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Wer in der Schweiz am häufigsten überwacht wird

Drogen statt Terror: Wer in der Schweiz am häufigsten überwacht wird

Fast 9000 Personen liessen die Justizbehörden im vergangenen Jahr überwachen. Die meisten von ihnen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz.
05.03.2017, 12:4305.03.2017, 14:26
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Telekommunikationsüberwachung muss vom Richter genehmigt werden (Symbolbild).Bild: Tsering Topgyal/AP/KEYSTONE

8851 Überwachungen ordneten die Schweizer Strafverfolger im letzten Jahr an, wie der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (ÜPF) diese Woche mitteilte. Eine Aufschlüsselung im «SonntagsBlick» zeigt, welche Delikte am häufigsten zu einer Überwachung führten.

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Die meisten Überwachungen (3257) wurden wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz angeordnet, dahinter folgen Diebstähle (1569). Viele Überwachungen gab es auch wegen Raub (671), Betrug (491) oder der vermeintlich harmlosen Sachbeschädigung (479).

Das ärgert Erik Schönenberger, Geschäftsleiter der Digitalen Gesellschaft. «Eine Personenüberwachung muss immer verhältnismässig sein», sagt er zu SonntagsBlick. «Der einfache Diebstahl gehört zum Beispiel sicherlich nicht zu den schweren Straftatbeständen, die via Telekommunikationsüberwachung verfolgt werden sollten.»

Der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr verteidigt die Praxis. Es stimme nicht, dass Bagatelldelikte überwacht werden, sagt Sprecher Nils Güggi. «Beim Diebstahl ist das beispielsweise nur der Fall, wenn es sich etwa um eine hohe Deliktsumme handelt.» Ein geklautes Velo am Bahnhof führe sicher nicht zu einem abgehörten Telefon. «Schliesslich muss das von einem Richter genehmigt werden und das Delikt muss eine Überwachung rechtfertigen», so Güggi. (aargauerzeitung.ch)

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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atomschlaf
05.03.2017 14:52registriert Juli 2015
Wann schaffen wir endlich die unsinnige Drogenprohibition ab? Die Polizei- und Justizbehörden hätten wirklich Sinnvolleres zu tun.
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Swarup
05.03.2017 14:43registriert Januar 2015
Symbolbild 😂👍
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Ökonom zu Zuwanderung: «Man kann nicht den Fünfer und das Weggli haben»
Reto Föllmi erklärt, weshalb die Schweiz nicht nur den Nutzen der Zuwanderung haben kann – und in welchem Bereich ein Ja zur SVP-Initiative den Reformdruck befeuern könnte.
Kann die Schweiz ihren Wohlstand halten, wenn die Zuwanderung deutlich sinkt – etwa von 80’000 auf 40’000 Personen pro Jahr, wie es der SVP vorschwebt?
Reto Föllmi: Eine deutlich tiefere Zuwanderung wäre für die Schweiz grundsätzlich verkraftbar – allerdings nur mit Anpassungen im Geschäftsmodell vieler Unternehmen. Firmen könnten für offene Stellen nicht mehr so einfach Personal im Ausland rekrutieren und müssten stärker in die Ausbildung und Förderung des eigenen Nachwuchses investieren. Das dürfte in gewissen Branchen funktionieren, in anderen – etwa in der IT oder bei hoch spezialisierten Fachkräften – aber deutlich schwieriger sein. Und von Letzteren haben wir gerade auch steuerlich stark profitiert.
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