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Sexuell übertragbare Infektionen nehmen weiter zu – Bund schaltet Safer-Sex-Check auf 

23.10.2017, 11:2023.10.2017, 11:36

Die sexuell übertragbaren Infektionen nehmen weiter zu. Während die Zahl der HIV-Fälle stabil blieb, wurden im letzten Jahr mehr Fälle von Ansteckungen mit Gonorrhoe, Syphilis und Chlamydien gezählt. Der Bund empfiehlt einen Safer-Sex-Check.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Montag seine neuste Präventionskampagne vorgestellt. Die Botschaft sei seit 30 Jahren dieselbe, sagte Simone Eigenmann, Leiterin der Sektion Prävention im BAG, vor den Medien in Bern. «Safer Sex» bleibe zentral, bedeute aber nicht mehr für alle dasselbe.

Neu vermittelt das BAG zwei Regeln. Erstens: «Vaginalsex und Analsex mit Kondom.» Zweitens: «Und weil's jede(r) anders liebt: Mach jetzt deinen persönlichen Safer-Sex-Check auf lovelife.ch.»

Zur bisherigen Botschaft gehörte «Eindringen immer mit Kondom» und «Kein Sperma und kein Blut in den Mund nehmen». Diese Botschaft war für HIV entwickelt worden und wird nun präzisiert, weil Oralsex auch ohne ohne Sperma oder Blut im Mund das Risiko einer Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit birgt.

Regeln je nach Sexpraktik

Der Safer-Sex-Check im Internet ermöglicht personalisierte Empfehlungen entsprechend der individuellen Sexualität. Wer im Internet den Check macht, beantwortet anonym Fragen zum Alter, der Anzahl Sexualpartner und den Sexpraktiken und erhält dann darauf zugeschnittene Informationen und Empfehlungen, mit weiterführenden Links.

In der neuen Love-Life-Kampagne wird auf diese Möglichkeit verwiesen. Die Kampagne unter dem Motto «Partner wechselt. Safer Sex bleibt.» dauert zwei Wochen und umfasst Plakate, einen Kurzfilm, der an Bahnhöfen ausgestrahlt wird sowie Botschaften in Online-Medien und sozialen Netzwerken.

Sinkende Zahlen als Ziel

Die Stagnation bei den HIV-Ansteckungen sei «ein kleiner Erfolg», sagte Daniel Koch, der Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG. Das Ziel seien aber sinkende Zahlen. Zudem nähmen die anderen sexuell übertragbaren Krankheiten weiterhin zu.

2016 wurden 2270 Gonorrhoe-Fälle (Tripper) verzeichnet, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Syphilis-Fälle stiegen um 15 Prozent auf 733, die Chlamydien-Infektionen um 8 Prozent auf 11'013. Ein Teil der Zunahme ist darauf zurückzuführen, dass mehr getestet wird und dass die Tests besser geworden sind. So werden auch Fälle ohne Symptome entdeckt.

Es sei aber davon auszugehen, dass die Zunahme auch einen tatsächlichen Anstieg der Fallzahlen widerspiegle, sagte Koch. Wie hoch dieser Anteil ist, lässt sich nicht genau beziffern. Von Gonorrhoe, Syphilis und HIV sind Männer stärker betroffen - am stärksten Männer, die Sex mit Männern haben. Die Chlamydien-Infektionen treten häufiger bei Frauen auf. (sda)

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Oh Dae-su
23.10.2017 12:32registriert Mai 2017
Vielleicht bin es ja nur ich, aber ich finde gerade bei den Tests sollte man mal ansetzten. Für HIV gibt es überall Anlaufstellen wo man sich (meist sogar gratis) testen lassen kann. Für all die anderen STD nicht wirklich. Entweder gibt es nur einen Test für zum Beispiel Syphilis oder gar nichts oder dann gibt es einen Test aber der ist unsäglich teuer oder man muss ihn zuerst erfragen.
Will man Krankheiten eindämmen, muss man auch dafür sorgen, dass man sich einfach und günstig darauf testen lassen kann.
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Matthiah Süppi
23.10.2017 13:01registriert Mai 2015
Es braucht endlich anonyme gratis Testangebote im ganzen Land. Heute ist so ein Test immernoch sehr mühsam.
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Ril
23.10.2017 13:37registriert Mai 2015
Vorbeugen ist immer besser als heilen. Tests sind zwar gut und koennen dabei helfen die Verbreitung zu stoppen, aber leider lassen sich manche STDs wegen Antibiotikaresistenz immer schlechter behandeln. Derzeit sind z.B. resistente Gonorrhoea-Keime stark im kommen. Es gibt kein Antibiotikum mehr, das zu 100% wirkt... Daher: immer schuetzen!
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