Schweiz
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THEMENBILD ZUM BERICHT UEBER DIE AUSWIRKUNGEN DER PERSONENFREIZUEGIGKEIT AUF DEN SCHWEIZER ARBEITSMARKT --- Eine Intensivpflegerin beschaeftigt sich mit Patienten im nigelnagelneuen Intensivbehandlungs Notfall- und Operationszentrum (INO) des Inselspitals, anlaesslich einer Fuehrung im Anschluss an die Konferenz der Kantonsregierungen zur Personenfreizuegigkeit, am Freitag, 9. Januar 2009 in Bern. (KEYSTONE/ Lukas Lehmann)

Experten sprechen vom «grössten Fall eines multiresistenten Spitalkeims, den wir in der Schweiz bisher gesehen haben». Bild: KEYSTONE

Berner Inselspital kämpft gegen australischen Super-Keim – ohne Erfolg

Das Berner Inselspital versucht laut Recherchen der Sendung «10vor10» seit Monaten einen Super-Keim auszurotten. Dieser verbreitet sich jedoch munter weiter. 



Bei zwei Krebs-Patienten am Berner Inselspital trat Ende letzten Jahres eine Blutvergiftung ein. Wie die behandelnden Ärzte feststellten, hatten sich beide Patienten mit multiresistenten Bakterien infiziert. Dabei handelte es sich um Enterokokken, die gegen eine Gruppe von Antibiotika resistent sind. 

Unbekannt waren den Ärzten die Erreger nicht. Derselbe Bakterienstamm wurde schon bei Patienten in Australien gefunden. In Europa ist der australische Keim jedoch neu.

Der australische «Super-Keim» verbreitete sich darauf rasant weiter, wie Recherchen der Sendung «10vor10» zeigten. Obwohl das Spital sofort reagierte und alle Patienten, die mit den Infizierten in Kontakt waren, isolierte, wurde der Keim in den letzen acht Monaten auf rund 230 Patienten im Spital übertragen.

«Das ist der grösste Fall eines multiresistenten Spitalkeims, den wir in der Schweiz bisher gesehen haben», sagt Andreas Widmer, Präsident der Spitalhygieniker-Vereinigung (Swissnoso) gegenüber «SRF». Wegen seiner Multiresistenz wirken nur noch zwei bis drei Reserve-Antibiotika. 

Todesfälle aufgrund des multiresistenten Erregers gab es laut Jonas Marschall, Chefarzt Spitalhygiene am Inselspital, bislang noch nicht. Dennoch bleibt der Super-Keim weiterhin gefährlich. Weil viele Spitalpatienten nach wenigen Tagen verlegt werden, müssen auch Rehabilitationszentren, Pflege- und Altersheime in den Kantonen Bern und Wallis grosse Vorsicht walten lassen.

Der australische Super-Keim vom Inselspital ist unterdessen zur Bundessache geworden: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Task Force zur Bekämpfung des multiresistenten Erregers gegründet. Das Ziel der Arbeitsgruppe ist es, einheitliche Hygiene-Richtlinien für alle Schweizer Spitäler festzulegen. Im Gegensatz zum kantonal organisierten Gesundheitswesen kennen Superkeime nämlich keine Kantonsgrenzen. (ohe)

Diese Menschen essen freiwillig rohes Poulet-Fleisch

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Video: srf

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56Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • no-Name 09.09.2018 08:49
    Highlight Highlight ...dabei wird bei isolationen den Keimen doch klare Grenzen aufgezeigt... Hmmm.

    *ironie off*
  • Olmabrotwurst 08.09.2018 15:07
    Highlight Highlight Liegt doch auch daran wenn man in der Quarantänezone am Flughafen in Australien gleich verhaftet wird wegen einem Apfel... 😂😂😂😂 dann ist das Land so steril das sich solche Keime in ruhe entwickeln können. ( Achtung enthält Ironie)
  • Katzenseekatze 08.09.2018 13:52
    Highlight Highlight Diese Keime werden weiterhin resistent sein - und ich vermute, das kommt von der vielen Chemie, die die Menschen zu sich nehmen über Medikamente und auch Lebensmittel (es muss ja alles rentieren). Heute wird ja Antibiotika verschrieben in Fällen, in denen das gar nicht hilft. Hier müsste ein Umdenken stattfinden.
  • Loe 08.09.2018 13:19
    Highlight Highlight Resistenzen gibt es vor allem auch deswegen, da Bakterien seit Jahrmillionen leben und die Menschen vielleicht par 10'000 Jahre. Der Erfolg der Bakterien basiert darauf, sich durch Mutation, Selektion und Gentransfer schnell anzupassen. Die Antibiotika übernehmen nur eine schnellere Selektion was den Prozess beschläunigt. Passiert wäre es früher oder später sowieso - durch puren Zufall.

    Antibiotika sollen eingesetzt werden, aber gezielt! Das richtige Antibiotika im richtigen Moment ist das entscheidende (ist allerdings nicht ganz so einfach wie es vielleicht klingt.)
  • DerRaucher 08.09.2018 13:10
    Highlight Highlight Wow, über 200 haben sich damit noch infiziert obwohl man davon wusste und Massnahmen ergriff? Da wurde gründlich gearbeitet.
    • EvilBetty 08.09.2018 18:05
      Highlight Highlight Das liegt an «unserer» Sparwut. Da wird zu gunsten des der Bürokratie halt an der Zeit für sehr einfaches gespart: Beispielsweise dass sich das Putzpersonal nicht nach jedem Zimmer die Hände desinfiziert. Und trotz der Sparerei steigen die KK Prämien.
  • Maria B. 08.09.2018 12:57
    Highlight Highlight Was aus dem Artikel nicht hervorgeht ist, dass wesentlich gefährlichere Keime und MRD unsere Spitäler bedrohen. Zum Beispiel Staphilococcus aureus wird als Einer der Hauptprobleme für die Patienten gefürchtet. Oft ergeben sich da nun lebensgefährliche Resistenzen.

    Und so gehe ich, sei es als Besucherin, sei es als Patientin stets mit einem unguten Gefühl in eine Klinik.
    • Roxy_red 08.09.2018 22:05
      Highlight Highlight Ich nehme an sie sprechen von MRSA (Methicillin Resistener Staphylokokkus aureus). Da nehmen die Zahlen seit Jahren ab - zum Glück. Bei Resistenzen wie ESBL und Carbapenemasen leider nicht...
  • scientist 08.09.2018 10:49
    Highlight Highlight Dieser Keim konnte sich nur entwickeln weil wir seit Jahrzehnten Reserveantibiotika (Antibiotika zur Bekämpfung multiresistenter Keime)tonnenweise in der Mastzucht einsetzen. Die Schweiz ist da keine Ausnahme, das Problem ist global. Massnahmen zur Senkung werden von Bern immer abgewiesen, der Bauernverband ist einfach zu mächtig.
    • Skip Bo 08.09.2018 13:25
      Highlight Highlight Stimmt nicht. Der Verbrauch hat sich seit 2008 halbiert (Quelle BLW).
      Momentan wird eine Kampagne zur weiteren Reduktion vom schweizerischen Bauernverband unterstützt. Bitte recherchieren bevor solche Kommentare geschrieben werden.
      Wie kommst du auf die Bezeichnung "scientist"?
    • LeChef 08.09.2018 13:35
      Highlight Highlight Stimmt das wirklich? Ich dachte eigentlich, bestimmte Klassen von Antibiotika dürfen nicht bei Schlachtvieh eingesetzt werden.
    • scientist 08.09.2018 15:07
      Highlight Highlight @skip Bo
      Der Totale Verbrauch ist gesunken korrekt. Nicht jedoch der Verbrauch an Reserveantibiotika dieser ist noch auf dem selben Niveau
      @LeChef
      Ja einige ganz neue Antibiotika dürfen nicht in der Viehzucht verwendet werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Butschina 08.09.2018 10:39
    Highlight Highlight Viele Menschen wissen nicht, dass sie Träger eines multiresistenten Keimes sind. Würde man sämtliches Spitalpersonal und Patienten testen, wäre das Ergebnis immens. Die Meisten sind nur Träger und merken nichts davon. Wenn das Immunsystem angeschlagen ist und die Bakterien sich verbreiten kkönnen die Folgen gravierend sein. Ich bin selber Träger eines solchen Keimes. Glücklicherweise gibt es für diesen wieder genügend neue Antibiotikas. Der Keim kommt oft in Ägypten vor. Da ich nie dort war habe ich ihn sonst wo eingefangen. Im öffentlichen WC wären Desinfektionstücher gut, sie fehlen aber oft
    • el heinzo 08.09.2018 11:01
      Highlight Highlight @Butschina Das ist wirklich interessant. Wie kommt man denn an den (Blut)test, welcher Aufschluss über allfällige Infektionen gäbe?
    • Pachyderm 08.09.2018 11:31
      Highlight Highlight Bleibt die Frage ob Desinfektionstücher gegen multiresistente Keime helfen, oder das Problem sogar verstärken, da „konkurrierende“ Keime abgetötet werden, die multiresistenten aber überleben.
    • scientist 08.09.2018 11:58
      Highlight Highlight Nein Desinfektionsmittel sind keine Antibiotika. Es ist sogar die effektivste Waffe gegen sie. Nur durch Hygiene kann ihre Ausbreitung verhindert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ThomasHiller 08.09.2018 10:39
    Highlight Highlight Tja, so etwas passiert, wenn Antibiotika weltweit schon quasi vorbeugend auf Nutztiere verteilt werden und viele Menschen sich schon nach drei mal husten welche verschreiben lassen ...
    • lily.mcbean 08.09.2018 11:39
      Highlight Highlight Mich hat mal ein deutscher Arzt als verantwortungslos bezeichnet weil ich mich geweigert habe die Antibiotika anzunehmen die er mir wegen einem 2 cm Schnitt in den Daumen verschreiben wollte.
      Ich habe ihm ins Gesicht gelacht und erwidert das er seine Tricks nicht bei mir versuchen muss. Die meisten Ärtzte sind doch nur darauf versessen so viel von dem Zeug zu verkaufen wie möglich.
    • Menel 08.09.2018 12:16
      Highlight Highlight @lily, aals jemand, der eine Blutvergiftung wegen eines Nadelstiches hatte, kann ich den Arzt gut verstehen. Die Leute unterschätzen oft die Gefahr von offenen Wunden und wie schnell sich da "Koken" ansiedeln können. Ein Onkel von mir hat wegen einer kleinen Wunde am Bein dieses fast verloren.
    • Katzenseekatze 08.09.2018 13:52
      Highlight Highlight Meine Rede.
    Weitere Antworten anzeigen
  • giandalf the grey 08.09.2018 10:05
    Highlight Highlight Das Post-Antibiotika-Zeitalter kommt. Hoffen wir, dass die Wissenschaft eine Alternative findet, bevor es so weit ist. Ansonsten kommt damit auch das Prä-Antibiotika-Zeitalter wieder.
    • Menel 08.09.2018 11:13
      Highlight Highlight Das stimmt so nicht, es sind gerade wieder ganz neue Breitbandantibiotikas entwickelt worden. Googlen sie zB. mal Teixobactin.
    • Musikuss 08.09.2018 13:04
      Highlight Highlight Zuerst müssen wir unser Denken ändern: anstatt Krieg gegen die Mikroorganismen zu machen ( den sie gewinnen werden, weil sie sich viel schneller gegen Gift immunisieren können, als wir Menschen) sollte man sich endlich darauf konzentrieren, wie das geniale Abwehrsystem des menschlichen Körpers gestärkt werden kann! *Jede* Antibiokabehandlung schwächt unser Abwehrsystem und fördert gleichzeitig die Immunisierung der Krankheitskeime. Das wissen wir und trotzdem hören wir mit diesem Irrsinn nicht auf...
  • Petersilly 08.09.2018 09:53
    Highlight Highlight "Im Gegensatz zum kantonal organisierten Gesundheitswesen kennen Superkeime nämlich keine Kantonsgrenzen. "
    Sehr gut formulierter Satz zum Schluss. Danke !
  • Die Redaktion 08.09.2018 09:19
    Highlight Highlight Nur mal so am Rande:
    Play Icon
    • legis 08.09.2018 11:20
      Highlight Highlight War mir bewusst, dass AB inflationär verwendet werden in der Tiermast! Wusste nichts darüber dass die Reserve-AB auch eingesetzt werden, einfach aus dem Grund, dass ich davon ausging, dass das einer Spezies mit Selbsterhaltungstrieb selbstverständlich sein muss! Naja, die Dummheit des Menschen ist effektiv unendlich🤷‍♂️

      Das mit dem nett-Veggi ist bei mir nun endgültig vorbei! Diese idiotischen Fleischesser die diesen Dreck noch aktiv unterstützen! Soll mir hier mal einer erklären, wie das gerechtfertig werden kann!
    • Midnight 08.09.2018 11:22
      Highlight Highlight Und da gibt es doch tatsächlich Leute, die Angst haben, die Menschheit werde eines Tages durch einen Atomkrieg ausgelöscht...
    • Die Redaktion 08.09.2018 15:12
      Highlight Highlight In zwei Wochen haben wir die Chance etwas zu ändern. Wir schützen unsere Wirtschaft nicht, in dem wir an den falschen Stellen sparen. Ja zu Fair-Food und Ja zur Ernährungssouveränität.
  • Beat Galli 08.09.2018 08:22
    Highlight Highlight Die Natur fängt an sich zu wehren.
    • Klirrfactor 08.09.2018 09:14
      Highlight Highlight Und wieder jemand mit einem Standardspruch.

      Schlagzeile: "Person bleibt am Ski Lift mit Rucksack hängen und verletzt sich."
      Standardantwort: "Rucksäcke auf Ski Lifte müssen verboten werden!"
    • Töfflifahrer 08.09.2018 09:19
      Highlight Highlight Wenn Mutter Natur den Virus Mensch ausrotten will, kann die das mit links. Mit uns kann es, im Gegensatz zur Mutter Natur, sehr schnell aus sein.
    • Billy the Kid 08.09.2018 09:43
      Highlight Highlight "Die Natur" mit einem Willen und einem Gewissen existiert nicht.

      Interessant ist doch, dass Sie der Natur erst mal menschliche Eigenschaften übertragen müssen, sodass Sie die Menschheit (in ihrer Phantasie) zum Teufel jagen können.
      Übrigens: Der Mensch gehört genauso zur Natur wie ein Apfel zu einem Apfelbaum.
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