Schweiz
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Der grosse Lehrstellenvergleich – Wer bricht am häufigsten ab, wer verdient am besten

Tausende Lehrlinge in der Schweiz haben jetzt den Schritt in die Arbeitswelt gewagt. Welcher Beruf ist der Beliebteste? Wer bricht am häufigsten ab? Und wer verdient am besten? Sechs Grafiken zum Start in den neuen Lebensabschnitt.



Bevor wir zu den Grafiken kommen, eine kurze Erklärung zu den Abkürzungen:

Was bedeutet EFZ und EBA?

Nach der obligatorischen Schulzeit gilt die Lehre als Weg der beruflichen Grundbildung (Erstausbildung). Im dualen System wechseln sich dabei Praxis und Theorie ab. Unterschieden wird zwischen dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) für 3- oder 4-jährige Lehren und dem Eidgenössischen Berufsattest (EBA) für 2-jährige Ausbildungen.

Beliebteste Berufe nach Kanton

Auf Platz eins steht in jedem Kanton das KV. Dabei wird die klassische Ausbildung «Kaufmann/-frau EFZ Profil E» (3-jährige KV-Ausbildung mit Schwerpunkten auf Sprach- und Wirtschaftsfächern) am meisten gewählt.

Spannender wird es auf Platz zwei: Während in der Romandie und den urbanen Kantonen Zürich und Basel-Stadt «Fachmann/-frau Betreuung EFZ» vorne liegt, sind es in den meisten anderen Kantonen Gesundheitsberufe.

Ganz in kaufmännischer Hand bleibt dagegen Genf. Hier wird die Ausbildung zum Kaufmann/-frau EFZ Profil B (3-jährige Ausbildung Mehr Informatik, dafür nur Englisch als Fremdsprache) am zweithäufigsten gewählt.

Karte der ZWEITBELIEBTESTEN Lehrberufen (hinter dem Spitzenreiter Kaufmann/-frau EFZ E)

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Die zweitbeliebtesten Lehrberufe nach der klaren Nummer eins Kaufmann/-frau EFZ E. grafik: watson, quelle: BFS - Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT), Statistik der beruflichen Grundbildung (SBG)

Beliebteste Berufe nach Geschlecht

Nach der Ausbildung zum Kaufmann/-frau zeigt sich der Geschlechtergraben. Während bei jungen Frauen Berufe in der Gesundheits- oder Betreuungsbranche beliebt sind, liegen bei den Männern Informatiker oder handwerkliche Berufe im Trend.

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grafik: Watson, quelle. BFS - Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT), Statistik der beruflichen Grundbildung (SBG)

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grafik: watson, quelle. bfs - statistik der unternehmensstruktur (statent), statistik der beruflichen grundbildung (sbg)

Berufe mit den meisten Lehrabbrüchen

Rund jeder fünfte Lernende bricht seine Lehre mindestens einmal ab. Am meisten geschieht dies in diesen drei Berufen:

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grafik: watson, quelle. bfs - statistik der unternehmensstruktur (statent), statistik der beruflichen grundbildung (sbg)

Lehrabbrüche: Daten und Quellen

Untersucht wurden vom Bundesamt für Statistik hierfür fast 60'500 Lernende, welche im Sommer 2012 erstmal eine berufliche Ausbildung starteten. Knapp vier Fünftel davon schlossen ihre Ausbildung ohne Lehrvertragsauflösung ab. 17% brachen die Lehre einmal ab, deren vier gar mehrmals.

Berufe mit den wenigsten Lehrabbrüchen

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grafik: watson, quelle. bfs - statistik der unternehmensstruktur (statent), statistik der beruflichen grundbildung (sbg)

Lehrabbrecher nach Kantonen

In Genf wird fast jede dritte Lehre nicht beendet. Auch weitere francophone Kantone und das Tessin weisen eine Quote von fast 30 Prozent Lehrabbrüchen aus.

Ganz anders das Bild in Appenzell Innerrhoden: Von den 155 angefangenen Lehren im Jahr 2012 wurden nur deren neun nicht beendet – macht eine Quote von 5,8 Prozent und damit klarer Tiefstwert in der Schweiz

quelle: Bfs - Lehrvertragsauflösung, Wiedereinstieg, Zertifikationsstatus 2017

Diese Lehren sind am besten bezahlt

Ausgewertet wurden hier Empfehlungen der jeweiligen Berufsverbände für Löhne im ersten Jahr. Innerhalb der Branche kann es aber natürlich zu Abweichungen kommen.

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Eine ausführlichere Liste zu Lohnempfehlungen während der Lehre hat yousty.ch hier zusammengestellt. grafik: watson, quelle: yousty.ch

Weshalb ist der Malerberuf bei Frauen so hoch im Kurs?

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Video: srf/Nouvo

«Mini Lehr und ich»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jimmy :D 17.08.2018 21:39
    Highlight Highlight Weshalb ist der Röstigraben bei den Lehrabbrüchen so deutlich sichtbar?
  • Corahund 17.08.2018 15:58
    Highlight Highlight Es sind vorerst mal einige wichtige Punkte festzuhalten:
    Der Lernende im Lehrbetrieb finanziert seine Ausbildung duch die produktive, verrechenbeare Leistung selbst. Es ist also für die Lehrbetriebe rentabel, Lehrlinge auszubilden. Natürlich ist das nicht in allen Berufen gleich, aber grundsätzlich ist es so. Die Anforderungen steigen kontinuierlich und die Schulabgänger werden nicht gescheiter. Auch wenn die Lehrzeit absolviert ist, sind die Anfangslöhne nicht marktkonform gegenüber ungelernten Arbeitskräften. Auch die Weiterbildung ist meistens vom Lehrabgänger selbst zu zahlen.
  • CumDumpster 17.08.2018 15:23
    Highlight Highlight Polygrafen haben nur im 1. Lehrjahr einen so tiefen Lohn. Das liegt daran, dass man in diesem Lehrjahr 4 von 5 Tagen in der Schule ist. In den folgenden Jahren verdient man gleich viel wie in anderen Berufen.
  • predox 17.08.2018 14:32
    Highlight Highlight Diätkoch sollte eigentlich gar nicht in der Statistik sein, denn die Ausbildung ist nicht als Erstlehre möglich: Es ist eine Zusatzbildung, welche das Fähigkeitszeugnis als Koch EFZ voraussetzt. Dadurch ist klar, warum diese Lehre nur so wenig abbrechen.
  • Carlo Meyer 17.08.2018 13:17
    Highlight Highlight Wenn man sich schon mit 13-14 Jahren für ein Beruf entscheiden muss, sind Abbrüche vorprogrammiert.
    • Carlo Meyer 17.08.2018 20:06
      Highlight Highlight Kein Wunder wollen immer mehr ans Gymi.
      Das gibt einem mehr Zeit zur Berufsfindung und man hat erst noch mehr Chance auf einen guten Lehrstellenplatz als ein 15-jähriger nur aus der Oberstufe.
  • DomKi 17.08.2018 12:48
    Highlight Highlight Warum hat der Aargau ein Lehrabbruchproblem?
    • jimknopf 17.08.2018 16:06
      Highlight Highlight Die merken wie schlimm Aargau ist und wollen da weg.
  • Luegi 17.08.2018 12:23
    Highlight Highlight Das Diätköche ihre Lehre nicht abrechen ist ja klar. Denn für Diätkoch muss mann zuerst Koch gelernt haben. Es ist also mehr eine Weiterbildung als eine eigentliche lehre in dem sinne. Der Diätkoch kennt seinen Beruf ja und weiss genau worauf er sich da einlässt.
  • The greatest man who ever inhaled oxygen 17.08.2018 11:33
    Highlight Highlight Manche brechen die Lehre halt ab, weil sie merken, das sie nicht die Fähigkeiten für den Job aufbringen und merken das es nichts für sie ist. Das gibts und hat meiner Ansicht nach nichts damit zu tun, das sie kein Biss hätten. Gerade bei technischen/handwerklichen Berufen gibts solche Fälle.
  • Hierundjetzt 17.08.2018 11:22
    Highlight Highlight Nur so unter uns: Ein EBA mit einem EFZ zur vergleichen ist wie einen MBA mit einem Masterstudium gleichzusetzen.

    Das erste ist ein non-formaler Kurs, das zweite eine formale Ausbildung.

    Ich bin starker Befürworter des Eidgenössischen Berufsattestes (EBA), dass schwachen Schülern erlaubt, einen Beruf zu erlernen, aber eine formale Ausbildung, sprich vergleichbar mit dem EFZ, ist es nicht.
    • walsi 17.08.2018 13:03
      Highlight Highlight Die EBA absolvieren am Schluss der Ausbildung ein Lehabschlussprüfung wie die mit EFZ, einfach auf einem tieferen Niveau. Es ist also eine formale Ausbildung mit einem eidg. anerkannten Abschluss.
    • Hierundjetzt 18.08.2018 21:22
      Highlight Highlight Walsi ich muss Dir teilweise widersprechen: Das EBA dauert nur 2 Jahre. Eidgenossische Abschlüsse dauern gem. Berufsbildungsgesetz insgesamt 3 Jahre.

      Aber klar, es ist eidg. anerkannt.
    • walsi 19.08.2018 07:48
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Ich zitiere mal aus dem Berufsbildungsgesetz (412.10):

      "Art. 17 Bildungstypen und Dauer

      1 Die berufliche Grundbildung dauert zwei bis vier Jahre.

      2 Die zweijährige Grundbildung schliesst in der Regel mit einer Prüfung ab und führt zum eidgenössischen Berufsattest. Sie ist so ausgestaltet, dass die Angebote den unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden besonders Rechnung tragen."
  • Schönbächler 17.08.2018 11:00
    Highlight Highlight In vielen betrieben. Vor allem kleinere, werden Lehrlinge nur als billige Mitarbeiter ausgenutzt. Nach den 4 Jahren lehre bieten sie dann keinen Job. Die schwierigste Zeit im Berufsleben ist tatsächlich nicht das finden einer Lehrstelle sondern als Berufseinsteiger nach der Lehre eine Anstellung zu finden. Ich hatte glück aber etliche Schulkollegen von mir mussten lange auf einen passenden Job als einsteiger warten, und dass obwohl es in der Informatik eigentlich rosig aussieht.
    • 90er 17.08.2018 21:46
      Highlight Highlight Das machen die grossen Pharmakonzerne in Basel aber auch so. Bilden Lehrlinge aus, weil sie müssen, übernehmen aber nach der Lehrer niemanden ;)
  • Brienne von Tarth 17.08.2018 10:49
    Highlight Highlight Der Tiefe Lohn bei den Polygrafen ist zu meinem Vorteil. So bleibt dieser Beruf unatraktiv (ich würde heute aber genau nochmals die selbe Lehre machen), dass heisst weniger Arbeitskräfte auf dem Markt, was bedeutet, dass Polygrafen sehr gefragt sind, was mir schlussendlich bei den Lohnverhandlungen hilft.

    Kann diese Lehre aber jedem empfehlen der geren 8 h am Tag am Computer sitzt und "wenig anstrengende" Arbeit verrichten möcht.

    PS: Bin gerade auf der Arbeit, also Zeit für Watson ist auch noch da :P
    • Bunnymommy 17.08.2018 11:22
      Highlight Highlight Der Tiefe Lohn ist nur im 1. Lehrjahr so (zumindest bei uns) da man da 4 Tage in der Berufsschule ist und einen Tag arbeitet also 75.- pro Tag im Büro, wenn man eigentlich im 1. Lehrjahr noch nichts macht, ist schon schön.
    • ralck 17.08.2018 11:49
      Highlight Highlight Der tiefe Lehrlingslohn im ersten Lehrjahr basiert darauf, dass man 4 bis 4,5 Tage pro Woche in der Berufsschule ist und für den Betrieb nicht wirklich arbeitet. Die sinkende Attraktivität an dieser Lehre hat ganz andere Hintergründe, …

      Übrigens hoffe ich, dass du kein Deutsch an der BfGZ hattest. Der ehemalige Deutschlehrer würde ab deinem Kommentar die Wände hoch, als wäre er den Räuber Hotzenplotz. ;-)
    • zeromg 17.08.2018 14:23
      Highlight Highlight Ist der Lohn nach der Lehre auch nicht so "anstrengend"?
    Weitere Antworten anzeigen
  • zombie woof 17.08.2018 10:44
    Highlight Highlight Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Das mag ein alter Spruch sein, aber er hat es in sich. Einerseits sind die drei oder vier Jahre einer Lehre dazu da, das Handwerk zu erlernen und sich Wissen anzueignen, andererseits sind diese Jahre auch dazu da, um zu beweisen dass man in der Lage ist, etwas zu leisten und durchzustehen. Dass man heute bereits mit 18 Jahren Volljährig ist, macht es dem Lernenden noch einfacher, den Bettel hinzuschmeissen. Möchte mal wissen wieviele Lehrabbrecher dann noch den Willen haben, nochmals von vorne zu beginnen.
  • mrlila 17.08.2018 10:39
    Highlight Highlight Jemand der Diätkoch/-köchin als Beruf auswählt, hat sein Leben wirklich schon durchdacht. 😝 😂
    • nokom 17.08.2018 10:58
      Highlight Highlight Diese (Zusatz-)Lehre setzt eine abgeschlossene Lehre als Koch / Köchin EFZ voraus.
    • zeusli 17.08.2018 11:43
      Highlight Highlight Die Lehre geht nur ein Jahr und kann nur nach der Kochlehre gemacht werden. Der Beruf hat sehr sehr wenig mit Schlankheitswahn zu tun. Die Arbeit ist sehr verantwortungsvoll!
    • Corahund 17.08.2018 15:48
      Highlight Highlight Das ist eine Zusatzausbildung, bei der ein EFZ als Koch Voraussetzung ist. Sie dauert ein Jahr und ist recht anspruchsvoll, vor Allem die Theorie.
      Deshalb gibt es fast keine Lehrabbrüche, weil diese Ausbildung oft auch erwachsene Köche/Köchinnen absolvieren.
  • na ja 17.08.2018 10:28
    Highlight Highlight Super, diese Löhne, alle, vom Winzer bis zum Geflügel sind landwirtschaftliche Berufe. Tönt nach viel Geld! Doch da wird noch Kost und Logis von 990.- abgezogen und je nach Alter die AHV/IV und die üblichen Abzüge. Nun könnt ihr euch selber ausrechnen, welcher Lernende ende Monat mehr hat. Denn ich denke nicht, dass die wo zu Hause wohnen den grössten Teil des Lohnes abgeben müssen!
    • RASL 17.08.2018 10:48
      Highlight Highlight Das mit den Abzügen trifft ja wohl auf alle Berufe zu. Ausserdem kann auch ein Winzer noch zuhause bei Mutti wohnen.
    • Masta Ace 17.08.2018 11:00
      Highlight Highlight Ja bei der Landwirtschaftslehre wird zusätzlich noch Kost und Logie abgzogen, da diese Lehrlinge auf dem Hof des Bauers wohnen. Ausbezahlt haben sie dann noch ca 300 chf. Aber eben, sie müssen vom Lehrbetrieb vollumfänglich versorgt werden.
    • x4253 17.08.2018 11:16
      Highlight Highlight @RASL
      Nein, als Winzer kannst du meist nicht zuhause bei Mutti wohnen bleiben (wie auch in den anderen landwirtschaftlichen Lehrberufen). Meistens wohnst du auf dem Hof/Gut des Lehrbetriebs, weshalb dir der Lehrbetrieb wben Kost und Logis abzieht.
  • Darling 17.08.2018 10:18
    Highlight Highlight Ihr habt einen neuen Beruf leider vergessen…
    Vielleicht ist er auch noch zu jung um in der Statistik zu erscheinen, dennoch ist er relevant.
    Systemgastronomiefachfrau/-fachmann EFZ. Alleine in meiner Klasse haben 42% aufgehört… in der anderen Klasse auch nochmal so viel…
    Auch bei den Köchen, Koch EFZ mit Saison, habe ich bemerkt wie viele die Lehre abbrechen…
    • Baccaralette 17.08.2018 12:09
      Highlight Highlight Ja alles was mit Gastronomie zu tun hat müsste sich langsam aber sicher Gedanken zu Lohn (ausgelernt) und Work-Life-Balance machen.

      Viele Köche haben heute Mühe eine Beziehung zu führen. Zu selten ist die Freizeit um sie mit der/dem Liebsten verbringen zu können.
    • Hierundjetzt 17.08.2018 13:50
      Highlight Highlight Systemgastronom ist der, der in Personalkantinen arbeitet -oder? SV, Eurest etc. das Anforderungsprofil ist da ein wenig tiefer als andere Gastroberufe, daher wird der Beruf von vielen unterschätzt.

      Das dünkt mich jetzt eher der wahre Grund
    • Corahund 17.08.2018 15:51
      Highlight Highlight Im Gastgewerbe ist die Abbruchquote schon immer hoch. Das hat mit vielen Faktoren zu tun. Die Erwartungshaltung der Lernenden deckt sich oft nicht mit derjenigen des Lehrbetriebes. Koch ist ein harter Beruf, aber auch ein Beruf mit vielen Zukunfts- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Im Gastgewerbe werden die Lehrlinge zu oft als billige Arbeitskräfte missbraucht. Auch die arbeitsrechtlichen Bestimmungen (Jugendschutz) werden oft nicht eingehalten.

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