Schweiz
Digital

Hacker-Angriffe auf SBB und Co.: Wer steckt dahinter?

Bei einer DDoS-Attacke werden verschiedene infizierte Computer als Bots benutzt, um einen Server anzugreifen.
Bei einer DDoS-Attacke werden verschiedene infizierte Computer als Bots benutzt, um einen Server anzugreifen.
Bild: screenshot youtube

Wer ist «NSHC»? «Ausländische Firmen haben schon versucht, mit Hacker-Angriffen auf den Schweizer Markt zu stossen»

Eine Hackergruppe namens «NSHC» hat sich zu den Angriffen auf mehrere Schweizer Online-Shops bekannt. Wer steckt hinter der Gruppierung? Gibt es sie überhaupt? Oder drängt eine ausländische IT-Sicherheitsfirma so auf den Schweizer Markt?
18.03.2016, 11:5118.03.2016, 12:07

Am Montag sind die SBB und verschiedene Online-Shops von Coop und Migros Opfer einer sogenannten DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) geworden. Am Donnerstag hat sich eine Gruppe namens NSHC gegenüber dem IT-Newsportal inside-channels.ch zum Angriff bekannt. «Wir können uns nicht sicher sein, ob es eine solche Gruppe gibt, oder ob sie wirklich für die Angriffe verantwortlich ist», sagt Michael Küng, Redaktor von «inside-it».

«NSHC» behauptet auch, einen E-Mail-Server der SVP gehackt zu haben und dies mit Daten belegen zu können. Die SVP bestätigte gegenüber 20 Minuten, es habe einen Angriff auf die Seite gegeben. Man sei am Mittwoch darauf aufmerksam geworden und kläre nun ab, was genau passiert ist. «Es ist nicht schwer, einen solchen Server zu hacken», so Michael Küng weiter. Auch «inside-it» sei in den letzten Tagen Opfer von Cyber-Angriffen gewesen. «Diese Angriffe waren sehr viel schwerwiegender. Wir haben ein gutes Sicherheitssystem, es konnte seit zwölf Jahren nicht mehr gehackt werden. Die Person, die uns kontaktiert hat, hat uns versichert, dass sie nicht hinter diesem Angriff steckt. Sie hätten nichts gegen uns.»

Eine ausländische Firma?

Woher «NSHC» stammt ist unklar. Allerdings wurde laut Küng im E-Mail der Kontaktperson das deutsche Scharf-S (ß) verwendet. «Das könnte eine Finte sein», sagt Marc Ruef, Mitinhaber der IT-Sicherheitsfirma scip AG. «Ich würde eher von einer Schweizer Gruppe ausgehen, da Ziele wie die SBB oder die SVP untypisch für deutsche Gruppierungen sind.» 

In den 20 Jahren, in denen Ruef im IT-Sicherheitsgeschäft tätigt ist, habe er schon erlebt, wie sich ausländische Firmen mit solchen Wild-West-Methoden auf den Schweizer Markt drängen wollten: «Sie haben unerlaubte Vulnerability Scans gemacht und den Schweizer Firmen dann gesagt, sie würden die entdeckten Sicherheitslücken mit ihrem IT-Produkt schliessen können. Diese Strategie hat allerdings nie funktioniert, weil sich Firmen in der Schweiz nur ungern erpressen lassen.» (leo)

So funktioniert eine DDoS-Attacke

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

Die Hackergruppe Lizard Squad

1 / 17
Die Hackergruppe Lizard Squad
Wer bringt junge Computerspieler dazu, sich «Lizard Squad» auf die Stirn zu malen und demütigende Fotos zu veröffentlichen? Es ist die gleichnamige Hackergruppe, die mit Server-Überlastungsangriffen rund um den Globus für Ärger sorgt.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
VW bringt endlich bezahlbare E-Autos – dieses Modell macht den Anfang
2026 lanciert VW mit seinen Schwestermarken Skoda und Cupra vier elektrische Kleinwagen. Nun haben die Deutschen die technischen Details des ID. Polo verraten.
VW baut endlich einen elektrischen Volkswagen: Der kleine ID. Polo kann ab April 2026 bestellt werden, im Sommer 2026 wird er ausgeliefert. Der Preis des Basismodells beginnt bei knapp 25'000 Euro. Das gab VW am Montag bekannt. Erstmals haben die Deutschen auch die technischen Details ihres vollelektrischen Kleinwagens präzisiert.
Zur Story