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«Das ist Krieg gegen die Polizei!» – Reaktionen auf die Krawalle in Bern

«Das ist Krieg gegen die Polizei!» – Reaktionen auf die Krawalle in Bern

27.02.2017, 12:1927.02.2017, 15:20
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Der Streit zwischen den Berner Besetzern und der der Polizei eskalierte am Samstagabend: Die dritte Kundgebung der linksautonomen Szene endete mit einem brennenden Lieferwagen und mindestens einem Dutzend verletzten Personen.

Während der neue Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried sowohl den Einsatz der Polizei verteidigt als auch die erneut heftig kritisierte Reitschule in Schutz nimmt, sparen Politiker, Polizeivertreter und Presse nicht mit reisserischen Worten.

«Lust am Krawall»

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Für «Bund»-Kommentator Patrick Feuz zeigen die Ausschreitungen nichts anderes als die «Lust am Krawall und Freude an der Action». Es gebe keine Lehren aus diesem «Gewaltwochenende» zu ziehen, es sei zudem absurd, in einer rot-grünen Stadt wie Bern, wo die autonome Reitschule ein etablierter Kulturbetrieb sei, alternative Wohnformen möglich seien und Beamte bei der Zwischennutzung leerstehender Häuser behilflich seien, Gewalt mit dem Wunsch nach mehr Freiraum zu legitimieren.

«Bern brutal, Krawall total»

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Die Krawalle in Bern besetzen sowohl Titelseite als auch die Doppelseite 2/3 des «Blick». Besonders prominent: Die Stimme des Polizeiverbandes. Dieser spricht von einer «neuen Dimension von Gewalt». Im Artikel kommen Politiker und Polizeivertreter zu Wort, Überschrift: «Krawallhauptstadt Bern». Zitiert wird auch der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause, der, was solche Einsätze anbelangt, als Hardliner bekannt ist: «Das ist kein Berner Problem.»

«Schaden in engen geografischen Grenzen»

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Adrian Zurbriggen, stellvertretender BZ-Chefredaktor benutzt weniger martialische Worte:  Der Schaden habe sich, zumindest geografisch, in Grenzen gehalten, schädlich sei das Ganze vor allem für die Reitschule, deren Vorplatz als ein «Abenteuerspielplatz für wohlstandsverwahrloste Spätpubertierende» sei. Von der Regierung fordert Zurbriggen, eine klare Grenze zu ziehen zwischen illegalen Besetzungen und legalen Zwischennutzungen. Ersteres sei in jedem Fall zu ahnden.

«Linksextreme Terroristen»

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Auch die Forderung der Jungen SVP, die Reitschule müsse nun definitiv geschlossen werden, liess nicht lange auf sich warten: Am Sonntag veröffentlichte die Jungpartei unter der Ägide von Nationalrat Erich Hess ein Pamphlet gegen die Kulturinstitution. Die Krawallmacher bezeichnet die JSVP als «linksextreme Terroristen», die die Gewaltspirale in Bern weiterziehen würden.

«Mitleid? Sorry»

Schützenhilfe erhält die JSVP von Gregor Rutz. Rutz geht noch weiter: Dass sich bei den Ausschreitungen auch Demonstranten verletzt haben, ist dem SVP-Nationalrat egal: «Mitleid zu haben mit verletzten Krawallanten fällt mir irgendwie schwer – sorry.» Angehängt: ein Artikel, in dem es heisst, ein verletzter Demonstrant habe durch ein Gummischrot-Geschoss ein Auge verloren. Auch in Reitschulkreisen sei diese Version bekannt.

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«Angriffe werden immer brutaler»

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Die Angriffe gegen Polizisten würden «immer brutaler» werden, schreibt 20 Minuten und zitiert die Präsidentin Verbands Schweizerischer Polizeibeamter. Was sich in Bern derzeit abspiele, sei ein Skandal, wird Johanna Bundi Ryser zitiert.

«Es droht noch mehr Gewalt»

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Der «Tages-Anzeiger» lässt Alec von Graffenried in einem grossen Interview Stellung beziehen. Der Berner Stadtpräsident verteidigt das Vorgehen der Polizei und nimmt gleichzeitig die Reitschule in Schutz. In einem weiteren Artikel nimmt der TA Bezug auf ein Geschäft, das heute im Ständerat diskutiert wird: Die SVP fordert eine strengere Bestrafung bei Aggression gegen Beamte und Behörden. Zudem die Prognose der Zeitung für Bern: Noch mehr Gewalt. 

Bern: Krawalle am Samstag vor der Reitschule

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Bern: Krawalle am Samstag vor der Reitschule
Resultate einer Strassenschlacht.
quelle: keystone / stringer
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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Alfadas
27.02.2017 13:25registriert Januar 2017
Moinmoin
Jetzt hagelt's Blitze, aber egal - meine Meinung. :-)
Ich kann Herrn Rutz Aussage komplett verstehen. Auch ich habe kein Mitleid mit dem Krawallmachern. Er hat zu einer kleinen, radikalen Gruppe gehört die bewusst Zerstörung und Körperverletzung in Kauf genommen hat (Anm. ja auch mit Laser auf die Augen der Polizisten zielen ist Körperverletzung - ob er es war ist dahingestellt).

Ich bin froh, dass die Polizei den Umzug bereits im Keim erstickte - stellen Sie sich vor wie es gewesen wäre, wenn dieser Pöbel durch die Stadt gezogen wurde.
Grüsse
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Ohniznachtisbett
27.02.2017 14:34registriert August 2016
Es ist eine Frechheit, was sich diese Chaoten erlauben. Deren Lieblingsbeschäftigung ist ja fremdes Eigentum zerstören und Polizisten verletzen. Jetzt gleich wieder nach Gesetzesänderungen schreien ist aber auch unangebracht. Man müsste einfach bestehende Gesetze anwenden. Wenn man mit Eisenstangen auf einen Polizisten losgeht, ist das nicht Widerstand gegen die Staatsgewalt sondern versuchter Mord oder mind. versuchte schwere Körperverletzung. Und darauf steht m.E. Gefängnis.
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elivi
27.02.2017 13:09registriert Januar 2014
Wer im artikel sagt es sei nicht nur ein berner problem? Mir scheint es eher ein rein berner problem zu sein.

Es ist einfach schade das solche krawalle eine liberale stadt als 'schlechtes beispiel' darstellt.
In bern wird soviel geduldet und trotzdem is die hauptstadt ständig mit krawallen in den medien. Und was sagen die krawall macher? Sie wollen noch mehr und es hört nicht auf .... Sie sind nie zufrieden und schätzen es nicht was sie schon haben.
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