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Justizvollzugsanstalt Schweiz: Thorberg-Häftlinge im Streik - Forderung nach höherem Lohn und mehr Essen

ZUR EXTERNEN UNTERSUCHUNG GEGEN DIE LEITUNG DER STRAFANSTALT THORBERG STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Die Strafanstalt Thorberg am Samstag, 31. August 2013. (KEYSTONE/Lukas Leh ...
Bild: KEYSTONE

Thorberg-Häftlinge im Streik - Forderung nach höherem Lohn und mehr Essen

20.11.2017, 14:5420.11.2017, 14:54

Rund 50 Häftlinge der Berner Justizvollzugsanstalt Thorberg sind in den Streik getreten. Sie verlangen unter anderem einen Begegnungsraum für intime Kontakte, einen höheren Lohn und mehr zu essen.

Thorberg-Direktor Thomas Egger bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Zeitung «Blick». Inhaltlich wollte er nicht Stellung zu dem dreiseitigen Forderungskatalog nehmen.

«Wir werden das Papier analysieren», kündigte er an. «Bis Ende Woche werden wir gegenüber den Streikenden eine erste Stellungnahme abgeben.»

Auf dem Thorberg zwischen Bern und Burgdorf sitzen rund 180 Häftlinge. 50 von ihnen verweigern seit Freitag die Arbeit, wie Egger berichtete. Der Betrieb der Justizvollzugsanstalt sei dadurch nicht beeinträchtigt. «Die Logistik funktioniert wie immer.»

Streiks gebe es in der Anstalt ab und zu, sagte Egger weiter. Meistens seien es aber Einzelpersonen, die ihrer Arbeit aus individuellen Gründe nicht nachgingen. Dass mehrere Dutzend Häftlinge gemeinsam streikten, sei selten. Aber offensichtlich funktioniere die Gruppendynamik.

«Wir sind überzeugt, dass manche Streikende lieber arbeiten würden», erklärte Egger. Doch gebe es in einer Strafanstalt eben eine Hackordnung.

Häftlinge restaurieren Kult-Spielsachen

Video: srf/SDA SRF

Laut «Blick» erhalten die Häftlinge 320 Franken im Monat. Während der Arbeitsniederlegung kriegen sie gar nichts, wie Egger auf Anfrage sagte.

Gefangene sind gemäss Strafgesetzbuch zur Arbeit verpflichtet. Die Arbeit sollte den individuellen Fähigkeiten entsprechen und den Häftlingen helfen, in Freiheit den Lebensunterhalt wieder selber verdienen zu können.

Auf dem Thorberg gibt es unter anderem eine Sattlerei/Polsterei, eine Buchbinderei, eine Malerei und eine Weberei. Arbeitsplätze finden sich auch etwa in der Küche, in der Wäscherei, in der Bäckerei und im Hausdienst.

«Sex-Verbot ist weisse Folter»

Die Gefangenen-Selbsthilfeorganisation Reform 91 zeigt Verständnis für die Forderungen der Streikenden. Wenn man Gefangenen die Möglichkeit von sexuellen Kontakten vorenthalte, sei das weisse Folter, sagte Reform-91-Sprecher Peter Zimmermann auf Anfrage. Weisse Folter umfasst Methoden, die nicht sichtbar sind, die Psyche der Menschen aber angreifen und schädigen können.

In den Strafanstalten Pöschwies (ZH) und Bostadel (ZG) gebe es sogenannte Beziehungszimmer. «Wir sind der Ansicht, dass sich auch die Berner Justiz an die Bundesverfassung halten sollte.» Zimmermann kritisierte die Strafanstalt Thorberg auch grundsätzlich: «Man plaudert und plaudert seit Jahren, aber man setzt nichts um.» (sda)

Ein Tag im Gefängnis

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In der geschlossenen Anstalt in Affoltern am Albis sitzen 65 Häftlinge ein, 23 Aufseher kümmern sich um sie.
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