Schweiz
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Vorsicht, Photoshop! Wer an Models rumfummelt, soll das deklarieren

Ab Oktober müssen in Frankreich Werbefotos mit dem Hinweis «retuschiert» versehen werden, wenn die Figur des Models am Computer nachbearbeitet wurde. Auch hierzulande werden Stimmen laut, die mehr Transparenz fordern. 



Bild

Gerade die Modebranche spreche sehr viele Jugendliche an und das dabei oft vermittelte Schönheitsideal sei «einfach nicht erreichbar», sagt Urs Kiener, Kinder- & Jugendpsychologe bei Pro Juventute. bild: shutterstock

Ein Model wälzt sich im Sand, es hat ein Sixpack, einen grossen Busen, die reinste Haut und keine einzige Falte – weiter unten auf dem Werbeplakat steht: retuschiert. Genau das wird in Frankreich gerade Realität. Ab dem 1. Oktober muss Werbung, bei der die Figur des Models digital bearbeitet wurde, mit «Photographie retouchée» gekennzeichnet werden.

Damit will die Regierung die Verbreitung von unerreichbaren Schönheitsidealen verhindern und der Magersucht bei Jugendlichen vorbeugen.

«Das in der Werbung oft vermittelte Schönheitsideal ist einfach nicht erreichbar.»

Urs Kiener, Kinder- & Jugendpsychologe Pro Juventute

Urs Kiener, Kinder- & Jugendpsychologe bei Pro Juventute, sagt: «Frankreich ist in dieser Hinsicht viel weiter als die Schweiz. Dabei wären solche Massnahmen auch hierzulande extrem wichtig.» 

Gerade die Modebranche spreche sehr viele Jugendliche an und das dabei oft vermittelte Schönheitsideal sei «einfach nicht erreichbar». Darüber müssten die jungen Menschen aufgeklärt werden, so Kiener. «Deshalb ist ein solcher Warnhinweis wie auf Zigarettenpackungen eine super Idee.» 

Kiener hofft nun, dass die Schweizer Politik die Entwicklungen rund um das neue Gesetz in Frankreich genau beobachtet. «Und wenn sich die Massnahme bewährt, auch in der Schweiz eine ähnliche Regelung veranlasst.» 

«Ich stelle mir eine Art Ampelsystem vor: Rot hiesse, das Foto wurde retuschiert, grün, dass das Bild nicht bearbeitet wurde.»

SP-Nationalrätin Yvonne Feri

Offen für eine solche Regelung zeigt sich SP-Nationalrätin Yvonne Feri: «Auch hierzulande braucht es endlich ein System, das den Druck nach dem perfekten Körper wirksam bekämpft.» Das Gesetz in Frankreich hält sie für vorbildlich, würde es für die Schweiz jedoch ergänzen: «Ich stelle mir eine Art Ampelsystem vor: Rot hiesse, das Foto wurde retuschiert, grün, dass das Bild nicht bearbeitet wurde.»

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Wichtig sei, dass auch Marken, die ihre Fotos nicht nachbearbeiten, in den Fokus gestellt werden. So wäre auch eine Art Gütesiegel eine Möglichkeit, sagt die Politikerin. Mit diesem sollten Werbebilder von Marken ausgezeichnet werden, die die Fotos der Models nicht retuschieren.

Feri überlegt sich nun, den Bundesrat aufzufordern, die Massnahmen der Nachbarländer in diesem Bereich unter die Lupe zu nehmen und zu überprüfen, ob sich diese auch für die Schweiz eignen würden. 

«Hinter einer Krankheit wie Magersucht stecken tiefgründigere Ursachen als Photoshop-Retouchen.»

FDP-Nationalrätin Christa Markwalder

Anderer Meinung ist FDP-Nationalrätin Christa Markwalder. Eine Vorschrift werde das Problem von Magersucht und Essstörungen nicht lösen, sagt sie. «Natürlich ist es problematisch, wenn sich junge Frauen nur an Künstlichem orientieren. Doch hinter einer Krankheit wie Magersucht stecken tiefgründigere Ursachen als Photoshop-Retouchen.» Werber und Unternehmen sollen ihre Verantwortung wahrnehmen, damit nicht immer neue Vorschriften gefordert werden.

Auf jegliche Bildbearbeitung verzichtet seit kurzem das spanische Mode-Unternehmen Desigual. Es schaltete diesen Sommer seine erste Bademoden-Kampagne ohne Photoshop auf. Auch der Online-Shop Asos hat bei der diesjährigen Bikini-Kollektion seiner Eigenmarke auf Bildbearbeitungsprogramme verzichtet. Auf den Bildern sieht man die Dehnungsstreifen und Akne-Narben der Models. 

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67Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • flvv 13.08.2017 13:13
    Highlight Highlight Momol, bravo! Darauf kann man auch gleich ganz verzichten, denn es gibt kein einziges Bild, das nicht bearbeitet wurde! Bei jedem Bild werden zumindest Farben, Glanzpunkte, Kontrast etc. korrigiert. Ist das bereits deklarationspflichtig?
  • Raphael Stein 11.08.2017 21:57
    Highlight Highlight Bei fast allen Bildern ist die "Basis" schon um einiges besser als jene derer, die sich von diesen Bildern verführen lassen.
    Als nächstes werden wohl die Gemälde der alten Meister abgedeckt. Die Ärsche dort sind grösser als jene der Kardashian und Co.

    Blödsinnige Bevormundung wieder einmal.
  • Ruffy 11.08.2017 13:08
    Highlight Highlight Die Massnahme hinkt wieder ungemein den Tatsachen hinterher. Die Jugendlichen sehen ihre Vorbilder in den Sozialen Netzwerken, die Fotos sind genauso bearbeitet und unterliegen dieser Regelung nicht. Kommt dazu, dass sich viele Frauen bewusst sind, dass diese Bilder nicht der Realität entsprechen, sie bearbeiten nämlich ihre eigenen Bilder genauso um den gleichen Effekt zu erziehlen.
  • Paddiesli 11.08.2017 12:57
    Highlight Highlight Finde das eine richtige Entscheidung. Die jungen Leute sind noch viel zu leicht beeinflussbar.
    Ich meine, man darf ja auch keine glücklichen Kühe auf der Weide auf der Verpackung abbilden, wenn die Kühe dazuz in Wahrheit in Massenställen gehalten werden.
    Es ist einfach betrügerische Werbung.
    Auch Chatbots sollten klar erkennbar sein.
  • Toerpe Zwerg 11.08.2017 12:13
    Highlight Highlight Und dann sind die abgebildeten Models einfach real viel besser aussehend als man selber. Super. Man sollte politisch maximal tolerierbare Schönheit im öffentlichen Raum definieren - Erfolg darf dann auch nicht mehr öffentlich gezeigt werden ... damit der dröge Durchschnittsmensch bloss nicht mit seiner eigenen Mittelmässigkeit konfrontiert wird.
    • Bruno Wüthrich 11.08.2017 13:17
      Highlight Highlight Die Mittelmässigkeit verschiebt sich ins Positive, wenn einem nicht immer gephotoshopte Schönheiten als real präsentiert werden.

      Verschiebt sich die Eigenwahrnehmung der Menschen ins Positive, ist allen geholfen.
    • Vachereine 11.08.2017 14:01
      Highlight Highlight Burka?
    • Toerpe Zwerg 11.08.2017 16:28
      Highlight Highlight Mittelmässigkeit bleibt immer mittelmässig. Wer sich optisch an Modellen misst, wird sich selber immer als unzureichend empfinden und das zurecht. Unzureichend für diesen Beruf.
  • Toerpe Zwerg 11.08.2017 12:07
    Highlight Highlight Und als nächstes werden Giacometti Ausstellungen verboten ...
    • Bruno Wüthrich 11.08.2017 13:14
      Highlight Highlight Ach, wieder so einer, der Schwarzmalerei mit Argumenten verwechselt.
    • Toerpe Zwerg 11.08.2017 16:26
      Highlight Highlight Falsch.
    • Raphael Stein 11.08.2017 22:00
      Highlight Highlight Bruno Wüthrich,
      Giacometti war in erster Linie Bildhauer, dann erst Maler und wenn er was auf die Leinwand gebracht hatte, war es farbig.
  • Troxi 11.08.2017 10:36
    Highlight Highlight Die Modebranche ist oftmals Krank. Langsam haben auch nicht so schlanke Models eine Chance. Aber es ist halt schon so, wie auch bei Filmen, wer vorallem ein Mann kein Sixpack hat, wird ausgemustert und bei den Damen wer nicht Schlank wie eine Nähnadel ist, kann sich ebenfalls von der Brache verabschieden. Ich denke, dass bei ganz jungen Mädchen dies ein Grund für Magersucht sein kann, ich bekam auch schon Notitz von Fällen in Deutschland mit, bei denen Mädchen von den Eltern fast nichts zu Essen bekamen um bei Castings gut abzuschneiden. Allerdings wären Aufklärungskampagne mMn Sinnvoller.
  • reddaisy 11.08.2017 10:10
    Highlight Highlight Jedes Bild, das in der Werbung eingesetzt wird, wurde im Photoshop bearbeitet und retuschiert. Egal ob auf dem Bild ein Apfel, ein Wohnzimmer oder eine Frau im Bikini zu sehen ist. Ein unbearbeitetes Bild wird nie für den Druck oder eine andere Wiedergabe geeignet sein. Somit wird jedes einzelne Bild diesen Hinweis tragen müssen. Macht für mich keinen Sinn...
    • EvilBetty 11.08.2017 10:42
      Highlight Highlight Wenn ich es richtig verstanden habe, müssen nur Bilder gekennzeichnet werden auf denen «das Aussehen» von Personen verändert wurde.
    • Wombat94 11.08.2017 10:54
      Highlight Highlight Das Bild zu entwickeln, z.b. mit Lightroom ist etwas ganz anderes als das Bild zu Photoshopen..
      Bei ersterem wird das gemacht was früher in der Dunkelkammer passierte bei zweiterem wird das original Bild verfälscht.. Klar alles was frei gestellt ist, ist auch mit photoshop bearbeitet aber im Text geht es um die retousche, was das nachträgliche veränder des Modell betrifft..
    • Toerpe Zwerg 11.08.2017 11:58
      Highlight Highlight Mit geschicktem Einsatz von Lichteffekten, Kontrast, Glättung etc. lässt sich viel erreichen bsp. Kaschieren von "Imperfektionen". Typisches Schreibtischgesetz von Ahnungslosen.
  • inmi 11.08.2017 10:09
    Highlight Highlight Dämliche unnötige Überregulierung. Kein Problem zu trivial und belanglos, das nicht noch ein neues Gesetz geschaffen werden könnte. Unfassbar.
  • Toerpe Zwerg 11.08.2017 10:01
    Highlight Highlight Ein Vorstoss aus dem Kapitel "von nichts eine Ahnung haben, aber ein Gesetz machen wollen". Wie naiv diese Politiker sind, ist schwierig zu fassen. Jedes publizierte Bild ist bearbeitet. Zwei Blendenstufen runter, Kontrast erhöht, Sättigung plus 0.4, nachgeschärft. Und dann?
    • El Vals del Obrero 11.08.2017 10:54
      Highlight Highlight Ob Belichtungen und Farbtöne angepasst werden oder ob inhaltlich etwas geändert wird, könnte man schon einigermassen klar unterscheiden.
    • Toerpe Zwerg 11.08.2017 12:00
      Highlight Highlight Mit dem Setzen von Schätten, hoch- oder runterregeln von Kontrasten, selektivem Schärfen und dem Uniformieren von Farbtönen kann extrem viel erreicht werden. Ist das dann inhaltlich?
    • El Vals del Obrero 11.08.2017 12:42
      Highlight Highlight Klar kann damit viel erreicht werden. Wenn das Bild komplett schwarz ist, erkennt man keine Schönheitsfehler mehr :)

      Aber trotzdem ist es ein Unterschied, ob die z.B. die Belichtung des ganzes Bildes geändert oder gezielt einzelne Pixel retuschiert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luzi Fair 11.08.2017 09:51
    Highlight Highlight nichts ist wahr
    • Ruffy 11.08.2017 13:10
      Highlight Highlight Alles ist erlaubt
    • Vachereine 11.08.2017 14:03
      Highlight Highlight Ist das wahr?
  • Bruno Wüthrich 11.08.2017 09:47
    Highlight Highlight Dies ist ein wichtiger und längst fälliger Schritt.

    Allerdings darf man sich davon nicht zu viel versprechen. Wie einige KommentarschreiberInnen vor mir richtig bemerkten, hängen die angesprochenen Problematiken nicht nur an «perfekten» Bildern aus der Werbung und aus Illustrierten.

    Doch dort hat alles angefangen. Und von dort aus muss jetzt auch Gegensteuer gegeben werden. Positive Auswirkungen werden wir jedoch erst in einigen Jahren feststellen können. Das braucht Zeit.

    Noch etwas: In der Schweiz droht tatsächlich die Gefahr, dass ein diesbezügliches Gesetzeswerk total überladen wird.
    • Toerpe Zwerg 11.08.2017 12:04
      Highlight Highlight Dieser Schritt ist weder wichtig noch fällig, es ist nur ein weiteres völlig nutzloses Gesetz mit überragenden Nebenwirkungen, welches einem gesetzgeberischen Machbarkeitswahn entspringt, die Realität ignoriert und dessen Einhaltung faktisch nicht kontrolliert werden kann.
    • Bruno Wüthrich 11.08.2017 13:12
      Highlight Highlight Wie kommen Sie darauf, dass dieser Schritt die Realität ignoriert? So einen Blödsinn habe ich noch selten gelesen. Gerade weil er die Realität nicht ignorieren würde, würde doch ein derartiger Schritt gemacht.

      Ich kann ja nachvollziehen, dass es durchaus Gründe gibt, gegen solche Gesetze zu sein. Aber dass es die Realität ignorieren würde, gehört definitiv nicht dazu.

      Frage: Welche Nebenwirkungen meinen Sie?
    • Luzi Fair 11.08.2017 15:57
      Highlight Highlight Die Nebenwirkung ist, dass man alles mittels Gesetzen zu regeln versucht.
      Jeder weiss, dass diese Bilder manipuliert sind, wieso muss man also darauf hinweisen. EIn bisschen gesunder Menschenverstand und Eigenverantwortung hat noch niemandem geschadet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Statler 11.08.2017 09:18
    Highlight Highlight Das ist doch gerade der Gag an diesen Fotos, dass sie ein Menschenbild erzeugen, dass es so gar nicht gibt.
    Indem man den Leuten unerreichbare Vorbilder gibt, erzeugt man zuerst Frustration und bietet dann sein Produkt als Lösung für selbige an. Ein Akne-Gesicht taugt nunmal nicht als Werbeträger für eine Schönheitscrème.
    Ausserdem: kürzlich in einer Doku gesehen, dass Lügen selbst dann geglaubt werden, wenn man die Leute darauf hinweist, dass man die Unwahrheit sagt. Man muss die Lüge nur oft genug wiederholen. Insofern dürfte die Werbeindustrie gelassen bleiben.
  • Zeit_Genosse 11.08.2017 09:14
    Highlight Highlight Fasse zusammen:
    - Druck auf Models wirklich so mager auszusehen steigt.
    - Es wird analog retouchiert am Fotoset (Make-Up, usw.).
    - Die Zielgruppe weiss, dass die Bilder fake sind.
    - Die Zielgruppe faked selbst auf Sozialen Medien.
    - Deklaration ist nicht umsetzbar (Gesetzmonster nötig).
    - International nicht durchsetzbar (Zensur des Internet?)
    - Magersucht kommt nicht nur von Werbung.
    - Das ist eine Politiker-Profilierungs-Aktion.
    - Medien steigen auf das Thema auf - clickbait.
    - Die Wahrnehmung von Werbung wird überschätzt.
    - Die Eltern, Freunde sind in der Pflicht bei Magersucht.
  • Tilman Fliegel 11.08.2017 09:13
    Highlight Highlight Ist es nicht gerade das Wesen eines Ideals, dass man es nicht erreichen kann?
  • Sanchez 11.08.2017 09:10
    Highlight Highlight War ja klar, dass sich Yvonne Feri wieder dazu äussern muss. Ich denke nicht, dass sie das AG-Stimmvolk (wozu auch ich gehöre), gewählt hat, um sich ständig mit first world issues herum zu schlagen..
    Als nächstes wird sich wohl Frau Funiciello auch noch ungefragt zu Wort melden.. 🙄
  • Vachereine 11.08.2017 09:01
    Highlight Highlight Sind wir den alle Idioten und wissen nicht,
    dass ein Rindsplätzli Fleisch enthält,
    dass küssen nicht schwanger macht,
    dass vereiste Strassen rutschig sind,
    dass Feuer einen verbrennen kann,
    dass Werbefotos retouchiert sind?
  • tmo 11.08.2017 08:46
    Highlight Highlight "Auf jegliche Bildbearbeitung verzichtet seit kurzem das spanische Mode-Unternehmen Desigual."

    Nur weil nicht offensichtlich mit dem Kopierstempel gebastelt wurde, wurde ganz sicher nicht auf Photoshop verzichtet. Alleine die verschiedenen Farbräume und das ausreissen von weiss oder fehlende Kontur zwingen zu Photoshop.
  • Süffu 11.08.2017 08:38
    Highlight Highlight Finde es ja ok, dass retouschiertes markiert werden muss aber warum sollte man dann wie von Frau Feri angemerkt die Marken ins Rampenlicht stellen die es nicht tun? Mit dem Ampelsystem den angesprochenen sagen "Hier ist grün, hol dir hier deine Minderwertigkeitskomplexe."?
    Das Markieren und die breite Bewusstseinsförderung reicht doch hier. Zumindest bei einem Gesetz, welches das vorschreibt, muss doch kein Anreiz für die Firmen geboten werden.
  • swissbird 11.08.2017 08:30
    Highlight Highlight Zu bedauern ist, wer das nicht selbst erkennt.
  • dracului 11.08.2017 08:21
    Highlight Highlight Wir leben in einer Fake-World. Die Zunahme der virtuellen Einflüsse macht es anspruchsvoller. Einst sprach man von der digitalen Aura, heute scheint es, dass viele nur noch eine Restpersönlichkeit entwickeln. Ich weiss nicht, ob es mehr Deklarationspflicht, Fussnoten und Disclaimer braucht. Letztlich müssen wir unseren Sinnen wieder mehr trauen und weniger fremde Bilder als "Realität" zulassen. Wir müssen uns selber ein Bild machen von der Welt und entdecken, dass es sinnlicher ist, als jede fotografische Momentaufnahme. Sinnliche Eindrücke entstehen erst mit der Zeit. Fotos sind Unsinn.
  • Amboss 11.08.2017 08:21
    Highlight Highlight So gut es gemeint ist, es ist doch völlig wirkungslos.
    Der weitaus grössere Einfluss als die Werbung haben doch die sozialen Medien.
    Facebook, insbesondere aber Instagram quillt ja förmlich über vor gephotoshoppten, oder zumindest mit Filtern sehr positiv dargestellten Bildern.

    Klar, es wäre ein Anfang, besser als nichts, aber man sollte einfach nicht zu viel erwarten von so einer "Deklarationspflicht"
  • rodman 11.08.2017 08:07
    Highlight Highlight Müssen jetzt Werbungen mit Handys ohne Fettflecken und Kratzern auch mit "Photographie retouchée" gekennzeichnet werden? Oder Autos, die durch menschenleere Städte fahren? Oder die Werbung eine Deo-Herstellers, bei deren Anwendung angeblich alle Frauen zufliegen?

    Analog den Raucherbildli bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich auch nur ansatzweise etwas hilft. Ich stell mir schon die 1000-seitige Bundesverordnung vor, die festlegt, was deklarationspflichtig ist und was nicht (Licht? rote Augen? Pickel oder Bartstoppel Offensichtliche Spassphotoshop-Bearbeitungen? Bewegte Bilder etc...)
    • swissbird 11.08.2017 08:32
      Highlight Highlight Da hat jemand deutlich weitergedacht als die Heile-Welt-wünschenden Gutmenschen! 👍🏻
  • Black hat (minus hat) 11.08.2017 07:45
    Highlight Highlight Ein überflüssiges Gesetz von Leuten, die keine Ahnung haben, wie die Welt heute funktioniert. Die Jungen orientieren sich heute doch vor allem an Models, Influencern und sonstigen Vorbildern auf Insta und Snapchat. Und da wird die Einführung eines "Ampelsystems" wohl nicht ganz einfach.
  • The Host 11.08.2017 07:45
    Highlight Highlight Abgesehen von der Magersuchtthematik finde ich, dass wenn einem etwas als echt verkauft werden soll, das es nicht ist, sollte das zumindest deklariert werden!
  • Kaspar Floigen 11.08.2017 07:25
    Highlight Highlight Make Up Experten wird es freuen. Die sind nun nämlich diejenigen am denen es liegt zu liefern. Weniger perfekte Bilder wird es dadurch nicht geben.
  • Grundi72 11.08.2017 07:18
    Highlight Highlight Bin nicht sicher ob das wirklich präventiv gegen Magersucht hilft?

    Trotzdem finde ich es nicht die allerdümmste Idee, aber einfach darum, weil ich mich nicht gerne verarschen lasse!
  • lilie 11.08.2017 07:16
    Highlight Highlight Das ist ein toller Schritt. Wie oft musste ich erklären, dass diese Models nicht wirklich so aussehen, sondern digital "verschönert" werden! Selbst geübte Augen erkennen das nicht immer.

    Ich hoffe nur, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht und der Druck auf die Models wächst, auch ohne Photoshop wie eine Barbiepuppe auszusehen...

    Etwas mehr Natürlichkeit würde uns allen gut tun.
    • SJ_California 11.08.2017 08:21
      Highlight Highlight Verstehe die Blitze nicht. Wer hat denn Interesse daran, Bikinis an einem Körper, welchen es so nicht gibt, ausgestellt zu sehen? Nur schon die natürliche Figur der Models ist mehr als i.O. Man muss die Haut nicht noch glätter und glänziger machen, die Bäuche nicht noch flacher, etc.
    • PeteZahad 11.08.2017 08:41
      Highlight Highlight Das Werbung uns etwas vormacht ist nichts neues. Siehe Foodfotografie. Müssen wir jetzt dort auch deklarieren, dass der Hamburger den man bekommt nicht so aussieht wie auf dem Foto. Die Blitze sind wohl für die Aussage "das ist ein toller Schritt". Wir haben eher zuviel als zu wenig Regulation in unserem Alltag. Glauben Sie wirklich dass es noch Leute (gerade im Teeniealter) gibt, die noch nie davon gehört haben, dass Models in der Postproduction verschönert werden, wenn man mit jeder besseren Fotoapp auf dem Handy seine Pickel und Fältchen verschwinden lassen kann?
    • SJ_California 13.08.2017 06:53
      Highlight Highlight Ganz ehrlich: viele Jugendliche verbringen enorm viel Zeit auf ihrem Mobile. Wenn es aber darum geht, eine Zugverbindung oder sonst was herauszusuchen, haben viele ihre liebe Mühe damit. Dass sie ihre Fotos bearbeiten (oft mit bereits installierten Einstellungen, d.h. mit nur 1 klick) heisst noch lange nicht, dass sie dessen Bedeutung und Tragweite bewusst sind. In ein paar Jahren wird sich das noch verdeutlichen...
  • ralck 11.08.2017 07:16
    Highlight Highlight 😂 Genau, kein Photoshop. Und was ist mit den Reisebüros, die Strände schön machen, Blogger, die den letzten Farbton aus ihrem Sonnenuntergang kitzeln und den Food-Deppen, welche das Futter nachträglich bearbeiten? Wann ist etwas retuschiert und wann ist es nur eine Bild-Korrektur? Und wer entscheidet darüber? Wie geht Farbmanagement ohne Bildbearbeitungssoftware?

    Liebe Eltern, wenn ihr es nicht schafft, eurer Prinzessinnen zu erklären, dass die hübschen Damen auf den Fotos retuschiert wurden, weiss ich auch nicht weiter...
    • who cares? 11.08.2017 08:17
      Highlight Highlight Ich glaube, du unterschätzt, wie psychisch instabil Teenager sein können. Und hast du deinen Eltern in diesem Alter alles geglaubt?
      Von deinem Kommentar tönt es so, als wären Magersüchtige kleine Prinzessinnen, die einfach ein bisschen schwierig tun, und ausserdem die Eltern mit Logik der Krankheit beikommen und sie verhindern könnten. Sounds good, doesn't work.
    • NotWhatYouExpect 11.08.2017 09:25
      Highlight Highlight Viele wissen gar nicht was möglich ist und glaube halt es sei wirklich so.


      Eine Deklarationspflicht wird man kaum umsetzten können. Besser wäre es den Kindern schon in der Schule beizubringen, dass Bilder von Werbungen mit seeeehr grosser Wahrscheinlichkeit angepasst wurden. Und dazu beispiele bringt wir ein Model in der Werbung ausschaut und wie im echten leben.

    • ralck 11.08.2017 09:53
      Highlight Highlight Und du glaubst den Politikern, die sagen, dass Ampeln auf Werbungen eine Magersucht verhindern?
      Denkst du Plus-Size-Models werden nicht retuschiert?
      Magersucht entsteht nicht wegen H&M-Plakaten. Das ist ein Problem in der Gesellschaft und fehlende Aufklärung. Ändert sich die Gesellschaft, werden Models automatisch nicht mehr dünn retuschiert.
  • LupaLouu 11.08.2017 07:12
    Highlight Highlight Ich finde die Idee der Deklaration super. Um aber das Problem des Bodyshaming zu lösen braucht es bestimmt noch andere Faktoren die behoben werden müssen.
    • Wehrli 11.08.2017 08:16
      Highlight Highlight Na ja, Fett ist Fett, ein Klappergestell ist ein Klappergestell.
    • Luisigs Totämuggerli 11.08.2017 08:33
      Highlight Highlight @Wehrli und "dumm ist und bleibt dumm"
    • who cares? 11.08.2017 09:19
      Highlight Highlight Mensch ist Mensch?
  • walsi 11.08.2017 06:59
    Highlight Highlight Das müsste auch für Fotos auf Instagram Facebook und Co. gelten.
  • Ökonometriker 11.08.2017 06:24
    Highlight Highlight Ich dachte hinter Magersucht steckt ein mangelndes Selbstbewusstsein und die Betroffenen reden sich ein, zu dick zu sein?
    Gibt es denn Studien die belegen dass ein Schriftzug wirklich dagegen hilft?
    • Einstürzende_Altbauten * 11.08.2017 07:14
      Highlight Highlight Ein Schriftzug schadet nicht, deshalb finde ich ihn durchaus sinnvoll.

      Auch wenn Du vielleicht recht haben könntest damit, dass es nicht helfen könnte.
    • smarties 11.08.2017 07:54
      Highlight Highlight Anorexia nervosa ist eine Zwangsstörung mit falscher Körperwahrnehmung (...).
      Die Person nimmt den Körper als dick war (suggeriertes vieler ua Zeitschriften) und zwar unabhängig vom tatsächlichen Gewicht.
      Oftmaliger Auslöser ist Kontrollverlust in anderen Bereichen oder mangelnde Anerkennung
    • Ökonometriker 11.08.2017 08:44
      Highlight Highlight @Einstürzer: es schadet insofern, als dass jedes unnötige Gesetz eine neue Markteintrittsbarriere darstellt und Jungunternehmen schadet. Eine Busse frisst da schnell das Kapital weg.

      @smarties: danke für die Ausführung. Das lässt ja eigentlich vermuten, dass dieses Gesetz nichts bringt... aber man wird ja in Frankreich jetzt gut empirische Daten sammeln können. Dann können wir objektiv entscheiden, ob die Regelung mehr nützt oder schadet.
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