Schweiz
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(V.l.n.r.) Gerhard Pfister (CVP), Isabelle Moret (FDP), Moderator Jonas Projer, Verena Nold, (Krankenkassenverband Santésuisse), Hans Stöckli (SP). Bild: screenshot/srf

Wo tut's denn weh, liebes Gesundheitssystem? – Eine Diagnose der SRF-«Arena»

Die Krankenkassen-Prämien steigen zuverlässig von Jahr zu Jahr, die Gesundheitskosten verdoppelten sich in den letzten 25 Jahren beinahe. Alle sind sich einig, vom Gesundheitsökonomen bis zum Ärztevertreter: Wenn es noch lange so weiter geht, geht es nicht mehr lange so weiter. Es muss etwas geschehen. Nur was? – Eine «Arena»-Diagnose.



Willkommen in der Klinik Leutschenbach, auf geht's zur lebensbejahenden Shoppingtour. Und was es da alles im Angebot gibt: beim Onkologen eine Chemotherapie, beim Chirurgen einen Kniegelenkoperation, der Gastroenterologe macht schnell eine Darmspiegelung, und vor Ladenschluss wird noch rasch durch die Röhre gerutscht. Und wer auch nach Feierabend genesen will, der weist sich einfach schnell in die Notfallstation ein: Dort machen sie alles, vom Heftpflaster bis zum Luftröhrenschnitt. Und zwar nur vom Feinsten, versteht sich. Ici, ç'est la Suisse.

Das Schweizer Gesundheitssystem, ein grosser Selbstbedienungsladen? Ein «buffet à discretion» (Projer)?

Wenn man mit dem groben Pinsel malt, dann ist das ungefähr das Bild, das bürgerliche Politiker zeichnen.

Seit Jahren steigende Prämien, höhere Behandlungskosten, leichtfertige Arztbesuche, ein Gesundheitssystem, das aus dem Ruder läuft. 

Wo ansetzen? Wie sparen, ohne dass jemand zu schaden kommt? Darüber wurde in der «Arena» diskutiert. 

«Es gibt eine Gruppe von Patienten, die ihre Eigenverantwortung zu wenig wahrnimmt», sagt Pfister ganz zu Beginn. Der CVP-Präsident ist überzeugt: Einige Leute laufen wegen kleinster Wehwechen zum Arzt – und genau dort gebe es Sparpotenzial.

Es gibt eben auch andere Leute

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Video: streamable

Erika Ziltener, Präsidentin Dachverband Schweizerischer Patientenstellen, hält dagegen: «Die Leute gehen nicht wegen jedem Bobo zum Arzt», das stimme nicht. «Die Leute wollen nicht krank sein», sagt Ziltener. Das sei ein falsches Bild.

Sekundiert wird Ziltener von Tilman Slembeck. Er kenne nicht viele Leute, die aus Spass zum Arzt gehen, sagt der Gesundheitsökonom. Und er frage sich auch, ob aus der viel gepriesenen Kostensparübung schlussendlich nicht eher eine Kostenverlagerung werde. Wenn Krankheiten nicht rechtzeitig erkannt werden, könne das Saldo später viel teurer werden. «Das ist das Dilemma der Patienten.»

Dilemma der Patienten

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Weg zur Zweiklassenmedizin

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Aufhänger dieser «Arena»-Sendung war unter anderem der Querschläger der CSS-Chefin Philomena Colatrella zu Beginn dieser Woche. «Absurd» sei dieser Vorschlag, eine «absolute Katastrophe». «Keine Sympathien» war noch das mildeste Verdikt im Arena-Rund für die Idee der CSS-Chefin, die Franchise auf 10'000 Franken zu heben, um die Prämien zu senken.

Das sei natürlich nur als «Denkanstoss» zu verstehen, der «vertiefte Berechnungen erfordere», wie die CSS in einem Statement erklärte, als sie von Projer angefragt worden war, ob sie denn auch in der «Arena» diskutieren möge.

Absolute Katastrophe

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Die CSS wird wohl noch ein Weilchen rechnen müssen, um ihren Denkanstoss irgendwann unters Volk bringen zu können. In der aktuellen Form jedenfalls ist es mehr Rohrkrepierer als Versuchsballon, darin sind sich alle «Arena»-Gäste einig.

Das Gesundheitssystem mag auf der Intensivstation liegen, die Leute, die sich beruflich damit beschäftigten, sind putzmunter. Isabelle Moret zum Beispiel. Mit ihr hat die FDP plötzlich wieder den Mittelstand entdeckt. Moret jedenfalls macht fast den Handstand, als sie über das Verbesserungspotential von Tarmed spricht, dem Tarifkatalog für ambulante ärztliche Leistungen. Die Frau pflückt dabei Argumente aus der Luft wie andere Leute Nachbars Äpfel. Und es scheint ihr auch noch Spass zu machen. Rire ç'est bon pour la santé.

Gerhard Pfister hingegen sieht eher angesäuert aus. So viele schlechte Noten wie der CVP-Präsident verteilte nicht einmal Lehrer Lämpel. Eine kleine Zeugnisdurchsicht:
Das Parlament generell: kann und will nicht sparen. Hans Stöckli im Speziellen: viel länger in der Gesundheitskommission als er, Pfister, und dennoch nichts zustande gebracht. Isabelle Moret: Weiss offenbar – himmel nomal – seit drei Jahrhunderten, was die Lösung ist, und hat trotzdem nichts gemacht. Die Kantone? Kein Interesse an Kostensenkungen. Die Krankenkassen? Kein Interesse an Kostensenkungen.

Es werde diskutiert und diskutiert, aber Lösungen präsentiere schlussendlich niemand. «Dabei wissen wir alle hier drin, wie wir sechs Milliarden Franken sparen können», poltert Pfister und schafft so gerade noch den Spagat zur hauseigenen Volksinitiative. 

Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. Der Zuger Philosoph ist halt auch ein Macher.

Die CVP hat deshalb eben eine Volksinitiative lanciert, die eine Kostenbremse im Gesundheitssystem einführen soll. Böse Zungen behaupten, dass die Initiative nur ein Wahlkampfvehikel sei. Nationalratskollegin Moret zum Beispiel, die sich mehrmals aufrichtig bei Pfister entschuldigte, sie möge ihn ja, aber Lösungen habe sie im CVP-Papier nun auch keine gefunden. Tarmed hingegen ...  

Irgendwann gegen Mitte der Sendung hat Stöckli plötzlich seine Brille aufgesetzt. Der Mann sieht auf einmal noch mehr aus wie Sepp Blatters seriöser Halbbruder. Auch Stöckli spricht jetzt über Pfisters Volksinitiative, und er macht das eine Spur zu generös: Stünde er neben ihm, er würde ihm artig den Kopf tätscheln. 

Nach 50 Minuten ist die Luft draussen in dieser Sendung. Das Thema ist komplex, das bestreitet niemand. Es ist auch kräftezehrend. Das ist vor allem für Moret ein bisschen unglücklich. Die FDP-Nationalrätin möchte noch einmal mit Tarmed hausieren gehen, aber selbst Projer kann's nicht mehr hören: «Nein jetzt nicht Tarmed», unterbricht der Moderator Moret unwirsch. Später vielleicht, tröstet er sie, aber später werden grösstenteils Argumente von früher wiederholt. Ein bisschen wie bei den Ärztesendungen, die Projer am Schluss noch kurz behandelt. Wir erfahren: Pfister mag Dr. House, Stöckli seinen Hausarzt und Moret hat Sehnsucht nach George Clooney.

Ökonom Slembeck sagt dann noch etwas Gescheites, das in dieser Diskussion oftmals untergeht, weil es so simpel ist. Das Schweizer Gesundheitssystem ist nicht nur deshalb so teuer, weil es praktisch unerreicht gut ist, sondern auch unglaublich schnell: «Wir haben das schnellste Gesundheitssystem, die kürzesten Wartezeiten auf der ganzen Welt, das, meine lieben Stimmbürger, das ist nicht gratis.» 

Das ist nicht gratis

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Schlange stehen kann allerdings auch zur Volkskrankheit werden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 23.04.2018 14:35
    Highlight Highlight Also diejenigen, die im Parlament schon nix zustande bringen, sollten jetzt in der Arena was Gescheites dazu beitragen?
  • YvesM 22.04.2018 09:49
    Highlight Highlight Grundsätzlich ist die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung der Haupttreiber für die Kostenexplosion.

    Für mich wäre ein Wechsel des Zulassungssystems wichtig. Zulassung von Behandlungen und Medis nur noch, wenn nachweislich die Kosten der Behandlung um mind. 20% günstiger oder mind. 20% besser Heilung aufweisen.
  • dorfne 22.04.2018 08:57
    Highlight Highlight Aufgrund von Beobachtungen und meinem gesunden Menschenverstand sagte ich: Je höher die Prämien umso höher werden die Kosten im Gesundheitswesens. Warum? Jemand der Jahr für Jahr 6000 Fr. Prämien zahlt will irgendwann eine Gegenleistung für das viele Geld und teure Leistungen verlangen. Vor Allem, nachdem er den Arztbesuch für ein Arztzeugnis oder eine Grippeimpfung stets selber zahlen musste! Wegen der Franchise! Die soll ja erhöht werden. Wurschtelt nur so weiter!
    • DerRabe 22.04.2018 10:36
      Highlight Highlight Leider absolut 100% korrekt.
  • dorfne 22.04.2018 08:22
    Highlight Highlight Hier bewahrheitet sich was ich einst las: Die Politik kann die Probleme nicht lösen, weil sie selber Teil des Problems ist. Mächtige Lobbies aus Krankenkassen, Pharma, Spitäler und Aerzten haben die Macht in den Parlamenten und ausserhalb. Sie blockieren Alles. Wie NR Pfister sagte: Man wüsste genau wie, tut es aber nicht. Mit offenen Augen wartet man (das sag ich, nicht Pfister) bis das System zusammen bricht. Dann wird man zum Notrecht greifen, und das wird voll zu Lasten schwerkranker Patienten gehen!
    • Midnight 23.04.2018 08:05
      Highlight Highlight Und der Bürger macht munter das Schaf, spielt den Lobbies in die Karten und macht so Sachen wie die staatliche KK ablehnen.

      Finde es interessant, das ich in meinem Umfeld immer öfter die Frage höre, weshalb wir diese abgelehnt haben. Als hätte man damals noch nicht gewusst, dass das "Krankheitsgeschäft" eine Lobbygesteuerte Gelddruckmaschine ist. 🤔
  • Tomster 22.04.2018 07:58
    Highlight Highlight Ich hatte vor einigen Wochen einen sehr grossen und schmerzhaften Abszess unter der Haut. Ich ging damit zum Arzt, er gab mir zwei Wochen Antibiotika, ich musste nochmal zweimal zur Kontrolle hin. Das Ding wurde nicht operiert, aufgeschnitten oder so, es ging irgendwann von selbst auf. Die ganze "Behandlung" hat über 600 Franken gekostet! Das finde ich Wahnsinn...
    • dorfne 22.04.2018 15:47
      Highlight Highlight Eine Operation wäre wahrsch. 3 Mal so teuer gewesen als Ihre konventionelle Behandlung.
  • beaetel 21.04.2018 18:32
    Highlight Highlight Egal welche Leistung erbracht wird, der Lohn sollte für alle gleich sein, so verschwände der finanzielle Anreiz, mehr aus einem Patienten rauszuholen. Die Zeit nämlich ist limitiert und wenn die auf die Stunde abgerechnet wird, spielt es auch keine Rolle, ob ein Arzt einem Patienten sein Gehör „schenkt“, oder eine heute extrem teure OP verschreibt, inklusive Komplikationen. Wer dann nur wegen dem Geld Arzt oder Spezialist werden will, wird dann halt Banker und überlässt das Feld denen, die wirklich heilen wollen ... und natürlich sollten die mehr bezahlen, die mehr verdienen ...
    • dorfne 22.04.2018 08:27
      Highlight Highlight Geld aus dem System nehmen und Alle hässig und bockig machen funktioniert seit Jahrzehnten nicht. Kosten künftig vermeiden!
      Dafür liegen 100 Ideen auf dem Tisch, die nicht umgesetzt werden!
    • rodolofo 22.04.2018 08:41
      Highlight Highlight Das mit der Lohngleichheit wurde tatsächlich im früheren Ostblock ausprobiert!
      Die Parteifunktionäre lebten in einfachen Plattenbauten und hatten nur einen bescheidenen Wohlstand, der vor allem mit ausreichendem Essen zu tun hatte.
      Darum waren diese Apparatschiks der Kommunistischen Partei auch meistens dick und kamen einem vor, wie Schweine in Orwell's "Farm der Tiere".
      Diese Einebnung der Löhne dämpfte aber auch den Ehrgeiz und die Leistungsbereitschaft der Leute. Die Ausschaltung jeglicher Konkurrenz durch die Verstaatlichung der Wirtschaft steigerte diesen demotivierenden Effekt.
      ...
    • rodolofo 22.04.2018 08:48
      Highlight Highlight ...
      In einem Staats-Restaurant in Warschau erlebte ich die unfreundlichste Bedienung meines Lebens!
      Als solidarisch gestimmte, linke West-Besucher wollte unsere Reisegruppe in der damaligen "Bleiernen Zeit" des Kalten Krieges mit dem Eisernen Vorhang zwischen Ost und West ein Zeichen setzen!
      Also räumten wir unsere Suppen-Teller selber ab.
      Unsere Aktion wurde aber vom übel gelaunten Küchenpersonal nur mit hämischer Verachtung und mit demonstrativem Undank quittiert!
      Diese Leute fühlten sich gründlich betrogen und auf der Verliererseite des Lebens.
      Und jetzt? Wie geht es ihnen heute?
  • christian_meister 21.04.2018 17:30
    Highlight Highlight Ich hätte da auch noch ein paar Kostensenkungsvorschläge:
    1. Ärzte dürfen keine Medikamente mehr abgeben. Der Anreiz des Zusatzverdienstes für den Arzt verschwindet.
    2. Pro Fall gibt es einen kleinen Selbstbehalt von z.B. 100.-. So geht man bei einer Bagatelle zuerst in die Apotheke/Drogerie.
    3. Medikamente die Missbraucht werden (z.B. Schmerz-, Abführmittel) werden mit einer Lenkungsabgabe verteuert und von der Grundversicherung nicht mehr bezahlt. Es gibt dadurch weniger teure Folgeschäden, die die Allgemeinheit bezahlen muss.
    4. Jede Operation wird vorgängig auf die Notwendigkeit geprüft.
    • nödganz.klar #161 21.04.2018 17:51
      Highlight Highlight Zu Punkt 3.:

      Nein Herr Meister, Ihr Krebs ist zwar im Endstadium, aber leider dürfen wir Ihnen kein Fentanyl geben, da es Abhängig macht und Folgekosten generiert.

      Stellst du dir das so vor?
    • christian_meister 21.04.2018 20:17
      Highlight Highlight Nein, es geht mir nicht um rezeptpflichtige Schmerzmittel wie Fentanyl. Das Problem sind freiverkäufliche Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie beispielsweise Paracetamol. Diese führen bei regelmässiger Einnahme zu irreparabelen Leber und Nierenschäden. Die Folge ist eine Transplantation. Dies kostet enorm viel. In Grossbritannien sind bereits über 50% der Lebertransplantationen die Folge von Schmerzmittelmissbrauch. Schaut man die Abverkaufsstatistiken an, sind genau diese Schmerzmittel die am meistverkauften.
    • DerRabe 22.04.2018 09:58
      Highlight Highlight ok, das klingt schon ganz anders. Ich hab‘s auch so gelesen, wie „nödganz.klar“.
      Zu Punkt 4: Das wird doch sicher schon gemacht. Plastische Medizin ausgenommen.

      Ich hätte zusätzlich noch Punkt 5 anzubieten: Parallelimporte von Medis erlauben oder noch besser: Medi-Preise dürfen bei uns nicht höher sein, als irgendwo sonst. Wenn Medis im Ausland entdeckt werden, die günstiger sind als bei uns, gibt‘s saftige Bussen.
  • David1980 21.04.2018 16:56
    Highlight Highlight Die Prämien sollen bei denen ansteigen, die dermassen viel zum Arzt oder ins Spital gehen, weswegen die Prämien so ansteigen müssen. Aber sicher nicht bei denen, die nichts dafür können.
    • rodolofo 21.04.2018 18:44
      Highlight Highlight Das ist eine "No Billag!"-Argumentation.
    • dorfne 22.04.2018 08:33
      Highlight Highlight Ein Bonus- Malus-System wie bei der Auto-Haftpflichtversicherung? Das könnte funktionieren, wenn SUVA und Krankenkasse eine Einheitskasse wären. Da die Jungen weniger krank werden als die Alten, dafür aber mehr Sportunfälle haben, ginge nicht alles zu Lasten der älteren Generation.
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 22.04.2018 10:51
      Highlight Highlight @David: Was kann ich dafür das ich einmal pro Jahr einen Tag auf der Kardiologie verbringe?
      Was kann ich dafür das ich alle drei Monate zwingend zum Hausarzt muss? (Gehe ich nicht wird das später ernsthafte Gesundheitliche folgen haben).

      Was kann jemand der Krebs hat dafür das er Regelmässig auf die Onkologie gehen muss und dort ggf. Hochteure Medis braucht?

      Chronisch Kranke suchen sich den Scheiss den sie haben nicht aus, sie möchten Gesund sein.
      Sollen sie etwa noch Doppelt (oder mit Wehrersatzpflicht Dreifach) bestraft werden?
  • Fzutter49 21.04.2018 12:37
    Highlight Highlight Die Sendund war bloss Wahlkampf. Jeder hat jedem die Schuld zugeschoben.Lösungen wird es keine geben.Ist ja auch klar, die Lobbyisten wollen weiter abzocken. Der beste Spruch brachte Frau Hold, die 68.Millionen als Kleinigkeit bezeichnet.Liebe Frau,es gibt Menschen in diesem Land, die die Prämien fast nicht mehr stemmen können, und sogar auf Ferien verzichten müssen.Wenn das Gesundheitkosten steigen, werden die Prämien sofort nach oben korrigiert. Aber wenn die KK dies verschenken macht es nichts.
    • dorfne 22.04.2018 08:35
      Highlight Highlight Was NR Pfister gesagt hat, fand ich gut! Endlich ein bürgerlicher Politiker, der zugibt: Man wüsste wie Kosten senken, setzt aber nichts davon um. Fragt sich jetzt nat. wie Herr Pfisters Abstimmungsverhalten im Parlament ist, wenns hart auf hart kommt!
  • Lumpirr01 21.04.2018 12:31
    Highlight Highlight Obwohl die KK-Prämien bei finanzschwächeren Familien längst ein riesengrosses Problem sind, muss ich leider feststellen, das z.Bsp. im Bereich des privaten Verkehr auch Null & Nichts gespart wird. Die Autos werden breiter, grösser, schwerer, bockiger und PS - stärker. Offenbar merken diese Fahrer erst beim Einparken, dass sich die Parkplätze nicht verbreitert haben................
    • Illuminati 21.04.2018 17:00
      Highlight Highlight Das ist aber eine Verallgemeinerung. Eine wirklich arme Familie leistet sich ja wohl kaum ein teures Auto. Auf den oberen Mittelstand bezogen hat ihre Aussage aber sicher einen Funken Wahrheit.
    • rodolofo 21.04.2018 18:47
      Highlight Highlight Aber Alte bei sich zu Hause pflegen will auch niemand...
      Alte sind nun mal ein "Verlustgeschäft", genauso, wie Kinder und Jugendliche.
      Soll es deswegen keine Alten, Kinder und Jugendliche mehr geben?
      Wäre eine solche Welt viel schöner?
    • dorfne 22.04.2018 08:39
      Highlight Highlight @Illuminati. Hier ist Verallgemeinung erlaubt, mMn sogar nötig. Alle, wir Alle, die sich gern als Opfer darstellen, wenn uns ans Portemonnaie geht, fahren mit unserem Konsum auch so Allerlei gegen die Wand. Verzicht ist gefragt, bevor uns alles genommen wird! Aber eben.
  • ponebone 21.04.2018 12:09
    Highlight Highlight Grosses Kompliment William,

    wirklich sehr gut geschrieben. Ist zum lesen sicher unterhaltsamer als sie Sendung zum schauen.
  • amore 21.04.2018 11:57
    Highlight Highlight 6. KK-Prämien der Grundversicherung in den Warenkorb der Konsumentenpreise aufnehmen (dass die KK-Orämie nicht in diesem Korb enthalten sind ist eigentlich eine grosse Sauerei für die Prämienzahler). Es ist ein Witz, dass man ein KK-Versicherungsindex parallel zum Landesindex der Konsumentenpreise aufgebaut hat. Die Zahlen sind vorhanden. Also kann man sie sofort in den Landesindex der Konsumentenpreise einbauen.
    • dorfne 22.04.2018 08:43
      Highlight Highlight Allerdings. Daraus kann dann abgeleitet werden: Null Inflation = null Lohnerhöhung, oder 0,5% Lohnerhöhungen können von den Unternehmern als "Reallohnerhöhung" bejubelt werden! Egal wie hoch die reale Teuerung ist!
  • amore 21.04.2018 11:57
    Highlight Highlight 1. Nur eine KK für die Grundversicherung (SUVA dient als Vorbild)
    2. Medikamentenpreise mind. auf EU senken
    3. Qualitätssystem bei Spitälern und Ärzten einführen (vgl. Luftfahrt)
    4. Sofort 80 Mio. Bonusausgaben sparen für Versicherungsvermittler (Grundversicherung)
    5. keine Kopfprämien mehr (wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Grundlage)
    ./. 6.

    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 21.04.2018 12:56
      Highlight Highlight Nummer 2 gibt es schon in vielen Bereichen der Spitäler. AQC, SanaCert usw. nur nicht gebündelt und die Anbieter Vergolden es.
    • Phrosch 21.04.2018 15:26
      Highlight Highlight Oder auch eine Pflicht, einen Hausarzt zu haben und diesen konsequent zuerst zu konsultieren. Dazu muss die Hausarztmedizin entsprechend gefördert werden. Man könnte auch den Selbstbehalt stark heraufsetzen bei wiederholt ungerechtfertigten Arztbesuchen („ bei jedem Bobo“) und den Hausärzten das Recht geben, dies auf der Rechnung auszuweisen.
    • coronado71 21.04.2018 15:40
      Highlight Highlight Gute Vorschläge, @amore! Ich wäre noch dafür, dass der Grundversicherungskatalog und die Fallpauschalen auf den Prüfstand gestellt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ZaharztAua 21.04.2018 09:53
    Highlight Highlight "Für jedes Bobo zum Arzt rennen" tun die, die keinen Selbstbehalt haben, d.h. sich die Vollversorgung problemlos leisten können. Für Gutverdiener ist das spottbillig.
    Aber die grosse Mehrheit mit Selbstbehalt verzichtet zu oft auf den Arztbesuch.
    Forderung:
    Keine Selbstbehalte.
    KK-Prämie prozentual vom Lohn, wie in anderen Ländern auch.
    • JackMac 22.04.2018 00:46
      Highlight Highlight Blödsinn. Gutverdiener haben sehr wohl einen hohen Selbstbehalt und rennen nicht wegen jedem Bobo zum Arzt.
      Was heisst denn da Spottbillig? Mir geht das Bashing gegenüber denjenigen, die nicht Kleinverdiener sind auf den Sack!
      Frag mal den Arzt oder Apotheker, welche Klientel am häufigsten erscheint. Du würdest staunen!
  • Miss Secret 21.04.2018 09:51
    Highlight Highlight Mit grossen Worten um sich werfen, die Gäste betrifft es ja nicht. Diejenige können sich die immer steigende Prämien leisten und ich gehe davon aus, auch eine dermassen hohe Franchise wäre finanziell machbar!
  • Herbert Anneler 21.04.2018 09:43
    Highlight Highlight Die Lektüre dieses Beitrags ist echt gesundheitsfördernd - voller Esprit! 😊! Danke!
  • chäsli 21.04.2018 09:35
    Highlight Highlight In dieser Arena wurde schnell klar warum sich im Gesundheitswesen nichts ändert. Das Geplapper war zum Teil entsetzlich, Ständerat Stöckli war laut und zu Teil fast despektierlich, die Patientenvertreterin sprach von Lust auf Magenspiegelungen und Chemotherapie usw. Mir kam vor, dass Gerhard Pfister der einzige war, der das Thema einigermassen im Griff hatte. Wenig angesprochen wurde, dass man zum Teil Leistungen verteuern sollte, Physiotherapien, Psychotherapien, Badekuren usw. Da es nur über den Geldbeutel geht, sollte man diese mit 25% Eigenleistung verteuern. Parallelimporte erlauben.
    • Maracuja 21.04.2018 10:20
      Highlight Highlight Für Badekuren müssen die Krankenkassen nur 10 Fr. pro Tag bezahlen, da scheint mir ihre Forderung bereits erfüllt:
      https://www.monsieur-sante.ch/de/2014/08/25/badekur-auf-rezept-was-bezahlt-die-krankenkasse/
      Wenn weniger an Physiotherapien bezahlt wird, dürften gerade Patienten mit starken Schmerzen auf andere Behandlungen (Operationen, starke Schmerzmittel mit Nebenwirkungen und Folgekosten) ausweichen.
    • DerRabe 22.04.2018 10:12
      Highlight Highlight Physiotherapie ist das einzige, das nach einer z.B. Knieoperation wirklich hilft. Klar, man könnte auch einfach teure Schmerzmittel (mit Suchtgefahr) verschreiben und den Patienten sich selbst überlassen, aber das können sie unmöglich als bessere Alternative sehen...
  • Humbolt 21.04.2018 09:01
    Highlight Highlight Der letzte Satz bringt es auf den Punkt! Es ist schnell, es ist oft sehr gut und das hat halt seinen Preis! Fünfer und Weggli gibt es nicht! Ist überall sonst auch so. Nur hier soll es das Beste fast gratis geben?! Wer das schafft verdient den Nobelpreis!
    Am besten fände ich eine Quellsteuer. So wird Steuerhinterziehung und dieses Problem in einem gelöst. Wer mehr hat, zahlt mehr, fertig!
  • Julian Flury (1) 21.04.2018 09:00
    Highlight Highlight Es wird teurer, ja. Meine Frage ist, warum redet man beim Sparen immer von den Ärzten? Warum nicht von den Krankenkassen? Warum nicht von den Riesenlöhnen der Krankenkassen-CEOs? Moret sagt, man könne Geld sparen im ambulanten Bereich. Von wo weiss sie das? Was für eine Qualifizierung hat sie, dies zu behaupten, während Ärzte & Spitalmitarbeiter sagen, dass dies nicht mit so viel Einsparen möglich ist?
    Natürlich gibt es Sparpotential bei den Ärzten - allerdings ebenso in der chemischen Branche & v.a. in den Krankenkassen. Aber dadrüber will ja niemand reden in Bern, möglicherweise Lobbyismus?
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 21.04.2018 13:01
      Highlight Highlight Spitäler müssen schon sehr viele Statistikdaten ans BfS schicken. Wäre Zeit das die Kassen auch Voll Transparent werden und zudem nicht mehr Gewinnorientiert arbeiten dürfen, nur noch Kostendeckend
    • PettR 21.04.2018 16:12
      Highlight Highlight @julian Die KK machen 5% der Prämienkosten aus. Das heisst, dass wenn du eine KK ohne Verwaltungskosten findest, steigt für ein jahr deine Prämie nicht an. Das ist nicht gerade viel.

      @the origin die Kassen sind mindestens so transparent. Was fehlt ist jedoch teilweise die strikte trennung VVG/KVG, es ist unklar woher die Kasse welches Geld nimmt.
      Ebenfalls fehlt die Transparenz der Ärzte und Spitäler. Die KK müssen die hohen Löhne in den Geschäftsberichten deklarieren. Warum müssen das Ärzte und Spitäler nicht?

    • RedWing19 21.04.2018 22:31
      Highlight Highlight KKs dürfen auch nicht gewinnorientiert arbeiten.
  • infomann 21.04.2018 08:25
    Highlight Highlight Die Pharmlobby hat Weider mal gesiegt.
    Das Parlament hat kürzlich entschlossen keine Parallelimporte zuzulassen.
    Beispiel.
    Mein Medikament kostet in der Schweiz
    28 Fr. In Spanien 2,35Euro
    Ist ja nur neun mal mehr.... Frechheit.
    • Lumpirr01 21.04.2018 09:43
      Highlight Highlight laut Interpharma beträgt der Anteil der Medikamente 9,1% der Gesundheitskosten:

      http://www.interpharma.ch/medienmitteilungen/5946-gesundheitskosten-der-schweiz-steigen-anteil-der-medikamente-sinkt-weiter

      Wäre es nicht zusätzlich sinnvoll, wenn man die grossen Kostentreiber irgendwo ausserhalb der bösen Pharmalobby bei den restlichen 90,9% analysieren sollte?
    • Walter Sahli 21.04.2018 10:12
      Highlight Highlight Lumpirr, alle sagen, bei ihnen könnte man nur ein paar wenige Prozente sparen, weswegen doch gefälligst die Anderen mit sparen beginnen sollen...

      Und apropos wenige Prozente, 9,1% von 84 Mia. sind 7.6 Mia!....in den Augen von Interpharma natürlich nur ein Sackgeld.
    • Lumpirr01 21.04.2018 12:25
      Highlight Highlight @Walter: Ich begrüsse auch ein Kostensparen bei den Medikamenten. Zum Beispiel verstehe ich nicht, wieso die Krankenkassen mir die in einer ausländischen Apotheke gekauften rezeptpflichtigen Medis nicht vergüten. Vom Preisüberwacher wurde mir bestätigt, dass solche Vergütungen auf der Basis des Art. 34 KVG verweigert werden. Dies ist ein 100%iger Heimatschutz für die Schweizer Apotheker.

  • Walser 21.04.2018 08:15
    Highlight Highlight Diese Arena und dieser Watsonbericht zeigen perfekt wo das Problem liegt. Niemand hat ein Problem ausser den Prämienzahlern. Drum ist’s wies ist. Die sogenannten Leistungserbringer stopfen sich den Rachen voll. Den Krankenkassen gehts herrlich. Diese zwei Gruppen blockieren mit ihren Lobbyisten im Parlament jegliche ernsthafte Reformen und sorgen dafür das es bleibt wies ist. Und als Sahnehäubchen erklären sie, der Patient sei das Problem.
    • Holzkopf 21.04.2018 10:03
      Highlight Highlight Hm, Pflege, Ärzte usw. haben vielerorts auch grosse Probleme. Aus Kostengründen werden Stellen gestrichen. Bei schlechten Arbeitsbedingungen und zu wenig ausgebildetem Personal bleiben Stellen vakant, was noch mehr Arbeitslast bedeutet. Hingegen wird überall der Verwaltungsapparat ausgebaut und neue Controllingstellen geschaffen:
      Wo tatsächliche Produktivität am Patienten stattfindet, da wird gespart und noch mit sog. Produktivitätszahlen Druck gemacht.
      Das Personal „an der Front“ leidet am immer höher werdenden administrativen Aufwand, der Schreibtischökonomen zum angeblichen Sparen erfinden.
    • Kurmann 21.04.2018 13:00
      Highlight Highlight Das ist absolut genau und präzise auf den punkt geracht!
  • Baffes 21.04.2018 07:52
    Highlight Highlight Mag ja sein das es schnell ist, dieses System. Ich glaube das ist aber dann auch wirklich das einzig gute daran.
  • rodolofo 21.04.2018 07:33
    Highlight Highlight Da zeigt sich wieder mal das Grundproblem aller Gemeinschaften, in denen es sehr schnell ziemlich gemein werden kann:
    Als Einzelner OHNE die Gemeinschaft bin ich ein Nichts und nicht überlebensfähig.
    MIT der Gemeinschaft fühle ich mich zeitweise bevormundet, kontrolliert und in Abhängigkeits-Verhältnissen gefangen.
    Für mich selbst beanspruche ich die allerbeste Pflege und Fürsorge im Falle von Krankheit, oder Unfall.
    Wenn aber ANDERE in den Genuss solcher Leistungen kommen sollen, verhalte ich mich misstrauisch und argwöhnisch: "Die simulieren doch nur, weil sie nicht arbeiten wollen!"
  • Wyerli 21.04.2018 07:30
    Highlight Highlight Sehe ich das richtig wurde in der Sendung überhaupt gar keine Ansätz zur Verbesserung der Situation Diskutiert? Das zumindest vermittelt mir dieser Artikel viel heisse Luft sonst nichts... etwas ist klar wens so weiter geht fahren wir den Karen an die Wand genau gleich wie bei der AHV. Ich bin 25 schwere Zeiten kommen wohl auf mich zu. Danke Vater Staat der schon seit 20 Jahren die Probleme sieht und nichts unternimmt. Aber lasst lieber weiterhin Pharma unternehmen Wucherpreis verlangen!
  • N. Y. P. D. 21.04.2018 07:03
    Highlight Highlight Während vielen Familien mit Kindern langsam der Saft zu den Ohren rausläuft, ob der Last der KK-Prämien, hatten unsere Politiker in der Arena ein nettes Stelldichein und jede Menge Spass.

    Ich mache mir langsam echt Sorgen. Seit Jahren steigen die Prämien 4% per anno.
    Und nur laber, laber und nochmals laber.

    Hans Stöckli (Lobbyist der 80 Millarden Ausgaben) war rührend, als er vom Zettel ablas, dass wir alle doch innovative Medizin wollen.


    Meine Damen und Herren Politiker

    Es sieht so aus, als wären Sie nicht in der Lage und auch nicht gewillt, das Problem anzugehen.
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 21.04.2018 12:54
      Highlight Highlight Laut BfS generiert jedr CH Bürger über 700.- Gesundheitskosten pro Mont 😰
      Wenn das der Zielprämienbereich wird... 😱
  • Schneider Alex 21.04.2018 06:56
    Highlight Highlight Es braucht mehr Anreize zur Mengendämpfung. Gleichzeitig müssen die Fehlanreize in den Tarifstrukturen eingeschränkt und die Grundversorgung verstärkt werden. Ohne eine solche Neuorientierung wird die demografische Alterung der Bevölkerung nicht zu bewältigen sein, sollen die Grundprinzipien der sozialen Krankenversicherung nicht infrage gestellt werden.
  • derEchteElch 21.04.2018 06:55
    Highlight Highlight «Die Leute gehen nicht wegen jedem Bobo zum Arzt»

    Doch! Eben genau das tun Leute!

    Kollege von mir arbeitet als Sanitäter bei einem staatlichen Rettungsdienst, was er auf Wochenende auf dem Notfall erlebt ist katastrophal!

    Da gehen Leute auf den Notfall weil sie sich mit einem kleinen Messer in den Finger geschnitten haben! Sie rufen den Sanitätsnotruf weil sie zuhause erbrochen haben und etwas Bauchschmerzen haben! Sie rufen den Rettungsdienst weil sie zur Untersuchung beim Hausarzt gefahren werden wollen!

    Das verursacht kosten, blockiert Personal (auch in den Spitälern) und ist unnötig!
    • Vosi 21.04.2018 09:17
      Highlight Highlight Nicht mehr als unsere nachbarn
      Benutzer Bild
    • Matti_St 21.04.2018 10:19
      Highlight Highlight @Elch. Dann müsste der Leistungserbringer diese Fälle ablehnen.
    • Tartaruga 21.04.2018 10:27
      Highlight Highlight Vielleicht tun das manche Leute. Du suggerierst mit deiner Aussage, das dies auf alle zutrifft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hugo Wottaupott 21.04.2018 06:49
    Highlight Highlight Ich glaub ich lebe nicht auf derselben Welt: Tiger Balsam rot 19.4g: 515% Teurer in CH als DE. Noch Fragen?

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