Schweiz
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Aldi bezieht seine Waren von Herrn P. aus A.  screenshot: youtube/aldi

«Wer ist Herr P. aus A.?» Der Schlagabtausch Farmy vs. Aldi geht in die nächste Runde

Der Online-Shop Farmy und der Discounter Aldi liefern sich seit Wochen einen Schlagabtausch auf Video. Jetzt ist ein weiterer Clip veröffentlicht worden. Darin wird Aldi vorgeworfen, nicht transparent zu sein.



Runde 1: Das Aldi-Kind

Der Schachzug von Aldi war clever. Zu Beginn dieses Jahres lancierte der Discounter eine Werbekampagne mit dem Titel: «Ich bin ein Aldi-Kind.» Angelehnt an die bekannte Frage «Bist du ein Migros- oder ein Coop-Kind?» sollte die Auswahl also künftig um die Möglichkeit, ein Aldi-Kind zu sein, erweitert werden. 

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Das «Ich bin ein Aldi Kind»-Video. Video: YouTube/ALDI SUISSE AG

Runde 2: «Erwachsen einkaufen»

Doch nicht alle hatten Freude an Aldis Charmeoffensive. Farmy, ein Online-Shop für regionale und biologische Produkte, störte sich daran, dass der Gross-Discounter herausstreicht, günstiger zu sein als die anderen. Die Tiere, die Produktion, der Blick auf die gesamte Nahrungskette würden bei Aldi völlig ausgeblendet, sagt Florian Laudahn, Marketingchef bei Farmy. Also wurde zum Gegenschlag ausgeholt.

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Das «Erwachsen einkaufen»-Video von Farmy. Video: YouTube/Farmy.ch

In einem Video, das stark an jenes von Aldi erinnert, appelliert Farmy an die Konsumenten, doch bitte «erwachsen einzukaufen». Farmy biete echte Frische vom Bauer oder Bäcker, Qualität vom Metzger oder Käser und dies zu fairen Konditionen für Schweizer Kleinproduzenten. 

Runde 3: Qualitätsware, aber günstig

Die Botschaft war klar, der Hieb sass. Der stille Vorwurf, beim Discounter werde nicht frisch produziert, wollte man nicht auf sich sitzen lassen. Nur einen Tag, nachdem Farmy sein Video im Internet veröffentlicht hatte, doppelte Aldi mit einer Antwort nach. 

«Liebe Farmy-Erwachsene. Eure Parodie ist ein netter Versuch», heisst es im Video. Danach bedanken sich Aldi-Mitarbeiter bei ihren Lieferanten dafür, dass sie dicht hielten. Denn beispielsweise Bauer P. aus A. beliefere nicht nur Aldi sondern auch Farmy. Nur bekämen die Aldi-Kinder die Qualitätsware beim Discounter halt eben günstiger.

Aldi-Sprecher Philippe Vetterli sagt, mit der Videoantwort an Farmy habe man zeigen wollen, dass die zwei Lebensmittelhändler gar nicht so verschieden seien. «Aldi und Farmy haben in der Tat mehrere gemeinsame Lieferanten.»

Runde 4: Mehr Transparenz

Am Donnerstag Nachmittag holt der Online-Laden Farmy mit seinem neuen Video nun zum Rundumschlag aus. 

Im Beitrag, der einer Nachrichtensendung nachempfunden ist, informiert Farmy über eine «Eilmeldung». Seit einer Woche befinde sich der Online-Hofladen mit Aldi in einem Video-Schlagabtausch. Nach dem letzten Video des Discounters, sei aber eine Frage besonders in den Vordergrund gerückt: «Wer ist P. aus A.?»

Mehrere Fotos von Personen seien aufgetaucht, die P. aus A. erstaunlich ähnlich sehen würden. So dasjenige eines amerikanischen Immobilienhais oder jenes eines unbekannten Mannes in Anzug und mit Zigarre in der Hand. Farmy impliziert in ihrem Video: Ist P. aus A. etwa nur ein Werbemodel? Und gar nicht der Bauer von nebenan?

Es sei durchaus möglich, dass Farmys Produzenten auch andere Händler beliefern würden. Ob dies jedoch immer zu ähnlich fairen Konditionen erfolge, wage man zu bezweifeln, heisst es im Video.

Aldi gibt sich gelassen

Bei Aldi nimmt man den erneuten Seitenhieb von Farmy gelassen. Philippe Vetterli, Sprecher des Discounters sagt, man fühle sich durch die mehrfache Parodie von Farmy geehrt. «Schliesslich unterstreicht diese Form der Nachahmung auch immer die besondere Bedeutung des Originals.»

Es sei richtig, dass es sich beim abgebildeten Bauern im Aldi-Video um ein Agentur-Foto handle. «Dieses Klischee-erfüllende Bild haben wir bewusst ausgewählt, um in nicht personifizierter Form die realen Lieferanten zu symbolisieren, die Farmy und Aldi gemeinsam haben.» Um das für die Kunstform der Parodie typische Stilmittel der Übertreibung weiter auf die Spitze zu treiben, habe man das Bild zusätzlich mit einem schwarzen Balken über den Augen und Angabe von lediglich den Initialen bearbeitet.

Ob der Schlagabtausch zwischen Aldi und Farmy in eine nächste Runde gehen wird, ist noch unklar.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tom Garret 01.09.2017 14:00
    Highlight Highlight Sorry Aldi, aber das ist schon eher peinlich mit einem Bild von einem
    "Lokalen" Bauer zu posieren das definitiv nicht aus der Schweiz stammt...
  • Rockola 01.09.2017 10:18
    Highlight Highlight Die würden das Geld das für diese Video Schlacht flöten geht besser sinnvoll brauchen

    Zum Beispiel Farmy ob es wirklich Biologisch ist und die Tiere artgerecht gehalten werden.

    Für Aldi gilt dieselbe was ihr da abzieht geht doch gar nicht vor allem von Farmy bin ich enttäuscht das die bei so etwas mitmachen.

    Ich bin Kunde von Farmy .
  • Score 01.09.2017 10:06
    Highlight Highlight Eigentlich wollte ich seit einigen Wochen mal Farmy testen, aber wenn die nun Werbung mit Aldi machen überlege ich mir das nochmals... Aldi steht bei mir für Billigware. 1Kg Poulet für 10Fr usw. wo ich mich dann immer frage, wie soll sowas faire und gute Ware sein?
  • espe 01.09.2017 09:28
    Highlight Highlight Ich fand die Aldi-Kind-Werbung schon gesucht und fühlte mich davon nicht angesprochen. Habe bis anhin in der Schweiz weder Aldi noch Lidl betreten. Das will ich auch nicht ändern, solange man in den Anstellungsbedingungen, den Engagement in Sachen Umwelt, Kultur und Sport hinterherhinkt.
    • Hierundjetzt 01.09.2017 11:14
      Highlight Highlight ...ja genau, vorallem weil Aldi oder Lidl höhere Löhne zahlen und bessere Anstellungsbedingungen bieten.

      Nicht immer alles glauben was der grösste Retailkonzern der Schweiz (Migros) sagt....

      Das Engagement für Kultur ist nett gemeint, zahlst es einfach durch höhere Konsumentenpreise.

      Migros, Coop und Aldi zahlen dem Bauern für die Milch daselbe (so ausgehandelt über alle Retailer hinweg) komisch nur das dann die Migros ebendiese Milch teurer verkauft als der Aldi... (Weil plötzlich Bio?) Come on...
    • Paddiesli 01.09.2017 12:31
      Highlight Highlight Habe mich immer an der Aldi-Kind Kampagne gestossen. Die Begriffe Migros- und Coop-Kind haben wir Konsumenten kreiert und sind so zu Kultbegriffen geworden. Die Begriffe zu klauen ist genau so billig, wie Aldi selbst.
      Gibt's überhaupt schon Erwachsene, die als "Aldi-Kind" aufgewachsen sind (und sich noch so bezeichnen)?
      Ich denke nicht.
      Und was macht Lidl? Ein Produkt , dass mit einem CH-Kreuz wirbt, muss zum Grossteil aus CH-Rohstoffen hergestellt werden und in der Schweiz produziert worden sein.
      Wie kann ein ausländischer Billigstanbieter in seinem Logo mit dem CH-Kreuz werben?
    • espe 01.09.2017 14:17
      Highlight Highlight @hierundjetzt
      Keine Ahnung wo du das mit den Anstellungsbedingungen her hast, aber es stimmt leider nicht. Sie haben sich zwar in den letzten Jahren gebessert, aber Aldi hat z.B. nach wie vor keinen GAV. Ich kenne zudem diverse Personen im Detailhandel und da wird von Aldi und Lidl (zwar etwas weniger) abgeraten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Martin ZH(2) 01.09.2017 09:00
    Highlight Highlight Herrjesses! watson als willfähriger Steigbügelhalter in einem gesuchten PR-fight...
  • Imagine 01.09.2017 08:29
    Highlight Highlight Ich frag mich immer wieder, wie man glauben kann, dass die Waren im Discounter die gleiche Qualität haben wie im Bioladen. Siehe Bio-Eier-Skandal in D. Aber klar, das Werbebudget der Discounter ist enorm, da kann ganz viel behauptet werden, und viele KundInnen möchten die Halbwahrheiten gerne glauben ...
    Wenn einzelne Bauern sowohl farmy wie auch Aldi beliefern, ist das vermutlich aus schierer Not.
    • Groovy 01.09.2017 11:39
      Highlight Highlight Wenn der Discounter BIO Ware mit Label führt, kannst du durchaus davon ausgehen dass die Qualität gleich ist wie im Bioladen.
    • Restless Lex 01.09.2017 14:23
      Highlight Highlight @Groovy: ehm, nö und nope! BIO ist nicht gleich BIO! Es gibt verschiedene Biosiegel, zum Beispiel Knospe, Demeter oder das EU Bio. Letzteres erlaubt Biobauern auch herkömmliche Landwirtschaft. Hinzu kommt, dass Demeter viel strenger kontrolliert als ein EU Bio zertifizierter Bauer. Ganz zu schweigen, dass die Migros, Coop usw. eigene Bio-Label haben mit eigenen Richtlinien. Ich behaupte nicht, dass diese lascher sind als andere. Aber es sind halt nicht unabhängige Labels. Und Aldi und Lidl haben beide das EU Bio-Label. Deshalb war der Eierskandal auch möglich!
    • Groovy 01.09.2017 19:05
      Highlight Highlight Willst du damit sagen, dass im Bioladen nur nach strengster Norm produzierte Ware steht? Also ich kann dir da Geschichten erzählen, z.b. vom Eierbauern in S., der Eier zukaufte vom Grosshändler und sie als seine Bio Eier verkaufte...
      Btw stehen M und C unter massiver Kontrolle, was bei kleinen Läden nicht unbedingt Fall ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • narmigron 01.09.2017 08:03
    Highlight Highlight Warum fehlt in der bildstrecke mit den diagrammen die migros?
  • Hugo Wottaupott 01.09.2017 07:43
    Highlight Highlight Die Wohlfühloase Schweizer Detailhandel. Alle versuchen die Preise hoch zu halten und keiner verkauft zu Kampfpreisen.
    • Frausowieso 01.09.2017 09:59
      Highlight Highlight Zum Glück nicht. Denn unter den "Kampfpreisen" leiden schlussendlich die Tiere, die Produzenten und die Angestellten. Lebensmittel haben ihren Wert. Wer billige Produkte kauft muss sich einfach bewusst sein, dass anderen den Preis dafür bezahlen. Ich will von meinem Arbeitgeber einen fairen Lohn erhalten und daher bin ich auch bereit, anderen faire Löhne zu zahlen. Ich will, dass es den Tieren gut geht, die Bauern anständig leben können und auch die Angestellten der Spedition, Verarbeitung und der Supermärkte Löhne erhalten, mit denne sie leben können. Das kostet nun mal.
    • Hierundjetzt 01.09.2017 11:18
      Highlight Highlight Nö, die Abnahmepreise sind fix festgelegt, jeder Retailer (Lebensmittelladen) zahlt exakt gleichviel dem Bauern. Eine Tomate (Grosshandel) kostet im Thurgau dasselbe wie im Wallis. Das mit dem "ich zahle besser" ist ein reiner Marketinggag.

      Sorry, Weltbild eingestürzt? ;)
    • Barracuda 01.09.2017 12:08
      Highlight Highlight Unglaublich solche Aussagen. Sich im Wohlstandsland Schweiz über angeblich zu hohe Lebensmittelpreise beklagen, ist absolut daneben. Auf der anderen Seite kauft man sich massiv überteuerte iPhones, wo es anscheinend keine Schmerzgrenze gibt für einige. Ein erbitterlicher Preiskampf bei den Lebensmitteln hätte logischerweise zur Konsequenz, dass bei der Qualität, den Anstellungsbedingungen, etc. gespart würde (was jetzt schon passiert). Wer etwas anderes behauptet, ist naiv.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mia_san_mia 01.09.2017 07:36
    Highlight Highlight Kindergarten...
  • Chefs United 01.09.2017 07:16
    Highlight Highlight Wo liegt der Durchschnittsverdienst der Mitarbeiter beider Firmen?
    Wäre interessant zu wissen.
    • Hierundjetzt 01.09.2017 11:18
      Highlight Highlight Aldi zahlt mehr als die Migros, der Coop und Farmy
    • Alex Danuser 01.09.2017 19:53
      Highlight Highlight @Hierundjetzt:
      Quellenangabe?
  • dave1771 01.09.2017 07:11
    Highlight Highlight Aldi-Kind war eifach nur Peinlich...

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