Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
snus

Der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids für E-Zigaretten und von Snus ist in der Schweiz verboten. Der Ausweg ist online. Bild: shutterstock

Warum das Snus-Verbot nichts bringt? Weil's den Tabak online ganz legal gibt

Der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids für E-Zigaretten und von Snus ist in der Schweiz verboten. Doch die Kunden können über das Internet trotzdem illegale Suchtmittel ganz legal importieren.

Fabio Vonarburg / Nordwestschweiz



Mit der Villa Kunterbunt kann das Haus nicht mithalten. Dafür ist seine gräuliche Farbe schlicht zu unauffällig. Dennoch erinnert man sich beim Anblick des Holzhauses in Göteborg sofort an Astrid Lindgrens Verfilmungen. Ein Schwedenhaus mit auffälliger Dachveranda, mehreren Treppeneingängen, weiss bemalten Hausecken und zuoberst auf dem Dach eine Wetterfahne. Was an ein Einfamilienhaus erinnert, ist die Rebellenzentrale der Schweizer Snus-Befürworter im hohen Norden, sprich der offizielle Hauptsitz des schwedischen Start-up «Snushof».

Das neu gegründete Unternehmen verfolgt unter dem Credo «von Snusern für Snusern» ein Ziel: die Schweiz mit Snus, Oraltabak, zu versorgen. Es ist der nächste Schachzug des Vereins Freesnus im jahrelangen Hin und Her mit dem Bundesamt für Gesundheit und die Reaktion auf die Weisung der Behörde, die zum definitiven Verkaufsstopp in der Schweiz führen soll.

Während Kioske, Tankstellenshops und Supermärkte somit keinen Snus mehr verkaufen dürften, auch nicht als Kautabak getarnten, kann man über die Internetseite von Snushof den Oraltabak ganz legal beziehen. Zwar ist der Verkauf von Snus in der Schweiz verboten, aber nicht der Import für den Eigenbedarf über einen ausländischen Anbieter. Auch wenn dessen CEO gleichzeitig Vorstands-Mitglied bei Freesnus ist.

Onlineshop mit Sitz in Spanien

Rico Daniel ist E-Zigaretten-Händler. Auch er trickst ein Verkaufsverbot online aus. In Kloten an der Gerbegasse betreibt er das Geschäft «E-Smoking», in dem er seinen Kunden ganz legal E-Zigaretten und nikotinfreie Liquids verkauft; über einen Onlineshop mit Firmensitz an der Plaça dels Traginers in Barcelona vertreibt er gemeinsam mit einem spanischen Geschäftspartner nikotinhaltige Liquids, die er in seinem Geschäft in Kloten nicht anbieten darf.

Auch ganz legal. Denn bei den nikotinhaltigen Liquids für E-Zigaretten gilt wie beim Snus: In der Schweiz zu verkaufen, ist verboten, der Import für den Eigenbedarf aber erlaubt.

Animiertes GIF GIF abspielen

Auf diese Bewegung wollen viele Schweizer nicht verzichten.

Das für beide Produkte geltende Verkaufsverbot stösst sowohl Snusern wie Dampfern sauer auf. Das Argument von beiden: Das Verbot gefährde den Rauchstopp von Tausenden Menschen. Denn: Ihr Suchtmittel sei weniger schädlich als Zigaretten und somit eine gute Alternative. Sprich: Zwar immer noch abhängig von Nikotin sein, aber immerhin auf eine weniger tödliche Art und Weise.

Das könnte dich auch interessieren:

Das BAG schätzt sowohl Snus wie auch die E-Zigarette als weniger gefährlich ein als Tabakzigaretten. Auf seiner Website schreibt das BAG, dass Fachleute sich nicht darüber einig seien, wie Chancen und Risiken der E-Zigarette abgewogen werden sollten. «Steigen Rauchende konsequent auf E-Zigaretten um, so kann dies die gesundheitlichen Risiken reduzieren.» Doch: «Die Nikotinabhängigkeit wird damit aber nicht überwunden.»

Legalisierung zeichnet sich ab

Auf das neue Tabakproduktegesetz zeichnet sich eine Legalisierung des Verkaufs von Snus und nikotinhaltigen Liquids ab. Doch bis das neue Gesetz steht, wird es noch Jahre dauern. Für Rico Daniel zu lange. So schnell wie möglich will er auch wieder in Kloten nikotinhaltige Liquids verkaufen können. Wieder, weil er bereits von Oktober bis Dezember 2015 in seinem Geschäft in Kloten nikotinhaltige Liquids verkaufte.

Er berief sich dabei auf das «Cassis de Dijon»-Prinzip. Dieses besagt, dass Produkte, die in der EU rechtmässig hergestellt und angeboten werden, ohne Kontrolle auch in der Schweiz verkauft werden dürfen. Der Bund ging dagegen mit einer Verfügung vor und unterband den Verkauf. Gegen diese Verfügung hat Rico Daniel beim Bundesverwaltungsgericht Klage eingereicht. Das Urteil ist hängig.

Rico Daniel rauchte früher bis zu zwei Päckchen Zigaretten am Tag, heute keine einzige mehr. Dafür dampft er jetzt nikotinhaltige Liquids. «Immer noch nicht perfekt», sagt er selber, «aber viel besser als Zigaretten».

So geht es den meisten seiner Kunden, die zu «99 Prozent» ehemalige Raucher seien. «Dank der E-Zigarette können Sie ihre Anzahl Zigaretten pro Tag reduzieren oder ganz darauf verzichten.» Die Nikotin-Abhängigkeit ganz hinter sich zu lassen, «entpuppt sich meistens als Illusion». Das es so lange dauert bis er nikotinhaltige Liquids verkaufen darf, ist für ihn ein Skandal. Geschäftsschädigend für ihn, gesundheitsschädigend für jene Raucher, die ohne das Verbot auf die E-Zigarette umsteigen würden.

Das Geschäft von Rico Daniel ist nah vom Flughafen. Ein Versuch dort zeigt: Beim Kiosk erhält man immer noch ohne Probleme Snus. Trotz Verbot, trotz zusätzlicher Weisung des BAG. Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich sagt auf Nachfrage: «Flächendeckende Kontrollen bei den Verkaufsstellen sind im Kanton Zürich nicht geplant.» Nur bei konkreten Hinweisen werde das Kantonale Labor aktiv. Hauptziel sei aber, den Import zu unterbinden, was aber Sache der Zollbehörden sei.

Mehr zum Thema Gesundheit und Ernährung

Weisst du, welcher Körperteil beim Sport mit Abstand am meisten verletzt wird?

Link to Article

Dieser Zusammenstoss sollte Ryan Masons Leben für immer verändern

Link to Article

SP-Politiker Wermuth fordert Regeln für Schamlippen-OPs

Link to Article

So soll eine Überteuerung des Gesundheitswesens vermieden werden

Link to Article

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Link to Article

Wenn der Grippevirus ein Freund von dir wäre – in 8 Situationen

Link to Article

Warum wissen Frauen nicht, wo ihre Vagina liegt? Wir haben eine Gynäkologin gefragt

Link to Article

So gesund sind die Schweizer – die 5 wichtigsten Erkenntnisse in Grafiken

Link to Article

Der Medizin-Nobelpreis geht an zwei Entdecker einer Krebstherapie

Link to Article

Diese junge Frau erkrankte an Brustkrebs – doch die Ärztin nahm den Verdacht nicht ernst

Link to Article

Im Zürcher Triemlispital mussten gerade 16 Leute ihr Blut trinken – das ist der Grund

Link to Article

Mit dem Laser gegen Jugendsünden: Tattoo-Entfernung boomt – es gibt nur ein Problem

Link to Article

Schnäuzen, Niesen, Husten: Ein für allemal – diese Regeln solltest du beachten

Link to Article

Über die Hälfte aller Menschen stirbt an einem dieser vier Faktoren (sie wären vermeidbar)

Link to Article

Wenn du im Schweizer Erkältungs-Bullshit-Bingo gewinnst, darfst du nach Hause

Link to Article

So verhinderst du, dass der Magen-Darm-Virus die ganze WG / Familie flachlegt 

Link to Article

Arbeiten gehen oder noch zuhause bleiben? Kommt drauf an, wie lange du ansteckend bleibst

Link to Article

Bund beunruhigt: Zwei Menschen an Listeriose gestorben

Link to Article

Die Schweiz ist im Protein-Wahn

Link to Article

Der Hanfkönig und sein braves Leben – auf einen Joint mit Bernard Rappaz 

Link to Article

Haarwuchsmittel aus der Migros? Grosser Widerstand gegen Supermarkt-Arznei

Link to Article

Ein für allemal – so erkennst du, ob du eine Grippe oder nur eine Erkältung hast

Link to Article

Heute entscheidet sich das Ärzte-Battle um Sterbehilfe

Link to Article

Wenn die Haut zerreisst – die Geschichte einer Schmetterlingsfrau

Link to Article

Du achtest auf Kalorien? Schön. Möchtest du nun Avocado oder Nutella?

Link to Article

Du denkst, ein Hirnschlag trifft nur alte Menschen? Du denkst falsch

Link to Article

Die Welt hat laut WHO ein riesiges Alkoholproblem

Link to Article

Du trinkst gerne aus PET-Flaschen? Dann solltest du das hier schnell lesen

Link to Article

So steht es um die psychische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung

Link to Article

Die Kiffer-Weltkarte: So unterschiedlich ist der Umgang mit Cannabis

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

22
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Herren 13.10.2016 19:28
    Highlight Highlight Seit zehn Jahren versorge ich mich über northerner.com. Günstig, rasch, zuverlässig und eine große Auswahl.
  • What’s Up, Doc? 13.10.2016 19:24
    Highlight Highlight Ich hab's immer direkt in Schweden bestellt grosse Auswahl und dank UPS auch schnell geliefert.
  • Tikkanen 13.10.2016 17:43
    Highlight Highlight ...wer braucht schon einen Kiosk😯 odenssnus.eu😋👍
  • Bash Burelli 13.10.2016 16:43
    Highlight Highlight Kann es sein, dass es mit den Steuern zu tun hat und der Bund an Snus und Liquids zu wenig verdient? Für mich hat es immer so den faden Beigeschmack, dass es nicht primär um die Gesundheit der Konsumenten geht. Aber das sind lediglich Vermutungen.
  • Ovolover 13.10.2016 16:40
    Highlight Highlight Oh, diese schlimme Nikotinsucht. So hartnäckig wie der eisenreiche Spinat. Man recherchiere mal nach Gefahren von Nikotin in der aktuellen(!) Forschung. Da findet man ..........

    nicht viel. Krebs? So gefährlich wie Aloe Vera (Einstufung durch WHO!). Suchtgefahr in Verbindung mit gezielt eingesetzten Verstärkerstoffen im Tabak hoch, sonst mässig, ähnlich dem Koffein.

    Tipp: Dokumentarfilm "A Billion Lives" seziert Tabak- und Pharma-Business und kommt diesen Herbst, wäre eine Rezension durch Watson wert.
    Play Icon
  • Hilmy 13.10.2016 14:43
    Highlight Highlight Die schweiz war lange führend bezüglich Garm Reduction. Wir haben ein Methadon und ein Heroin Program. Wir fördern die Verwendung von Kondomen zur sexuellen Harm Reduction und machen inldem Bereich noch einiges mehr. Weshalb wenden wir dieses konzept nicht an wen es umlNikotinsucht geht? Das Dampfen (und eigentlich auch Snus) sind weniger gefährliche Nikotinkonsum Formen und gehöhren gefördert nicht verboten! Damit könnten viele Leben gerettet und Milliarden an Gesundheitskosten gespart werden!
  • The fine Laird 13.10.2016 11:16
    Highlight Highlight Wo ist Snus verboten? Kann immer noch ohne Probleme kaufen gehen.😕
    • Snus116 13.10.2016 15:58
      Highlight Highlight Solange sie noch im Lager haben, ja.
  • saukaibli 13.10.2016 10:30
    Highlight Highlight Es gibt übrigens E-Zigaretten-Shops in der Schweiz, die zwar nur nikotinlose Liquids verkaufen, diese aber auf Wunsch gratis mit Nikotin anreichern. Keine Ahnung ob diese Methode so ganz legal ist, für mich aber eine tolle Sache, so kann ich sogar genau die gewünschte Menge Nikotin (bei mir 6mg/ml) bekommen. Ansonste geh ich halt ab und zu nach DE und kaufe mir einen Liter nikotinhaltige Base (und schmuggel den über die Grenze) und mische mir die Liquids selber an. So stupide Gesetze sind nun mal da um umgangen zu werden.
    • Too Scoop 13.10.2016 17:05
      Highlight Highlight ... Naja so ganz konform ist das nicht. Man weiss halt, wie man es umgeht.
  • SVARTGARD 13.10.2016 10:13
    Highlight Highlight 😆
    User ImagePlay Icon
  • blub 13.10.2016 09:58
    Highlight Highlight Also ich hab mir noch nie ein Snus so hochgeschoben wie auf dem .gif haha^^
    Aber ja ich hab aufgehört mich darüber aufzuregen, fliesst mein Geld halt in andere Kassen, im Ausland zahl ich eh weniger trotz Zollgebühren.
  • meine senf 13.10.2016 09:55
    Highlight Highlight Drogenpolitik und was verboten und was erlaubt ist, ist sowas von unlogisch und willkürlich.
    In diesem Fall wird etwas verboten, *weil* es vergleichsweise harmloser ist, da dann befürchtet wird, dass mehr Leute den Stoff konsumieren.
    "Wer Tabak konsumiert, soll gefälligst auch Lungenkrebs bekommen!"
    Man stelle sich mal vor, ungepanschter Alkohol würde verboten, mit der Begründung "wenn die Gefahr besteht zu Erblinden, dann trinken weniger Leute Alkohol".
  • Go-away 13.10.2016 09:45
    Highlight Highlight Ich vermute hinter diesen Verboten die Tabaklobby, welche im Bundeshaus grossen Einfluss hat.
  • Bruno S. 88 13.10.2016 09:37
    Highlight Highlight Was soll das?! Jeder der Snus konsumiert ist doch selber dafür verantwortlich! WTF?! Wir sind mündige Bürger. Ob ich jetzt unmengen an Zucker in mich hineinstopfe und dadurch fettleibig werde, Snus konsumiere, Gras rauche oder was sonstige Drogen. Das ist meine Sache und mein Körper und meine Gesundheit. Solange ich nicht betäubt Autofahre und sonst jemand gefährde, ist es mein Ding, wenn ich mich selbst gefährde.
  • silBAUM 13.10.2016 09:36
    Highlight Highlight Ich frage mich woso der Verkauf von Snus überhaupt verboten ist. Macht für mich keinen sinn.
  • jjjj 13.10.2016 09:03
    Highlight Highlight Natürlich soll man Snus verbieten. Zusammen mit der ganzen Tabakindustrie.
    Klar kann mans noch online bestellen, aber immernoch besser als ein Verkauf auch am Kiosk.
    • Lord_ICO 13.10.2016 09:28
      Highlight Highlight Weil Verbote ja so effektiv sind, sieht man ja am Rauschmittelgesetz, habe noch "nie" jemand getroffen der harte Drogen konsumiert....
      Verbote bringen rein gar nichts, nein sie führen zu etwas viel schlimmeren, ein unkontrollierter Markt entsteht, was dazu führt, dass unreine Ware im Umlauf ist. Wer Drogen konsumieren möchte erhält diese auch. Dass das glühende Verfechter solcher Verbote nicht sehen können/wollen lässt mich immer wieder mit Unverständnis zurück.
    • Nevermind 13.10.2016 10:17
      Highlight Highlight Du kannst ja die Nikotinliquids mit Methadon vergleichen.
      Falls sich das durchsetzt hat die Tabakindustrie ein Problem.
      Oder willst du Nikotinpflaster auch verbieten?
    • arriving somewhere but not here 13.10.2016 10:25
      Highlight Highlight Alles mit Verboten regeln?? OMG, die Dinosaurier lassen grüssen...
    Weitere Antworten anzeigen

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article