Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Leider nichts Berauschendes, im Gegenteil: Brocken von Opalinuston. bild: watson

Man will Atommüll in meinem Garten vergraben – und ich krieg das... 😱

Ja, irgendwo muss die NAGRA mit dem hochradioaktiven Abfall hin. Aber tief in den Boden, zur angeblich sicheren «Endlagerung»? Ein Stimmungsbericht aus jenem Teil der Schweiz, wo zurzeit nicht nur die Propaganda-Maschine brummt.



Stell dir vor, jemand wollte Giftmüll hinter deinem Haus vergraben.

Und stell dir vor, es hiesse:

«Mach dir keine Sorgen.
Es ist nur für 200'000 Jahre.»

Kein schöner Gedanke? Aber genau damit müssen sich derzeit zehntausende Menschen im Kanton Zürich anfreunden. Als Direktbetroffener möchte ich allen Unbeteiligten*** einen aktuellen «Stimmungsbericht» vermitteln. Gestern, zum Beispiel, hatten wir absichtlich ausgelöste Erdbeben im 15-Minuten-Takt ...

*** Wirklich unbeteiligt ist niemand. In der Schweiz haften alle Bürgerinnen und Bürger solidarisch für die «massiv unterversicherten» Atomkraftwerke – für die Schäden bei schweren Unfällen und die immensen Rückbau- und Entsorgungskosten.

Was soll mit dem Schweizer Atommüll geschehen? ☢️

Die NAGRA scheut keinen Aufwand, damit die Abklärungen für ein unterirdisches Atommüll-Lager möglichst reibungslos ablaufen. Zur teuren PR-Strategie gehören aufwändig produzierte Videos wie dieses hier. Darin werden die seismischen Messungen erklärt

abspielen

Video: YouTube/Nagra

In der Realität läuft nicht alles rund...

Bild

bild: watson

Wenn die Monster-Vibratoren ins Quartier einfallen, wird alles durchgerüttelt

abspielen

Video: YouTube/Daniel Schurter

Dafür gibts am Informations-Stand gratis «Grips» für die Bevölkerung

Bild

Drin hat's nichts zum Rauchen, sondern solche Steinchen

Bild

Und ein Info-Blatt

Bild

Der Kopffüssler (Ammonit) würde sich in seinem versteinerten Grab umdrehen, wenn er von den Atommüll-Plänen wüsste.

Die «Beruhigungspille» entdecke ich ganz unten auf dem Blättchen

Bild

«Dank der quellfähigen Tonmineralien hat der Opalinuston die Fähgkeit [sic!], bei Wasserzutritt Risse und Klüfte im Gestein selbst zu verschliessen.» bild: watson

«Atommüll XY ungelöst» 😡

Wenn man die Berichterstattung zum Schweizer Atommüll-Lager verfolgt, wird klar, dass nur etwas sicher ist: Dass nichts sicher ist. Oder höchstens, dass sich die Fachleute uneins sind.

Man muss wissen: Die NAGRA wurde 1972 gemeinsam von den Betreibern der Schweizer Atomkraftwerke und dem Bund gegründet. Auf der Website kernenergie.ch wird behauptet, dass die Organisation «dank akribischer Feld- und Forschungsarbeit» habe zeigen können, dass sichere Endlager «für sämtliche Arten von radioaktiven Abfällen» hierzulande möglich seien.

ZUR ATOMAUSSTIEGSINITIATIVE UND ZUR ENERGIESTRATEGIE 2050 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Transport and storage containers for high active waste standing in the container store building at the interim storage facility ZWILAG in Wuerenlingen in the canton of Aargau, Switzerland, pictured on November 9, 2012. The contrainers are filled with glass waste from reprocessing plants as well as used fuel elements from Swiss nuclear power plants. ZWILAG treats low and medium active waste, and, together with burned-out and recycled burning elements from Swiss nuclear power plants, stores them until they can be transported to their final disposal site. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Zwischenlager für Atommüll in Würenlingen, Kanton Aargau. Bild: KEYSTONE

Allerdings muss ich aus den Medien erfahren, dass die AKW-Betreiber bei den Zahlen tricksen und die SVP mit noch mehr Steuergeldern die Atomenergie subventionieren will, statt die umweltfreundlichen Alternativen stärker zu fördern ...

Viele offene Fragen, eine schlimme Vorgeschichte

Die atomkritische Energiestiftung Schweiz fasst die ungelösten Probleme nach 50-jähriger Forschung zusammen:

Hier sehen wir die Werbe-Broschüre «Sicherheit rundum» der Firma DMT, die die seismischen Messungen im Auftrag der NAGRA durchführt

Bild

screenshot: dmt-group.com

DMT-Spezialisten waren auch im deutschen Asse tätig, wo in einem alten Bergwerk ein «Versuchsendlager» betrieben wurde. Und heute?

Bild

screenshot: greenpeace.de

Ich habe dem international tätigen Unternehmen mehrere (unbequeme) Fragen gestellt, und warte seit über einem Tag auf eine Reaktion

Bild

PS: So, jetzt freue ich mich auf eine rege Diskussion, aber kommt mir bitte nicht mit Kugelhaufenreaktoren! 😒

Update 7. Februar 2017: DMT hat die Frage zu Asse II mit einer allgemeinen Stellungnahme und dem Verweis auf die deutsche Strahlenschutz-Fachstelle beantwortet.

«Die von DMT im Auftrag für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) durchgeführten Arbeiten, stehen im Zusammenhang mit der vom deutschen Gesetzgeber vorgeschriebenen Rückholung (‹Lex Asse›) der in den 1960er und 1970er Jahren eingelagerten Abfälle aus dem Bergwerk Asse. Zu den Inhalten unserer Arbeit können und dürfen wir keine Auskünfte geben. Jedoch ist das BfS im hohen Maße an einem transparenten Vorgehen interessiert und auch gesetzlich zur Veröffentlichung wesentlicher Unterlagen verpflichtet. Aus diesem Grund sind viele Unterlagen – so auch unsere Arbeiten – im Internet verfügbar. Für noch detaillierte Informationen müssten Sie unseren Auftraggeber, das Bundesamt für Strahlenschutz direkt ansprechen.»

Bernd Hildebrandt DMT GmbH & Co. KG

Fukushima – Bilder aus der verbotenen Zone

Das könnte dich auch interessieren:

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

US-Waffenlobby NRA meldet aus Kalkül Insolvenz an

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Coiffeur, Tattoo- und Massagestudios: Was ab Montag alles noch geöffnet hat

Welche Läden haben ab Montag noch geöffnet, welche müssen schliessen? Muss ich meinen Friseur- oder Tattootermin absagen? Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen rund um die neuen Corona-Regeln des Bundesrates.

Am Mittwoch hat der Bundesrat neue Massnahmen zur Ausbreitung des Coronavirus beschlossen. Unter anderem hat er entschieden, dass alle Geschäfte, die keine Güter «des kurzfristigen und täglichen Bedarfs» anbieten, ab Montag dem 18. Januar 2021 schliessen müssen.

Doch was bedeutet das nun konkret? Welche Geschäfte müssen schliessen? Welche dürfen offen bleiben? Und auf was muss ich bei Dienstleistungsanbietern beachten? Wir klären dich auf.

Lebensmittelgeschäfte bleiben geöffnet. Die Regelung, …

Artikel lesen
Link zum Artikel