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FDP-Parteipraesidentin Petra Goessi liest einen Flyer von Parteikollege Christian Wasserfallen, waehrend der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 31. Mai 2017 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Wasserfallen ist über das Vorgehen von Gössi nicht erfreut. Bild: KEYSTONE

Nach Klima-Kehrtwende von Gössi: Jetzt kracht es in der FDP-Spitze

Die Klima-Diskussion sorgt bei der FDP für rote Köpfe. Präsidentin Petra Gössi ist plötzlich für ein verschärftes CO2-Gesetz mit Flugticketabgaben. Das passt dem FDP-Vizepräsidenten Christian Wasserfallen gar nicht.



Die Kehrtwende ist spektakulär: Noch im Dezember wollte die FDP bei der Diskussion des CO2-Gesetzes im Nationalrat nichts wissen von Eckpunkten wie verbindlichen Reduktionszielen im Inland oder von einer Flugticket-Abgabe. Die FDP hat mit ihrer Politik die Vorlage im Parlament bachab geschickt. Teenager gingen bei den Klimademos aus Protest mit «FDP: Fuck de Planet»-Plakaten auf die Strasse.

Die Details von Gössis Klima-Strategie

Der Druck der Schüler wirkt bereits: Um die CO2-Vorlage zu retten, bietet Petra Gössi nun plötzlich doch Hand für ein Inlandziel und Abgaben auf Flugtickets: «Wir wollen eine wirksame Klimapolitik», sagt sie im Interview mit den Tamedia-Zeitungen. «Da ist es selbstverständlich, dass man die Politik anpassen kann.»

FDP-Vizepräsident Christian Wasserfallen hat aus der Zeitung von Gössis abruptem Klima-Schwenker erfahren. Er zeigt sich auf Twitter not amused. «Wir sind nicht für eine wirkungslose Flugticketabgabe», grätscht er seiner Präsidentin rein. Man müsse jetzt kühlen Kopf im Wahljahr bewahren.

Mit seinem Tweet kritisiert der einstige AKW-Enthusiast Gössi. Für weitere Ausführungen war Wasserfallen am Samstagnachmittag auf watson-Anfrage nicht erreichbar.

Politologe Mark Balsiger bezweifelt, dass der Kurswechsel der FDP für Erfolg bei den Wahlen sorgt: «Bis eine Neupositionierung beim Publikum ankommt, braucht es mehrere Jahre, vorausgesetzt, dass sie überzeugend vollzogen wurde», schreibt er auf Twitter.

Gössi kündigte im Interview zudem eine parteiinterne Debatte zur Klimapolitik an. Geplant sei, dass die FDP in den nächsten Wochen eine Befragung aller ihrer 120'000 Mitglieder durchführe. «Wir wollen von der Basis wissen, welche Ziele ihr in der Umweltpolitik wichtig sind.» Die Befragung solle Klarheit bringen in der Frage, wo die FDP umweltpolitisch überhaupt stehe. Klar ist für Gössi dabei bereits: «Wir unterstützen die Energiewende und fordern keine neuen AKW

Die weiteren Reaktionen

SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi wirft Gössi vor, sich «bei den Linken» anzubiedern:

Der Co-Kommunikationschef der CVP, Michaël Girod, sieht schon einen Boxkampf im FDP-Präsidium ...

SP-Nationalrat Cédric Wermuth kauft der FDP die Strategie nicht ab.

(amü)

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