Schweiz
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Die Elbphilharmonie in Hamburg. Bild: FABIAN BIMMER/REUTERS

Kommentar

Die Elbphilharmonie wird eröffnet – warum die Schweiz nie etwas Vergleichbares bauen wird

Heute wird in Hamburg die Elbphilharmonie eröffnet. Ein vergleichbares Projekt liesse sich in der Schweiz kaum realisieren. Das ist auch gut so.

Pedro Lenz / aargauer zeitung



Heute Abend wird in Hamburg die Elbphilharmonie eröffnet. Dass die Eröffnung eines derartigen Bauwerks nicht ohne grosse Worte auskommt, scheint klar. Es gibt ein dreiwöchiges Eröffnungsfestival. Der laut Angaben des Hauses «wohl wichtigste lebende deutsche Komponist» Wolfgang Rihm hat eigens für die Eröffnung ein Auftragswerk geschrieben. «Herausragende» Solisten sollen den Auftakt zu «vielen weiteren Sternstunden» bilden. Schon vor der Eröffnung wird das Haus angepriesen als «eines der weltbesten Konzerthäuser». Ausserdem wird «das neue Wahrzeichen Hamburgs» auf der Website von Hamburg-Tourismus als «Gebäude der Superlative» gerühmt.

Die Schweiz plant anders

Wer auch nur einen Bruchteil von allem liest, was in diesen Tagen über die Elbphilharmonie geschrieben wird, könnte sich fast klein fühlen. Zumindest, wenn er aus einem Land wie dem unseren kommt, in dem die Kultur mehrheitlich in Mehrzweckhallen, Festzelten und Kellerbühnen gepflegt wird. Und selbst der Umstand, dass der kulturelle Meilenstein in Hamburg von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfen wurde, vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass ein vergleichbares Projekt hierzulande wohl nie realisiert werden könnte. Zu gross wären die politischen Hürden, die ein derartiges Vorhaben nehmen müsste, um überhaupt ins Auge gefasst werden zu können. Die Schweiz hat zwar die Architekten, um solche Gebäude zu bauen. Sie hätte wohl auch die finanziellen Mittel, die Künstler und das Publikum, um es zu betreiben. Was hierzulande jedoch fehlt, ist das Selbstverständnis, etwas Vergleichbares wie die Elbphilharmonie überhaupt anzupacken.

Herzog und De Meuron – die berühmtesten Bauten

Es widerspricht wohl einfach unserem nationalen Selbstverständnis, im Kulturbereich in solche Dimensionen vordringen zu wollen. Ob das zu bedauern oder zu begrüssen ist, können wir am ehesten beantworten, wenn wir der Frage nachgehen, welche Kultur wir wollen. Wollen wir eine Kultur mit Ausstrahlung in die Welt? Oder bevorzugen wir eine Kultur mit Ausstrahlung in die einzelnen Menschen?

Bild

bild: herzog & de meuron

1. Der alte Kaispeicher A mit seiner roten Backsteinfassade bildet den Sockel. Das ehemalige Lagerhaus wurde komplett entkernt. 2. Der grosse Konzertsaal bietet 2100 Plätze, kein Zuschauer ist weiter als 30 Meter vom Dirigenten entfernt.
3. Der kleine Saal mit 550 Plätzen.
4. Hotel «The Westin Hamburg», 244 Zimmer und Suiten.
5. Westspitze mit 45 Apartments.
6. Die Orgel mit vier Manualen, 69 Registern, 2 Spieltischen und 5000 Pfeifen.
7. Die Tube ist eine 82 Meter lange, leicht gewölbte Rolltreppe.
8. Die Plaza auf 37 Metern Höhe ist frei zugänglich. Ein Aussenrundgang bietet Ausblick auf den Hafen und die Stadt.
9. Die Kaistudios: 150 Plätze für kleine Konzerte und Vorträge.

10. Der höchste Punkt der Elbphilharmonie: 26. Stock/ 110 Meter.

Ende gut, alles gut?

Wie seit vielen Jahren zu lesen war, ist die Entstehungsgeschichte des «architektonischen und kulturellen Wahrzeichens» der Stadt Hamburg eine Geschichte der Skandale sowie der Kosten- und Zeitüberschreitungen. Der Bau hätte gemäss ursprünglichen Plänen bereits 2010 fertigerstellt sein sollen. Es ist auch eine Geschichte politischer Streitigkeiten und gegenseitiger Schuldzuweisungen. Aber jetzt, da das Haus endlich steht, wird es mit Pomp in Betrieb genommen. Allen Schwierigkeiten und allen Kosten zum Trotz ist das einmalige Gebäude nun da. Und mit ihm ist ein Stolz verbunden, der ganz offensichtlich die Probleme der Planungs- und Bauphase verdeckt.

Dennoch bleibt die Frage im Raum, was so ein Monsterbau der überwiegenden Mehrheit der Kulturkonsumenten und Kulturschaffenden bringt. So selbstbewusst die regionale Berichterstattung auch klingen mag, so blumig das Stadtmarketing Hamburgs nun damit wirbt: Tatsache bleibt, dass die Elbphilharmonie den Alltag der Mehrheit der Hamburger Bevölkerung kaum verändern wird. Der grosse Konzertsaal hat 2100 Sitzplätze. Hamburg hat eine Einwohnerzahl von ungefähr 1.8 Millionen. Und selbst wenn jeder dieser Einwohner die Kosten der Elbphilharmonie auf die eine oder andere Weise mitträgt, wird nur immer ein Bruchteil der Bevölkerung an den kulturellen Segnungen des Hauses teilhaben. Das hat nicht nur mit den Ticketpreisen oder mit der musikalischen Bildung zu tun, sondern ganz einfach mit den kulturellen Vorlieben der Menschen.

Bestimmt haben Marketingfachleute bereits berechnet, wie der kulturelle, touristische oder psychologische Mehrwert der Investitionen längerfristig zu Buche schlägt. Und vielleicht können uns diejenigen Experten, die sich mit solchen Zahlen befassen, glauben machen, dass sich die Investitionen irgendwann lohnen werden. Trotzdem wird die Kultur im weiteren Sinn von einem solchen Grossprojekt höchstens marginal beeinflusst.

Ein Drohnenflug durch die Elbphilharmonie Hamburg

Video: © Youtube/Elbphilharmonie Hamburg

Wo die Kultur spielt

Wie überall auf der Welt spielt sich auch in Hamburg das kulturelle Leben in den kleinen Zellen ab. Kultur lebt immer auch in Jazzbars, in kleinen Bühnen, in Wirtshaussälen, in Aulen, in Bibliotheken, in Kirchgemeindehäusern, in Kellern, in Parks und auf der Strasse. Selbstverständlich gehören die grossen Häuser zum Kulturangebot einer Stadt. Aber sie machen die kulturelle Lebendigkeit der jeweiligen Orte nie allein aus. Viel eher ist zu befürchten, dass ein Haus wie die Elbphilharmonie langfristig finanzielle Mittel bindet, die anderswo fehlen. Bekanntlich leben wir in Zeiten erhöhten Spardrucks bei der öffentlichen Hand.

Wenn gespart wird, ist es immer einfacher, kleinen Institutionen wie Kunstvereinen, Gemeindebibliotheken oder Musikschulen das Geld zu streichen, als einem Haus von internationalem Rang. Dabei sind es meist solche Institutionen, die niederschwellige Kulturangebote am Leben erhalten. Das kulturelle Leben einer Mehrheit der Bevölkerung spielt sich an Orten ab, die weniger nach aussen als nach innen strahlen. Das mag wenig Prestige generieren. Aber es bereichert den Alltag von vielen.

So betrachtet können wir in der Schweiz fast froh sein, wenn unsere weitverbreitete Ängstlichkeit, unsere föderalistischen Strukturen oder unsere historisch gewachsene Skepsis vor Gigantismus uns daran hindern, ähnliche Leuchttürme des Kulturlebens ins Auge zu fassen wie die Elbphilharmonie in Hamburg.

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  • Nein, die Schweiz strotzt vor Pioniergeist. 4%
  • Nein. Absolut nicht einig mit dem Autor. Wir haben viele grossartige architektonische Leistungen vorzuweisen!12%
  • Ich möchte nur die Antworten sehen.12%

Und jetzt atmen wir alle mal tief durch und entspannen mit symmetrischer Architektur

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 12.01.2017 21:48
    Highlight Highlight All die goldenen Kälber, die immer noch angebetet werden!
  • Schneider Alex 12.01.2017 09:46
    Highlight Highlight Wie hell strahlen die Aargauer Leuchttürme wirklich?

    Es wäre interessant zu wissen, wie viele Besucherinnen und Besucher die Aargauer Leuchttürme pro Jahr anziehen und wie viele Prozente der Bevölkerung zu den regelmässigen, freiwilligen Besucherinnen und Besuchern dieser Leuchttürme zählen. Ich vermute, dass es neben den Schulen lediglich ein auserlesener Kreis von Kulturinteressierten ist, der diese Kulturangebote auch nutzt. Nicht verwunderlich ist, dass es dazu keine öffentlichen Statistiken gibt.
  • Markus Hofstetter 11.01.2017 18:53
    Highlight Highlight Würde in der Schweiz etwas grosses von einem privaten gebaut, so ganz ohne Steuergeld, würde ein riesen Drama daraus gemacht. Es wäre eine Machtdemonstration etc. Man hat es ja bei den Roche-Türmen gesehen. Dabei wäre es das beste, was uns passieren könnte. Ich wünschte mir, man hätte in der Schweiz mehr Mut, bzw. man würde nicht nur funktional bauen. Die meisten modernen Bauten sind von der Kategorie 0815. Gerade wenn sie das Stadtbild prägen, ist dies schade.
  • Markus Hofstetter 11.01.2017 18:35
    Highlight Highlight Mir ist eine Elbphilharmonie ist mir lieber als Kultursubventionen. Letztere sind zwar breiter gestreut, dennoch profitiert nur ein kleiner Teil davon. Es ist ein kleiner Teil von Liebhabern und Künstlern, die daraus Nutzen erzielen. Ausserdem ist es Klientelwirtschaft. Diese Subventionen werden von Linken beschlossen und gehen an Linke.

    Ein Bauwerk wie die Philharmonie wird zwar ebenfalls nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung besucht. So manch einer wird jedoch so manche Male einen Blick auf das Bauwerk werfen und sich daran erfreuen, möglicherweise auch etwas stolz darauf sein.
  • Chesus80 11.01.2017 15:18
    Highlight Highlight Ich finde die Elphie einfach nur der Hammer!
  • hanselimaa 11.01.2017 15:12
    Highlight Highlight die elbphilharmonie steht und wurde eingeweiht. mir gefällt sie kolossal. sie wird das Wahrzeichen Hamburgs werden. überall auf der Welt gibt es welche, die einem mitteilen, du bist in new York, in Rom, in Kairo angekommen. das wäre das wichtigste, das unbezahlbare. auch Genf hat seine optische Identität - zwar etwas bescheidener.
    nun kleinbürgerlich mit rechnen zu beginnen ist kulturlos. mir scheint, die wahren rechnerischen Dimensionen sind erst in Jahren erfassbar, wenn der gesamte nutzen sichtbar wird. zudem: die kostentreiber waren nicht die Architekten alleine.
  • satyros 11.01.2017 14:14
    Highlight Highlight Ich bin gespalten. Natürlich ist das ein Haufen Geld, der anderswo wohl effizienter ausgegeben werden könnte. Würden die Menschen aber immer so denken, dann gäbe es keine Pyramiden, kein Kolosseum, keine Akropolis, keine gewaltigen Kathedralen etc. Und das wäre ja auch irgendwie schade.
  • Alex23 11.01.2017 13:47
    Highlight Highlight Also nochmal zum Nachrechnen für alle, die meinen, in der Schweiz würde nicht "verschwendet", wenn man es denn überhaupt als Verschwendung bezeichnen will:
    Hamburg 1,73 Mio. Einwohner - Kosten Elbphilharmonie 866 Millionen Euro
    Luzern 78 000 Einwohner- Kosten KKL Fr. 227 Millionen
    Wie sieht da die Relation aus?
    • fcsg 11.01.2017 14:28
      Highlight Highlight Es kommt doch nicht darauf an wieviele Einwohner eine Stadt hat, sondern auf das Kosten-Nutzen Verhältnis. Das ist in Hamburg nunmal miserabel.
      Das Opernhaus von Sidney z.B. kostete inflationsbereinigt auf heute gerechnet etwa 700 Mio. CHF und ist wesentlich grösser und spektakulärer. Angesichts der massiven Kostenüberschreitung in Hamburg kann man also durchaus von einer Verschwendung von Steuergeldern sprechen.
    • Alex23 11.01.2017 15:52
      Highlight Highlight Die Elbphilharmonie wurde auch nicht nur für die Hamburger gebaut. Wer sich die Mühe macht, mal das Programm der Elbphilharmonie für die nächsten Monate anzuschauen, wird sehen, dass es viele erschwingliche Veranstaltungen gibt für ein breiteres Publikum. Und um mehr oder weniger "spektakulär" geht es eh nicht.
  • Denk nach 11.01.2017 13:01
    Highlight Highlight Hmmm, wie wäre es mit einem riesigen Hofbräuhaus mit 20'000 Plätzen als nächstes Kulturprojekt? Das Maas für fünf Euro, dazu ein bisschen Musik. Davon würde nicht nur eine Elite von 1.8 Mio. Einwohnern profitieren... Und vielleicht wäre es sogar kostenneutral.
  • Alienus 11.01.2017 12:57
    Highlight Highlight Ein klitzekleines Essigtröpfchen für einige arg überschäumende und trunkene Patrioten.

    Das Gotthard ist wirklich gut. Aber auch hier konnte die so super Schweiz ihr Tunnel ohne ausländische Hilfe nicht realisieren. Die Tunnelbohrmaschine kam aus dem ach so rückständigen und unfähigen Deutschland.

    Die Kostenüberschreitung wird zum Teil auch den schw. Architekten zugeschrieben, die wohl hier an ihre Grenzen vorgestoßen sind.

    Alles ist relativ.
  • Wehrli 11.01.2017 12:14
    Highlight Highlight Das neue Gebäude an der ETH Hönggerberg war mit 980 Mio etwas teurer.
  • Paraflüger 11.01.2017 12:02
    Highlight Highlight An alle, welche behaupten, die Schweiz baue nichts mit Pioniercharakter. Seht euch bitte mal den neuen Gotthard Tunnel an. Dies war eine unglaubliche Leistung. Anders als ein Haus mit einer glizernden Fassade.
    • Majoras Maske 11.01.2017 12:26
      Highlight Highlight Ja, der Gotthard ist eine grosse Leistung und eine gute Investition. Aber er ist eben nicht sichtbar und daher auch kein Wahrzeichen wie etwa der Eifelturm.
  • c_meier 11.01.2017 11:44
    Highlight Highlight Die Schweiz ist so bescheiden dass wir das grösste Bauwerk diskret in den Gotthard reinbauen als Gotthard-Basistunnel, so dass es nicht so sichtbar ist.... ;)

    Übrigens das Opera House in Sydney hatte auch eine massive Kostenüberschreitung und Verzögerung von etlichen Jahren... ist wohl einfach so bei so speziellen Opern-Häusern..
  • Quicky 11.01.2017 11:01
    Highlight Highlight Kultur ist nicht nötig? Und trotzdem geht jeder hin und macht vor dem Haus ein Selfie, um bei Facebook sein eigenes Ego ein bisschen aufzupimpen. So ist es doch
  • Wehrli 11.01.2017 10:28
    Highlight Highlight Bitte in Relationen: Zürich gibt 240 mio für die Sanierung des Kongresszentrums aus, auf die Grösse Hamburgs Hochgerechnet wären das 3 Elbbunker.
    Denken. Drücken. Schlucken. Sprechen.
  • SVARTGARD 11.01.2017 09:49
    Highlight Highlight Weil ihr kein Geld habt.😂😂😂
    • Wehrli 11.01.2017 10:46
      Highlight Highlight Wir sollten für 600 Mrd in der Nazbank ganz Hamburg kaufen und Rosa anstreichen. Das wäre der Kulturschiss aller Zeiten!
  • yLeonis 11.01.2017 09:41
    Highlight Highlight Der Autor hat wohl bei seiner Analyse das KKL in Luzern schlicht vergessen oder bewusst weggelassen. Die Baukosten des KKLs lagen mit 220 Millionen Franken in etwa gleich hoch wie die ursprünglich budgetierten Kosten der Elphi. Soviel zum Thema Skepsis und Ängstlichkeit der Schweizer.
    • demokrit 11.01.2017 10:20
      Highlight Highlight Und es ist noch heute ein Fass ohne Boden, dass der Steuerzahler jedes Jahr massiv bezuschussen muss. Zusätzlich der Reparaturkosten von über 10 Mio. fürs Dach aufgrund von Fehlplanungen und Baupfusch.
    • Kastigator 11.01.2017 10:30
      Highlight Highlight Das KKL wurde mit 170 Mio. budgetiert, kostete dann aber 227 Mio. Dach, Fenster, Lifts etc. müssen bereits saniert werden, das kostet wieder 50 Mio. Kein Wunder, hatte die Salle Modulable keine Chance. Wer will schon ein weiteres Millionengrab?
  • mitch01 11.01.2017 09:27
    Highlight Highlight Die Schweiz ist einfach vernünftig, im gegensatz zu den Deutschen. So viel Geld investiert und sieht von aussen nicht mal speziell aus
    • Alex23 11.01.2017 13:33
      Highlight Highlight Seufz, Mitch, so was musste ja kommen ....
      KKL 227 Millionen (Luzern hat 79 000 Einwohner). Hamburg hat 1.73 Millionen Einwohner. Elbphilharmonie hat 866 Millionen Euro gekostet.
      So, nun rechne mal.
    • mitch01 11.01.2017 17:24
      Highlight Highlight Nun ja, glaube kaum das die Stadt Luzern dieses Projekt alleine gestemmt hat. Aber wenn man die beiden Länder insgesamt vergleicht, dann hätte die Elbphilharmonie ja ca. 10 mal so viel kosten müssen wie das KKL.
  • Gleis3Kasten9 11.01.2017 09:12
    Highlight Highlight Der Autor hats auf den Punkt gebracht: Selbst wenn ich mir ab und an mal gerne eine Verdi-Oper gerne live anschaue passiert das mit grossen Abständen dazwischen. Für was scheinbar über 800 Millionen in diesen Bau pumpen wenn ich selbst das Geld lieber in die lokale Infrastruktur und Soziales investieren würde?
    • Harpist 11.01.2017 15:06
      Highlight Highlight Die Elbphilharmonie ist ein Konzerthaus, kein Opernhaus...
  • Menel 11.01.2017 09:11
    Highlight Highlight Wir bauen dafür überall Kultur. Die Elbphilarmonie ist ja auch von Herzog&De Meuron 😉
  • Peter Wolf 11.01.2017 09:08
    Highlight Highlight Pedro Lenz hat wohl recht, dass Skepsis, ja Aengstlichkeit, Föderalismus und gesundes Augenmass verhindern, dass in der Schweiz etwas Vergleichbares entstehen kann. Umso mehr freue ich mich riesig darauf, am 20. Januar, ab 1100 Uhr in der Elbphilharmonie Haydns "Schöpfung" zu hören! Wow!
    • fcsg 11.01.2017 09:18
      Highlight Highlight Von mir aus gerne etwas Vergleichbares, aber niemals zu diesem Preis! Das ist der Mehrheit der Steuerzahler gegenüber, welche diesen Koloss nie betreten werden einfach unverantwortlich.
    • Alex23 11.01.2017 13:37
      Highlight Highlight fcsg: In der Elbphilharmonie wird es neben den grossen Konzerten auch viele kleinere Musikveranstaltungen geben. Noch dazu für viele Musikgeschmäcker und verschiedene Geldbeutelgrössen.
    • fcsg 11.01.2017 14:00
      Highlight Highlight @Alex23
      Schön und gut. Aber eine Kostenüberschreitung von 300% (!) für ein durch grösstenteils durch Steuern finanziertes Gebäude ist jenseits von Gut und Böse. Auch wenn es noch ein paar kleine Räume für andere Veranstaltungen gibt. Das KKL in Luzern z.B. bietet etwa das Gleiche und hat nicht einmal einen Drittel der Kosten verursacht!
    Weitere Antworten anzeigen
  • maxi #sovielfürdieregiongetan 11.01.2017 09:01
    Highlight Highlight zur bildstrecke, nummer 33/34, nördlich von dänemark... gibt es dazu noch genauere angaben?
    • DailyGuy 11.01.2017 09:25
      Highlight Highlight Das Spital wird nördlich von Kopenhagen in einer Stadt namens Hillerød gebaut :) hoffe das konnte dir helfen.
    • Charlie Brown 11.01.2017 09:33
      Highlight Highlight ;-)
      Benutzer Bild
    • LaPaillade #BringBackHansi 11.01.2017 10:10
      Highlight Highlight Gemäss meinen Recherchen (google) soll das Spital in Hillerød entstehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kEINKOmmEnTAR 11.01.2017 08:55
    Highlight Highlight Weil wir nicht 960 Millionen in den Sand setzen wollen? Es gibt wichtigere Probleme zu lösen. Kultur ist Luxus!
    • El Vals del Obrero 11.01.2017 09:32
      Highlight Highlight Nein, Kultur ist kein Luxus.

      Aber es ist ein Luxus solche eine Protzhülle für die Kultur zu bauen. Wenn Sie das meinen, haben Sie recht.
    • Charlie Brown 11.01.2017 09:36
      Highlight Highlight Kultur ist unter anderem das, was den Menschen vom Tier unterscheidet. Wer das als Luxus bezeichnet... Naja. Ich führe das nicht weiter aus.
    • demokrit 11.01.2017 10:23
      Highlight Highlight Es gibt mehrere Tierarten mit einer Kultur. Der Mensch ist bekanntlich auch nur eine Tierart.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fcsg 11.01.2017 08:54
    Highlight Highlight Das ganze Ding hat 789 Millionen € gekostet. Für ein Bauwerk das gerade einmal 2'100 Plätze bietet?? Das nenn ich mal einen sinnvollen Einsatz von Steuergeldern... Da hätte man auch Sinnvolleres für die ganze Bevölkerung hinstellen können.
    • Wehrli 11.01.2017 10:32
      Highlight Highlight Zum Beispiel den Flughafen Berlin ....
  • emptynetter 11.01.2017 08:52
    Highlight Highlight immerhin hat man es in Hamburg fertiggebracht. Abgesehen von unserer kleinkarierten/bescheidenen Denkweise wäre bei uns so ein Projekt wohl schon alleine an der Bürokratie, den Grünen und Linken und allerlei weiterer Einsprachen gescheitert. Wir bringen es nicht mal fertig, ein Fussball-oder Hockeystadion zu bauen oder eine Porta Alpina oder sonst ein etwas grösseres, 'gewagtes' Projekt mit Pioniercharakter. Das ist halt Schweiz; irgendwann vor lauter Bürokratie und Kleinbürgertum handlungsunfähig.
    • fcsg 11.01.2017 09:24
      Highlight Highlight Kleinkariert? Ich erinnere daran, dass das grösste europäische Jahrhundertbauwerk duch unseren Gotthard führt! Wir sind zu Grossem fähig, aber wir merken auch wenn es zu teuer wird und der Nutzen in keinem Verhältnis steht.
    • penetranz 11.01.2017 12:26
      Highlight Highlight Der noch längere Brennerbasistunnel ist bald fertig.
      Dann ist der Gotthard nur noch einer von vielen Tunneln.
    • fcsg 11.01.2017 12:49
      Highlight Highlight Die Elbphilharmonie ist so gesehen auch nur ein Konzerthaus unter vielen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DailyGuy 11.01.2017 08:48
    Highlight Highlight Die Schweiz könnte sich längstens ein solches Gebäude leisten. Das Problem bei uns ist, dass extrem viele Steuergelder beim Bund einfach versanden. Ich rede nicht von Sozialgeldern oder anderen Ausgaben. Ich rede vom Staatsapparat. Dieser ist höchst Ineffizient und verschlingt riesige Mengen an Geld. Geld, welches wir eben u. A. für unsere Kultur einsetzen könnten. Natürlich nicht im diesem Ausmass wie in Hamburg. Dafür ist die Schweiz zu klein. Es wäre aber Geld da um viele Projekte (nicht nur Kultur) zu finanzieren. Man müsste es einfach effizient einsetzen.
    • leu84 11.01.2017 10:45
      Highlight Highlight Die Kantone und Städte machen viel für Kultur. Natürlich geht die Definition von Kultur weit auseinander. Sie stellen auch Räumlichkeiten für Konzerte (Klassisch, Rock oder Pop) oder Ausstellungen zu Verfügung. Es gibt private Vereine, Stiftungen und Organisationen die Kultur fördern. Es ist nicht die Hauptaufgabe des Bundes. Es darf aber auch Fördermittel sprechen. Für ein Konzertgebäude oder Messezentrum ist er nicht zuständig.
  • marcel-schuler 11.01.2017 08:47
    Highlight Highlight Wenn sich Pedro Lenz so ein Teil wünsch, soll er auch dafür bezahlen. Das Ding hat 789 Millionen Euro gekostet und das sind nur die dafür verwendeten Steuergelder.
    • Crank 11.01.2017 09:40
      Highlight Highlight Er wünscht sich so ein Teil ja gar nicht. Im Gegenteil zeigt er auf wie "kleinere" Kultur darunter leiden könnte, da die Gelder mehr dem Grossen zufliessen.
    • tromboner 11.01.2017 09:55
      Highlight Highlight Hast du oder ich den Artikel nicht verstanden?
  • koks 11.01.2017 08:45
    Highlight Highlight Dafür schafft es die Schweiz, Flughäfen und Tunnels durch den Gotthard zu bauen. Lieber Investitionen für die Bevölkerung als fürs 1%.
    • Wehrli 11.01.2017 10:33
      Highlight Highlight Aber Koksen tun mindestens 10% ...

Kommentar

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