Schweiz
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ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mauszeiger ist am 01.12.2016 auf einem Computermonitor auf einem Button zu sehen, mit dem man eine gefälschte Nachricht melden kann. Google und Facebook stehen seit geraumer Zeit am Pranger, für die Verbreitung von gefälschten Nachrichten im Netz mitverantwortlich zu sein. Google setzt nun beim Kampf gegen Fake News auf menschliche Hilfe. Den eigentlichen Job soll aber der Algorithmus erledigen. (zu dpa

Bedrohen Fake News unsere Demokratie?  Bild: dpa-tmn

So viele Menschen in der Schweiz fürchten sich vor Fake News

Fake News machen auch vor der Schweiz nicht Halt. Eine aktuelle Studie zeigt, wie stark sich die Bevölkerung von Falschnachrichten bedroht fühlt. 



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bild: watson/piktochart

Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage. Eine Mehrheit ist der Ansicht, diese Gefahr liesse sich durch schulische Bildung eindämmen. Schuld an dieser Entwicklung ist laut den Befragten das Internet. 74 Prozent der Befragten geben an, seit dessen Aufkommen sei der Anteil an Unwahrheiten in den klassischen Medien grösser geworden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, welche die Forschungsstelle Sotomo am Sonntag publizierte.

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bild: watson/piktochart

Begünstigt werden die Unwahrheiten durch die unkontrollierte Verbreitung von Fake News in den sozialen Medien. Jeder Zweite gibt aber auch an, dass Politikerinnen und Politiker heutzutage einfach dreister lügen würden.

Sotomo-Umfrage

Sotomo hat im Auftrag des Stapferhauses Lenzburg 8640 Personen in der Schweiz befragt. Die repräsentativ gewichtete Online-Befragung wurde vom 18. bis zum 30. Juli durchgeführt. Anlass für die Umfrage ist eine Ausstellung über Fake News, die ab dem 28. Oktober im Stapferhaus gezeigt wird.

Diesem Befund widersprechen 40 Prozent. In ihren Augen ist das Verdrängen von Fakten durch «gefühlte Wahrheiten» einer der wichtigsten Gründe für mehr Fake News. Ein Drittel ist der Ansicht, klassische Medien seien zu schwach, um falschen Nachrichten entgegenzuwirken. Im linken politischen Spektrum wird diese Argumentation deutlich öfters geteilt.

Politische Meinungsbildung beeinträchtigt

Ein Links-Rechts-Muster lässt sich auch bei der Frage beobachten, wer am Ursprung der Verbreitung von Fake News steht. Zwar glauben zwei von drei Befragten, dass solche Versuche gleichermassen von Linken wie Rechten unternommen werden.

Wer der SP oder den Grünen nahesteht, macht jedoch viel häufiger einseitig die Rechten verantwortlich, als es die SVP-Basis gegenüber den Linken tut. Auch Mittewähler der CVP und GLP sehen das rechte politische Spektrum stärker in der Verantwortung.

Ein überwiegender Anteil der Schweizer Bevölkerung ist der Ansicht, dass die Verbreitung von Fake News zu einer Gefahr für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt geworden sei. Für zwei Drittel ist die Schweiz trotz ihrer direkten Demokratie gleich anfällig wie andere Staaten. 83 Prozent sehen sich von dieser Entwicklung in ihrer politischen Meinungsbildung beeinträchtigt.

Wie können Fake News verhindert werden?

Medien

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bild: watson/piktochart

Schule

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bild: watson/piktochart

Facebook und Co. 

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bild: watson/piktochart

41 Prozent der Befragten sprechen sich für eine stärkere Kontrolle der Nutzer sozialer Medien durch die Anbieter aus. Harte Einschränkungen, Verbotsmassnahmen und grössere finanzielle Verpflichtungen befürwortet nur rund ein Viertel. Auf wenig Unterstützung stösst auch die Stärkung der Medienlandschaft (22 Prozent).

Als vertrauenswürdigste Quellen erachten die Menschen in der Schweiz die öffentlich-rechtlichen Medien (44 Prozent) und amtliche Statistiken und Informationen (41 Prozent). Jeder Dritte vertraut auf das eigene Umfeld. Private Medien werden nur von jedem Neunten als vertrauenswürdig eingestuft.

 (ohe/sda)

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Video: watson/Emily Engkent

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 7immi 07.10.2018 12:39
    Highlight Highlight ich beobachte immer wieder, dass die leute auch schlicht zu faul sind, sich breit zu informieren. man liest einen artikel auf watson, 20 min, blick, nzz, tagi, etc. der der eigenen meinung entspricht und das wars. dabei wäre es wichtig, infos breit zu beziehen und sich nicht nur auf ein medium zu verlassen. speziell die klickorientierten medien publizieren das, was die leserschaft lesen möchte. breit abgestützt sind die berichte selten, häufig sind sie sehr einseitig. dagegen hilft verschiedene, auch nicht die persönliche meinung vertretende medien zu lesen.
    • Rumo 07.10.2018 19:13
      Highlight Highlight Wenn eine Nachricht auf Fakten basiert ist die Meinung dazu nicht relevant.
    • 7immi 07.10.2018 20:03
      Highlight Highlight wenn dann wäre, richtig. in der realität siehts aber anders aus. ein beispiel: das parlament verabschiedet das rüstungsprogramm 15, watson berichtet entsprechend über den kauf von mörsern und waffen, „vergisst“ aber die ambulanzfahrzeuge, lastwagen, immobilienprojekte, kommunikationsknoten, sanitätsrucksäcke und geländefahrzeuge. bei anderen medien wurde über alles berichtet. genau das ist problematisch.
    • riqqo 08.10.2018 07:30
      Highlight Highlight Es gibt ja bald nur noch drei Zeitungen: Ringier, Swiss Media und Tamedia. Somit hat sich dein Kommentar mit der Medienvielfalt erledigt. 😄
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sapientia et Virtus 07.10.2018 09:00
    Highlight Highlight Der Staat will mehr Kontrolle darüber gewinnen, was für Nachrichten verbreitet werden, damit die Bürger nicht aufgrund von Falschinformationen Entscheidungen treffen. Die entsprechende politische Kampagne dazu läuft schon seit zwei Jahren. Doch wer garantiert, dass der Staat immer die Wahrheit sagt, wenn er die Macht gewonnen hat, missliebige Geschichten als Lüge zu brandmarken?
    • Sophia 07.10.2018 19:44
      Highlight Highlight Sapientia, der Staat muss uns nicht sagen, was wahr ist oder nicht. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass schon in der Schule auf kritische Geister hin geschuhlt wird, die nicht einfach nur rechnen und schreiben können und z.B. den Wilhelm Tell-Unsinn glauben und Wissen ohne Verstehen anhäufen, sondern ihren Verstand einsetzen und alles kritsch hinterfragen. Menschen, die zwischen Mythen und Realität unterscheiden können und keinem noch so charismatischem Populisten auf den Leim gehen; die auch Gewählten keine Narrenfreiheit zugestehen, sondern auch denen im Amt stets kritisch gegenüber bleiben.
  • ostpol76 07.10.2018 02:30
    Highlight Highlight Darum erstaunt es mich sehr, dass Watson in letzter Zeit grosszügig Twitter Beiträge verlinkt...
  • sanhum 07.10.2018 00:20
    Highlight Highlight sind das fake news?
  • aglio e olio 06.10.2018 23:56
    Highlight Highlight "Wer der SP oder den Grünen nahesteht, macht jedoch viel häufiger einseitig die Rechten verantwortlich, als es die SVP-Basis gegenüber den Linken tut. Auch Mittewähler der CVP und GLP sehen das rechte politische Spektrum stärker in der Verantwortung."

    Heisst das jetzt, dass sich alle mal einig sind? 😮😀
    • Sophia 07.10.2018 19:32
      Highlight Highlight Lieber aglio, das ist doch ganz einfach ein Fakt: Die Rechte lügt halt schon immer systembedingt mehr als die Linke, du hast also völlig richtig beobachtet, darüber brauchst du dich also nicht zu wundern. Hier habe ich schon erlebt, dass mich einer nach meiner Quelle fragte, und als ich ihm dann meine Quellen (etwa 5 oder 6) nannte, meinte er lakonisch, das glaube er nicht. Ein Rechter glaubt halt viel lieber seine eignen Wahrheit als an die Realität. Wie gesagt, das ist schon immer so gewesen, es ist systembedingt.
    • aglio e olio 08.10.2018 12:18
      Highlight Highlight Sophia, da magst du Recht haben.
      Überrascht bin ich, weil die erwähnte SVP-Basis das offenbar auch so sieht.
  • Raphael Stein 06.10.2018 23:12
    Highlight Highlight Die Vorbereitungen auf fakes news fangen schon in der Schule an.
  • Tepesch 06.10.2018 22:42
    Highlight Highlight Bei den Social Medien landet man, dank den tollen Algorithmen, leider sehr schnell in einer Bubble.
    Würden man News und Meinungen aus allen Spektren erhalten, wäre die Gefahr von Fake News vielleicht einiges geringer.
    Im Moment ist Social Media leider ähnlich wie ein um mehrere Potenzen grösserer Stammtisch.
    • Uli404 07.10.2018 09:51
      Highlight Highlight EIn bisschen Veranwortung über die eigene Medienkompetenz sollte man auch noch selber übernehmen können.

      Wenn man das Gefühl hat, man werde von den Sozialen Medien immer mit der selben Meinung gefüttert, dann stell die doch einfach ab. Und suche selber verschiedene Meinungen zu einem Thema.

      Es ist überigens auch nicht so das alles Fakenews sind, wenn irgendwo eine Perspektive aufgezeigt wird die man selber nicht sehen will.

      Propaganda erfolgt übrigens meist nicht über Fake news, sondern über einseitige Berichtserstattung, Infos die einem nicht passen einfach weglassen ist ja kein Fake.
  • DaBoong 06.10.2018 21:19
    Highlight Highlight Tja.... meiner meinung nach, starb die wahrheit vor ca 2000 jahren.... RIP 😥
  • Regentrockner 06.10.2018 19:49
    Highlight Highlight Differenziertes Denken und historisches Wissen helfen: Dass es früher keine "Alternativen Fakten" gegeben hat, ist eine Mär. Im Berlin von 1929 gab beispielsweise 40 (!) Zeitungen - für jeden politischen Geschmack mindestens eine.

    Eine "allgemeine Wahrheit" wird von keinem Medium transportiert (auch nicht SRF, ZDF, ARD): Es sind immer Menschen, die die Nachrichten produzieren, und damit sind sie automatisch gefiltert, gefärbt und nach deren Gutdünken präsentiert. Nur eine möglichst grosse Vielfalt an Informationsquellen hilft, ein einigermassen klares Bild der Realität zu schaffen.
    • Danyboy 06.10.2018 21:06
      Highlight Highlight Hmmm na ja... Was hat denn die „Vielfalt“ im Berlin 1929 gebracht? Etwa eine ähnliche Filterblase wie heute die digitale Welt? Wo plötzlich alle möglichen Fake News und Verschwörungen „Beweis“ einer besseren Vielfalt sein sollen? Dein Argument greift nur theoretisch, denn faktisch informieren sich die wenigsten über zig Medien aller Couleur. Unabhängige Medien (öffentliche) sind wichtiger denn je. Auch wenn ich zustimme, dass eine gewisse Vielfalt bei den privaten Medien absolut wichtig und unabdingbar ist!
    • just sayin' 07.10.2018 08:37
      Highlight Highlight darum ist es wichtig verschiedene newsquellen zu konsumieren. sonst bleibt mann in seiner newsbubble und wird manipuliert und getäuscht.
    • Regentrockner 07.10.2018 12:32
      Highlight Highlight @Danyboy

      Die relevante Erkenntnis ist, dass die Abschaffung dieser Meinungs- und Informationsvielfalt die Katastrophe des 2. Weltkrieges ermöglichte. Es gab nur noch staatliche Information, welche die "Wahrheit" gepachtet hatte.

      Anstatt "Filterblasen" anzuprangern und als Ursache für den Untergang der Demokratie zu sehen, sollte man die Vielfalt der Information fördern und in der Schule vermitteln, dass hinter jeder Information in den Medien auch eine Absicht steht. Und diese Absicht fusst meistens auf der Gier nach Macht und / oder Geld.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kramer 06.10.2018 19:36
    Highlight Highlight Leider gibt es viele Leute, die trotz Angst vor Fake News, selber darauf reinfallen, einfach weil Leute gerne hören was sie sowieso schon glauben.
    Eine Sensibilisierung in der Schule finde ich sehr sinnvoll. Die Kinder und Jugendlichen müssen früh lernen Quellen einzuschätzen und Stories kurz zu überprüfen (2. Quelle). Natürlich gilt das auch für Erwachsene.
  • Siebenstein 06.10.2018 18:24
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht ist die Leichtgläubigkeit der Menschen ein gefundenes Fressen für Anbieter "alternativer Fakten", die hauptsächlich bequem über das Netz agieren. Klassische Medien wären gut beraten Netzinformationen nur sparsam und möglichst nur zur Vervollständigung eigener Recherchen zu nutzen und vor allem wenn gewährleistet ist, dass die Kerninformation nicht verfälscht wird.
    Sobald ein Zweifel an der Seriösität angreifbar macht besteht die Gefahr der Ausnutzung durch die Verbreiter alternativer Fakten, die Auswirkungen dürften kaskadenartig verlaufen.
  • N. Y. P. 06.10.2018 18:21
    Highlight Highlight In 20 Jahren haben wir nur noch Fox News und Trottelshows, wie sie Berlusconi aufgezogen hat, weil viele renomierte Printmedien weltweit nur noch am dahinsiechen sind.

    ARD und ZDF haben zum Beispiel für mich hohe Glaubwürdigkeit. Sie haben auch genug Einnahmen durch Fernsehgebühren, damit es ihnen möglich ist, den Dienst an der Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

    Deshalb haben auch die Schweizer den Plan der Rechten durchschaut, mit der No Billag die Demokratie zu schwächen.

    P.S. Den Firmen werden Milliarden in den Arsch geblasen. Zeitungsverlage kriegen keinen cent.

    • Scott 06.10.2018 18:41
      Highlight Highlight "ARD und ZDF haben zum Beispiel für mich hohe Glaubwürdigkeit."

      Für mich der Joke of the day 😃😅😂
    • Julian Roechelt 06.10.2018 19:05
      Highlight Highlight Ach, deswegen konnte Tamedia in der Schweiz ein Quasimonopol aufbauen?
      Ohne Geld?
    • Kramer 06.10.2018 19:26
      Highlight Highlight @ Julian, warum bist du auf watson wenn TA ein quasi Monopol hat?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 06.10.2018 17:49
    Highlight Highlight Gibt es keinen Link, wo ich mir die Studie genauer ansehen kann oder wird die Umfrage im Netz nicht offengelegt? Fänd ich gut, wenn Studien schon vorgestellt werden, dass da auch ein Link dabei ist. Ist wie bei der Post, der Leser muss immer mehr Arbeit selber übernehmen 😁 .
    • Ueli der Knecht 07.10.2018 20:22
      Highlight Highlight https://www.stapferhaus.ch/media/documents/Studie_Wahrheit_und_Luge_stapferhaus.sotomo_jCTKYpG.pdf
  • Clife 06.10.2018 17:41
    Highlight Highlight Wie lange es wohl dauert, bis Fake-Lebensläufe ans Tageslicht gelangen? Die Hochkaräter in den Chefetagen (welche m.M.n. zu 90% ihren Gehalt alles andere als „verdienen“) werden ja wohl nicht nur mit ihren schulischen Leistungen und ihrem Reichtum an ihre Stelle gekommen sein. Und das ist übrigens nur ein Beispiel von vielen möglichen „Fake-Lebensläufen“
    • Gipfeligeist 06.10.2018 18:05
      Highlight Highlight Ich glaube hier muss von neuartige "fake-news" und einfach nur mogeln getrennt werde.
      Die wahrheit zurecht biegen und sich selbst ins rechte licht rücken, konnten schon unsere Grosseltern. Aber hetze und instrumentalisierung wird befeuert von internet (und dummheit)
    • meine senf 06.10.2018 18:50
      Highlight Highlight Das Internet halte ich nach wie vor für eine grossartige Erfindung.

      Nicht aber Social Media. Durch die Zentralisierung widersprechen diese eigentlich auch dem ursprünglicher technischen Philosophie des Internets. Aber diese hat leider nicht an die Bequemlichkeit der Leute gedacht.

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