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Hospitalisationen nehmen in Grossbritannien seit einigen Tagen stark zu. Betroffen sind vor allem Ü85-Jährige.
Hospitalisationen nehmen in Grossbritannien seit einigen Tagen stark zu. Betroffen sind vor allem Ü85-Jährige.Bild: keystone

Was kommt noch? Wie sich die Hospitalisationen mit Omikron in anderen Ländern entwickelten

Die Omikron-Welle hat die Schweiz im Griff. Doch während die Fallzahlen hochschnellen, bleiben die Auswirkungen auf Hospitalisationen und Todesfälle bisher aus. Wie sieht dies in Ländern aus, welche uns in Sachen Omikron rund sieben bis zehn Tage voraus sind?
10.01.2022, 19:10
Reto Fehr
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Omikron verbreitet sich rasend schnell auf der Erde. In der Schweiz wurde die Variante im Gegensatz zu Ländern wie Dänemark, Grossbritannien oder den USA rund sieben bis zehn Tage später dominant. Wie hat sich die Situation in diesen Ländern entwickelt – und wie sieht sie aktuell aus?

Um die Situation mit anderen Varianten zu vergleichen, haben wir uns die Winterwellen 2020/21 angeschaut. Diese fanden je nach Land zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. Damit wir die Verzögerungen bei Hospitalisationen, Patienten auf der Intensivstationen und Todesfälle ausblenden können, haben wir all diese Höchstwerte (100%) der letzten Wintersaison auf das Datum der höchsten Fallzahlen des jeweiligen Landes verschoben. Daher enden nicht alle Kurven am aktuellen Datum.

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Schweiz

Der Knick der Fallzahlen am Ende ist den noch zu erwartenden Nachmeldungen geschuldet.

In der Schweiz erlebten wir im November/Dezember erst noch die Delta-Welle, welche dann nach Weihnachten praktisch fliessend von der Omikron-Welle abgelöst wurde.

Was im Vergleich zu anderen Ländern auffällt: Die Hospitalisationen und Todesfälle nehmen seit rund drei Wochen ab, obwohl die Fallzahlen explodieren (Nachmeldungen für die letzten Tage sind zu erwarten).

Während also aktuell zwar 223,5 Prozent mehr Fälle registriert werden als zum Höhepunkt im November 2020, sind die Hospitalisationen rund drei Viertel tiefer als damals.

Dänemark

Nachmeldungen werden erwartet, was teilweise die Knickse am Ende erklären kann.

Dänemark kam in den ersten fast zwei Jahren eigentlich gut durch die Pandemie. Im Verhältnis zur Bevölkerung wurden auch im letzten Winter deutlich weniger Fälle entdeckt als in der Schweiz. Der Anstieg der Omikron-Welle deckte sich in etwa mit unserem Delta-Anstieg. Doch die Omikron-Wand ging dann auch Mitte Dezember ungebremst nach oben, dominant wurde die Variante um den 20. Dezember.

So verzeichnet Dänemark aktuell rund 560 Prozent mehr Fälle als zum Höhepunkt 2020. Doch auch hier stellen wir fest: Hospitalisationen, IPS-Patienten und Todesfälle blieben deutlich tiefer. Allerdings nehmen die Hospitalisationen seit einigen Wochen ziemlich konstant zu. Sie erreichten zuletzt die Werte vom Höhepunkt 2020.

Helfen könnte Dänemark der Fortschritt bei der Booster-Impfung: Während die Schweiz hier bei knapp 30 Dosen pro 100 Personen steht, hatte Dänemark diesen Wert schon Mitte Dezember erreicht und liegt jetzt bei über 50.

Grossbritannien

In Grossbritannien zeigt sich ein mit der Schweiz vergleichbares Niveau der Fallzahlen. Sie liegen unterhalb der 300-Prozent-Marke im Vergleich zur Winterwelle 2020/21.

Was aber auffällt: Obwohl der Booster-Fortschritt mit Dänemark vergleichbar ist (also deutlich weiter als in der Schweiz), stieg die Zahl der Hospitalisierten zuletzt stark an – auch wenn sie noch deutlich unter dem Wert der letzten Winterwelle liegen. Auf der Insel werden die nächsten Tage gespannt erwartet. Der Medizinische Direktor des National Health Service (NHS), Stephen Powis, erklärte: «Omikron bedeutet mehr Patienten und weniger Personal, um diese zu behandeln.» Aktuell fehlen rund vier Prozent der Spitalmitarbeiter, weil sie sich in Quarantäne/Isolation befinden.

Die Hospitalisationen betreffen insbesondere die oberen Altersklassen. Gesundheitsminister Sajid Javid meinte dazu: «Wenn wir die aktuellen Daten anschauen, müssen wir ehrlich sein und sagen: ‹Da kommen schwierige Wochen auf uns zu.›»

Allerdings gibt es auch ermutigende Anzeichen. So publizierte die BBC gestern Daten, dass die Booster-Impfung auch noch drei Monate nach der Spritze zu rund 90 Prozent vor schweren Verläufen schützt.

Nachmeldungen werden erwartet, was teilweise die Knickse am Ende erklären kann.

USA

Nachmeldungen werden erwartet, was teilweise die Knickse am Ende erklären kann.

Ähnlich hohe Fallzahlen im Vergleich zur Winterwelle 2020/21 melden auch die USA. Während in den oben gezeigten Ländern die Hospitalisationen dieser Entwicklung nicht folgten, liegen in den USA diese aktuell praktisch auf dem Niveau der Welle vor einem Jahr. Ebenfalls eine Zunahme verzeichnen die Einweisungen auf die Intensivstationen – sie liegen jetzt bei drei Vierteln der letzten Welle.

In den USA sind derzeit rund 62 Prozent geimpft, bei den Booster-Impfungen liegt man ebenfalls knapp hinter der Schweiz.

Die Hospitalisationen in den USA betreffen – im Gegensatz zu Grossbritannien – momentan noch viele Kinder. Rochelle Walensky, Direktorin des Centers for Disease Control and Prevention hielt dazu fest: «Hospitalisationen von Kindern sind in der Pandemie so hoch wie vorher noch nie.»

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