Schweiz
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Ein vermummter Mann laeuft in das Winterthurer Bezirksgericht, aufgenommen am Montag, 1. Oktober 2018 in Winterthur. Zehn Hauptakteure eines Uebergriffs vom November 2016 in der An'Nur-Moschee muessen sich heute vor Gericht stellen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Einer der Beschuldigten auf dem Weg ins Gerichtsgebäude. Bild: KEYSTONE

Jung, trainiert, unmotiviert – wie sich die Angeklagten im An'Nur-Prozess verteidigen

Sie geben sich stark und selbstbewusst. Doch die Angeklagten im An'Nur-Prozess müssen lange Gefängnisstrafen befürchten. So versuchten sie sich am ersten Tag vor Gericht aus der Affäre zu ziehen. 



Sie sind jung, trainiert und unglaublich selbstbewusst. So könnte man im Groben die acht jungen Männer beschreiben, die am Montag vor das Winterthurer Bezirksgericht zitiert wurden. Als der eine von ihnen, zwanzigjährig, breitbeinig und unmotiviert im Stuhl hängend dem Gerichtspräsident sagt: «Sie, das ist eine Verschwörung. Ich finde es übertrieben. Das meiste ist gelogen», schnauben einige Medienschaffenden ab der schnoddrigen Art des jungen Mannes ungläubig auf. Sie sitzen ein Stockwerk höher in zwei Räumen und verfolgen den Prozess per Videoübertragung auf einem Bildschirm.

Im Gerichtssaal unter ihnen, wo die jungen Männer auf der Anklagebank sitzen, könnte man denken, dass es einige etwas gar auf die leichte Schulter nehmen. Als ob der Termin vor Gericht nur eine lästige Pflichtaufgabe wäre, die absolviert werden muss und dann wieder vergessen werden kann.

Doch auf dem Spiel steht viel: Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland fordert für die Angeklagten teilbedingte Freiheitsstrafen zwischen 30 und 36 Monaten. Zudem sollen die Beschuldigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit des Landes verwiesen werden.

Konkret wird den acht jungen Männern, dem Imam der An'Nur-Moschee und dessen Vereinspräsidenten vorgeworfen, während mehreren Stunden zwei Männer im Gebetshaus festgehalten zu haben, diese angespuckt, beschimpft und geschlagen zu haben, sie mit dem Tod bedroht und dem einen Mann eine Zehnernote in den Mund gestopft zu haben. Dies, weil die Angeklagten dachten, es würde sich bei den zwei Männern um «Spione» handeln, die für Geld Informationen aus der Moschee dem Journalisten Kurt Pelda zukommen lassen.

«Ja, ich habe ihm ins Gesicht gespuckt. Aber ich habe ihn nicht geschlagen.»

A

Pelda selbst sitzt ebenfalls im Raum mit den Medienschaffenden und folgt konzentriert dem Geschehen auf dem Bildschirm. Ab und an schüttelt er den Kopf und flüstert etwas zu seinen Sitznachbarn. Es war sein Artikel, der im November 2016 zu einer Razzia in der An'Nur-Moschee führte. Er schrieb, ein äthiopischer Imam habe im Gebetshaus in einer Freitagspredigt zum Mord an ungläubigen Muslimen aufgerufen und gefordert, diese zu denunzieren. Der Äthiopier wurde daraufhin verhaftet, verurteilt und des Landes verwiesen.

ARCHIV – ZU DEN VERHAFTUNGEN VON ZEHN PERSONEN AUS DEM UMFELD DER AN’NUR MOSCHEE IN WINTERTHUR DURCH DIE KANTONSPOLIZEI ZUERICH AM DIENSTAG, DEM 21. FEBRUAR 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Der Eingang der An'Nur-Moschee in Winterthur am Dienstag, 17. November 2015. Laut dem Syrien-Kenner Kurt Pelda, der intensive Recherchen getaetigt hat, soll es im Umfeld der An'Nur-Moschee eine Zelle des IS geben. Den Recherchen zufolge soll vor Kurzem eine weitere Person von Winterthur nach Syrien gereist sein. Die Maenner die nach Syrien gereist seien, sollen Jihadisten sein, die in der Moschee in Winterthur rekrutiert worden seien. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Seither suchte das Umfeld der Moschee im Winterthurer Hegi-Quartier nach den Verrätern, die den Inhalt der Predigt an den Journalisten weitergereicht hatten. Drei Wochen nach der Razzia glaubte man, diese in zwei aus Nordafrika stammenden Männern gefunden zu haben. Was dann, an jenem 22. November von 19.30 Uhr bis 21.15 Uhr geschah, will niemand so richtig wissen. Klar ist für die Beschuldigten nur eines: Gewalt wurde den zwei Männern nicht angetan. Da sind sie sich alle sicher.

Oder doch nicht so ganz? Zumindest der eine, nennen wir ihn A, sagt aus, er habe einem der zwei mutmasslichen Opfer, nennen wir ihn Bilal, ins Gesicht gespuckt. Dies, weil er herausfand, dass sich auf Bilals Handy Fotos von As Bruder befanden.

Der Bruder, nennen wir ihn B, hat das Spucken gesehen, ist sofort hingelaufen und hat A gesagt, er soll nicht spucken, das gehört sich in der Moschee nicht. Dass Bilal Fotos von B auf dem Telefon hatte, hat ihn zwar wütend gemacht, er ist aber ruhig geblieben. Dass er Bilals Kollege danach mit der Faust auf den Kopf geschlagen hat, stimmt nicht. Er glaubt, der Kollege ist auf die Toilette gegangen und hat sich selber geschlagen.

«Geld ist der Grund, warum Bilal spioniert hat.»

D.

Und das Telefon? Wie kam das in die Hände der Beschuldigten? Laut Anklageschrift wurde Bilal derart eingeschüchtert, dass er sein Handy seinen Peinigern schliesslich aushändigte. Nachdem ihm ins Gesicht geschlagen wurde, habe er auch den Code herausgegeben. Falsch, sagt C. Er hat Bilal nicht geschlagen, sondern ihn ganz freundlich zur Seite genommen, um ihn zur Rede zu stellen. Er wollte wissen, ob er der Spitzel ist. Daraufhin wollte ihm Bilal alles gestehen, freiwillig, weil er froh war, endlich sein Gewissen zu erleichtern.

Blick auf den Eingang des Winterthurer Bezirksgericht, aufgenommen am Montag, 1. Oktober 2018 in Winterthur. Zehn Hauptakteure eines Uebergriffs vom November 2016 in der An'Nur-Moschee muessen sich heute vor Gericht stellen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bezirksgericht Winterthur am Montagmorgen. Bild: KEYSTONE

Geld! Ja, Geld ist der Grund, warum Bilal spioniert hat, ist sich D sicher. Für seine Informationen an Kurt Pelda ist Bilal bezahlt worden. Hysterisch war die Stimmung in der Moschee, sagt E. Es wurde diskutiert, er hörte Rufe. Darum rief er seinen Vater, den Imam, an. Dieser ist 10 Minuten später dort gewesen.

Von alldem bekam F nichts mit. Er sass mit Bauchkrämpfen auf dem WC. Erst als er aus der Toilette kam, erfuhr er, dass auf Bilals Telefon Fotos von B gefunden wurden. Er ging dann zu Bilal hin und sagte: «Ich bin enttäuscht von dir.» Dass er, wie die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift schreibt, Bilal dann eine Zehnernote in den Mund gestopft hat, von ihm verlangt hat, diese zu schlucken, ihm sagte: «Du hast deine Religion für Geld verkauft», stimmt nicht, sagt er. Er ist doch kein Psychopath.

Anders als ihre Mitangeklagten mögen G und H gar nichts mehr sagen. Sie verweisen bei jeder Frage des Gerichtspräsidenten auf ihre Aussagen in der Einvernahme und schweigen ansonsten. Der Imam hingegen spricht wie ein Buch. An jenem Abend war er Vermittler, so wie es Aufgabe eines Imams ist, hörte er Bilal zu und bot Hilfe an. Denn dieser hatte grosse Angst, weil er merkte, dass sein Verrat ein Fehler war.

Ein vermummter Mann laeuft in das Winterthurer Bezirksgericht, aufgenommen am Montag, 1. Oktober 2018 in Winterthur. Zehn Hauptakteure eines Uebergriffs vom November 2016 in der An'Nur-Moschee muessen sich heute vor Gericht stellen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Einer der Beschuldigten auf dem Weg ins Gerichtsgebäude. Bild: KEYSTONE

Im Büro des Imams sprach man schliesslich gemeinsam mit dem Vereinspräsidenten ganz freundschaftlich miteinander. «Dass ich die Bürotür abgeschlossen habe, ist ganz normal. Das tue ich immer, um meinen Gesprächspartnern Privatsphäre zu ermöglichen.» Es stimmt nicht, dass er Bilal zu einem Geständnis gezwungen hat, das aufgenommen wurde. Anders war es. Man hatte die Idee, Kurt Pelda wegen Spionage anzuzeigen. Als Beweismittel machte Bilal dann die Tonaufnahme.

«Ich bin in so vielen WhatsApp-Gruppen, ich weiss doch nicht, was ich da alles an Bildern und Videos geschickt bekomme.»

A

Alles in allem zeichnen die Beschuldigten ein völlig anderes Bild als die Staatsanwaltschaft von jenem Abend im November. Sie wittern eine Verschwörung von der Staatsanwaltschaft, der Polizei und den Medien. Sie sollen als Salafisten, als böse Terroristen abgestempelt werden. Doch eigentlich seien sie alles normale Jugendliche, die zusammen Fussball spielen und sich ab und zu in der Moschee treffen.

So sieht es auf jeden Fall A. Warum auf seinem Smartphone Fotos von brennenden Menschen, von Verletzten, von zerstümmelten Leichenteilen zu finden sind, warum er auf WhatsApp ein Video erhielt, auf dem ein Tiger einen Menschen zerfetzt, ist laut ihm eben genau deswegen, weil das ganz normal ist für einen Jugendlichen. «Gehen Sie mal raus und fragen sie zwanzig Junge, was die alles auf ihren Handys haben. Ich bin in so vielen WhatsApp-Gruppen, ich weiss doch nicht, was ich da alles an Bildern und Videos geschickt bekomme.»

Es ist ein aussergewöhnlicher Prozess mit aussergewöhnlichen Akteuren. In den folgenden Tagen werden die Anwälte und die Staatsanwältinnen ihre Plädoyers halten. Danach ist es am Gericht, ein Urteil zu fällen. Klar ist: Es wird eines sein, das nicht nur über die zehn Beschuldigten entscheidet, sondern auch an der An'Nur-Moschee und ihren Anhängern ein Exempel statuieren soll. 

Razzia in Winterthurer Moschee

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MoFuQueen 02.10.2018 10:45
    Highlight Highlight Schliessen und fertig. Keine neue Moschee öffnen lassen. Ich bin ebenso gegen jede Kirche wie gegen jede Moschee. Religion hat den Menschen früher Hoffnung gegeben, heute ist es nur noch ein Aggressor.
  • Der müde Joe 02.10.2018 10:38
    Highlight Highlight «Gehen Sie mal raus und fragen sie zwanzig Junge, was die alles auf ihren Handys haben. Ich bin in so vielen WhatsApp-Gruppen, ich weiss doch nicht, was ich da alles an Bildern und Videos geschickt bekomme.»

    Ich bin auch in vielen WhatsApp-Gruppen, aber solche Bilder u. Videos schickt mir niemand -und wenn doch, frage ich mich was mit dem Typ falsch läuft der solches Material verbreitet und Sperre diesen Kontakt.

    Wer solche Freunde hat, hat mit Sicherheit auch Dreck am Stecken!
  • let,s go 02.10.2018 10:25
    Highlight Highlight Ich möchte gerne wissen, wer gesagt hat, dass ein Exempel statuiert werden soll?
  • meliert 02.10.2018 09:54
    Highlight Highlight Ich weiss es wollen viele nicht hören: was wird in der Schweiz und in Europa in 20/50 Jahren los sein? Schaut auch nach Deutschland, Erdogan eröffnet eine Moschee in Köln und die Offiziellen (wie Bürgermeister) „Ungläubigen“, welche den Bau ermöglicht/bewilligt haben, werden nicht eingeladen. Hoffentlich greift hier das Gericht im Fall Winterthur durch!
    • bokl 02.10.2018 12:28
      Highlight Highlight @meliert
      Ich weiss du willst es nicht hören, aber du verbreitest Fake-News. Die Oberbürgermeisterin und der Ministerpräsident haben die Einladungen abgelehnt um die Zeremonie nicht aufzuwerten. Auch der öffentliche Teil Zeremonie wurde verboten.

      Ich hoffe/denke das Gericht in Winterthur urteilt fair und gesetzeskonform. Auch wenn das Urteil dem Wutbürger nicht gefällt.
    • Prinz Eisenherz 02.10.2018 19:30
      Highlight Highlight Ja sie haben eine Einladung erhalten. Aber erst am Vorabend der Eröffnung!

      Das geht so nicht.
    • meliert 02.10.2018 20:36
      Highlight Highlight @bokl: ist Fakt bei Hart aber Fair gestern auf ARD, sie wurden erst in letzter Minute noch angefragt alsNotnagel nach Protesten und haben dann abgelehnt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 370000 Flugmeilen hinter dem Mond 02.10.2018 09:08
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht ist v.a. bemerkenswert, dass sich die Aggression (in welcher Form auch immer) überhaupt gegen die "Verräter" richtete. Das legt nahe, dass die hier angeklagten Personen vor allem Mühe damit hatten, dass Inhalte einer radikalen-islamistischen Predigt an die Öffentlichkeit gelangte. Jedenfalls mehr Mühe als mit der eigentlichen Predigt... hm.
    • supremewash 02.10.2018 12:10
      Highlight Highlight Dachte ich mir auch. Aber reicht das für eine Verurteilung? So unsympathisch mir dieser Verein auch ist, wie sieht es mit stichhaltigen Beweisen aus?
  • Karoon 02.10.2018 08:53
    Highlight Highlight Die armen Buben. Sie denken, sie tun etwas Gutes, indem sie lügen, vertuschen und verdrehen. Wenn sie Rückgrat hätten, würden sie alles zugeben. Haben sie aber nicht.
  • Zerschmetterling 02.10.2018 08:20
    Highlight Highlight Ich finde die Aussagen der 8 jungen Männer absolut glaubwürdig. Sie sind freundlich, hatten keine bösen Absichten und wollten nur mit den zwei Verrätern sprechen und die Probleme aus der Welt schaffen. Wie man es halt so macht in einem zivilisierten Land...
  • Fehler beim Bearbeiten der Anfrage vong OLAF her 02.10.2018 08:13
    Highlight Highlight «Dass ich die Bürotür abgeschlossen habe, ist ganz normal. Das tue ich immer, um meinen Gesprächspartnern Privatsphäre zu ermöglichen.»
    Scheint also in dieser Moschee gängig zu sein, wenn Mitglieder zur Vernunft „gestreichelt“ wurden.
  • Bruno S.1988 02.10.2018 07:44
    Highlight Highlight Wenn die so wütend reagieren nur weil jemand ihre ganz normalen Predigten heimlich filmt, ist das Ganze wohl doch nicht so harmlos?!
  • DerTaran 02.10.2018 07:39
    Highlight Highlight Es ist sicher nicht die Aufgabe eines Gerichtes in einem Rechtsstaat ein Exempel zu statuieren, es muss einfach nur Recht sprechen. Wenn die Anschuldigungen wahr sind, dann braucht es das auch nicht, dann haben sich die Täter die Konsequenzen selber zuzuschreiben.
    • Maracuja 02.10.2018 08:38
      Highlight Highlight Das Urteil vorwegzunehmen und zu behaupten, es solle ein Exempel statuiert werden, heisst die Sichtweise An‘Nur, die sich als Opfer inszenieren, zu übernehmen. Schweizer Richter beraten sich vor Urteilsverkündung nicht mit Stammtisch/Kommentarschreibern. Wenn in Foren ein die Statuierung eines Exempels gefordert wird, hat das m.E. keinen Einfluss auf das Urteil.
    • nib 02.10.2018 11:56
      Highlight Highlight Das gehört doch genau zum Rechtsstaat. Der Richter kann sich nur im Rahmen seiner Gesetze und Vorgaben bewegen. Wenn er nun Richtung Höchstrafe geht, dann nutzt er nur seinen Entscheidungsspielraum, um zusätzlich eine präventive Wirkung zu erzielen.
  • Snowy 02.10.2018 07:39
    Highlight Highlight «Ja, ich habe ihm ins Gesicht gespuckt. Aber ich habe ihn nicht geschlagen.»

    WTF?!
    Anspucken ins Gesicht ist etwas vom niedersten überhaupt!
    • Snowy 02.10.2018 10:40
      Highlight Highlight Habe in meinem Leben schon die eine oder andere Faust kassiert - aber nur einmal wurde mir ins Gesicht gespuckt.

      Natürlich empfindet jeder Gewalt anders, aber für mich war dieses Anspucken während einer gewalttätigen Auseinandersetzung das verletzendste was mir je angetan wurde. Noch heute wird mir fast schlecht, wenn ich daran denke.

      Bezeichnend, dass diese Unsympathen denken, ins Gesicht spucken sei ein Kavaliersdelikt.
  • Muselbert Qrate 02.10.2018 07:38
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • miarkei 02.10.2018 07:25
    Highlight Highlight Also in meiner Jugend habe ich keine Bilder von Leichenteilen, brennenden Menschen und Tigern bekommen, die Menschen fressen.
  • Maracuja 02.10.2018 06:52
    Highlight Highlight <Klar ist: Es wird eines sein, das nicht nur über die zehn Beschuldigten entscheidet, sondern auch an der An'Nur-Moschee und ihren Anhängern ein Exempel statuieren soll>

    Erstaunlicher Schlusssatz: da wird einfach die Opfermentalität dieser Salafisten übernommen und behauptet, an ihnen solle ein Exempel statuiert werden. Gibt es ernsthaft einen Grund zur Annahme, dass die Tat milder beurteilt würde, wenn die Täter einer dilettantischen Mafiazelle oder einer extremistischen Politgruppe angehört hätten? Weshalb dem Urteil vorgreifen und Behauptungen aufstellen, die das An‘Nur-Umfeld gerne hört?

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