Schweiz
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Severin Schwander, Schwinger, Denis Zakaria, Fussballer bei Young Boys Bern, und Franziska Widmer, Kanufahrerin, von links, fotografiert waehrend der Brevetierung der Absolventen der Spitzensport Rekrutenschule, am Freitag, 3. Februar 2017, in Magglingen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Rückenweh und Anpassungsprobleme zwangen manche Rekruten zum Abbruch. Bild: KEYSTONE

335 Rekruten warfen den Bettel schon in der ersten Woche hin – das sind die Gründe dafür

Rund 7700 Rekruten rückten Anfang Juli in die Sommer-RS ein. Inzwischen haben über dreihundert von ihnen der Armee schon wieder den Rücken gekehrt. Das sind die Gründe dafür.



In der Panzerschule in Thun sind in der ersten Woche der Sommer-RS 29 Rekruten wieder abgereist. Fast gleich viele packten an den Infanterie-Standorten in der Ostschweiz ihre Siebensachen. Und in Freiburg warfen 39 Personen den Bettel hin.

Alles in allem sind 335 Rekruten in der ersten Woche aus dem Armeedienst ausgeschieden, wie das Verteidigungsdepartement VBS auf Anfrage von watson mitteilt. Von den 7668 Rekruten, die Anfang Juli in die Sommer-RS eingerückt sind, standen am darauf folgenden Montag also nur 7333 wieder auf der Matte.

Das sind die Gründe für die Abgänge:

Psyche oder Körper machen nicht mit: Minus 249 Rekruten

Dass jemand die Rekrutenschule abbreche, könne verschiedene Gründe haben, sagt VBS-Sprecherin Delphine Allemand. Am häufigsten seien «Probleme im Bereich des Bewegungsapparats», beispielsweise Verletzungen oder Rückenbeschwerden, und im Bereich der Psyche, etwa «Anpassungsstörungen». In manchen Fällen führe auch eine Kombination aus psychischen und somatischen Problemen zur Entlassung aus der RS. 

Insgesamt 249 der Abgänge in der ersten Woche wurden als medizinische Entlassungen abgebucht. Meist handle es sich um Probleme, «welche zwischen Rekrutierung und RS-Start neu oder mindestens intensiviert aufgetreten sind», so Allemand weiter. In solchen Fällen könne der Rekrut die RS «aktuell» nicht absolvieren. Eine medizinische Entlassung sei aber nicht gleichbedeutend mit MIlitärdienst-Untauglichkeit.

Familiäre oder andere Probleme: Minus 82 Rekruten

In insgesamt 82 Fällen warfen Rekruten den Bettel in der ersten Woche aus «administrativen Gründen» hin, wie die Statistik weiter verrät. Darunter fallen etwa «familiäre Probleme», aber auch Terminkonflikte mit dem Studium, so Sprecherin Allemand.

Der Zivildienst lockt: Minus 4 Rekruten

Die bei Sicherheitspolitikern gefürchteten Übertritte in den Zivildienst waren bislang nur in einer Handvoll Fälle der Grund, warum ein Rekrut seine Uniform an den Nagel hängte. Vier Personen wurden in der ersten RS-Woche in den Zivildienst entlassen.

Diese Zahl dürfte in den nächsten Wochen allerdings noch steigen: In den letzten Jahren verabschiedeten sich jeweils rund 500 Personen während der RS in Richtung Zivildienst. Wie es bei der zuständigen Vollzugsstelle für den Zivildienst auf Anfrage heisst, stellten während der laufenden Sommer-RS bisher 128 Rekruten Gesuche für einen Wechsel – diese gilt es nun zu beantworten.

Noch viel grösser ist in der Regel jedoch die Zahl der Personen, die bereits vor der Rekrutenschule in den Zivildienst wechseln oder das Gesuch erst danach einreichen. Nur rund jeder zehnte Gesuchsteller wird während der RS zum «Abschleicher».

Bild

quelle: geschäftsbericht zivildienst 2016

Armeechef über das Militär: «Wo sehen Sie da die Attraktivität?»

Mehr zum Thema: So will die Politik den Wechsel in den Zivildienst unattraktiver gestalten

«Benutzt euer Gehirn! F***!»

Video: watson/Luki Bünger, Emily Engkent

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