Schweiz
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Besuch von Glencore-Mine – Ignazio Cassis hatte doch keinen Kontakt zu lokalen NGOs 

Der Besuch von Ignazio Cassis einer Kupfermine von Glencore in Sambia sorgt weiter für Wirbel. Der Bundesrat irritiert mit widersprüchlichen Aussagen über Gespräche mit lokalen NGOs.



Vergangene Woche setzte Ignazio Cassis einen Tweet ab, der in der Folge für viel Kritik sorgte. Die Bilder seines Besuchs der Kupferfabrik hatten starken PR-Charakter. Cassis lobte im Tweet die Modernisierung der Mine und zeigte sich beeindruckt.

Doch es hätte durchaus Grund gegeben, die Mine kritisch zu beurteilen. Denn Glencores Kupferfabrik hatte vergangenes Jahr Schwefeldioxid-Wolken ausgestossen, was dazu führte, dass zehn Personen hospitalisiert werden mussten. «Ich dachte, ich ersticke», zitiert SRF ein Opfer, das in der Stadt Mulufira neben der Mine wohnt.

Auch momentan sei die Situation kaum auszuhalten. «Jetzt in der Regenzeit bläst der Wind das ätzende Gas jeden Tag in unser Quartier. Es ist kaum zu ertragen.»

Trotz dieser Vorfälle äusserte sich Bundesrat Cassis zunächst nur lobend gegenüber den Glencore-Minen. Dies obschon er in einem Radio-Interview mit SRF behauptete, er habe auch mit lokalen NGOs über die Situation gesprochen. Es sei tatsächlich so, dass die Situation nun viel besser sei als noch vor 15 Jahren, so der Bundesrat.

Cassis sagt im SRF-Interview, er habe mit lokalen NGOs gesprochen. (Ab 1:45)

Auf schriftliche Nachfrage des SRF gestand nun aber ein Sprecher des EDA ein, dass doch keine Gespräche mit lokalen NGOs stattgefunden hätten. Weder Cassis noch seine Entourage sprachen mit NGOs aus Mufulira. Zwar fanden Gespräche mit zwei NGOs aus der Hauptsadt Lusaka statt, doch diese ist über 400 Kilometer von der Glencore-Mine entfernt.

SRF schreibt weiter, dass die NGOs aus Mufulira Cassis Entourage gerne auf die Schwefelabgase aufmerksam gemacht hätten.

Doch das EDA verbreitet bis heute die Falschinformation auf ihrer Homepage, dass das Mopani-Werk von Glencore die Limiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einhalte. Dass das nicht stimmt, bestätigte vergangene Woche sogar ein Glencore-Sprecher selber. (cma)

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dan2016 18.01.2019 15:21
    Highlight Highlight ich habs beim letzten Cassis-Thema geschrieben und wiederhole mich - er empfielt sich für die Administration Trump. Bringt wirklich alles mit, keine Scham irgendwas zu behaupten, ist käuflich genug. Am einen Tag Oberwaffenfreund, dann wieder nicht mehr so sehr. Wenn er sich nicht von der Gesundheitbranche kaufen lassen kann, dann halt von irgendwelchen dubiosen Auslandglücksritterunternehmen.
  • Le_Urmel 18.01.2019 12:03
    Highlight Highlight Cassis ist ein Mann des Kapitals. Was will er da Gespräche mit Gutmenschen, Linken und Arbeitern führen?
  • next_chris 18.01.2019 08:02
    Highlight Highlight Das ganze Theater is mehr als laecherlich. Ich wohne in der Gegend von Kitwe und Glencore hat einen ausgezeichneten Job gemacht. Die Mine bietet gute Arbeitsplaetze und bildet junge Leute aus. Die ganze Technologie wurde komplett erneuert und es gibt KEINE Luft oder Wasserverschmutzungen mehr. DIe Implementierung der Technologie hat lange gedauert, weil Zambia keinen Shutdown akzeptiert hat, und alles im Betrieb montiert werden musste. Ich finde es sehr gut dass Herr Cassis Mopani besuchte und sich selbst ein Bild macht und nicht nur auf irgendwelche NGO hoert die nur einen Selbstzweck haben.
    • NotWhatYouExpect 18.01.2019 08:12
      Highlight Highlight Ja sowas ist ja zu begrüssen. Aber wieso lügen die denn bezüglich, dass Sie mit NGO gesprochen haben?
    • Against all odds 18.01.2019 09:14
      Highlight Highlight Selbstzweck, der ist gut. Sag mal, arbeitest du für Glencore?
    • next_chris 18.01.2019 14:54
      Highlight Highlight Nein ich arbeite nicht fuer Glencore, ich bin selbstaendig ohne irgendwelche auftraege von Glencore. Bin aber I’m Rohstoffbereich taetig. Engineering, Mining, Diesel und LPG.
  • meglo 18.01.2019 07:36
    Highlight Highlight Von Trump sind wir ja verlogene Statements gewöhnt. Dass Cassis ihm in dieser Disziplin nacheifert ist unerträglich. Es wird Zeit, dass ihn seine Bundesrats Kollegen endlich zurückpfeiffen und das EDA daran erinnern, dass es kein Propaganda Ministerium von Glencore ist.
  • Fairness 18.01.2019 06:41
    Highlight Highlight Ich hatte es vor der Wahl gesagt, dass sich noch alle ab dem kleinen Italiener wundern würden. Dass Maudet so enttäuscht, hätte ich allerdings nicht erwartet.
  • Jaiho 18.01.2019 06:39
    Highlight Highlight Mich nimmt wunder, wieviel Geld Herr Ignazio von Glencore für diesen Besuch erhalten hat.
  • Abu Nid As Saasi 18.01.2019 05:36
    Highlight Highlight ein bisschen besucht. Die Stossrichtung stimmt. Wir haben sehr allgemein gesprochen. Ich habe keinen Kontakt mit Glencore Menschen gehabt. Ja, aber beides stimmt. Winziges Moment, wo die Mine eingeschaltet war.
    Ende Zitate - oder selbst von vorne bis hinten zuhören
  • Daniel Kräuchi 18.01.2019 05:04
    Highlight Highlight und wieder ein Stück Glaubwürdigkeit demontiert.
    Cassis sollte abdanken. Jemandem Seinen Platz überlassen, der über mehr Ethik, Moral und Anstand verfügt.
  • Francis Begbie 18.01.2019 04:46
    Highlight Highlight Auf Smartvote.ch wird es eine neue Frage für die Kandidatinnen und Kandidaten für den National- und Ständerat brauchen: „ Werden Sie Ignazio Cassis an den Gesamterneuerungswahlen des Bundesrates in seinem Amt bestätigen?“
  • kaderschaufel 18.01.2019 00:42
    Highlight Highlight mental note: dieses Jahr nicht die FDP wählen
  • danek 18.01.2019 00:24
    Highlight Highlight Zieht euch bei Gelegenheit mal den äusserst gut gemachten Dok-Film "La Buena Vida" rein. Es geht um ein Eingeborenen-Dorf und eine nahestehende Glencore-Miene. Einer der Eingeborenen setzt sich schliesslich ins Flugzeug und fliegt in die Schweiz zur Glencore-Generalversammlung..
  • Dönis 17.01.2019 23:49
    Highlight Highlight Herr BR Cassis, denken Sie ernsthaft, mit solch einer Aktion und einer derartigen Kommunikation eine würdige CH- Vertretung zu sein?

    Wäre es da für Sie nicht viel ruhmreicher im Tessin?...ohne BR Mandat
  • inmi 17.01.2019 23:08
    Highlight Highlight Die peinliche Medienkampagne gegen Cassis wird immer seltsamer.
  • Majoras Maske 17.01.2019 22:31
    Highlight Highlight BR Cassis? Ihr meint wohl PR Cassis ;)
  • Randalf 17.01.2019 21:51
    Highlight Highlight Es ist lächerlich zu behaupten dass es jetzt viel besser sei als vor 15 Jahren. Wir wissen dass es in vielen Orten der Welt besser wurde und das mehr Menschen den Sprung über die absolute, von uns festgelegte, Armutsgrenze geschafft haben sollen sollten.

    Diese Feststellung ist ein Hohn gegenüber diesen
    Menschen und eines Bundesrates absolut unwürdig.

    Wenn es stinkt dann stinkt es und wenn Menschen davon krank werden, soll man es nicht noch als Fortschritt anschauen und es verteidigen.
    Ja, ja, es stinkt, aber nicht mehr so wie früher.

    Shame on you, Herr Cassis.
    • next_chris 18.01.2019 08:06
      Highlight Highlight Absolut falsch. Die Situation hat sich immens verbessert, und jedermann in Kitwe und Mufulira ist stolz auf die Mine. Die Mine bietet gute Jobs und die Umwelt technologie wurde auf den Neuesten Stand gebracht. Mit dem neuen Schacht ist die Zukunft der Mine ebenfalls auf Jahre gesichert. Sie sollten vielleicht mal den Copperbelt besuchen um sich ein Bild von der Gegend zu machen.
    • Randalf 18.01.2019 23:58
      Highlight Highlight @ next_chris
      Natürlich glaube ich was Sie sagen, aber überall in Westafrika gab es diese Verbesserungen in den letzten 15 Jahren. Das die Menschen stolz darauf sind ist nachvollziehbar, aber trotzdem nicht die Äusserungen des Herrn Cassis.
      Z. B. Takoradi, Ghana: Offshore oil. Die Menschen sind stolz darauf das sie es haben (money comes), aber seit mehr als 10 Jahren wurden die Strassen in der Stadt nicht mehr repariert und sie glauben immer noch dass das Geld kommt und es ihnen besser gehen wird.
      T.i.A.= this is africa, my friend.
  • Schniggeding 17.01.2019 21:42
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • who cares? 17.01.2019 21:22
    Highlight Highlight Cassis ist einfach dem Bundesratsamt nicht gewachsen, er bleibt ein Tessiner Lokalpolitiker. Dass er die Ungeschicktheit seines Handelns nicht verstehen kann, muss einem zu denken geben. Nicht tragbar, dieser Typ.
  • Scaros_2 17.01.2019 21:15
    Highlight Highlight Finde der ist nicht tragbar der typ
  • The oder ich 17.01.2019 21:06
    Highlight Highlight Der Herr BR Cassis sagt halt immer grad das, was opportun scheint. Das hat er ja schon vor und nach seiner Wahl bewiesen.

    Er hat gute Chancen, als Fettnäpfchenminister in die Annalen einzugehen.
    • peeti 17.01.2019 23:25
      Highlight Highlight Was will man auch mehr erwarten von einem Vertreter der Opportunisten-Partei..
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 17.01.2019 21:05
    Highlight Highlight Im Moment weiss ich nicht so recht, wer für mich die grössere Niete im Bundesrat ist, Cassis, von dem man ständig etwas hört aber keine Resultate sieht oder doch eher Parmelin, von dem man weder etwas hört noch Resultate sieht....
    Sommaruga und Berset sind zwar nicht auf meiner politischen Linie aber die machen zumindest ihren Job, sie machen ihn gut und vor allem unauffällig.
    • redeye70 18.01.2019 01:02
      Highlight Highlight Es erstaunt allgemein was für Nieten von den Bürgerlichen in den Bundesrat gehievt werden. Bedenklich!
    • Fairness 18.01.2019 06:38
      Highlight Highlight Sommaruga und Berset machen ihren Job einigermassen gut. Die Asylindustrie ist genauso zu reformieren und zu redimensionieren wie die Gesundheitsindustrie. Queerbeet beide!
    • Pius C. Bünzli 18.01.2019 06:48
      Highlight Highlight Asylindustrie 🤦
  • wasps 17.01.2019 21:04
    Highlight Highlight Amateur.
  • I_am_Bruno 17.01.2019 20:59
    Highlight Highlight Bis jetzt ist BR Cassis eher eine Enttäuschung.
    • Calvin Whatison 17.01.2019 21:32
      Highlight Highlight Das eher hättest du dir sparen können.🤔🤣
    • walhalla 17.01.2019 22:20
      Highlight Highlight Mich enttäuscht er nicht. Genau so hatte ich ihn eingeschätzt.
    • next_chris 18.01.2019 08:08
      Highlight Highlight Nein, ich bin stolz dass sich unsere Bundesraete nicht nur in Bern verstecken, sondern sich vor Ort ein Bild machen. Kitwe und Mufulira war happy unseren Bundesrat zu empfangen.
  • Töfflifahrer 17.01.2019 20:54
    Highlight Highlight Na ja, nach dem Genfer Theater liegt es mir auf der Zunge, FDP eben.
    Ja ich weiss Verallgemeinerungen sind nicht OK und sehr eindimensional aber, es kommt schon ein komisches Gefühl auf.
    • bebby 17.01.2019 23:27
      Highlight Highlight glencore zahlt in der ch steuern und vermutlich auch in die kasse der fdp, ohne transparenz werden wir das aber nie erfahren

Cassis' Glencore-Besuch in Sambia: EDA hat mehrfach unkorrekt informiert

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