Moretti betrieb mit Freund Escort-Websites, dieser sagt: «Sie sind am Boden zerstört»
Nach der verheerenden Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Neujahrsnacht kamen über den Barbesitzer Jacques Moretti immer neue Details ans Licht. So soll er früher Massagesalons und eine Escort-Website betrieben haben. In Frankreich ist Moretti zudem vorbestraft, er sass beispielsweise wegen Förderung von Prostitution im Gefängnis.
2015 übernahm das Ehepaar dann das «Le Constellation» in Crans-Montana. Moretti gab zwar an, im Wallis gut integriert zu sein, wegen der vielen Arbeit jedoch kein ausgeprägtes Sozialleben zu führen. Wie die Sonntagszeitung berichtet, war Jacques Moretti auch bei zwei anderen Firmen im Handelsregister eingetragen. Diese Spur führt schliesslich zu einem Freund Morettis, der in Spanien lebt und von der Westschweiz aus Escort-Websites betrieben hatte. Sie hatten sich Anfang der 2000er im Prostitutionsgeschäft kennengelernt.
Freund will Kaution nicht gezahlt haben
Der Mann beschreibt Moretti als einen guten Freund und ergänzt: «Ich werde meine Freunde nicht verleugnen, auch wenn das, was geschehen ist, schrecklich ist.» Der Moment, in dem er ihn wiedersehe, mache ihm Angst. «Sie sind am Boden zerstört. Ich weiss nicht, wie man damit leben kann.» Für ihn steht fest: «Mein Gott, sie haben das nicht absichtlich getan.» Jacques Moretti habe vielleicht Fehler gemacht, sei dafür aber nicht allein verantwortlich. Wäre beispielsweise der Schaumstoff kontrolliert worden, wäre es womöglich nie so weit gekommen.
Währenddessen ist noch immer unklar, wer die 500'000 Franken Kaution für Jacques Moretti bezahlt hat, damit er wieder auf freien Fuss kommt. Sein Freund aus Spanien will es nicht gewesen sein, sagt er zur Sonntagszeitung. «Ich bin kein Milliardär.» Dennoch gab er gegenüber RTS an, angeboten zu haben, die Kaution zu bezahlen. Ausserdem habe er den Morettis für die Renovation des «Le Constellation» Geld geliehen, das sei jedoch zurückgezahlt worden. (vro)
