aaretemperatur von über 20,5 Grad im Tagesmittelwert reduziert das AKW Mühleberg die Leistung der Anlage, um die Wasserkonzession einzuhalten.

Die Temperatur der Aare ist in den vergangenen Tagen mehrmals über 20 Grad gestiegen. In der Stadt Bern wurde am Mittwoch sogar die 22-Grad-Marke geknackt, was für den Monat Juni sehr ungewöhnlich ist.

Auch Beznau-Betreiber verfolgen Lage

Auch das AKW Beznau im aargauischen Döttingen wird mit Wasser aus der Aare gekühlt. «Wir verfolgen die gegenwärtige Entwicklung und werden falls nötig die entsprechenden Massnahmen treffen», sagte Antonio Sommavilla, Mediensprecher des Energiekonzerns Axpo, auf Anfrage.

Geringfügige Leistungsreduktionen könnten aufgrund zu hoher Kühlwasseraustritts-Temperaturen bei Bedarf im Tagesverlauf vorgenommen werden. Bis Donnerstagmittag gab es noch keine Leistungsreduktion.

Das AKW Beznau ist gemäss geltenden Konzessionen verpflichtet, die Leistung zu reduzieren, wenn die Temperatur des eingeleiteten Kühlwassers in die Aare den Grenzwert von 32 Grad Celsius erreicht.

Auf der Aareinsel in Döttingen produziert einzig der AKW-Block 2 Strom. Der Block 1 steht seit März 2015 still.

Hitze dauert an

Die Hitze in der Schweiz dauert einstweilen an. Die vergangene Nacht dürfte für viele nicht wirklich erholsam gewesen sein. Die Temperaturen sanken zum Teil nicht unter 20 Grad.

«Es kann gut sein, dass es in einem Hochhaus im fünften Stock heisser ist als im ersten.»

Auch in den nächsten zwei Nächten bleibt es heiss. Eine Nacht zum Durchlüften und Abkühlen gebe es erst auf Sonntag oder Montag, sagte Meteorologe Giordano Alexander von MeteoSchweiz. Am Donnerstag und Freitag werden durch den Tag Höchsttemperaturen bis zu 35 Grad erwartet. Ab Samstag gehen die Temperaturen leicht zurück. MeteoSchweiz rechnet mit Temperaturen von etwa 30 Grad.

Wassertemperatur in Schweizer Seen

Bild

Quelle: Meteonews

An einigen Orten gab es vergangene Nacht sogar eine Tropennacht. Etwa in Zürich Fluntern, auf der Lägern oder in Gersau im Kanton Schwyz sank die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius.

Paradoxerweise sei dies vor allem in erhöhten Lagen der Fall, so Giordano. Denn die Luft kühle sich vom Boden ab. «Es kann gut sein, dass es in einem Hochhaus im fünften Stock heisser ist als im ersten», sagte der Meteorologe. (whr/sda)

So schön kann Erfrischung aussehen – 68 kühle Träume für heisse Tage

Nirgends ist es so heiss wie bei uns – und die User schwitzen!

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Grossveranstaltungen ab Oktober wieder erlaubt

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mantarochen 22.06.2017 14:10
    Highlight Highlight Schock! Im heissen Sommer plötzlich noch ein AKW, was gedrosselt wurde, Ventilatoren fallen aus, Klimaanlagen sind tot, das Stromnetz ist chronisch überlastet. Wann braucht es mehr Strom als jetzt?
  • Ein Freigeist 22.06.2017 13:14
    Highlight Highlight Die Lösung ist: Ausschalten wie alle anderen AKW's. Die Technologie ist seit sie besteht - defizitär.
    • Mantarochen 22.06.2017 18:53
      Highlight Highlight Naja erst müssen jetzt mal andere Energiearten gebaut werden oder mehr gefördert werden. Beznau kann natürlich zu bleiben.

Es wird heiss! Bund erlässt Warnung für das Tessin

Der Bund hat für Samstag eine Hitzewarnung für die Alpensüdseite erlassen. In den übrigen Regionen ist noch keine Warnung nötig, weil es hier derzeit eher zu trocken ist, wie es am Freitag bei MeteoSchweiz auf Anfrage hiess.

Die Hitzewarnung für den Kanton Tessin gilt, weil der Hitzeindex, der die Temperaturen und die relative Feuchtigkeit in Beziehung zueinander setzt, drei Tage in Folge über 90 steigt (Hitzewarnung Stufe 3). Ob Hitzewarnungen für Teile der Deutschschweiz, das Wallis oder die …

Artikel lesen
Link zum Artikel