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Schweiz
International

Mord an Sektenguru Wollensak: Spur führt in die Schweiz

Pädo-Guru ermordet – hat eine Schweizerin ihre Tochter gerächt? Die Polizei jagt sie

05.09.2016, 13:2411.11.2020, 12:47

Der Sektenguru Arno Wollensak lebt nicht mehr. Der 61-jährige Deutsche ist am 28. August im Dorf La Floresta, im Südosten Uruguays, tot aufgefunden worden. Es gibt kaum Zweifel, dass es Mord war: Der Mann trug Handschellen, seine Füsse waren gefesselt, er war halb im Sand eingegraben und hatte einen Plastiksack über den Kopf gestülpt.

Wollensack
Arno Wollensak ist umgebracht worden.

Jetzt führt die Spur in die Schweiz. Wie El Pais und Salto al Dia übereinstimmend berichten, sucht die Polizei nach zwei Frauen. Eine davon kommt aus der Schweiz, wie Recherchen zeigen. Es handelt sich dabei um die Mutter des Wollensak-Opfers Lea Laasner aus der Schweiz. Die andere, die gesucht wird, ist die Deutsche Julie R.*, die Partnerin des Sektengurus. Lea Laasner wurde von Wollensak als sie 13 Jahre alt war jahrelang sexuell und mental missbraucht. Ihr gelang mit 20 Jahren die Flucht. Ihre Mutter ist bis heute im Banne der Sekte.

«Ich weiss, dass er nun niemanden mehr verletzen kann».
Katharina Meredith, Sektenopfer

Die Sekte hatte ursprünglich 40 Mitglieder aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Heute ist sie massiv kleiner.

Ist die Drogenmafia involviert?

Wollensak war international zur Fahndung ausgeschrieben, vor einem Jahr wurde er in Uruguay verhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt. Verschiedene Medien spekulieren darüber, dass Wollensak Geldprobleme hatte und während der Untersuchungshaft mit Leuten aus dem Drogenmilieu in Kontakt kam. Sie fragen sich, ob es sich doch um einen Racheakt im Milieu handelt.

Lea Laasner
Lea Laasner.bild: Hugo stamm

Lea Laasner möchte sich nicht mehr über den Fall äussern. Ein anderes Opfer der Sekte, die Schweizerin Katharina Meredith, sagt: «Viele von Arnos alten Anhängern haben ihm nichts Gutes gewünscht, aber so eine Gewalttat ist keine Gerechtigkeit. Ich selbst hätte Arno sehr gerne in einem Gerichtsprozess wiedergesehen und dann natürlich hinter Gitter.» Allerdings ziehe der Tod Wollensaks einen Schlussstrich unter die Geschichte. «Ich weiss, dass er nun niemanden mehr verletzen kann».

*Name der Redaktion bekannt
(feb)​

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Shin Kami
05.09.2016 16:56registriert Juni 2016
Ein Mord muss natürlich verfolgt werden, aber in diesen Fall scheint das Opfer es absolut verdient zu haben.
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8004 Zürich
05.09.2016 18:18registriert Februar 2015
Hä? Laasners Mutter, die ja noch zu diesem Resthäufchen der Sekte gehört, soll das gewesen sein? Wenn die wirklich noch in dieser Sekte ist, sehe ich keinen Grund dafür, dass sie ihre Tochter rächt. Dann kämen eher persönliche oder religiös bedingte Motive in Frage.
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Ruffy
05.09.2016 18:28registriert Januar 2015
Tönt mir eher nach drogenmilieu als nach zwei Frauen..
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