Schweiz
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Arthur-Louis Jacquier director general of Lime France, right, and Jacky Song marketer and business developer ride a scooter in Paris, Wednesday, June 27, 2018. California-based bicycle sharing service Lime launched a fleet of dock-free electric scooters in Paris. Lime, which operates bike and scooter schemes in about 60 cities and university campuses in the United States, has already launched operations in the German cities of Berlin and Frankfurt and in Zurich, Switzerland. (AP Photo/Michel Euler)

Bei den Zürchern beliebt: Elektro-Trottinetts. Bild: AP

Zürcher stehen auf Elektro-Trottinetts: Jetzt verdoppelt Lime Bike die Flotte

Nach den Mietvelos können nun auch Elektro-Trottinetts ausgeliehen werden. Die sind so beliebt, dass das US-Startup «Lime» seine Flotte in Zürich aufstocken will. 



Seit gut einem Monat stehen sie an diversen Ecken in Zürich und ziehen neugierige Blicke auf sich: Die ausleihbaren Elektro-Trottinetts des US-Unternehmens «Lime». Per App können sie entriegelt und gefahren werden. Einmal am Boden abtreten genügt, um davonzubrausen.

Nachdem Lime im Dezember vergangenen Jahres rund 500 Velos (Lime Bikes) in der Stadt Zürich platzierte, zog es Mitte Juni mit einer Elektro-Trottinett-Flotte nach. In den USA hat das Unternehmen die E-Roller bereits vor einem halben Jahr auf die Strassen gebracht. Zürich war nun die erste Stadt in Europa, in der die Trottinetts versuchsweise zum Einsatz kamen.

Und eine erste Bilanz zeigt: Das neue Gefährt kommt bei den Zürchern gut an. So gut, dass Lime das E-Trottinett noch vor August definitiv einführen will und dazu die Flotte auf 250 Gefährte aufstockt. 

«Wir sind sehr zufrieden mit der Testphase. Die Auswertungen zeigen, dass die Geräte an guten Tagen etwa zwölf Mal ausgeliehen werden», sagt Roman Balzan, Sprecher von Lime in der Schweiz. Zu Beginn sei das neue Produkt als spassiges Gadget gebraucht worden. Inzwischen benützten es Pendler, die damit morgens vom Bahnhof zum Büro fahren, Touristen, die damit Sightseeing machen und am Abend Innenstädter, die damit zum See fahren.

Geortet werden kann das E-Trottinett über die App, die den Standort des nächsten Geräts auf dem Smartphone anzeigt. Um es entriegeln zu können, muss eine Kreditkarte hinterlegt werden. Das Entriegeln kostet einen Franken, die Fahrt 20 Rappen pro Minute.

Das Elektro-Trottinett können nach Gebrauch theoretisch an jedem beliebigen Ort abgestellt werden. Lime empfiehlt aber die vorgesehenen Hubs – Parkstellen, die auch in der App gekennzeichnet sind. Doch nach Hause nehmen, darf man es nicht. Denn am Abend sammelt ein Operationsteam sämtliche Geräte ein, bringt sie in ein Wartungszentrum, wo der Akku über Nacht aufgeladen wird. Am Morgen verteilt das Team die Roller jeweils wieder in der Stadt. «Wenn wir bemerken, dass ein E-Trottinett eingeschlossen ist, haben wir die Möglichkeit, den letzten User zu kontaktieren», sagt Balzan. Bisher habe es jedoch keine derartige Probleme gegeben. Selbst wenn: Sobald der Akku des Trottinetts entladen ist, ist das Gerät für den Nutzer wertlos.  

Nico testet das Elektro-Trottinett – im Büro

Video: watson

E-Trottinetts erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern. Das ist nicht ganz ungefährlich, vor allem weil viele Nutzer den Roller als Fun-Gerät sehen und dabei vergessen, dass bei dessen Benutzung dieselben Verkehrsregeln wie bei einem Velo gelten: das Fahren auf dem Trottoir ist verboten und kann mit mit 40 Franken gebüsst werden. Eine Helmpflicht besteht laut Stadtpolizei Zürich allerdings nicht. Bisher habe man dort von den ausleihbaren E-Trottinetts nicht viel mitbekommen, heisst es auf Anfrage. Unfälle seien noch keine gemeldet worden.

Gut für die Betreiber. Denn nach Zürich sollen die Elektro-Trottinetts auch in andere Städte eingeführt werden. «Es gibt Überlegungen dazu», sagt Balzan, will aber nicht konkreter werden. 

Nach dem Flop des Singapurer Bike-Sharing Unternehmen oBike und dem Erfolg der LimeBike-Trottinetts steht die Frage im Raum: Werden nun auch andere auf den Trend aufspringen? Das sei nicht geplant, heisst es bei PubliBike. Vielmehr werde auf die E-Bikes gesetzt, die fünfzig Prozent der Zürcher Flotte ausmachen. 

«oBikes sind der McDonalds der Velos!!»

Video: watson/Laurent Aeberli, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Clank 19.07.2018 17:59
    Highlight Highlight Habe die Dinger schon in der USA ausprobiert und ja: sind cool und praktisch! Ganz einfach, weil die USA kaum öV besitzen und die Distanzen dort viel grösser sind.
    Das ist aber in Zürich nicht der Fall. Mit dem Tram kommt man mit Abo überall fast jederzeit schnell hin und die Strassen/Velowege sind zu eng, kurvig und voll für den optimalen Fahrspass.
    Am Anfang ist jeder neugierig, darum der Erfolg, aber langfristig sehe ich kaum Potential. Ganz billig ist eben auch nicht und irgendwann heissts "Winter is coming".
    Naja taugt vielleicht als risikovolller UBER Ersatz für Nachtschwärmer.
  • Simsalabum 19.07.2018 16:24
    Highlight Highlight Und in 5 Jahren weiss wieder keiner wo die sind, weil überall in der Stadtverteilt, GPS defelt und mehrere im Zürisee. Hatten wir das nicht gerade?
  • Don Sinner 19.07.2018 11:09
    Highlight Highlight Ein weiteres Spiezeug für den infantilen Erwachsenen der Jetztzeit. Und Aggressor No 2 - nach den Velohools - gegen den Fussgänger auf dem Trottoir.
  • bokl 19.07.2018 10:52
    Highlight Highlight "Zürcher stehen auf Elektro-Trottinetts"

    Logisch. Sitzen geht ja schlecht :)
  • Ulmo Ocin 19.07.2018 10:07
    Highlight Highlight Ich kann euch aus eigener Erfahrung sage, dass dies eine coole Sache ist. In LA oder San Diego anstatt ein Taxi nehmen, selbständig die Stadt erkunden. Es funktioniert problemlos mit verbinden und wenn jeder auf den anderen Rücksicht nimmt gibt es keine Probleme. Klar werde ich diese in Zürich nicht gebrauchen, aber das ist ein ganz anderes Gefühl um die Gegend zu erkunden.
  • chnobli1896 19.07.2018 10:05
    Highlight Highlight [...] Das Fahren auf dem Trottoir ist verboten und kann mit mit 40 Franken gebüsst werden [...]

    Darf / muss / soll man damit auf den Strassen fahren?
    • ujay 19.07.2018 10:51
      Highlight Highlight @Chnobli. Versuchs mal mit dem Radweg. Trottoirs sind für Fussgänger.
    • Kreasty 19.07.2018 12:01
      Highlight Highlight Troottinettes dürfen nicht auf dem Trottoir gefahren werden?
      Lass es Blitze regnen, aber deshalb ist es der Gehweg :)

      Abgesehen davon kann man mit diesem Gefährt auch langsam fahren und damit neben Autos zu fahren und tiefer zu "stehen" als nen Fahrradfahrer finde ich persönlich gefährlicher. Aber kommt auf die Verkehrsteilnehmer an.
    • Sarkasmusdetektor 20.07.2018 10:40
      Highlight Highlight @ujay: Und wenn es keinen Radweg hat? Also fast überall?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randen 19.07.2018 09:41
    Highlight Highlight Hoffentlich gibt es bald einen Schutzschild. So eine Art Kraftfeld das alles abprallen lässt.
  • ralck 19.07.2018 09:39
    Highlight Highlight Gut möglich, dass die Dinger geil und praktisch sind. Aber leider vergessen einige, dass 25 km/h nicht langsam sind. Ich musste in der Stadt schon mehrmals aufpassen, nicht von einer ignoranten Person über den Haufen gefahren zu werden.

    Bei einem Zusammenstoss auf dem Trottoir mit Verletzungsfolge werden wohl nicht nur 40 Franken Busse entstehen. Und die Versicherung wird kaum etwas zahlen.

    Aber so lange nichts passiert und alle Rücksicht auf alle nehmen, viel Spass damit.
    • ralck 19.07.2018 10:54
      Highlight Highlight Ich bezweifle, dass die private Haftpflicht etwas bezahlt, wenn du mit einem Elektro-Trotti auf dem Trottoir jemanden umfährst… Aber dafür bin ich versicherungstechnisch zu wenig versiert.
  • Madison Pierce 19.07.2018 09:29
    Highlight Highlight Wäre lustig, damit mal etwas die Stadt zu erkunden.

    Aber wenn man nicht auf dem Trottoir und in Fussgängerzonen fahren darf, ist das schwierig. Die Velofahrer hätten keine Freude, wäre man damit auf dem Veloweg und würde alle paar Meter anhalten...
  • Against all odds 19.07.2018 08:56
    Highlight Highlight Auch wenn ich Gefahr laufe viele Blitze einzukassieren, aber was sollen diesen blöden und unnützen Elektro-Trottinetts? Da wird eine Nachfrage generiert für völlig unnötige und stromfressende Gadgets (auch Elektro-Skateboards, WTF?). Da sprechen alle von Energieeffizienz und einhalten von Klimazielen und dann wird die Welt mit solchem Schrott, welcher nach zwei Jahren im Abfall landet, zugemüllt.
    • Pianovilla 19.07.2018 09:31
      Highlight Highlight Dieser Ansicht bin ich auch. Wer zu faul ist, ein normales Trottinett oder Velo zu bewegen, soll den Bus nehmen. Die Leute werden immer blöder und fauler.
    • EnnoConda 19.07.2018 10:39
      Highlight Highlight Meine Rede. Kommt dazu, dass dieser Schrott die Velowege zusätzlich verstopft.
  • Raembe 19.07.2018 08:52
    Highlight Highlight Hab mir vor einiger Zeit selbst ein Trottinet gekauft. Einfach eines mit Muskelantrieb, bin hell begeistert. Finde es aber immer lustig zu sehen wenn Leute mit den E - Trottis ins Fitness oder nur 2 Blocks weit fahren.
    • Devante 19.07.2018 09:55
      Highlight Highlight und ich habe bisher gedacht, dass nur kinder und junkies diese trottinetts/kickboards verwenden
    • Raembe 19.07.2018 12:34
      Highlight Highlight Ich brauche es für den Arbeitsweg, da ich es sonst nicht rechtzeitig auf meinen Zug am Feierabend schaffe. Da ich umsteigen muss, macht es bei mir ne Stunde aus, ob ich den Zug erreiche oder nicht.
    • opwulf 19.07.2018 12:50
      Highlight Highlight Devante: Da sieht man wieder wie die eigenen Vorurteile, der Realität einfach nicht gereichen ;-)
  • pascii 19.07.2018 08:48
    Highlight Highlight EIne Gurke mehr die den Veloweg verstopft…
    • Triumvir 19.07.2018 12:12
      Highlight Highlight Wieso, "verstopfst" du etwa auch den Veloweg? :-P
    • pascii 20.07.2018 12:58
      Highlight Highlight Nein, aber ich kriege Verstopfung wenn ich sehe was alles auf dem Veloweg fahren kann/darf : )

      Es wäre an der Zeit mit der Zunahme der "Elektromobilität" mal wieder an breiteren und mehrerern Strecken herumzudenken.

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