Schweiz
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epa07069243 A handout photo made available on 04 October 2018 by the Dutch Ministry of Defense shows four Russian intelligence officers at Schiphol Airport, Amsterdam, the Netherlands, 04 October 2018, according to the Netherlands Defence Intelligence and Security Service (DISS). In April, the Dutch Military Intelligence and Security Service (MIVD) allegedly thwarted a Russian operation against the Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW).  EPA/HANDOUT NO ARCHIVES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die vier Russen wurden im vergangenen April ausgewiesen. Bild: EPA/Dutch Ministry of Defence / ANP

Russland hat seine Cyber-Spione und Hacker überall

Nach der vereitelten Attacke in Den Haag reagiert die westliche Allianz entschieden.

Remo Hess, Brüssel / CH Media



Nein, zum Urlaubmachen waren die vier Russen nicht in die Niederlande gekommen. Im Kofferraum ihres Autos fanden sich ein Transformator, eine versteckte Antenne und etliche Spezialgeräte für Hacker-Angriffe. Die Mission: Einbruch in das Computer-Netzwerk der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag.

Als sie Anfang April vom niederländischen Militärgeheimdienst auf frischer Tat ertappt wurden, versuchten sie schnell noch, ihre Handys zu zerstören. Doch es war zu spät. In allen Details zeigte die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld gestern bei einer Pressekonferenz, wie die mit Diplomatenpässen ausgestatteten Männer gearbeitet hatten. Mit höchster Wahrscheinlichkeit lassen sie sich dem russischen Militärgeheimdienst GRU zuordnen.

Zugtickets nach Basel im Gepäck

Im Gepäck, das sie bei der Ausweisung nach Russland zurückliessen, fanden die Ermittler neben 20'000 Dollar und 20'000 Euro in Cash auch Zugtickets nach Basel. Es wird vermutet, dass das Labor Spiez hätte ausspioniert werden sollen, welches bei der Untersuchung des Giftanschlags auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal eng mit dem OPCW zusammenarbeitet. Ausserdem wurden Google-Ausdrucke von Gebäuden und Lokalitäten in Genf und Bern gefunden. Aussenminister Ignazio Cassis thematisierte die russischen Spionageaktivitäten auf Schweizer Terrain mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow bereits vergangene Woche am Rande der UNO-Vollversammlung in New York.

Klar ist: Bei der russischen Hacker-Attacke auf das OPCW handelt es sich um alles andere als einen Einzelfall. Das zeigen ebenfalls gestern veröffentlichte Erkenntnisse des britischen Geheimdienstes. Demnach sollen russische Hackergruppen in direktem Auftrag des GRU systematisch Cyber-Angriffe auf politische Institutionen, Unternehmen und Medien weltweit ausführen, so der britische Aussenminister Jeremy Hunt bei der Vorstellung des Berichts.

Als Beispiele nannte er Angriffe auf die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) 2016, ukrainische Flughäfen oder das Wahlkampfbüro der US-Demokraten. Auch die Attacke auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2015 gehe auf eine von russischen Geheimdienstlern gesteuerte Hackergruppe zurück. Londons Verteidigungsminister Gavin Williamson sagte, Russland verhalte sich wie ein «Pariastaat» unter Missachtung des Völkerrechts und kündigte ein gemeinsames Vorgehen mit den Alliierten an. Kreml-Sprecherin Maria Sacharowa wies sämtliche Anschuldigungen zurück: «GRU, Cyberspione, Kreml-Hacker – hier wird alles miteinander vermischt».

Ein Fall für die Beistandspflicht?

Beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister gestern in Brüssel fand Generalsekretär Jens Stoltenberg deutliche Worte. Russland versuche unverhohlen, internationale Organisationen und Gesetze zu untergraben und müsse dieses «rücksichtsloses Verhalten» sofort abstellen, so Stoltenberg. Als Reaktion werde die Nato abermals ihre Cyber-Kapazitäten verstärken und fortan auch offensive Kapazitäten in diesem Bereich nutzen.

Als erste Staaten kündigten Grossbritannien, Dänemark und die USA an, ihre Cyber-Fähigkeiten der Nato zur Verfügung zu stellen. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, die Nato müsse auch hier «gefechtsbereit» sein. Stoltenberg betonte, dass unter gewissen Umständen Cyber-Angriffe die Artikel 5 Beistandspflicht des Nato-Vertrages auslösen könnten. Neben Luft, Land und Wasser hatte die Nato 2016 auch den Cyberspace zu einem eigenständigen Einsatzgebiet erklärt.

Twitter und Facebook über russischen Einfluss bei US-Wahlen

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Video: srf

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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • cheko 05.10.2018 09:35
    Highlight Highlight Und da kommen die Putin-Fanboys wieder.. "Aber die USA tut es ja auch..." ist ja auch sehr wahrscheinlich und zum Teil bestätigt. Nur sind sie vermutlich besser/professioneller organisiert oder sie machen es nicht in dem Ausmass wie Russland. Egal welche von den beiden spioniert und ob da China auch noch mitmacht, alle solchen Taten sind zu verurteilen!
    • Sebastian Wendelspiess 05.10.2018 16:56
      Highlight Highlight Die Frage ist warum man es bei Russland verurteilt, bei anderen aber weniger...
  • bokl 05.10.2018 09:15
    Highlight Highlight "Russland ... müsse dieses «rücksichtsloses Verhalten» sofort abstellen, so Stoltenberg. Als Reaktion werde die Nato ... fortan auch offensive Kapazitäten in diesem Bereich nutzen."

    Typische Militärlogik.

    "Eurer Verhalten ist nicht in Ordnung, darum verhalten wir uns nun auch so".

    Und sich dann wundern, warum sich alles immer mehr hochschaukelt ...
    • roger.schmid 05.10.2018 10:25
      Highlight Highlight @bokl: gut wenn etwas gegen die russische Aggression unternommen wird. Däumchen drehen und zuschauen wie Russland Demokratien untergräbt wäre nun das falsche.
  • Amenokal 05.10.2018 09:02
    Highlight Highlight Das man hier kaum mal kritische Berichte über die NATO liest ist ja bekannt. Das aber wegen Cyberkriminalität von Geheimdiensten (macht jeder Geheimdienst.. ) mit Art. 5 gedroht wird ist erschreckend. Art. 5 VS Russland = Weltkrieg!
  • Arneis 05.10.2018 08:43
    Highlight Highlight Der Geheimdienst hat in seinem Bericht, das wiederholte auftretten eines bestimmten Staates bereits aufgezeigt. Nur scheint es, hängen wir es nicht an die grosse Glocke. Ist also entweder politisch so gewollt oder aber naiv. On verra.
  • Skeptischer Optimist 05.10.2018 08:36
    Highlight Highlight Der Artikels behandelt nicht Cyberkrieg, sondern Propagandakrieg. Nach den Snowden Enthüllungen ist jedem bekannt, dass IT Systeme ein Primärziel der Schlapphüte sind und dass sie dabei nicht zimperlich sind.

    Das bemerkenswerte an den Enthüllungen ist nicht der Inhalt, sondern der Fakt, dass enthüllt wird.

    Cui bono? Die Russen können mit den Enthüllungen leben, im Grunde ist es für sie sogar hilfreich, da sie jetzt wissen, dass ihre Schnüffeloperationen kompromittiert sind.
    • Skeptischer Optimist 05.10.2018 12:15
      Highlight Highlight Für die Briten, die das Theater federführend inszenieren, scheint es durchaus Sinn zu machen. Sie versuchen die angebliche Kompetenz ihrer Schlapphüte als Verhandlungsfaktor bei den Brexit Verhandlungen nutzen zu wollen.
  • Thurgauo 05.10.2018 08:34
    Highlight Highlight Ich will Russland nicht verteidigen. Aber es die USA, usw. haben ganz bestimmt auch genug Spione.
    • Toerpe Zwerg 05.10.2018 12:30
      Highlight Highlight Ich will nicht ... aber ...

      Heisst ich will.
    • Thurgauo 05.10.2018 12:45
      Highlight Highlight Ok, das Wort aber ist schlecht gewählt. Das stimmt.

      Mich würde es einfach interessieren, was die Amerikaner und Chinesen alles infiltriert haben. Ein Problem ist es definitiv.
  • Grundi 05.10.2018 08:12
    Highlight Highlight Jede "Großmacht" tut es.
    Doch bei den einen ist es böse und bei anderen halt notwendig.
    • rodolofo 05.10.2018 09:53
      Highlight Highlight Die Russischen Geheimdienstler griffen die "Kämpfer gegen Chemie-Waffen von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die Doping-Jäger von der Wada und ein Atomkraftwerk in Pennsylvania an.
      (Quelle: TA von heute)
      Was sagt uns das?
      Wie glaubhaft kann es heute noch sein, wenn das Putin-Régime versichert, in Syrien sei kein Giftgas zum Einsatz gekommen?
      Einfach mal 1 plus 1 zusammenzählen!
      Was ergibt das? 2.
      Putin-Russland ist also doppelt verkommen, lügt und betrügt und wagt es darüber hinaus noch, "Terroristen" die Schuld für die ganze Misere anzuhängen. Das ergäbe also 3...
    • äti 05.10.2018 10:21
      Highlight Highlight .. anders: für das Herkunftsland ists gut, für dessen Zielländer schlecht.
  • Dani Düsi 05.10.2018 07:58
    Highlight Highlight Ich will die Aktivitäten der Russen nicht gutheissen, ebenso nicht die terroristischen Aktionen unserer Zeit. Doch der Ursprung, warum heutzutage alle durchdrehen liegt nur und ausschliesslich in einer der ältesten Achse des Bösen: USA-Grossbritannien, getrieben durch deren Gier nach Öl. - In diese Richtung würde echte Berichterstattung gehen. Bitte zeigt doch, dass ihr das auch könnt. Danke.
    • Toerpe Zwerg 05.10.2018 12:29
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Dani Düsi 05.10.2018 07:56
    Highlight Highlight Jaja, das böse Russland... Ist schon lustig, dass im NATO orientierten Westen, so auch in der Schweiz, alle einander abschreiben und nur in eine Richtung berichten. Wo bleibt die ECHTE unabhängige Berichterstattung? Keiner berichtet über die Aktivitäten der grösste Militär- und Wirtsschaftsmacht, die Amerikaner. Wie die dahin gekommen sind und dort bleiben wollen geht ja kaum ohne gleichzeitig such die grösste Spionage- und Destabilisierungsorganisation zu sein. Dabei ist die NATO nur eines der Instrumente. Ein 'Verteidigungspakt' soll die sein. Bisher hat sie nur angegriffen.
    • Sharkdiver 05.10.2018 09:12
      Highlight Highlight Jesses du arme. Wurden die Russen kritisiert? So gemein, weil die USA nähmlich...... 🙄 Das US bashing war massiv als ihre Spionage Tätigkeit ans Licht kam. Wer da ein gesteuerte Wahrnehmung hat ist wohl klar
    • Arneis 05.10.2018 09:16
      Highlight Highlight Kann man schon nachlesen, allerdings steht dies nicht in der Seetaler Rundschau, da muss man halt mal gescheite Blätter in die Hand nehmen, s. Le Mond Diplomatique z.B.
    • cheko 05.10.2018 09:29
      Highlight Highlight Wann und wo gab es Angriffe ausgehend von der NATO?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeit_Genosse 05.10.2018 07:49
    Highlight Highlight Diese Bedrohungen sind real und müssen viel ernster genommen werden. Auch in der Schweiz muss die Cyberabwehr und allfällige politische Konsequenzen verstärkt werden. Zudem braucht es Transparenz, dass die CH-Bevölkerung Vertrauen in die Schweizer Abwehr hat. Das Budget muss vom schweren Kriegsgerät in die Cyberabwehr fliessen. Wir sind nicht in der NATO und müssen uns selbst schützen. Teritorial sind wir durch das umliegende Europa (EU) gut geschützt, gegen Cyberattaken jedoch ziemlich schutzlos und evtl. noch zu naiv.
  • Toerpe Zwerg 05.10.2018 07:08
    Highlight Highlight Putins pseudologisches System der totalitären Kleptokratie handelt konsistent.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 05.10.2018 07:27
      Highlight Highlight Hmm mag sein. Was mir daran nicht gefällt. Hier die guten, da die bösen. Schon die Meldung über Skripal. Der resignierte Spion. Danach kommt raus, er hat sehr wohl für den Westen spioniert. Also war der Anschlag ein Berufsrisiko.
    • _kokolorix 05.10.2018 07:59
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Julian Roechelt 05.10.2018 08:05
      Highlight Highlight Ein schöner Satz. Hätte ich nicht besser sagen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Kritiker 05.10.2018 07:04
    Highlight Highlight Nicht nur Russland!!!
    • äti 05.10.2018 10:29
      Highlight Highlight .. genau: ALLE. Bloss, die einen etwas mehr.

Niemand macht beim Klimaschutz so vieles falsch wie die USA

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