Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Gewinner Robin Roeoesli am Wunsch Schloss Event der von dem Swiss Venture Club und StrategieDialog21 organisiert wird, fotografiert am Mittwoch, 13. September 2017, im Schloss Thun in Thun. (PPR/Manuel Lopez)

Robin Röösli darf sich auf Schloss Thun als Sieger feiern lassen. Bild: KEYSTONE

«Auslandssemester» für Lernende: Die Idee eines Studenten hebt ab



An Hochschulen sind Aufenthalte im Ausland seit langem üblich. Heutzutage ist es für Studierende fast schon Pflicht, mindestens ein Semester in einem anderen Land zu absolvieren. Auch an Fachhochschulen und Gymnasien gibt es entsprechende Programme. Wer hingegen eine Berufslehre macht, konnte bislang nur in Ausnahmefällen ein ähnliches Angebot beanspruchen.

Ein junger Aargauer will dies ändern. Robin Röösli aus Freienwil hat selber eine Banklehre gemacht. Heute studiert er Betriebswirtschaft an der Universität St.Gallen. Letztes Jahr nahm Röösli am Ideenwettbewerb Wunsch-Schloss teil mit dem Vorschlag, die Berufslehren durch länderübergreifende Projekte und Auslandseinsätze den Herausforderungen der Globalisierung anzupassen.

Damit schaffte es der Wirtschaftsstudent nicht nur in die Top 10, die ihre Idee letztes Jahr auf Schloss Thun vorstellen durften. Robin Röösli überzeugte die Jury und die rund 160 Gäste dermassen, dass sie ihn zum Sieger wählten. Mit dieser Auszeichnung verbunden ist jeweils ein Treffen mit den Generalsekretären der grossen Schweizer Parteien.

Treffen mit Schneider-Ammann

Für Röösli war die «Reise» damit nicht zu Ende. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen und SP-Ständerat Hans Stöckli ermöglichten ihm ein Treffen mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Dem Wirtschaftsminister ist die Berufslehre ein grosses Anliegen. Er vermittelte Röösli den Kontakt zum  Technologiekonzern ABB.

Die Anschubhilfe aus Bundesbern trägt nun Früchte: Am nächsten Montag darf Robin Röösli seine Projektidee bei der ABB-Geschäftsleitung vorstellen, wie er im Gespräch mit watson erklärte. Auch der Kanton Schaffhausen und die Berner Gemeinde Steffisburg haben bei ihm ihr Interesse an einem Pilotprojekt angemeldet, das Lernenden einen Auslandsaufenthalt ermöglichen soll.

Projekt in New York

Ein Highlight steht im Sommer an: Röösli wird in New York ein Projekt für die Noser Young Professionals AG aufbauen. Sie ist das Kompetenzzentrum für Aus- und Weiterbildung der Firmengruppe des Zürcher FDP-Ständerats und IT-Unternehmers Ruedi Noser. «Letztes Jahr gab es bereits ein Pilotprojekt in New York, das aber nur kurze Aufenthalte vorsah», erzählt Röösli.

Wunsch-Schloss 2018

Das diesjährige Wunsch-Schloss ist dem Thema Digitalisierung gewidmet. Gesucht sind Ideen, wie sie für uns alle zur Chance wird. Ideen können noch bis 14. Mai unter www.wunsch-schloss.ch eingereicht werden. Eine Jury wählt die zehn besten Ideen aus, die am 28. August auf Schloss Thun präsentiert werden. Der Sieger oder die Siegerin erhält ein Treffen mit den Generalsekretären der grossen Parteien und ein Ticket für einen Flug um die Welt.

Das eigentliche Projekt sieht vor, dass Lernende der Noser-Gruppe ab September für drei bis vier Wochen in einem New Yorker Unternehmen arbeiten werden. Das Pilotprojekt zeigt, dass Röösli mit seiner Idee nicht ganz allein war. Tatsächlich gibt es bereits verschiedene Programme, die Austausch und Mobilität im Bildungsbereich fördern, etwa die Agentur Movetia in Solothurn.

Auch bei ABB können Lernende einen Teil ihrer Ausbildung in Schweden absolvieren. «Diese Möglichkeit war bisher den besten vorbehalten», sagt Röösli, der als Vizepräsident der Aargauer Jungfreisinnigen auch politisch aktiv ist. Er will, dass möglichst viele Absolventen einer Berufslehre eine solche Option erhalten. Einen persönlichen Nutzen will er auch daraus ziehen: Robin Röösli plant, seine Bachelorarbeit über die preisgekrönte Wunsch-Schloss-Idee zu verfassen. (pbl)

Das könnte dich auch interessieren:

Spaniens La Liga startet am 11. Juni wieder

Link zum Artikel

Sechs neue positiv Getestete im Kanton Zürich – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AFS SUI 11.05.2018 09:27
    Highlight Highlight AFS Interkulturelle Programme Schweiz sendet seit 1991 Lernende ins Ausland - in die gleichen Programme wie Gymnasiasten. Nur fehlt oft bei Lehrfirmen der Mut, solche Programme einzuführen (dabei ist es auch Sicht von denjenigen, die es bereits tun, recht einfach). Und: Es gibt immer mehr, die den Schritt wagen... :-). Nach der Lehre ist kompliziert, es gibt Visa- und Arbeitsbewilligungen, etc. Während der Lehre ist am einfachsten, allerdings nicht wenige Wochen arbeiten, sondern ein Jahr in eine High School. Da schaffen Schweizer Lernende... seit 1991.
  • Konstruktöhr 10.05.2018 20:29
    Highlight Highlight Ich schliesse in den nächsten Wochen meine Ausbildung als Konstrukteur bei libs/ABB ab. Von unserem Jahrgang konnte 1/10 für gerade mal 3 Wochen nach Schweden. Ich und viele meiner Mitlernenden hätten gerne auch längere Zeit im Ausland verbracht, das müssen wir wohl in der FH nachholen. Für einen solchen Auslandaufenthalt habe ich die Kantischüler immer beneidet. Problem ist wohl unser Bildungssystem, welches im Ausland nicht bekannt ist, ABB intern wird das ganze Wohl bald stark ausgebaut, da in letzter Zeit viel in die Ausbildung investiert wird.
  • lilie 10.05.2018 20:01
    Highlight Highlight Das ist höchste Zeit.

    Überhaupt verstehe ich eigentlich nicht, warum man eine Lehre unbedingt in nur einem einzigen Betrieb abschliessen muss. Es wäre sicher eine Bereicherung, wenn Lehrlinge nach dem ersten oder zweiten Jahr in einen anderen Betrieb wechseln könnten.

    So könnten sogar mehr Lehrstellen geschaffen werden!
    • Bowell 11.05.2018 07:25
      Highlight Highlight Wenn ein Lehrling bei drei Betrieben arbeitet werden m.M.n. Lehrstellen blockiert. Es muss schon trotz allem irgendwie möglich sein eine gewisse Routine zu entwickeln. Sonst bringt die Ausbildung nichts.
    • lilie 11.05.2018 09:28
      Highlight Highlight @Bowell: Nein, das glaube ich nicht, ganz im Gegenteil.

      Da es dann möglich wäre, einen Lehrling nur für 1 oder 2 Jahre auszubilden und dann "weiterzureichen", werden Firmen, die bisher keine Lehrstellen anbieten konnten, weil sie zu klein oder zu spezialisiert waren, neue Lehrstellen schaffen können.

      Ich bin überzeugt, es könnten viel mehr Lehrstellen geschaffen werden mit einem solchen Modell.
  • zialo 10.05.2018 18:32
    Highlight Highlight In Europa gibt es das schon lange. Als Teil von Erasmus. Wurde in der Schweiz wahrscheinlich von den gleichen Kreisen nicht umgesetzt, die jetzt die Idee von Herrn Röösli feiern: Johann Schneider en Panne und seine Vorgänger.
  • JackMac 10.05.2018 18:15
    Highlight Highlight Haben wir vor 35 Jahren schon diskutiert und zum Teil auch gemacht.
  • Hüendli 10.05.2018 16:56
    Highlight Highlight Ich habe meine Lehre in einem weltweit tätigen Familienunternehmen gemacht. Dort ist es schon seit zig Jahren selbstverständlich, dass Lehrlinge nach der Ausbildung ein bis zwei Semester in eine Auslandniederlassung können - und zwar nicht nur die Besten und nicht nur Büroberufe 👍
    • phreko 10.05.2018 19:35
      Highlight Highlight "Nach" der Ausbildung...
    • eska 10.05.2018 20:32
      Highlight Highlight Bei der Bühler AG in Uzwil dürfen die Lernenden schon seit über zehn Jahren während der Lehre 3-6 Monate im Ausland arbeiten. Automatiker, Anlagen- und Apparatebauer, Konstrukteure, Polymechaniker, KV, Informatiker können nach 🇧🇷 , China🇨🇳, Deutschland🇩🇪, USA🇺🇸, Südafrika🇿🇦 oder Indien🇮🇳.
    • Fabian_84 11.05.2018 06:16
      Highlight Highlight Was gibt es denn in einem Finanzinstitut ausser Büroberufen noch?
    Weitere Antworten anzeigen

Interview

«Der Lockdown zeigt: Der Staat hat immer noch das Familienmodell der 50er-Jahre im Kopf»

Die Eltern leiden während des Lockdowns besonders – das zeigt eine Umfrage des Schweizer Elternkomitees. Viele arbeiten abends und am Wochenende. Denn während Kinderbetreuung und Homeschooling noch der Arbeit nachzugehen, sei praktisch unmöglich, sagt Stephan Germann vom Elternkomitee im Gespräch.

Herr Germann, Sie haben selber Kinder, wie organisieren Sie sich derzeit?Stephan Germann: Glücklicherweise konnten meine Frau und ich beide unser Arbeitspensum auf 50 Prozent reduzieren. So können wir uns die Kinderbetreuung aufteilen. Ich kann die Zeit, in der ich nicht arbeite, aufschreiben. Sie werden als Pflegetage gerechnet, wie wenn das Kind krank wäre, und ich bekomme den vollen Lohn. Das ist aber meines Wissens eher ein Einzelfall.

Wie sieht es bei anderen Familien aus?Es ist sehr …

Artikel lesen
Link zum Artikel