DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Imam Abu Ramadan an einer Kundgebung in Bern. bild: Screenshot SRF

Bieler Hassprediger will von Hass nichts wissen: «Wer Hass verbreitet, sind Sie!»



Abu Ramadan war letzte Woche in der Schweizer Presse omnipräsent. Der 64-jährige Libyer soll in der Bieler Ar’Rahman-Moschee gegen Andersgläubige gehetzt haben. Dies ergaben Recherchen des «Tages-Anzeigers» und von SRF.

Abu Ramadan reiste 1998 als Flüchtling in die Schweiz ein, erhielt 2001 den Asylstatus und soll während 13 Jahren 600'000 Franken Sozialhilfe bezogen haben. Er besitzt eine Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis).

Nun hat sich der Imam gegenüber dem Tages-Anzeiger zu den Vorwürfen geäussert. Er verwahrt sich mit Nachdruck gegen den Vorwurf, er sei ein Hassprediger, der auf Kosten der Steuerzahler in der Schweiz lebe. Des Weiteren bestreitet er, in der Ar’Rahman-Moschee in Biel Allah angerufen zu haben, er möge Juden, Christen, Hindus, Russen und Schiiten vernichten.

Die Sache mit der Sprache

Das Zitat sei falsch aus dem Arabischen übersetzt und aus dem Zusammenhang gerissen worden, so Abu Ramadan. Er habe nicht alle Christen gemeint, sondern nur die US-Regierung. «Ich rede über Leute wie Rumsfeld, Bush, Blair. Sie töteten über 1,5 Millionen Menschen», sagt er.

Auf die Frage, warum er nie längere Zeit gearbeitet habe, antwortet er: «Ich hätte gerne gearbeitet. Ich bin gesund, mir geht es gut. Ich probierte immer wieder, Arbeit zu finden. Aber niemand wollte mich anstellen.»

Der Libyer mit der C-Bewilligung räumte hingegen ein, dass er auch nach 20 Jahren in der Schweiz keine Landessprache beherrsche. So erstaunte es dann auch nicht, dass er das Interview mit dem «Tages-Anzeiger» auf Englisch führte.

Die Schuld an seinen nicht ausreichenden Sprachkenntnissen sieht der Libyer nicht bei sich. Er habe früher einen Französischkurs besucht, der aber leider nur einmal pro Woche stattgefunden habe; auch die Lehrer hätten zu oft gewechselt. Im übrigen habe er kein Studium an einer Schweizer Uni finanziert bekommen. Und mit 64 Jahren sei er nun zu alt, um Französisch oder Deutsch zu lernen.

Die Pläne der ersten Luxus-Moschee der Schweiz

1 / 10
Die Pläne der ersten Luxus-Moschee der Schweiz
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Trotz der Sprachbarriere wolle er richtigstellen, dass er in der Schweiz gut integriert sei. Er kenne seine Nachbarn in Nidau, und auch in Biel grüssten ihn viele Leute. Er würde auch arbeiten, habe jedoch nie eine feste Stelle gefunden.

Abu Ramadan war immer wieder in Libyen

Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» gibt Abu Ramadan zu, dass er in den vergangenen sechs Jahren etwa zehn- bis zwölfmal in sein Herkunftsland Libyen gereist ist. Dass ihm das als anerkanntem Flüchtling in der Schweiz verboten sei, habe er nicht gewusst. Nun wurde ihm durch das Staatssekretariat für Migration der Asylstatus aberkannt. Dies will Abu Ramadan jedoch nicht akzeptieren und wehrt sich vor dem Bundesverwaltungsgericht dagegen.

Eine Ausschaffung nach Libyen schildert er als lebensgefährlich, und auch auch in keinem anderen muslimischen Land sei er sicher. Als Reiseleiter habe er an Pilgerreisen nach Mekka und zu anderen heiligen islamischen Stätten teilgenommen. Bei den Reisen habe er jedoch kein Geld verdient, lediglich die Flüge und Übernachtungen seien ihm bezahlt worden.

Zu den über 600’000 Franken Sozialhilfe, die er während 13 Jahren an seinem Wohnort Nidau BE bezogen hatte, wollte sich Abu Ramadan gegenüber dem «Tages-Anzeiger» nicht detailliert äussern. Nur soviel: die publizierten Zahlen seien falsch und das Geld vom Staat sei Privatsache.

Und zum Schluss kontert er: «Es ist schlecht von Ihnen, so etwas zu fragen. Sie werfen mir vor, ich sei ein Hassprediger. Doch wer Hass verbreitet, sind Sie.» (nfr)

«Historisches Verbrechen»

Video: watson/Nico Franzoni

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schweizer Börse kotiert bereits das hundertste Kryptoprodukt

Wer über die Schweizer Börse SIX in die Kursentwicklung von Kryptowährungen investieren will, hat zunehmend die Qual der Wahl. Mit der Neukotierungen von vier Bitcoin- und Ethereum-ETP der US-Firma VanEck am Freitag werden nun insgesamt 100 Exchange Traded Products (ETP) und Strukturierte Produkte mit Kryptowährungen als Basiswert an der SIX gehandelt.

Mit dem breiten Angebot an Kryptoprodukten sei die SIX weltweit führend, schrieb die Börse in einer Medienmitteilung vom Freitag. Seit …

Artikel lesen
Link zum Artikel