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Mann steht wegen Sexvideos mit Esel und Huhn vor Gericht: Porno oder lustig?

Ein Fricktaler muss sich wegen einem Gewalt- und zwei Tierpornovideos vor Gericht verantworten. Er hatte sie in einem Whatsapp-Chat erhalten und eines davon weitergeleitet.

Marc Fischer / az Aargauer Zeitung



Bei der Bundeskriminalpolizei ging in diesem Frühjahr eine Meldung ein, dass gegen einen User aus dem Fricktal der Verdacht auf Verbreitung von Tierpornografie bestehe. Gestützt auf diese Meldung wurde beim Beschuldigten, einem Mittzwanziger aus dem Bezirk Laufenburg, eine Hausdurchsuchung vorgenommen und ein Handy sichergestellt.

Auf diesem konnten gemäss der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg 11561 Video- und Bild-Dateien gesichert werden – in drei von ihnen stellte die Staatsanwaltschaft einen strafrechtlich relevanten Inhalt fest.

Videos im Gruppenchat erhalten

In einem Handy-Video sei zu sehen, wie ein junger Mann den Geschlechtsverkehr mit einem Esel vollzieht, heisst es im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft. Dieses Video habe der Beschuldigte auf sein Facebook-Profil hochgeladen. Ein zweites Video zeige einen Jungen, der seinen Penis einem Huhn rektal einführt. Im dritten werde ein Mann auf offener Strasse von zwei Personen erschossen.

Wegen Besitz und Verbreitung verbotener Pornografie und wegen Besitz von Gewaltdarstellungen verurteilte die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 120 Franken und einer Busse von 1500 Franken. Gegen diesen Strafbefehl erhob der Beschuldigte Einsprache – und so wurde der Fall nun gestern vor dem Bezirksgericht verhandelt.

In this May 14, 2018, photo, donkeys raised by subcontractors of the world's largest donkey skin gel producer await for lunch in the city of Dong'e in eastern China's Shandong province. Growing hunger for the gel, known as

Das ist nur ein Symbolbild. Bild: AP

Der Beschuldigte machte geltend, dass er die Handyvideos in einem Whatsapp-Gruppenchat erhalten habe. «Ich weiss nicht, wo man solche Sachen findet.» Zudem habe er nicht gewusst, dass die Videos automatisch in seinen Galerien gespeichert werden und dass solche Videos strafbar sind. Sein Verteidiger plädierte dann auch auf einen Freispruch, da sein Mandant die Videos nicht beschafft, sondern unaufgefordert zugeschickt erhalten habe. «Er tat nichts wissentlich und willentlich.»

Zudem handle es sich bei den Videos weder um eine Gewaltdarstellung noch um Pornografie im strafrechtlichen Sinn. «Die Hinrichtung wird von einer Bodycam eher beiläufig und in schlechter Qualität gefilmt», sagte er. Sie könnte ohne weiteres in einer TV-Dokumentation über Abrechnungen im südamerikanischen Drogenmilieu gezeigt werden und habe «einen gewissen dokumentarischen Hintergrund».

Bei den Sexvideos sei es zudem nicht das Ziel, sexuelle Erregung beim Betrachter zu wecken. Deshalb handle es sich auch nicht um Pornografie. Die Aufnahmen seien nicht auf die Genitalien konzentriert und teilweise mit kurdischer Tanzmusik unterlegt. «Sie wurden eindeutig zur Belustigung aufgenommen», so der Verteidiger. Es könne nicht einmal mit Sicherheit gesagt werden, ob die sexuellen Akte ausgeführt worden seien, oder ob es bloss den Anschein mache.

Gerichtspräsident Beat Ackle fällte gestern kein Urteil. Er wolle verschiedene Punkte – speziell die Verbreitung von Dateien in Gruppenchats und die Ausführungen des Verteidigers zu den Inhalten – «vertieft prüfen».

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Video: watson

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36
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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • miarkei 08.11.2018 08:41
    Highlight Highlight Nur zu meinem Verständnis erhält man mit einem Strafbefehl auch einen Eintrag ins Strafregister?
    2 0 Melden
  • Dosenbier macht Schlau 08.11.2018 08:36
    Highlight Highlight Gewöhnt euch lieber dran, es ist für den Staat unheimlich praktisch wenn jeder Bürger zu jeder Zeit verhaftet werden kann, so tanzen wir nie aus der Reihe und wehren uns nie gegen unsere Parteibonzen. Bin mir sicher das es bald normal sein wird, dass man ein Video bekommt und 10 Sekunden später liegt man mit einer Pistole am Kopf auf dem Boden.
    2 2 Melden
  • Butzdi 08.11.2018 08:18
    Highlight Highlight Mit kurdischer Musik unterlegt? Aha, ein lustiges [Randgruppe hier einfügen]-fi**en-Esel-Video. Wohl noch obendrein ein kleiner Rassist.
    11 17 Melden
  • Sapientia et Virtus 08.11.2018 07:15
    Highlight Highlight Tierpornografie ist zwar zu verurteilen, aber das jetzige Gesetz ist völlig idiotisch. Polizei und Justiz hätten besseres zu tun, als solche Bagatellen zu verfolgen!
    13 9 Melden
  • Sarkasmusdetektor 07.11.2018 21:17
    Highlight Highlight Der Gerichtspräsident geht jetzt wahrscheinlich erst mal recherchieren, was ein "Gruppenchat" überhaupt ist.
    53 11 Melden
  • In vino veritas 07.11.2018 20:53
    Highlight Highlight Uiuiui. Da hätten wohl sehr viele Personen in meinem Umfeld ein Problem. Egal in welchem Gruppenchat, es gibt immer Jemand, der so etwas postet. Dagegen ist Zoophilie noch harmlos. Stichwort Junge köpfen, Panzer überrollt Mann, Nekrophilie, usw.🤢🤢. Wenn man die Leute darauf anspricht heisst es, es sei als Witz gedacht. In meiner Antwort kommen dafür die Wörter Psycho, Psychiater und Geschlossene vor...
    38 7 Melden
    • Flint 08.11.2018 07:36
      Highlight Highlight Share doch zur Abwechslung mal diesen Artikel in deinen Gruppenchats. Die Strafen sind relativ hoch was wohl vielen nicht bewusst sein dürfte.
      13 1 Melden
    • Baccara - Team Nicole 08.11.2018 08:46
      Highlight Highlight Jösses, was kennst du denn für Personen? Wäre ich in einem Gruppenchat wo solche von dir erwähnten Sachen geteilt werden, wäre ich vermutlich das letzte Mal Mitglied gewesen.
      Leute, ehrlich - habt ihr auch ein wenig Rückgrat?
      9 4 Melden
  • namib 07.11.2018 20:35
    Highlight Highlight Anstatt solche Videos weiterzuleiten, könnte man ja auch kurz darüber nachdenken und sie dann löschen...“belustigend“ sind sie jedenfalls nur für Menschen mit einer sehr tiefen Humorschwelle!
    47 4 Melden
  • zipfelgrind 07.11.2018 18:00
    Highlight Highlight Diejenigen die meinen, es könne ja nicht sein, dass dies bestraft werde... Es geht um verbotene Pornografie, er hat diese erhalten, NICHT gelöscht und teilweise weiterversendet. Wenn dies nicht strafbar sein sollte, dann wäre es mit anderer verbotener Pornografie, nämlich Kinderpornografie (!), auch nicht strafbar.

    Wollt Ihr das? Wenn dies nämlich nicht verboten wäre, dann wäre der Besitz digitaler Kinderpornografie nahezu immer legal, sofern man diese ja nur "erhalten" hat.

    Klar ist dieser Fall vergleichsweise nicht so dramatisch wie meine Beispiele, jedoch erlaubt sollte dies nicht sein!
    39 10 Melden
  • Favez 07.11.2018 17:51
    Highlight Highlight Sorry nicht weitergeleitet sondern auf sein Facebook-Profil hochgeladen.
    35 0 Melden
  • Favez 07.11.2018 17:47
    Highlight Highlight «Er tat nichts wissentlich und willentlich.»

    Doch, er hat eines der Videos weitergeleitet.
    39 1 Melden
  • Imnon 07.11.2018 17:03
    Highlight Highlight Tierquälerei ist niemals lustig. Wer was anderes denkt, braucht eine Therapie.
    224 37 Melden
    • Lümmel 07.11.2018 18:38
      Highlight Highlight Ich hoffe du hast der Eule die Bildrechte für dein Profilbild bezahlt.
      35 14 Melden
    • Imnon 07.11.2018 22:35
      Highlight Highlight @Lümmel: Hab ich ja. Sie wohnt nebenan.
      22 6 Melden
  • Thurgauo 07.11.2018 16:43
    Highlight Highlight Dann könnte man sehr, sehr viele junge Schweizer verurteilen. Besonders in meiner Sekundarschulzeit und in der Armee gingen solchen Videos zu Hauf um.
    251 28 Melden
    • DieFeuerlilie 07.11.2018 18:08
      Highlight Highlight Aha. Und weil es immer schon solche Perversen gab, soll man heute und in Zukunft keinen mehr bestrafen?

      Gemordet wurde ja auch schon immer.
      Also könnte man doch..
      Oder doch nicht?
      30 16 Melden
    • Humpe 07.11.2018 18:34
      Highlight Highlight wenn das so ist, dann sollten „sehr, sehr viele junge Schweizer“ verurteilt werden.

      Der Mann hat den Schrott nicht nur konsumiert, sondern weiter verteilt. Kriegt man im Medienunterricht in der Primarschule mit, dass das illegal ist - und wenn nicht, dann gilt immer noch der Grundsatz „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“.
      23 5 Melden
    • dmark 07.11.2018 18:53
      Highlight Highlight Das Problem könnte sein, dass weder der Esel, noch das Huhn volljährig waren...
      57 36 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • hoorli 07.11.2018 16:40
    Highlight Highlight Mich interessiert, von wem die Meldung bei der Bundeskriminalpolizei eingegangen ist? Von Whatsapp?
    101 9 Melden
    • neckslinger 07.11.2018 17:16
      Highlight Highlight Eher Facebook, er hat ja anscheinend eines dort hochgeladen.
      80 2 Melden
    • Favez 07.11.2018 17:30
      Highlight Highlight Wohl kaum. Wahrscheinlich wurde das Telefon des Beschuldigten (oder eines Bekannten dessen) aus einem anderen Grund durchsucht und man fand die Videos.
      14 1 Melden
    • Favez 07.11.2018 17:43
      Highlight Highlight Whatsapp hätte die Videos gar nicht entdecken können.
      Auch Videos werden verschlüsselt übertragen per WA (dann aber unverschlüsselt auf dem Telefon gespeichert).
      9 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sigmund der Allwissende 07.11.2018 16:39
    Highlight Highlight Ich verstehe im besten Wille nicht, was an solchen Videos belustigend sein sollte.
    216 15 Melden
  • Drank&Drugs 07.11.2018 16:24
    Highlight Highlight Na wenn es hier zu einer Verurteilung kommt kenne ich aber ein paar Leute doe sich warm anziehen müssen :-D
    79 5 Melden
  • Stefann 07.11.2018 16:16
    Highlight Highlight Das Ganze scheint mir ein wenig willkürlich. Müsste man da nicht jedes Mitglied, jedes Gruppenchats in dem das Material verbreitet wurde ausfindig machen und bestrafen? Wenn man das bis zur Primärquelle durchzieht, wird es wohl tausende treffen. Nicht das ich solche Videos gutheisse, es scheint mir nur etwas seltsam, dass man eine einzelne Person unter vielen rausnimmt und genau diese dafür bestraft.
    114 13 Melden
    • Frances Ryder 07.11.2018 17:45
      Highlight Highlight Es geht wohl darum, dass er es aktiv verbreitet hat. Er war also willentlich auch im Besitz dieses Videos. Jeder andere im Chat kann ja einfach behaupten, dass er dieses Video gar nicht bemerkt hat. Man kann jemanden nicht für Besitz von Etwas bestrafen, wenn derjenige gar nicht wusste, dass er es besitzt.
      24 19 Melden
    • zipfelgrind 07.11.2018 18:03
      Highlight Highlight Vielleicht wurden die anderen Versender ja abgestraft, haben aber den Strafbefehl nicht angefochten? Oder sie haben, wie es in dem Fall wohl klug gewesen wäre, die Daten nach erhalt gelöscht und nicht weiterversendet.
      28 2 Melden
    • UncleHuwi 08.11.2018 06:53
      Highlight Highlight @Frances Ryder: schon mal den Satz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" gehört? Nach deiner Logik könnte ich kiloweise Drogen schmuggeln und behaupten das ich von nichts wusste!?
      9 3 Melden
  • Mitsch 07.11.2018 16:16
    Highlight Highlight Wenn das tatsächlich vom Gericht als strafbar eingestuft würde, dann hat unser Rechtssystem gerade Tür und Tor für eine komplett neue Art des Cybermobbings geschaffen.

    So kriegt man jeden in den Knast - 5 Minuten Zeitaufwand und etwas Hirnschmalz reichen.

    Ich hoffe der Richter ist wenigstens ein bisschen Online-Affin... sonst gut Nacht!
    80 40 Melden
    • Garp 07.11.2018 18:39
      Highlight Highlight Er hat ein Video verbreitet. Man kann sie auch löschen, wenn man sowas erhält und entsprechende Personen sperren, die einem sowas zuschicken.
      26 3 Melden
    • neckslinger 07.11.2018 23:42
      Highlight Highlight @Garp Und den Versender anzeigen. #trouschjoned
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