Schweiz
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Warum dieses Foto von Alain Berset in Afrika viral geht – und ihn dort zum Helden macht

Ein Schnappschuss von Bundespräsident Berset vor dem UNO-Hauptquartier macht in den sozialen Medien die Runde. Afrikanische User sind begeistert von Bersets Bescheidenheit und kritisieren mit dem Bild ihre korrupten Staatschefs.



Die Geschichte hinter dem Bild

Swiss Federal President Alain Berset makes notes during a short break between bilateral meetings, at the 73rd session of the General Assembly of the United Nations at United Nations Headquarters in New York, New York, USA, September 26, 2018. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Vergangene Woche weilt der Schweizer Bundespräsident Alain Berset für die Uno-Generalversammlung in New York. Am Mittwoch nutzt er eine Pause zwischen zahlreichen bilateralen Treffen mit anderen Staatsoberhäuptern, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Er setzt sich auf einen Randstein vor dem UNO-Hauptquartier, studiert seine Akten und macht Notizen dazu. Der Keystone-Fotograf Peter Klaunzer hält die Szene fest. So weit, so simpel.

Das Bild schafft den Sprung nach Afrika

Rasch findet das Foto den Weg in die sozialen Netzwerke. Und trifft bei den Usern aus Afrika einen Nerv. Es entwickelt sich eine erstaunliche Dynamik – die am Schluss in Fake News endet.

Zunächst wird das Bild nüchtern beschrieben

Dann wird Bersets Bescheidenheit herausgestrichen

Berset wird mit den grossspurigen afrikanischen Politikern verglichen

Es entstehen erste Memes

Kenianische Medien nehmen das virale Bild auf

Bild

Bild: screenshot the-star.co.ke

Fake News – Bersets Bescheidenheit nimmt immer grössere Ausmasse an

Ein Twitter-User schreibt, Berset habe die Nächte in einer kleinen Wohnung verbracht, welche er für sich und seine Delegation gemietet habe. Die Mahlzeiten habe der Bundespräsident selber gekocht.

Ein anderer Twitter-User behauptet zusätzlich, Berset sei zu Fuss zum UNO-Hauptquartier gelaufen.

So war es wirklich

Eine Rückfrage beim Generalsekretariat von Bersets Innendepartement wird mit bürokratischer Nüchternheit beantwortet. «Es trifft nicht zu, dass Bundespräsident Berset während seines Besuchs in New York in einer kleinen Wohnung übernachtet und seine eigenen Mahlzeiten gekocht hat», teilt Pressesprecher Markus Binder mit. Berset habe wie üblich in einem Hotel gewohnt. Die Mahlzeiten habe er dort oder im Rahmen von Arbeitstreffen mit anderen Regierungsvertretern eingenommen.

Doch immerhin kommt er bei der Wahl der Transportmittel den Traumvorstellungen seiner afrikanischen Fans ziemlich nahe. Berset war laut seinem Sprecher Markus Binder in New York zumindest teilweise zu Fuss unterwegs, «unter anderem auch vom UNO-Hauptsitz zurück zum Hotel».

Am Tag nach dem berühmt gewordenen Schnappschuss vor der UNO in New York hält er an der Universität von Philadelphia eine Rede. Die Strecke legt Berset im Zug zurück. Die Zeitung «The Star» aus dem kenianischen Nairobi schreibt anerkennend: «He used a train to Philadelphia for a discussion on direct democracy.»

Seine Bilder gingen auch um die Welt ...

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56Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hecate 05.10.2018 11:43
    Highlight Highlight Es ist so schön, "Swiss" zu sein! 💚 Vieles verändern wird das aber vermutlich nicht, wenn es um die Diktatoren geht - man müsste zuerst manche Privilegien abschaffen, denn aus der goldenen Kutsche ist kaum jemand freiwillig ausgestiegen, um zu Fuss zu gehen...
  • Tamagotchi 04.10.2018 12:50
    Highlight Highlight Darf man in New York überhaupt am Boden sitzen? 🤔
  • Kalkbuschmann 04.10.2018 11:14
    Highlight Highlight Es sind manchmal nur kleine Gesten oder zarte Zwischentöne, die viel über das Selbstverständnis einer Gesellschaft sagen. In einer Zeit, in der Populisten in den USA, Italien, Ungarn und vielen anderen Ländern immer schriller und egozentrischer auftreten, ist dieses Bild von Alain Berset, und er steht exemplarisch für die Schweiz, ein erholsamer Exkurs in eine (fast vergessene Zeit) gefühlter Normalität im Verhältnis von Volk- und Volksvertretern. Schön, dass die direkte Demokratie viele der gegenwärtigen Exzesse verhindert und der Bodenständigkeit Raum gibt.
  • Spooky 04.10.2018 10:26
    Highlight Highlight Wenigstens hätte er eine Zeitung auf den Randstein legen können, damit seine Hosen nicht schmutzig werden.
  • Kip_Organa 04.10.2018 10:25
    Highlight Highlight Bitte lasst Alain Berset den neuen Chuck Norris werden! Also was die Witze angeht ;-) Berset kriegt keine Designerschuhe geschenkt. Er macht sie selbst. Aus selbsthergestelltem veganem Kunstleder
  • zimtlisme 04.10.2018 08:18
    Highlight Highlight Alles Falsch. Herr Berset hat in einer Jugendherberge, umgeben von seiner Delegation, seinen eigenen Anzug gesponnen und geschneidert, bevor er mit dem selbstgebackenen Gipfeli auf einem Bein zur UNO-Versammlung sackhüpfte.
  • Ziasper 03.10.2018 21:40
    Highlight Highlight War gerade in Marokko. Dort haben mir die Einheimischen genau das gleiche erzählt. Sie wünschten sich Politiker, wie in Europa, welche bodenständig sind im Gegensatz zu ihren eigenen Politikern, welche das Geld nur in die eigene Tasche stecken.
    • Yakari9 03.10.2018 22:05
      Highlight Highlight Ich war auch mal in Marokko (vor 10 Jahren) unser linienflug hatte damals 1h Verspätung, weil der König im Anflug war. XD
    • Eskimo 04.10.2018 19:37
      Highlight Highlight Die sollten die Schweiz aber nicht mit Europa verwechseln...
      Denn im restlichen Europa sind Politiker nicht viel anders als in Afrika...
  • gunner 03.10.2018 21:16
    Highlight Highlight "during the United Nation's General Assembly, the Swiss president Alain Berset cooked his own meals and shared a small apartment he rented for his delegation of five people."

    Alter ich kann nicht mehr...was gabs da, fotzelschnitte?:D
    • G. 04.10.2018 04:47
      Highlight Highlight 😂😂😂

      made my day...
  • MaskedGaijin 03.10.2018 17:48
    Highlight Highlight Er ist sogar, der Unwelt zuliebe, von Estavayer-le-Lac aus nach New York gesegelt!
    • Süffu 03.10.2018 20:20
      Highlight Highlight Und hat seine eigenen Fische gefangen!
    • Ott*ger 03.10.2018 21:49
      Highlight Highlight Mit einem Ast, einer Schnur und den Regenwürmern die er selber im seinem Vorgarten gesammelt hat.
    • Gähn on the rocks änd röll 04.10.2018 02:33
      Highlight Highlight ausserdem hat er in seinem selbstgeklöppelten schleppnetz plastikmüll eingesammelt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • NocheineMeinung 03.10.2018 17:06
    Highlight Highlight Ist das nicht logisch:
    Jede bescheidener die Politiker, desto reicher die Bevölkerung.
  • lilie 03.10.2018 16:49
    Highlight Highlight Es ist schön zu sehen, dass Schweizer Werte in die Welt hinausgetragen werden und andere inspirieren! 😀
  • Ohniznachtisbett 03.10.2018 16:43
    Highlight Highlight Ich habe gehört, dass Berset zudem seinen Anzug selber genäht hat, aus Wolle die er selbst geschoren, gesponnen und gewebt hat. Nebenbei ist Berset in der Landesregierung für die Mahlzeiten zuständig. Er verlässt die Bundesratssitzung jeweils etwa eine Stunde früher. Im Hinterzimmer zaubert er einfache aber nahrhafte Menus für seine Kollegen und den Bundeskanzler. Letztes Mal gab es Ghackets mit Hörnli mit Öpfelmus. Während Ueli Maurer das Ghackete vom Hof seines Nachbarn brachte, war es Doris Leuthard die das Öpfelmus von zu Hause brachte. Sooo bescheiden sind sie alle.
    • why? 03.10.2018 16:55
      Highlight Highlight 😂
    • Enzo Duro 03.10.2018 17:52
      Highlight Highlight Welche Wohltat! Im z. T. unerträglichen Sumpf von Wutbürgern, die in den Gratismedien mit Hass, Unwissenheit & Agressivität ihren Frust in die Welt hinaus posaunen, hat mir heute „Ohniznachtisbett“ mit seiner kreativ-witzigen Aussagen den Tag versüsst. Deshalb darfst du heute ausnahmsweise ein Super-z‘Nacht zelebrieren & ich wünsche dir viel Freude & Genuss dabei
    • Skip Bo 03.10.2018 18:16
      Highlight Highlight Ergänzung: Doris' Tesla ist ein Faketesla, in Wirklichkeit ist es der aufgemotzte Occasion von Fred Feuerstein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 03.10.2018 16:15
    Highlight Highlight Wie man sich setzt kann ja ganz wichtig sein.

    Das gab es ja vor dem Social Media-Zeitalter auch schon mit Moritz Leuenberger, der im überfüllten Zug von Bern nach Zürich (oder umgekehrt) auf der Treppe sitzte und angebotene Sitzplätze ablehnte, da ja er als Verkehrsminister indirekt für den überfüllten Zug verantwortlich sei. Und Doris Leuthard hat das auch kürzlich kopiert.

    https://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/bundesraetin-sitzt-im-zug-auf-der-treppe/story/22096880
    https://www.nzz.ch/newzzE2OLMM29-12-1.347724
    • t.i.m 04.10.2018 09:48
      Highlight Highlight News 2004 vs News 2018, informell vs. Gif
  • Erba 03.10.2018 16:12
    Highlight Highlight Die meisten Parlamentarier, auch Bundesräte gehen stets per Zug nach Bern. Findet man auch nicht überall.
    • Raembe 04.10.2018 09:28
      Highlight Highlight Die kriegen ja auch ein 1.Klasse GA dafür.
    • one0one 04.10.2018 11:12
      Highlight Highlight Das liegt einerseits an unserem hervorragendem, aber trotzdem viel kritisierten, Angebot im öv. Andererseits koennen sich in der Schweiz sowohl Politiker wie auch andere oeffentlich interessante relativ frei bewegen. Das ist in kaum einem anderen Land so.
  • Elfranone 03.10.2018 16:12
    Highlight Highlight MVTweet: Kenyan leaders don‘t take notes in the first place
    • Baba 03.10.2018 23:23
      Highlight Highlight Glaube ich sofort!
  • Miikee 03.10.2018 15:59
    Highlight Highlight Der IG Account von ihm ist auch recht cool:
    https://instagram.com/alain.berset
    • boeserkeinohrhase 03.10.2018 17:25
      Highlight Highlight Stimm ich gerne zu
    • thelastpanda 03.10.2018 21:36
      Highlight Highlight Wow, kurz durchgescrollt, ich muss sagen, der schiesst echt tolle Fotos!
    • lichtraumprofil 03.10.2018 22:12
      Highlight Highlight Watson hat über seinen Insta-Account vor einigen Wochen einen Artikel geschrieben, er tanzt damit (ebenfalls) aus der politischen Reihe: https://www.watson.ch/!382426181
  • Zaungast 03.10.2018 15:58
    Highlight Highlight Wir haben trotz all den fake news sehr bodenständige Politiker, die wir auch immer wieder im Zug, Tram, im Supermarkt oder auf der Strasse treffen. Und zwar bis zum Bundesrat.

    Liebe Zivilgesellschaft: Schaut bitte, dass das ewig so bleiben kann.
    • Murky 03.10.2018 16:09
      Highlight Highlight Genau. Da nehme ich auch die schlimmsten rechtsaussen Polemiker nicht raus. Das machen wir recht gut in der Schweiz.
    • leu84 03.10.2018 17:37
      Highlight Highlight Ich sah auch schon Leute wie Mörgeli im Bahnhof Luzern, Frau Sommaruga (vor dem BR-Amt) oder Benedikt Weibel im Bahnhof Bern usw. Ich hoffe, wir können es noch lange so handhaben. Wenn ich manchmal mit einem in der Schweiz arbeitenden Kollegen aus Japan über unser System diskutiere, schaut er immer wieder verdutzt, wie wir das einfach so machen.
    • Grégory P. 03.10.2018 18:25
      Highlight Highlight Na ja, es trifft nicht immer zu. Blocher z.b. war und ist stets von zahlreichen Sicherheitskräfte begleitet.
      Vor einigen Jahren hat er z.b. für sich, seiner Frau und Entourage einen halben Kinosaal im Kreis 5 (damit niemand zu nahe kommt) gemietet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TauRam 03.10.2018 15:57
    Highlight Highlight Hut ab!
    • Pedro Salami 03.10.2018 18:38
      Highlight Highlight Vor wenigen Wochen beim Velomech: Ich betrete die Werkstatt um mein Velo abzuholen. Wer steht vor mir? Einer unserer Bundesräte. Dieser diskutiert mit dem Velomech. Beide duzen sich aber ich habe nicht den Eindruck, dass sie sich wirklich kennen. Plötzlich wendet sich der BR zu mir und fragt "Habe ich nicht recht? Ist doch so!".
      Natürlich habe ich ihm beigepflichtet obwohl ich keine Ahnung hatte um was es ging. ;)
      Mit einem lächeln schaute er triumphierend zum Velomech "siehst du, dieser Herr ist auch meiner Meinung."
      Es entwickelte sich eine witzige Situation.
    • Mr. Lebowski 03.10.2018 23:09
      Highlight Highlight @Pedro köstliche Story.
    • oliversum 03.10.2018 23:35
      Highlight Highlight @Pedro: wer wars?

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